amrein’S, Sursee

Romy und Beat Amrein haben sich im letzten Jahr mit dem eigenen Restaurant in Sursee einen Traum erfüllt. Davor wirteten die beiden im Nachbardorf St. Erhard im Mostkrug. Sich nur ein paar Kilometer weiter niederzulassen hatte den Vorteil, dass man sich die vielen Stammgäste und den guten Ruf nicht von neu auf erarbeiten musste. Und so war das Restaurant bei unserem Besuch, ein Jahr nach der Eröffnung, auch komplett ausgebucht. An einigen Tischen wurden am späten Abend sogar noch neue Gäste platziert die ein Glas Wein oder ein Dessert genossen.

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Das ist auch das Konzept des amrein’S. Das Restaurant hat den ganzen Tag geöffnet. Ob zum Frühstück, auf ein Glas Wein mit Häppchen oder eben zum Mittag- und Abendessen die Gäste sind jederzeit willkommen. Das Restaurant ist modern und stilvoll eingerichtet und äusserst unkompliziert. Einzig die etwas hohe Lautstärke gibt Grund zur Kritik.

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Auch Weinliebhaber kommen auf ihre Kosten. Erzeugnisse aus ganz Europa stehen auf der Karte. Die Weine können auch über die Gasse gekauft werden. Auch diverse Gewürze und Pasten kann man im kleinen Shop erwerben.

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Wir kamen aber des Essens wegen. Auf der Speisekarte findet man eine schöne Auswahl an à la carte Gerichten für jeden Geschmack. Dazu gibt es jeden Monat ein anderes 5 Gang Menü – wovon ein Gang jeweils ein Käseteller ist. Wir wählten dieses Menü und wurden gleich mit einem Highlight beglückt: dem Brot. Denn neben einem normalen Ruchbrot lag auch noch ein Speckbrot im Korb. Dieses war einfach phänomenal! Der Rand war eine Mischung aus Brot und Kuchen mit intensivem Speckaroma, wow!!

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Fritierte Calamares [5/10]

Der Gruss aus der Küche glich optisch den Calamares die man von vielen Buffets oder auch vom Fast-Food Bereich her kennt. Geschmacklich hatten sie aber mit dieser Massenware überhaupt nichts gemein. Der Tintenfisch war schön zart, der Frittiergeschmack war frisch. Ein schöner Einstieg.

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Gebratener Bärenkrebs, Tatar vom Schenkoner Rind, grüne Spargeln, Honig-Vinaigrette, Brunnenkresse [6/10]

Surf & Turf à la Amrein. Die Spargeln waren zwar unerwartet kalt aber dafür richtig schön knackig. Der Spargelgeschmack war intensiv und die Honig-Vinaigrette passte vorzüglich dazu. Das Tatar war schlicht genial! Wunderbar feingeschnitten, super abgeschmeckt. Mein erstes Tatar das nicht scharf war aber trotzdem Charakter hatte! Leider war das Pendant, der Bärenkrebs, nicht von gleicher Qualität. Das Krustentier war an vielen Stellen mehlig und weich in der Konsistenz. Der Grapefruitschnitz passte geschmacklich überhaupt nicht auf den Teller.

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Gebratenes Zanderfilet auf Gartenerbsen, Vangole, Artischocken, Frühlingsspinat [5/10]

Was für ein feiner Geruch nach Fisch und frischem Dill – wunderbar. Auch die verschiedenen Komponente passten gut zusammen. Vor allem die Muscheln, die feinen Erbsen und das zarte Artischockenherz. Der Zander war fein und saftig, lediglich die Kruste hätte ich mir knuspriger gewünscht. Eigentlich ein weiterer sehr überzeugender Gang wenn da nur jemand nicht so fest ins Salzglas gegriffen hätte, sehr schade!

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Rücken vom Emmentaler Kalb, Morcheln, Bärlauch-Kartoffeln, Frühlingsgemüse [9/10]

Bis der Hauptgang serviert wurde dauerte es über 30 Minuten (auch zwischen dem vorherigen Gang mussten wir so lange warten). Da die vorherigen Portionen schon recht opulent waren, hatten wir immerhin keinen grossen Hunger mehr. Umso verblüffter waren wir als uns dieser reich bepackte Teller serviert wurde.

