Guide Michelin Schweiz 2013

Die Michelin-Sterne 2013 sind da. Rekord: Die Schweiz hat zum ersten Mal 100 Sterne-Restaurants! An der Spitze gibt es gleich die erste erfreuliche Nachricht: Benoît Violier verteidigt den 3. Stern mit Bravour. Die im April vollzogene Übergabe von Philipp Rochat, ist also ein voller Erfolg. Herzliche Gratulation nach Crissier ins ‚De L’Hotel De Ville‘! Auch Andreas Caminada und seine ‚Schauenstein‘-Crew leisteten einen hervorragenden Job und konnten die Höchstwertung zum zweiten Mal verteidigen.

Auch Tanja Grandits und Ihr ‚Stucki‘-Team dürfen heute feiern. Das Basler Restaurant bekommt den 2. Stern. Hoch verdient, wie unser Bericht und ein Kurzbesuch vor zwei Wochen zeigen. Auch Rolf Fliegauf darf sich freuen. Er ist der erste Schweizer Chef mit 4 Michelin Sternen. 2 für sein Restaurant ‚Ecco‘ in Ascona (Sommermonate) und seit heute, 2 Sterne für das ‚Ecco On Snow‘ welches in den Wintermonaten von der gleichen Crew geführt wird. Wir werden den talentierten Koch im nächsten Jahr besuchen und sind bereits jetzt sehr gespannt darauf.

Bei den 1 Sterner gibt es neun Restaurants welche den begehrten Stern erkocht haben. Von den drei Hoffnungsträgern vom letzten Jahr, konnte leider nur einer den Stern auch tatsächlich erkochen: Fabian Inderbitzin aus dem ‚Seerestaurant Belvédère‘ in Hergiswil. Wir haben Inderbitzin erst vor ein paar Wochen besucht und können die Entscheidung untersteichen – hier unser Bericht. Für das nächste Jahr firmieren leider keine Köche mehr als Hoffnungsträger.

Ebenfalls grosses Lob gebührt den acht Restaurants die ihren Stern, trotz Wechsel am Chefposten, verteidigen konnten.

Leider verlieren auch in diesem Jahr einige Restaurants ihren Stern – es sind Sieben an der Zahl. Bei fünf Lokalen war die Streichung absehbar. Dies, weil der Koch gewechselt hat, das Konzept geändert wurde oder weil das Restaurant geschlossen wurde. Beim ‚Mesa‘ in Zürich konnte man zumindest auf 1 Stern hoffen doch vermutlich fand der Kochwechsel zwischen Lindner und Colaianni erst nach dem Redaktionsschluss statt. Wir drücken für das nächste Jahr die Daumen und hoffen, dass sich das Zürcher Restaurant die Sterne zurück kocht. Der wirklich grosse Verlierer in diesem Jahr ist Denis Martin vom gleichnamigen Restaurant in Vevey. Der Molekularkoch muss 1 Stern abgeben und hat neu noch einen. Auch hier wünschen wir viel Erfolg für die Operation „Rückeroberung“!

Die Eidgenossenschafthat somit 96 Sternerestaurants (+4 zum Vorjahr) mit total 122 Sternen (+4). Die Schweiz bleibt damit das Land mit den meisten Sternen pro Einwohner. Wir gratulieren allen ausgezeichneten Restaurants!!

Cover_Guide_Michelin_Schweiz

Erscheint am 22. November 2012              EAN 9782067178885

Hier findet Ihr die komplette Liste aller Sterne, jeweils nach Ort und Kanton – Restaurantnamen – Chefkoch.

Blau = Link zum Gourmör Bericht
Gestrichen = Im Gegensatz zum Vorjahr keine Sterne mehr

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Crissier VD – De L’Hotel De Ville – Benoît Violier
Fürstenau GR – Schauenstein – Andreas Caminada
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Anières GE – De Floris – Claude Legras
Ascona TI – Ecco – Rolf Fliegauf
Basel BS – Cheval Blanc – Peter Knogl
Basel BS – Stucki – Tanja Grandits
Brent VD – Le Pont de Brent – Stéphane Décotterd
Champfèr GR – Ecco On Snow – Rolf Fliegauf
Cossonay VD – Le Cerf – Carlo Crisci
Hägendorf SO – Lampart’s – Reto Lampart
Küsnacht ZH – Rico’s Kunststuben – Rico Zandonella
Lausanne VD – Anne-Sophie Pic – Anne-Sophie Pic
Le Noirmont JU – Georges Wenger  – Georges Wenger
La Punt GR – Bumanns Chesa Pirani – Daniel Bumann
Samnaun GR – Homann’s Restaurant – Daniel und Horst Homann
Satigny GE – Domaine de Châteauvieux – Philippe Chevrier / Damine Coche
Steinen SZ – Adelboden – Franz Wiget
Sierre VS – Didier de Courten – Didier de Courten
Uetikon am See ZH – Wirtschaft zum Wiesengrund – H.P. Hussong
Zürich ZH – Mesa (Küchenchefwechsel, vermutlich nach Redaktionsschluss)
Zürich ZH – The Restaurant – Heiko Nieder

