Grand Hotel Des Bains Kempinski in St. Moritz

Seit 1864 empfängt das majestätische Grandhotel am Dorfeingang von Sankt Moritz seine Gäste. Direkt an der Talabfahrt gelegen, ist das 5-Sterne-Hotel auch ein perfekt Ausgangspunkt für Wintersportler. Die Bergbahn erreicht man in wenigen Gehminuten und am Abend tragen einem die Skier fast bis vor den Hoteleingang.

Das „Kempinski“ bietet nicht nur eine abwechslungsreiche Restaurantauswahl (inklusive Michelin-Sterne-Fine-Dining Restaurant!) sondern ist auch eines der wenigen Luxus-Hotels, die am Abend eine ausgelassene Stimmung aufkommen lassen. Nirgends im Engadin macht es mehr Spass an der Hotelbar zu sitzen wie hier. Das tolle Team hinter dem Tresen begeistert mit seinen Drinks und den gekonnten Handgriffen.

Ein grosses Highlight ist das SPA-Angebot. Uns hat nicht nur der grosszügige Indoor-Pool und die Saunelandschaft begeistert, sondern vor allem auch der coole Aussenpool. Es gibt nichts schöneres, als die müden Beine, nach einem langen Tag auf den Pisten, im warmen Wasser zu entspannen, während man die verschneiten Bergspitzen im Blick hat, welche die letzten Sonnenstrahlen des Tages in kitschigen Farben reflektieren. Das Wasser hier stammt übrigens aus der eigenen Quelle, die vor über 3’000 Jahren entdeckt wurde und den Grundstein für dieses imposante Hotel legte.

In den letzten Jahren wurde viel Geld in die Modernisierung investiert. Nachdem 2022 die Lobby und die Bar neugestaltet wurden, baut man nun jedes Jahr einen Teil der Zimmer um. Dabei hat man viel Wert auf ein zeitloses Design gelegt. Uns gefällt die Mischung aus Moderne und Tradition sehr gut.

Die Kulinarik

Die Kulinarik hat hier im Haus einen wichtigen Stellenwert. Das Beginn beim Frühstück. Den Gästen wird eine grosse Auswahl an kalten und warmen Speisen angeboten. Für den restlichen Tag stehen dann verschiedene Restaurants zur Auswahl – seit dieser Saison sogar mit einer extravaganten Dinner-Show im Billionaire. Wir haben das Fine Dining Cà d’Oro und das italienische Ristorante Da Adriano besucht:

Cà d’Oro – Das Sterne-Restaurant

Für Gourmets ist das Cà d’Oro ein Must. Es ist eines von lediglich vier Restaurants im mondänen Ort, welche der Guide Michelin mit einem Stern auszeichnet. Küchenchef Leo Ott begeistert hier während der Wintersaison fünf Abende die Woche die anspruchsvolle Gäste mit seiner grossartigen Küche. Unseren detaillierten Bericht mit allen Fotos findet ihr hier.

Ristorante Da Adriano – Pure Italianità

Das Restaurant trägt den Namen von Gastgeber Adriano Feraco, der seit bald zwanzig Jahren das Restaurant leitet und die Gäste mit seiner gewinnenenden Art begeistert. Er wirbelt aufmerksam durchs Restaurant und orchestriert seine Mitarbeiter. Aus der Küche kommen die Highlights aus Italien: Pasta, Pizza, Risotto oder Lasagne. Natürlich dürfen auch Fleisch- und Fischgerichte nicht fehlen. Trotz der vielen Köstlichkeiten, sollte man sich noch Platz fürs Desserts reservieren. Zum Beispiel für ein wundervolles Tiramisu, dass direkt am Tisch zubereitet wird.


Grand Hotel Des Bains Kempinski St. Moritz
Via Mezdi 27
7500 St. Moritz

https://www.kempinski.com/en/grand-hotel-des-bains

(Besucht im Februar 2024)

Gault-Millau Schweiz 2025

Am Montag präsentierten Urs Heller und sein Team den neusten Gault-Millau. Dabei gab es für Chef Marco Campanella den Ritterschlag: „Koch des Jahres“ und 19 Gault-Millau-Punkte. Die Höchstnote haben aktuell nur 7 Chefs inne und im Tessin wurde die Note davor noch gar nie vergeben.

Wie schon im letzten Jahr, hat die Redaktion heuer stolze 880 Adressen ausgezeichnet.

Wir gratulieren allen Chefs, Brigaden und Service-Teams.