Zum Glück war das Servierte sensationell! Wunderbares, zartes Fleisch welches schön saftig war. Dazu zwei umwerfende Saucen. Zum einen eine Morchelsauce, mit ganzen Morcheln bestückt, sowie eine dunkle Weinsauce die schlicht eine Wucht war! Aromatisch und tief – eine Geschmacksbombe sondergleichen. Die leicht gestampften Kartoffeln mit kleinen Bärlauchstreifen waren fein. Zudem gab es noch wunderschönes Frühlingsgemüse (tolle Frühlingszwiebeln, knackiges Baby-Rüebli, feine Kefen) welches ebenfalls perfekt zubereitet war!! Zu guter letzt thronte ein aromatisches, getrocknetes Bärlauchblatt auf der Spitze. Ein geschmackliches Kunstwerk, so muss ein Hauptgang schmecken!

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Käseauswahl vom Luzern Markt

Einen Käsewagen gibt es nicht. Die Käseauswahl war aber abwechslungsreich und in Ordnung. Ein süsser Senf und vor allem mehr von diesem feinen Birnenweggen wären toll gewesen.

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Rhabarberküchlein mit Erdbeeren, Weisses Schoggimousse, Schoggihüppe [-/10]

Man muss diese Erdbeeren nur in den Mund nehmen und schmeckt gleich, dass deren Saison noch nicht gekommen ist. Schade, dass man so etwas  in einem solch ambitionierten Restaurant überhaupt auftischt. Das weisse Schoggimousse hatte ebenfalls zu wenig Geschmack. Das Küchlein mit Rhabarber roch wunderbar, hatte aber im Gaumen nicht den gleich feinen Geschmack. Das Küchlein war auch zu wenig knusprig.

Dass das amrein’S Team auch tolle Deserts machen kann hat der Schoggikuchen bewiesen der meine Freundin anstelle des Menü-Deserts bestellt hat. Der Kuchen mit flüssigem Kern war nämlich richtig genial!

Übrigens, ich hätte es geschätzt wenn man zum Dessert noch ein Glas Dessertwein angeboten hätte.

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Zum Kaffe wurde noch ein Zitronengugelhöpfli aufgetragen. Wunderbar frisch und saftig, mhhh!

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Fazit: Zuerst ein grosses Kompliment an die junge, freundliche Dame die uns bedient hat. Locker, engagiert und zuvorkommend, so muss es sein. Das amrein’S ist ein unkompliziertes aber kulinarisch ambitioniertes Restaurant für Jedermann. Wir haben uns sofort wohl gefühlt. Auch kulinarisch wird viel mehr geboten als das Alltägliche, und dann zu solch fairen Preisen (Menü). Also eine klare Weiterempfehlung!

Um das Genusserlebnis weiter abzurunden würde ich es begrüssen wenn zum Monatsmenü eine schöne Weinempfehlung angeboten würde. Uns hat man zwar spontan etwas aus dem wenigen Offenangebot offeriert aber die Weine waren nicht auf demselben Niveau wie das Essen. Zudem müssten die Wartezeiten zwischen den Gängen (bis zu 38 Minuten) ein wenig verkürzt werden.

Online: Auf der schönen Homepage findet man viele Informationen zum Restaurant. Auch die aktuelle Speise- und Weinkarte ist online. Zudem gibt es auch ein regelmässig erscheinendes PDF-Magazin zum herunterladen.

Rechnung: 5 Gang Menü Fr. 87.- / 4 Gänge Fr. 75.- / 3 Gänge Fr. 65.-

Wertung: Gourmör / Gault-Millau

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2 Gedanken zu “amrein’S, Sursee

  1. Wirklich schade und unnötig, dass man sich ausserhalb der Saison an Erdbeeren vergreift! Ein flüssiger Schokoladenkuchen bzw. Moelleux ist immerhin ein sicherer Wert. Ich wollte nämlich auch einmal ins Restaurant der Amreins gehen (wie Werner Tobler), werde es aber sein lassen. Eben schade, dass Patisserie nicht die Stärke des Hauses zu sein scheint!

    • Ganz wichtig: Das Menü-Desert (kann man auch à la carte bestellen) war schwach. Der warme Schoggikuchen war jedoch mega fein! Auch die Sauerrahmglace war fein. Ich würde die Patisserie deshalb nicht grundsätzlich abschreiben!

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