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Arosa GR – La Vetta – Tobias Jochim (Neuer Küchenchef hat Stern verteidigt!)
Ascona TI – Seven – Ivo Adam
Bad Ragaz SG – Äbtestube – Roland Schmid
Basel BS – Les Quatre Saisons – Peter Moser (Schliessung wegen Umbau)
Basel – Bel Etage – Michael Baader
Basel – Matisse – Erik Schröter
Bellinzona TI – Locanda Orico – Lorenzo Albrici
Bern BE – Meridiano – Markus Arnold
Bern BE – Schöngrün – Werner Rothen
Bern BE – Wein & Sein – Beat Blum
Bubendorf BE – Osteria Tre – Gianluca Garigliano
Burgdorf BE – Emmenhof – Werner Schürch
Chardonne VD – Le Montagne – David Tarnowski
Champéry VS – Café du Centre – Callum Tod (Ehemaliger Restaurantname ‚c21‘)
Champfèr GR – Talvo By Dalsass – Martin Dalsass
Cologny GE – Auberge du Lion d’Or – Gilles Dupont / Thomas Byrne
Crans-Montana VS – Hostellerie du Pas de l’Ours – Franck Reynaud
Eglisau ZH – Hirschen (La Passion) – Christian Kuchler
Escholzmatt LU – Rössli (Jägerstübli) – Stefan Wiesner
Flüh SO – Zur Säge – Felix Suter
Fribourg FR – Le Pérolles – Pierre-André Ayer
Fribourg FR – Des Trois Tours – Alain Bächler
Ftan GR – La Bellezza – Martin Göschel
Gattikon ZH – Sihlhalden – Gregor Smolinsky
Genf GE – Buffet de la Gare des Eaux-Vives – Serge Labrosse (geschlossen)
Genf GE – Le Chat Botté – Dominique Gauthier
Genf GE – Rasoi by Vineet – Sandeep Bhagwat (Neuer Küchenchef hat Stern verteidigt!)
Genf GE – Vertig’O – Jérôme Manifacier
Gstaad BE – Chesery – Robert Speth
Gstaad BE – Prado Grill – Urs Gschwend
Hergiswil LU – Seerestaurant Belvédère – Fabian Inderbitzin
Hurden SZ – Zum Adler – Markus Gass
Kirchdorf BE – mille privé – Urs Messerli
Klosters GR – Walserhof – Armin Amrein (Armin Amrein wechselt nach Davos)
Lausanne VD – La Table d’Edgard – Edgar Bovier
Lugano TI – Arté – Frank Oerthle
Luzern LU – Jasper (Konzeptänderung)
Mels SG – Schlüssel (Nidbergstube) – Seppi Kalberer
Mollens VS – Panorama – Niels Minkmann
Le Mont-Pèlerin VD – Le Trianon – David Personnaz (Neuer Chef hat Stern verteidigt!)
Montreux VD – L’Ermitage – Etienne Krebs
Morges VD – Le Petit Manoir – Julien Reckler
Münchbuchsee BE – Moospinte – Sascha Berther
Nebikon LU – Adler – Raphael Tuor-Wismer
Oberwil BL – Viva – Patrick Zimmermann (Der neue Küchenchef hat den Stern verteidigt!)
Pontresina GR – Kronenstübli – Bernd Schützelhofer
Rehetobel AR – Gasthaus Zum Gupf – Walter Klose
Riedholz SO – le feu ( Attisholz ) – Jörg Slaschek
Saas-Fee VS – Waldhotel Fletschhorn – Markus Neff
Saint-Blaise NE – Au Bocca – Claude Frôté
Saint-Légier VD – Auberge de la Veveyse – Jean-Sébastien Ribette
Saint-Saphorin VD – Auberge de l’Onde (Neuer Küchenchef)
Sankt Moritz GR – Cà d’Oro – Matthias Schmidberger
Schaffhausen SH – Rheinhotel Fischerzunft – André Jaeger
Scheunenberg BE – Sonne – Kurt Mösching
Solothurn SO – Zum alten Stephan (Zaugg’s Zunftstube) – Andreas Zaugg
Sonzeboz- Du Cerf – Christian Albrecht / Jean-Marc Soldati
Thônex GE –  Le Cigalon – Jean-Marc Bessire
Thörigen BE – Löwen – Nik Gygax
Triesen (Liechtenstein) – Schatzmann – Klaus Schatzmann
Trimbach SO – Traube – Arno Sgier
Uznach SG – KunstHof – Christoph Köhli
Vacallo TI – Conca Bella – Andrea Bertarini (Neuer Küchenchef hat Stern verteidigt!)
Vaduz (Liechtenstein) – Park-Hotel Sonnenhof (Marée) – Hubertus Real
Verbier VS – La Table d’Adrien – Mirto Marchesi (Neuer Küchenchef hat Stern verteidigt!)
Vevey VD – Denis Martin – Denis Martin
Vevey VD – Le Restaurant – Lionel Rodriguez
Vevey VD – Les Saisons – Thomas Neeser
Villarepos FR – Auberge de la Croix Blanche – Arno Abächerli
Vouvry VS – Auberge de Vouvry – Martial Braendle
Vufflens-le-Château VD – L’Ermitage – Bernard Ravet / Guy Ravet
Walchwil ZG – Sternen – René Weder
Wangen bei Dübendorf ZH – Sternen (Badstube) – Matthias Brunner
Weggis LU – Annex – Renee Rischmeyer
Wetzikon ZH – Il Casale – Antonino Alampi
Widen AG – Usagiyama – Tsuguo Enkida (Neuer Küchenchef hat Stern verteidigt!)
Wilderswil BE – Gourmetstübli – Richard Stöckli
Wittenbach SG – Segreto – Martin Benninger
Wigoltingen TG – Taverne zum Schäfli – Wolfgang Kuchler
Zermatt VS – Capri – Andrea Migliaccio
Zermatt VS – Heimberg – Christian Geisler
Zürich ZH – CLOUDS – David Martínez Salvany
Zürich ZH – Münsterhof – Tobias Buholzer
Zürich ZH – Spice ( Rigiblick ) – Dennis Puchert (Neuer Küchenchef hat Stern verteidigt!)
Zürich ZH – Sein – Martin Surbeck / Ken Nakano

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Hier findet ihr die komplette Liste aller Schweizer Sternerestaurants als PDF zum downloaden.