Die Gault-Millau Punkte 2025

Hier die Auflistung aller Restaurants mit 17 – 19 Punkten. Die ausführliche Beschreibung und die Lokale mit 12 – 16 Punkte findet ihr im neuen Gault-Millau Schweiz 2025 und auf der Gault-Millau-Website.

Ascona TI – La Brezza – Marco Campanella pfeil_gruen
Basel BS – Cheval Blanc by Peter Knogl (Les Trois Rois) – Peter Knogl
Basel BS – Stucki – Tanja Grandits – Tanja Grandits / Marco Böhler
Crissier VD – Restaurant de L’Hotel De Ville – Franck Giovannini
Fürstenau GR – Schauenstein – Andreas Caminada / Marcel Skibba
Satigny GE – Domaine de Châteauvieux – Philippe Chevrier / Damien Coche
Zürich ZH – The Restaurant (The Dolder Grand)- Heiko Nieder

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Andermatt UR – The Japanese Restaurant – Dominik Sato & Fabio Toffolon pfeil_gruen
Arosa GR – La Brezza (Tschuggen Grand Hotel) – Marco Campanella
Ascona TI – Ecco – Rolf Fliegauf
Ascona IT – Locanda Barbarossa (Castello del Sole) – Mattias Roock / Leo Ott
Bad Ragaz SG – Memories – Sven Wassmer
Basel BS – Roots – Pascal Steffen
Champfèr GR – Ecco St. Moritz – Rolf Fliegauf
Champfèr GR – Talvo by Dalsass – Martin Dalsass
Crans-Montana VS – L’Ours – Franck Reynaud
Freidorf TG – Mammertsberg – Silvio Germann
Fribourg-Bourguillon FR – Des Trois Tours – Romain Paillereau pfeil_gruen
Genf GE – Bayview – Michel Roth
Glion VD – Restaurant Stéphane Décotterd – Stéphane Décotterd
Gstaad BE – Sommet (The Alpina Gstaad) – Martin Göschel
Heiden AR – Incantara – Tobias Funke (geschlossen)
Küsnacht ZH – RICO’S – Rico Zandonella
Lausanne VD – Anne-Sophie Pic (Beau-Rivage Palace) – Anne-S. Pic
Le Noirmont JU – Maison Wenger  – Jérémy Desbraux
Rickenbach SZ – Magdalena – Dominik Hartmann pfeil_gruen
Rougemont VD – La Table du Valrose – Benoît Carcenat
St. Gallen SG – Einstein Gourmet – Sebastian Zier
St. Moritz GR  Da Vittorio (Carlton) – Enrico und Roberto Cerea
Vitznau LU – focus – Patrick Mahler
Wigoltingen TG – Taverne zum Schäfli – Christian Kuchler
Zürich ZH – The Counter – Mitja Birlo
Zürich ZH – Pavillon (Baur au Lac) – Maximilian Müller (neues Konzept: 15 Punkte)
Zürich ZH – Widder Restaurant – Stefan Heilemann

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Adelboden BE – Alpenblick – Stuba – Björn Inniger pfeil_gruen
Bad Ragaz SG – Igniv – Joël Ellenberger
Bern BE – Steinhalle – Markus Arnold 
Biel BE – Du Bourg – Christian Aeby
Brail GR – Vivanda (In Lain Hotel Cadonau) – Dario Cadonau
Bramboden LU – Wiesner Mysterion – Stefan Wiesner
Broc FR – Le Sommet – Kaiichi Arimoto pfeil_gruen
Burgdorf BE – Zur Gedult – Lukas Kiener
Cerniat FR – La Pinte des Mossettes – Nicolas Darnauguilhem pfeil_gruen
Champex-Lac – Au 1465 – Mariano Buda pfeil_gruen
Cossonay VD – Fleur de Sel – Carlo Crisci
Dallenwil NW – Gourmet Stübli (Gasthaus zum Kreuz) – Dietmar Sawyere pfeil_gruen
Flüh SO – Säge – Patrick Zimmermann
Gais AR – Truube – Silvia Manser
Genf GE – L’Aparté – Armel Bedouet
Genf GE – L’Atelier Robuchon – Olivier Jean pfeil_gruen
Hergiswil NW – Seerestaurant Belvédère – Fabian Inderbitzin
Interlaken BE – Radius by Stefan Beer – Stefan Beer
Künten-Sulz AG – Fahr – Manuel Steigmeier
Lausanne VD – Le Berceau des Sens – Lucrèce Lacchio pfeil_gruen
Lausanne VD – La Table du Lausanne Palace – Franck Pelux
Lenzburg AG – Skin’s – the restaurant – Kevin Romes pfeil_gruen
Lenzerheide GR – La Riva – Dominique Schrotter
Lömmenschwil SG – Neue Blumenau – Bernadette Lisibach 
Lucens VD – La Table des Suter (Hôtel de la Gare) – Pierrick Lise
Luzern LU – Colonnade (Mandarin Oriental Palace) – Gilad Peled pfeil_gruen
Madulain GR – Chesa Stüva Colani – Paolo Casanova
Mels SG – Schlüssel (Nidbergstube) – Roger Kalberer
Monthey VS – Du Théâtre – Ilario Colombo Zefinetti
Oberwil BL – Schlüssel – Felix Suter
Rehetobel AR – Gasthaus Zum Gupf – Walter Klose
Riedholz SO – le feu ( Attisholz ) – Jörg Slaschek
Samnaun GR – La Miranda (Chasa Montana) – Bernd Fabian
Savièse VS – Gilles Varone – Gilles Varone pfeil_gruen
Scheunenberg BE – Sonne – Kurt Mösching
Sion VS – Restaurant Damien Germanier – Damien Germanier
Steffisburg BE – Panorama – Rolf Fuchs
St. Gallen SG – Jägerhof – Agron Lleshi
St. Moritz GR – Cà d’Oro – Leo Ott
St. Moritz GR – Grand Restaurant (Suvretta House) – Fabrizio Zanetti pfeil_gruen
Thônex GE – Le Cigalon – Jean-Marc Bessire
Trimbach SO – Traube – Arno Sgier
Vals GR – 7132 Silver – Marcel Koolen pfeil_gruen
Verbier VS – Chalet d’Adrien – Sebastiano Lombardi pfeil_gruen
Vevey VD – Denis Martin – Denis Martin (geschlossen)
Vevey VD – Emotions par Guy Ravet – Guy Ravet
Zermatt VS – After Seven – Florian Neubauer
Zermatt VS – Capri – Giuseppe Parisi
Zürich ZH – EquiTable – Julian Marti
Zürich ZH – Igniv – Daniel Zeindlhofer
Zürich ZH – Rosi – Markus Stöckle
Zürich ZH – La Rôtisserie – Stefan Jäckel
Zürich ZH – Sushi Shin – Kenichi Arimura

Maihöfli by UniQuisine in Luzern

Luzern galt lange Zeit als Fine-Dining-Wüste und hatte über zehn Jahre kein einziges Sterne-Restaurant. Zum Glück hat sich dies in den letzten Jahren geändert. So zeichnet der Guide Michelin aktuell in der Stadt zwei Adressen mit je einem Macaron aus: das Lucide im KKL und das grossartige Colonnade im kürzlich eröffneten Mandarin Oriental. Bald könnte ein dritter Stern aufgehen. Denn seit ein paar Monaten macht Robert Steuri im Maihöfli by UniQuisine von sich Reden. Der ursprünglich aus Frankfurt stammende Chef, kochte die letzten Jahre in Grindelwald. Dort hat er auch die beiden Inhaber des UniQuisine Atelier in Stansstaad kennengelernt. Die Drei haben sich auf Anhieb super verstanden und beschlossen in Luzern das leerstehende Maihöfli zu übernehmen und als Maihöfli by UniQuisine zu betreiben.

Wir betreten das Restaurant an einem lokalen Feiertag. Entweder machen viele Luzerner ein verlängertes Wochenende oder bei den Einheimischen hat sich die neue Adresse noch nicht herumgesprochen, denn die Tische sind heute Abend nur zu einem Drittel gefüllt. Das Ambiente ist gemütlich und unkompliziert. Unterteilt in zwei Räume, findet sich Platz für circa 25 Personen. Im Sommer wartet im Hinterhof ein kleiner Garten, in dem die Gäste die lauen Sommerabende geniessen können.

Der kulinarische Abend startet mit verschiedenen Snacks (6/10), die in zwei Wellen an den Tisch gelangen. Die Häppchen sind durchweg gelungen, wenn auch geschmacklich etwas eindimensional. Das wahre Potential des jungen Teams zeigt sich erst beim wunderschönen Amuse Bouche. Im kräfigen Rot leuchtet die „Tomate“ (8/10) in der Tellermitte. Die vermeintliche „Tomate“ ist ein Ziegenfrischkäse von Produzent Toni Odermatt, der filigran mit einem Tomaten-Gelée umhüllt ist. Chef Robert giesst am Tisch eine Tomaten-Essenz an, die sich mit den Einlagen aus getrockneten Tomaten, Basilikum und knusprigen Croutons vermischt. Das Resultat: extrem viel Geschmack und eine wundervoll Säure.