Neben den Sternen gibt es noch eine weitere wichtige Auszeichnung, der Bib Gourmand. Dieser wird für Restaurants vergeben, die sehr gute Küche zu einem günstigen Preis bietet (3 Gänge für unter 65 Franken). Die Liste mit allen 93 Bib Gourmand Restaurants findet ihr hier.

Abtwil SG – Panoramahotel Säntisblick
Aclens VD – Auberge Communale
Adligenswil LU – Rössli
Aeschiried BE – Panorama
Altdorf UR – Goldener Schlüssel
Anières GE – Le Café de Floris
Arnegg SG – Ilge
Aubonne VD – L’Esplanada
Arzier VD – Auberge de l’Union
Ascona TI – Seven Asia
Au SG – Burg
Basel BS – Johann
Basel BS – Oliv
Basel BS – Zur Rebe
Baulmes VD – L’Auberge
Bern BE – Flo’s
Bern BE – Kirchenfeld
Bern BE – mille sens
Binningen BL – Neumann’s Gasthof Neubad
Blatten bei Malters – Krone (Gaststube)
Bluche VS – Edo
Bottmingen BL – Basilicum
Bottmingen BL – Sonne (Bistro)
Bülach ZH – Zum Goldenen Kopf
Carona TI – Villa Carona (La Sosta) (Preisgrenze überschritten)
Chalet-à-Gobet – Le Berceau des Sens
Chancy GE – De la Place
Chexbres VD – Bon Sauvage
Chemin VS – La Belvédère
Cossonay VD – La Fleur de Sel
Düdingen – Zum Ochsen
Dürrenroth BE – Bären
Ebersecken LU – Sonne
Engelberg OW – Hess by Braunerts
Escholzmatt LU – Rössli (Chrüter Gänteli)
Fläsch GR – Landhaus
Freienbach SZ – Funkes Obstgarten (Bistro)
Genève GE – Bistrot du Boeuf Rouge
Genève GE – Le 3 Rive Gauche
Gunzgen SO – Sonne
Heiden AR – Rosengarten
Hilterfingen BE – Schönbühl
Hochdorf LU – Braui (Brasserie)
Laax GR – Das Elephant
Landecy GE – Auberge de Landecy
Le Brassus – Brasserie Le Carillon
Les Prés d’Orvin BE – Le Grillon
Lömmenschwil SG – Ruggisberg
Lugnorre – Auberge des Clefs (Bistro)
Luthern – Gasthaus zur Sonne
Mägenwil AG – Bären
Massagno TI – Grotto della Salute
Meiringen BE – Victoria
Mels SG – Schlüsselstube
Mels SG – Waldheim
Mézieères VD – Du Jorat (Brasserie)
Miège VS – Le Relais Miégeois
Montricher VD – Auberge aux 2 Sapins
Murten FR – Käserei
Nebikon LU – Adler (Beizli)
Oberstammheim ZH – Zum Hirschen
Osterfingen SH – Bad Osterfingen
Pensier FR – Carpe Diem
Pleujouse JU – Château de Pleujouse
La Punt GR – Gasthaus Krone
Reichenbach BE – Bären
Ried-Muotathal SZ – Adler
Riedholz SO – Attisholz (Gaststube)
Riemenstalden SZ – Kaiserstock
Saas Fee – Spielboden
Saint-Aubin – La Maison du Village
Saint-Léonard VS – Buffet de la Gare
St. Gallen SG – Candela
St. Gallen SG – Netts Schützengarten
St. Niklausen OW – Alpenblick
Schaffhausen SH – Vinopium
Scheunenberg BE – Sonne (Bistro)
Sempach LU – Gasthof Adler
Silvaplana GR – Albana (Spunta Engiadina)
Sion VS – La Sietterie
Solothurn SO – Zum Alten Stephan (Stadtbeiz)
Sonceboz BE – Du Cerf (Brasserie)
Steffisburg – Panorama (Bistro)
Sugiez FR – De l’Ours
Sursee LZ – amrein’S
Trun GR – Casa Tödi
Ulmiz FR – Zum Jäger
Urnäsch – Frischknecht’s Anker
Urnäsch – Urnäscher Kreuz
Versoix GE – Du Lac
Vico-Morcote TI – Vicania
Villarepos – Auberge de la Coix Blanche (Bistro)
Vulpera GR – Villa Post (Palatin)
Weinfelden TG – Pulcinella
Wetzikon ZH – Il Casale (Bistro)
Wil SG – Hof zu Wil
Wilderswil BE – Alpenblick (Dorfstube)
Zürich ZH – Rigiblick (Bistro Quadrino)
Zürich ZH – Blaue Ente
Zürich ZH – Zentraleck
Zug ZG – Rathauskeller (Bistro)
Zuoz GR – Dorta

Gault-Millau Schweiz 2013

Nun wurde die gestrige Info auf unserer Facebook-Seite bestätigt: Die Auszeichnung des Gault-Millau Schweiz „Koch des Jahres 2013“ geht nach Crissier zu Benoît Violier. Der gebürtige Franzose übernahm erst am 1. April 2012 die 22 (!) köpfige Küchenbrigade von seinem Vorgänger Philipp Rochat. Bei Rochat war Violier jahrelang Sous-Chef.

Chef Urs Heller und seine 45 Test-Esser reisten auch in diesem Jahr durch die ganze Schweiz (und Lichtenstein) und präsentieren ihre 840 besten Restaurants. Jedes Lokal wird detailliert beschrieben und erhält eine Wertung zwischen 12 – 19 Punkte – wobei 19 Punkte die Höchstnote symbolisiert. Dazu häufte sich, nach eigenen Angaben, einen Spesenberg von 350’000 Franken zusammen.

Gault-Millau Schweiz geht, anders als das Deutsche Pendant, behutsamer und nachhaltiger mit ihren Köchen um. Deshalb gibt es auch in diesem Jahr an der Spitze nur wenige Mutationen. Überraschend sind die 19 Punkte für Violier, erwähnte der Gault-Millau im letzten Jahr noch, dass es nicht möglich sei die Höchstnote zu erben. Urs Heller schreibt jedoch im Vorwort, dass jede tiefere Wertung ein Fehler wäre.

„Aufsteiger des Jahres 2013“ wurde in der Deutschschweiz Heiko Nieder im ‚The Restaurant‘ im „The Dolder Grand“ in Zürich. Wir besuchten das Restaurant im letzten Jahr, hier unser Bericht. In der Westschweiz geht die Auszeichnung an David Tarnowski im Restaurant ‚Le Montagne‘ in Chardonne (neu 17 Punkte). Auch im Tessing gibt es einen „Aufsteiger des Jahres“: Andrea Cingari der in Ponte Brolla im wunderschönen ‚Da Enzo‘ neu mit 16 Punkten kocht.

Der Gault-Millau bewies in den letzten Jahren beim Talent Scouting ein hervorragendes Händchen. Deshalb war die Auszeichnung für die „Entdeckung des Jahres 2013“ besonders spannend. In der Deutschschweiz geht diese Auszeichnung nach Gurtnellen UR zu Beat Walker und Marco Helbling im ‚Gasthaus im Feld‘. In der Westschweiz heisst die Entdeckung Georges Lelièvre aus Arzier VD aus der ‚Auberge de l’Union‘.

Wir gratulieren allen 840 Gault-Millau Restaurants zu den erhaltenen Punkten.

Anbei eine Liste aller Restaurant mit 17 – 19 Gault-Millau Punkte. Die restlichen Restaurants, auf 580 Seiten ausführlich beschrieben, findet ihr im Gault-Millau Guide Schweiz 2013 ab sofort im Buchhandel. ISBN 978-3-85859-361-0

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Crissier VD – De L’Hotel De Ville – Benoît Violier
Fürstenau GR – Schauenstein – Andreas Caminada
Satigny GE – Domaine de Châteauvieux – Philippe Chevrier / Damine Coche
Schaffhausen SH – Rheinhotel Fischerzunft – André Jaeger
Sierre VS – Didier de Courten – Didier de Courten
Vufflens-le-Château VD – L’Ermitage – Bernard Ravet / Guy Ravet

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Basel BS – Cheval Blanc – Peter Knogl
Basel BS – Les Quatre Saisons – (Restaurant wird umgebaut)
Brent VD – Le Pont de Brent – Stéphane Décotterd
Champfèr GR – Talvo by Dalsass – Martin Dalsass
Cossonay VD – Le Cerf – Carlo Crisci
Ftan GR – L’Autezza – Martin Göschel
Genf GE – Le Chat Botté – Dominique Gauthier
Gstaad BE – Chesery – Robert Speth
Küsnacht ZH – Rico’s Kunststuben – Rico Zandonella
Lausanne VD – Anne-Sophie Pic – Guillaume Raineix / Anne-S. Pic
Le Noirmont JU – Georges Wenger  – Georges Wenger
La Punt GR – Bumanns Chesa Pirani – Daniel Bumann
Saas-Fee VS – Waldhotel Fletschhorn – Markus Neff
Samnaun GR – Homann’s Restaurant – Daniel & Horst Homann
Steinen SZ – Adelboden – Franz Wiget
Thörigen BE – Löwen – Nik Gygax
Uetikon am See ZH – Wirtschaft zum Wiesengrund – H.P. Hussong
Vevey VD – Denis Martin – Denis Martin
Wigoltingen TG – Taverne zum Schäfli – Wolfgang Kuchler
Zürich ZH – Mesa – Marcus G. Lindner
Zürich ZH – The Restaurant – Heiko Nieder