Während viele Köche ihre Gerichte reduzieren, geht Robert seinen eigenen Weg und dieser ist geprägt von seiner Zeit in den Niederlanden, wo aufwändige Gerichte in der Spitzengastronomie noch immer en vogue sind. Das zeigt er auch beim ersten Gang das eigentlichen Menüs: Lachs, mit Sellerie, Apfel und Meerrettich (7/10). Wunderschön angerichtet und ein frisches Geschmacksbild, dass an den Klassiker „Geräucherter Lachs mit Meerrettich“ erinnert. Das Gericht hat eine schöne Säure und dank dem Meerrettich eine angenähme Schärfe. Einzig der Namensgebende Lachs taucht etwas unter. Der Einsatz von etwas Lachs-Rogen wäre bestimmt eine Bereicherung und sollte bei der Weiterentwicklung in Erwägung gezogen werden Aber auch so ist dies eine starke und erfrischende Komposition. Gar auf zwei Sterne-Niveau ist dann das als „Grüne Spargel“ (9/10) annoncierte Gericht. Es duftet wundervoll nach Pilzen und Spargeln die in einer Chawanmushi (einem japanischen Eierstich) angerichtet sind. Das schmeckt ungewohnt, extrem spannend und hat so richtig viel Umami!

Nach einem perfekt gegarten Heilbutt (8/10) mit Erbsencrème, Algen und Rüebli an einer Krustentier-Butter, geht es mit den Fleischgängen weiter. Der Auftakt macht ein orientalisches Gericht mit Kräuterlamm (7/10) aus dem Appenzell, Aubergine, Joghurt und Couscous – wir lieben diese Geschmäcker und auch die Minze steht dem nur kurz gebratenen Fleisch richtig gut. Beim Hauptgang legt man gar nochmals eine Schippe drauf und präsentiert die Schweinsbäggli (8/10) an einer kräftigen Sauce die wir am Ende mit dem hausgemachten Brot bis auf den letzten Tropfen auftunken. Zum Schwein serviert man uns weisse Spargeln und Bärlauch. Jeder Bissen ist ein Hochgenuss!

Für einen Aufpreis von 18 Franken wird noch ein Käsegang (7/10) serviert. Die Kombination zwischen dem Jersey Blue, den Physalis und der Haselnuss funktioniert sehr gut. Danach ist Zeit für etwas Süsses. Gleich zwei Desserts sind auf dem Menü. Wir starten mit dem hervorragenden Passionsfrucht-Dessert (8/10), welches dank dem Thai-Basilkum und der Erdnuss einen spannenden asiatischen Touch hat. Das zweite Dessert widmet sich der Rhabarber (7/10) und gefällt uns nicht nur wegen dem schönen Geschmacksbild, sondern auch dank den knusprigen Komponenten. Zum kräftigen Espresso, serviert man uns dann noch eine ausgezeichnete Auswahl an Friandises (8/10).

Fazit: Ein neuer Star ist in Luzern! Wir sind noch Wochen nach dem Besuch begeistert und überrascht, was das „unbeschriebene Blatt“ Robert Steuri mit seiner Crew im Maihöfli by UniQuisine leistet. Jeder Gang hatte richtig viel Power. Steuri hat noch nie einen Michelin-Stern erkocht – es wäre aber eine grosse Überraschung, wenn er Ende Oktober die wichtige Auszeichnung nicht erhalten würde. So oder so: unbedingt hingehen!

Chef Robert Steuri

Speisekarte: Die zwei Menüs (eines vegan) kann man in 3 (Fr. 95.-) bis 7 Gängen (Fr. 155.-) bestellen. Für 18 Franken gibt es noch einen zusätzlichen Käsegang.

Wein: Es gibt sowohl eine alkoholische Getränkebegleitung (3 – 7 Gläser zwischen 39.- und 91.- Franken) sowie eine ohne Alkohol für (3 – 7 Gläser zwischen 27.- und 63.- Franken).

Online: https://www.maihoefli-luzern.ch/

Wertung: Gourmör

(Besucht im Mai 2024)