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Anières GE – De Floris – Claude Legras
Arbon TG – Römerhof – August Minikus
Arosa GR – La Vetta – (Kochwechsel)
Ascona TI – Locanda Barbarossa – Othmar Schlegel
Bad Ragaz SG – Äbtestube – Roland Schmid
Basel BS – Stucki – Tanja Grandits
Bern BE – Meridiano – Markus Arnold
Bern BE – Schöngrün – Werner Rothen
Burgdorf BE – Emmenhof – Werner Schürch
Chardonne VD – Le Montagne – David Tarnowski
Clarens VD – L’Ermitage – Etienne Krebs
Crans-Montana VS – L’Ours – Franck Reynaud
Escholzmatt LU – Rössli (Jägerstübli) – Stefan Wiesner
Euthal am Sihlsee SZ – Bürgi’s Burehof – Werner Bürgi
Flims GR – Epoca – (Sandro Steingruber verlässt das Restaurant)
Flüh SO – Zur Säge – Felix Suter
Fribourg FR – Le Pérolles – Pierre-André Ayer
Fribourg FR – Des Trois Tours – Alain Baechler
Hägendorf SO – Lampart’s – Reto Lampart
Hurden SZ – Zum Adler – Markus Gass
Klosters GR – Walserhof – (Armin Amrein geht nach Davos)
Lausanne VD – La Table d’Edgard – Edgar Bovier
Lenk BE – Spettacolo – (Jan Leimbach verliess das Restaurant)
Losone TI – Osteria dell’Enoteca – Daniel Zürcher (nur noch 16 Punkte)
Lugano TI – Al Portone – (Silvio Galizzi verliess das Restaurant)
Mels SG – Schlüssel (Nidbergstube) – Seppi Kalberer
Nebikon LU – Adler – Raphael Tuor-Wismer
Neuchâtel NE – La Maison du Prussien – Jean-Yves Drevet
Rehetobel AR – Gasthaus Zum Gupf – Walter Klose
Riedholz SO – le feu ( Attisholz ) – Jörg Slaschek
Saint-Blaise NE – Au Bocca – Claude Frôté
St. Gallen SG – Jägerhof – Vreni Giger
St. Pelagiberg TG – St. Pelagius – Ruedi Brander
Scheunenberg BE – Sonne – Kurt Mösching
Solothurn SO – Zum alten Stephan – Andreas Zaugg
Triesen (Liechtenstein) – Schatzmann – Klaus Schatzmann
Trimbach SO – Traube – Arno Sgier
Vouvry VS – Auberge de Vouvry – Martial Braendle
Yvorne VD – La Roseraie – Christophe Rod
Zürich ZH – Pavillon – Laurent Eperon
Zürich ZH – Sein – Martin Surbeck / Ken Nakano

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Infos zu den einzelnen Regionen – Punkte in Klammern

Zürich

Aufsteiger
The Dolder Grand, The Restaurant, Zürich (18)
Baur au Lac, Pavillon, Zürich (17)
Gasthof Hirschen, Eglisau (16)
Münsterhof, Zürich (16)
Helvetia, Zürich (15)
Pflugstein, Erlenbach (14)
Il Giglio, Zürich (14)

Neu im Guide
Clouds, Zürich (prov. 16)
Il Casale, Wetzikon (15)
20/20 by Mövenpick Wein, Zürich (14)
Ambassador à L’Opéra, Zürich (14)
Greulich, Zürich (14)
Taverne zur Krone, Dietikon (13)
Al Giardino, Winterthur (13)
Accademia del Gusto, Zürich (13)
Il Tartufo, Zürich (13)
Paneolio, Zürich (13)

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Basel

Aufsteiger
Schloss Binningen, Binningen BL (14)

Neu im Guide
Matisse, Basel (15)
Ackermannshof, Basel (14)
Le Murenberg, Bubendorf (14)
Le Français im Landgasthof Riehen, Riehen (14)

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Zentralschweiz

Aufsteiger
Bélvèdere, Hergiswil (16)
Bergsonne, Rigi Kaltbad (15)
Sparks, Park Weggis, Weggis (15)
Alpenblick, St. Niklausen (14)
Zwyssighaus, Bauen (14)

Neu im Guide
Sens, Vitznauerhof, Vitznau (14)
Gasthaus im Feld, Gurtnellen (14)
Villa Honegg, Ennetbürgen (14)
Frutt Lodge & Spa, Frutt Stübli, Melchsee-Frutt (14)
Trianon, Hotel National, Luzern (13)
Villa Hausermatte, Luzern (13)
Ochsen, Rothenburg (13)
Mahoi, Tropenhaus, Wolhusen (13)
Pappalappa im Gasthaus Landenberg, Sarnen (13)
Schlossrestaurant A Pro, Seedorf (12)
Sonne, Balance Hotel am See, Eich (12)
Hinterburgmühle, Neuheim (12)
Spannort, Engelberg (12)

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Bern

Aufsteiger
Bären, Sigriswil (15)
3 Fische, Lüscherz (14)
Belle Epoque, Golfhotel les Hauts de Gstaad, Saanenmöser (14)
Hirsernbad, Ursenbach (14)
Waldheim, Bern (13)
Kreuz, Gals (13)
Handeck, Guttannen (13)
l’Étoile, Perrefitte (13)
De la Clef, Les Reussilles (13)
Hornberg, Saanenmöser (13)

Neu im Guide
Schönbühl, Hilterfingen (14)
Pfisters goldener Krug, Suberg (14)
dasRestaurant, Seepark, Thun (14)
Essort, Bern (13)
Rialto, Gstaad (13)
16 Art Bar Restaurant, Saanen (13)
L’Ecluse, Biel (12)

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Mittelland

Aufsteiger
Zauggs Zunftstube, zum alten Stephan, Solothurn (17)
Essen’z, Brugg (15)
Hirschen, Lenzburg (15)
Ochsen, Wölflinswil (14)
Salzhaus, Solothurn (14)
Einstein, Aarau (13)
Seebrise, Birrwil (13)

Neu im Guide
Spedition, Baden (13)
Taverna Romana im Sternen, Hessigkofen (13)
Torre, Baden (13)

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Ostschweiz

Aufsteiger
Kunsthof, Uznach (16)
Pulcinella im Schwert, Weinfelden (15)
Löwen, Bad Ragaz (14)
Schupfen, Diessenhofen (14)
Zunfthaus zum Löwen, Sargans (14)
Löwen, Walenstadt (14)
Landgasthof Sternen, Bühler (13)
Michelas Ilge, Arbon (13)
Seegarten, Kreuzlingen (13)
Walhalla, St. Gallen (13)

Neu im Guide
Neue Blumenau, Lömmenschwil (15)
Gasthaus zur Post, Rehetobel (14)
Kuk Haus für Kultur, Schwellbrunn (13)
Lion d’Or, Golf Panorama, Lipperswil (13)

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Graubünden

Aufsteiger
Grischunstübli, Alpina, Klosters (16)
Romanoff, Carlton, St. Moritz (14)
Grissini, Crystal, St. Moritz (14)
Basilic, Chur (13)

Neu im Guide
Ecco on Snow, Giardino Mountain, St. Moritz-Champfèr (15)
Leonto, Grischa, Davos (14)
Guardalej, Giardino Mountain, St. Moritz-Champfèr (14)
Rustico, Klosters (13)
Kuhstall, Sils Maria (13)

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Tessin

Aufsteiger
Da Enzo, Ponte Brolla (16)
Locanda Locarnese, Locarno (14)

Neu im Guide
Il Canvetto di Silvio Galizzi, Vallombrosa, Castelrotto (14)
La Rinascente, Locarno (14)
Il Ristorante, Villa Orselina, Locarno-Orselina (14)
Motto del Gallo, Taverne (14)
Olimpia, Lugano (13)
Orologio da Savino, Lugano (13)
Antica Osteria Dazio, Fusio (12)
Osteria Centrale, Olivone (12)

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Wallis

Aufsteiger
C21, Champéry (15)
Heimberg, Zermatt (14)

Neu im Guide
La Régence Balavaud, Vétroz (14)
The Omnia, Zermatt (14)
L’Argilly, Vex (12)

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Westschweiz

Aufsteiger
Le Montagne, Chardonne (17)
Hôtel du Peyrou, Neuenburg (16)
Auberge des Clefs, Lugnorre (16)
Le Trianon, Le Mirador Kempinski, Le Mont-Pèlerin (16)
Les Saisons, Grand Hôtel du Lac, Vevey (16)
Käserei, Murten (15)
Juma, Le Vieux Manoir, Murten (15)
Auberge de la Croix Blanche, Villarepos (15)
Hotel de Commune, Lignières (14)
Auberge du Prévoux, Le Prévoux (14)
Chez Cavu, Bussigny-près-Lausanne (14)
De la Tour, Châtel-sur-Montsalvens (14)
Zum Ochsen, Düdingen (14)
Au Sauvage, Fribourg (14)
Le Lexique, Genf (14)
Tsé Fung, La Réserve Genève Hotel & Spa, Genf-Bellevue (14)
Café des Banques, Genf (13)
Café Fontaine, Soral (13)
La Pinte du Paradis, Aigle (13)
Bellevue, Onnens (13)
Cailler, Charmey (Gruyère) (13)
Golf Resort La Gruyère, Pont-la-Ville (13)
Grand Hôtel les Endroits, La Chaux-de-Fonds (13)

Neu im Guide
Auberge de L’Union, Arzier (15)
Du Sapin, Charmey (Gruyère) (14)
Le «C», Genf (14)
Le Duo, Royal Manotel, Genf (14)
Café de la Place, Plan-les-Ouates (14)
Auberge du Siam, Auvernier (13)
Les Toiles, Neuenburg (13)
Café du Levant, Aire-la-Ville (13)
L’Artichaut, Genf (13)
La Chaumière, Troinex (13)
Le Pavois, Le Mont-Blanc, Morges (13)
Auberge de L’Étoile, La Rippe (13)
Relais de Vuargny, Le Sépey (13)
Le Bureau, Neuenburg (12)
Auberge du Vigneron, Epesses (12)
Café Louis, Genf (12)
Ristorante Gnutti, Lausanne (12)
L’Orchidée, Porrentruy (12)
La Croix Blanche, Rebeuvelier (12)

Sternensuche am Vierwaldstättersee

Acht Wochen ist es her, seit uns die Hiobsbotschaft aus Luzern erreicht hat (zur Meldung auf Facebook). Darin erfuhren wir, dass im einzigen Sterne-Restaurant der Leuchtenstadt überraschend das Konzept geändert wurde. Im betroffenen Restaurant ‚Jasper‚, sind die Zeiten von Foie Gras Variationen und aufwendigen Gourmet Menüs seit dem vorbei. Markus Iseli, der Direktor des 5 Sterne Hotel „Palace Luzern„, zu dem das betroffene Restaurant gehört, verkündete, dass man einen „Schritt in die Gegenwart“ gemacht hätte und das Gästebedürfnis nach „entspanntem kulinarischem Vergnügen“ anstelle von „edelsten Zutaten auf höchstem Preisniveau“ angepasst habe. Spitzenköchin Kerstin Rischmeyer, vom Entscheid ebenfalls überrascht, musste ihren Arbeitsplatz räumen. An ihre Stelle trat Markus Weiss, welcher sich bis dahin für die Hotelküche verantwortlich zeigte. Unter gleichem Namen und mit dem neuen Konzept „Modern Dining“, serviert man nun am Vierwaldstättersee Rinds-Tatar, Salate und Pasta. Weshalb die teuersten Hauptgänge nach wie vor über 50 Franken kosten und man so für ein 4 Gang Menü fast gleich viel berappen muss wie bei der vorherigen Küche, bleibt wohl das Geheimnis von Herrn Iseli.

Wir „altmodischen“ Gourmets lassen uns den Appetit dadurch nicht verderben und gehen stattdessen auf Entdeckungsreise nach neuen Gourmetrestaurants am schönen Vierwaldstättersee. Mit dem im letzten Jahr frisch restaurierten Dampfschiff „Unterwalden“, haben wir uns auch gleich ein passendes Fortbewegungsmittel für diesen Ausflug ausgesucht. An einem stark bewölkten Tag stechen wir von Stansstaad aus in See. Den ersten Halt machen wir in Hergiswil im Seerestaurant ‚Belvédère‚.

Hier kocht der talentierte Fabian Inderbitzin. Vor fünf Jahren arbeitete der gebürtige Schwyzer auf der anderen Seite des Seeufers in Kastanienbaum, bevor er von Gault-Millau zur „Entdeckung des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Danach wurde er von den Verantwortlichen des Château Gütsch abgeworben und wirkte fortan als Küchenchef des wunderschönen Schlosses, hoch über Luzern. Dort besuchten wir Inderbitzin vor drei Jahren und genossen ein Menü, welches der tollen Aussicht auf Luzern in nichts nach stand. Damals sagten wir dem Koch innerhalb von wenigen Jahren einen Michelin Stern voraus. Das befristete Château Gütsch Abenteuer endete aber schon früh und nach einem Charity Projekt und der Eröffnung eines Slow-Food Standes in Luzern, stand die Verpflichtung in einem neuen Restaurant in Hergiswil an.


Seit zwei Jahren steht er nun in der Küche des ‚Belvédère‚ und begeistert seine Gäste mit seiner zeitgemäss interpretierten, französischen Küche. Die Kritiker von Michelin sind ebenfalls beeindruckt und führen Inderbitzin seit der aktuellen Ausgabe als „Hoffnungsträger“ für einen der begehrten Sterne. Für uns bleibt heute nur Zeit für einen Espresso auf der schönen Terrasse. Doch bevor das nächste Schiff ablegt, reservieren wir noch schnell einen Tisch. Denn hierhin wollen wir unbedingt bald zurück kehren und neben der Aussicht, auch die Gerichte aus Fabian Inderbitzins Küche geniessen.

Zurück auf dem Schiff nehmen wir Kurs auf Luzern. Bei der Anfahrt fällt unser Blick wehmütig auf das „Palace„. Von hier aus sieht man auch das ‚Jasper‘. Heute müssen wir hier definitiv nicht von Bord. Es gibt in der 65’000 Seelenstadt zwar immer noch kulinarische Perlen (z.B. unsere Lieblingsbrasserie, das Bodu), doch beim aktuellen Abenteuer halten wir Ausschau nach Restaurants, welche in Zukunft die ganz besonderen kulinarischen Bedürfnisse befriedigen können.

Vierzig Minuten später sind wir an einem solchen Ort angekommen, in Weggis. Wir laufen vom Bootssteg 900 Meter dem Seeufer entlang. Dort steht eines der schönsten Hotels der Region – das 5 Sterne Haus „Park Weggis“ (bis vor kurzem firmierte es noch unter dem Namen „Park Hotel Weggis“). Das Hotel ist eine Wohlfühl-Oase mit sehr freundlichen Mitarbeitenden und gepflegter Infrastruktur. Hier fühlt man sich wohl und geborgen, ob zum Essen in einem der drei Restaurants, für eine Zigarre in der edlen Bar oder einfach bei einem starken Espresso, so wie wir heute.

In unseren Augen ist das Herzstück des „Park Weggis“ das Gourmet-Restaurant ‚Annex‚ mit wunderschönem Blick auf den See. Hier kocht Renee Rischmeyer und hält nun den einzigen Michelin Stern am Zentralschweizer See (den Stern für das ‚Jasper‘ haben wir geistig bereits gestrichen). Das ‚Annex‘ ist stilvoll eingerichtet und bereits beim Lesen der spannenden Speisekarte kriegen wir Hunger. Da in wenigen Minuten unser Dampfer ablegt und wir noch fast einen Kilometer zurück laufen müssen, bleibt uns hier ebenfalls nur eine Tischreservation. Im Juni werden wir aber nach Weggis zurückkehren und uns von der ‚Annex‘ Crew kulinarisch verwöhnen lassen. Auch darüber werden wir hier natürlich berichten.

Die nächste Station ist gleichzeitig auch unsere Letzte: Vitznau, ein wunderschöner Ort mit vielen Villen. Hier sorgte im letzten Jahr das Restaurant ‚Sens‚ für Schlagzeilen. Das noch junge Gourmet-Restaurant im „Vitznauer Hof“ hatte sich mit ihrem damaligen Koch Pascal Schmutz, ebenfalls eine junge „Gault-Millau Entdeckung“, eine kleine Medienfehde geliefert. Schmutz kocht nun im ‚Bam Bou‚ in Luzern und das ‚Sens‘ startete mit Fabrizio Piantanidas italienischen Küche in den zweiten Frühling.

Unser heutiges Ziel ist jedoch ein paar hundert Meter vom ‚Sens‘ entfernt und im Moment noch recht staubig. Hier auf dieser grossen Baustelle bekommt das Luxushotel „Park Hotel Vitznau„, dank grossem finanziellen Engagement, ein neues Kleid. Seit drei Jahren wird hier nach MINERGIE-Standard gebaut. Im Herbst 2012 soll das ehrwürdige 5 Sterne Haus wieder eröffnet werden. An uns Feinschmecker wurde auch gedacht, denn der Inhaber Peter Pühringer setzt klar auf die Karte Gourmet. Dafür hat er einen weiteren Shooting-Star, Nenad Mlinarevic, verpflichtet. Der 29-Jährige sorgte vor drei Jahren das erste mal für Furore, als er in Lömmenschwil in der ‚Neuen Blumenau‚ anheuerte und sich dort rasch in die Herzen der Gäste und Foodjournalisten kochte. Schon nach wenigen Monaten gab es den Michelin Stern und ebenfalls die Auszeichnung zur „Neuentdeckung des Jahres“ durch Gault-Millau.

Mlinarevics Erfolg kommt nicht von ungefähr; seine Ausbildung absolvierte er im Waldhaus Dolder, danach kochte er bei Hans-Peter Hussong im ‚Wiesengrund‘, im ‚Talvo‘ (damals noch unter Roland Jöhri) und später bei Andreas Caminada im ‚Schloss Schauenstein‚. Seine Ferien verbrachte er nicht am Strand, sondern absolvierte Praktika bei René Redzepi im ‚Noma‘ in Kopenhagen oder jüngst bei Joachim Wissler im ‚Vendôme‚. Nun hat er in Vitznau eine neue, sehr grosse Herausforderung angetreten. Es gilt das Gourmet Restaurant des „Park Hotels“ zum Erfolg zu führen. Für den jungen Koch geht damit ein Traum in Erfüllung. So ist es nur ganz wenigen vorbehalten, ein Restaurant in einem 5 Sterne Haus von Grund auf mit zu gestalten.

Da es in Vitznau im Moment zu laut und schmutzig ist, sitzt der junge Koch im Partnerhotel in Wien. Im „Palais Couborg„, ebenfalls im Besitz der Pühringer Gruppe, konnte man jüngst den Erhalt von zwei Michelin Sternen feiern. Nenad Mlinarevic freut sich für das Team vor Ort. Er selber ist aber fast den ganzen Tag im Büro und plant das neue Restaurant in Vitznau. Er und sein Team in der Schweiz, erarbeiten nicht nur das Konzept sondern entscheiden zusammen über Details wie Geschirr, Besteck, sowie die Namensfindung. Uns hat man den Namen bereits verraten; ‚Focus‘ wird das Gourmetrestaurant im „Park Hotel Vitznau“ heissen. Der Name ist Programm, Mlinarevics Küche ist nicht experimentell sonder fokussiert sich auf Kombinationen die man kennt und mag. Beim Restaurantdesign wird die Natur im Vordergrund stehen und Weinfreunde dürfen sich auf eine imposante Karte freuen.

Wie Mlinarevic uns im Interview weiter verriet, geniesst er im Moment als Bürolist die attraktiven Arbeitszeiten und die freien Wochenenden. Er sei aber kein Büromensch und freue sich deshalb riesig auf den Start im Herbst; mit ihm auch sein Team. Fünf Kollegen werden ihn am Herd unterstützen –  doppelt so viele wie bei seiner letzten Arbeitsstelle in der Ostschweiz. Dies ermögliche ihm, nun auch vermehrt nach neuen Kreationen zu forschen und eine noch höhere Qualität zu gewährleisten. Da hilft ihm sicher auch, dass das Restaurant nur an fünf Abenden pro Woche geöffnet sein wird und nur für maximal 40 Gäste Platz bietet.

Der junge Koch fliegt nächste Woche zurück in die Schweiz. Nach ein paar geschäftlichen Terminen geht es dann weiter in die USA. Dort besucht er drei der besten Restaurants in Nordamerika – wohl auch zur Weiterbildung. Ab August gilt es dann ernst. Denn ab diesem Zeitpunkt entstehen die ersten Gerichte und das Konzept wird finalisiert.

Wir wünschen dem jungen Koch und seiner Brigade viel Erfolg und werden, sobald die erste Telefonleitung in Betrieb ist, hier ebenfalls einen Tisch reservieren und Euch über das neue Hotel und das ‚Focus‘ berichten.

Übrigens: Auch auf die Hotelküche dürfen wir uns freuen. Denn für diese hat man einen weiteren Sternekoch verpflichtet. Der junge Christian Nickel wechselt im Sommer vom Restaurant ‚Rigiblick‚ in Zürich nach Vitznau.

Zurück auf dem Schiff gönnen wir uns ein Glas Chardonnay und schauen über den glitzernden See. Die heutige Reise hat uns für die kulinarische Zukunft sehr zuversichtlich gestimmt. Wir wissen nun, dass wir am Vierwaldstättersee auch weiterhin kulinarische Höhenflüge erleben dürfen und uns nicht mit „modernem Food“ à la Ceasar Salad begnügen müssen.