Epicure in Paris

Bei all dem Hype um die Sterne-Rekorde in Japan und die angesagten Küchentrends in Skandinavien, geht die Hauptstadt der Grande Nation beinahe etwas vergessen. Dabei ist das kulinarische Angebot in Paris schier grenzenlos. Ganze zehn Restaurants werden in der Stadt der Liebe mit 3-Sternen ausgezeichnet. Dazu kommen unzählige Lokale mit zwei, respektive einem Stern. Zudem ist die wunderschöne französische Hauptstadt nur ein paar Zugstunden von der Schweiz entfernt. Mit dem TGV erreicht man die Metropole ab Basel innerhalb dreier Stunden und sieht dabei die malerische Landschaft mit 350 Stundenkilometer am Zugfenster vorbei ziehen.

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Eines dieser zehn Spitzenrestaurants ist das Epicure im legendären Hotel Le Brisol (zu unserem Bericht). Hier kocht der 51-jährige Eric Frechon. Aufgewachsen im Norden von Frankreich, war er schon in jungen Jahren überzeugt, eines Tages ein Koch zu werden. In den 80er Jahren zog es ihn nach Paris, wo er 1985 im Le Bristol anheuerte. 1996 eröffnete er im 19. Arrondissement sein eigenes Restaurant und kehrte kurz vor der Jahrtausendwende zurück ins 5-Sterne-Hotel, wo er im darauffolgenden Jahr als Küchenchef, gleich mit seinem ersten Stern ausgezeichnet wurde. 2001 kam der Zweite, 2009, nachdem er ein Jahr lang den “Hoffnungsträger”-Status trug, folgte mit dem dritten Stern der kulinarische Ritterschlag.

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Das Epicure kennt keine freien Tage. Das Restaurant empfängt die Gäste an 365 Tage im Jahr, jeweils zum Mittag- und Abendessen. Um diese Öffnungszeiten stemmen zu können sind 35 Köche angestellt, wovon immer circa 25 pro Service in der grossen Küche stehen. Der Aufwand ist riesig und kann natürlich nur mit den Mitteln eines finanzstarken Spitzenhotels gestemmt werden.

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Auf den Besuch bei Eric Frechon freuen wir uns schon seit Wochen. Entsprechend überpünktlich haben wir uns vor der noch verschlossenen Restauranttür eingefunden. Während wir auf den bequemen Sesseln warten, erinnern wir uns nochmals an die unvergessliche Aussicht, die wir noch vor wenigen Stunden vom Eiffelturm geniessen durften und stellen uns die Frage, welches Erlebnis sich wohl länger in unsere Erinnerung einbrennen wird – die atemberaubende Aussicht oder das nun bevorstehende Menü. Der Appetit ist auf jeden Fall gross. Es hat sich gelohnt, mit Scheuklappen zurück ins Hotel zu laufen, um nicht in die Versuchung der hochstehenden Patisserie zu kommen, die hier in Paris überall aus den Schaufenstern der Confiserien lacht.

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Pünktlich um 19 Uhr öffnet sich die verspiegelte Tür. Die Empfangsdame dahinter begrüsst uns mit einem freundlichen “Bonsoir”, prüft unsere Reservation und begleitet uns an den Vierertisch in der Restaurantmitte. Alle 16 Tische im lichtdurchfluteten Raum sind elegant gedeckt. Das Interieur ist hell, freundlich und einladend. Erst vor wenigen Jahren wurde das Epicure von Pierre-Yves Rochon neu gestaltet. Bis zum Umbau trug das Restaurant den gleichen Namen wie das Hotel und das Setting war dunkel und streng. Kein Vergleich zum jetzigen Ambiente. Schön ist auch der Blick direkt in den  Hotelgarten. An warmen Sommertagen werden die grossen Fensterflügel geöffnet, damit die warme Brise das Restaurant durchflutet.

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Das 3-Sterne-Restaurant bietet allerhöchsten Komfort. Der Service ist von Beginn weg sehr präsent. Dabei werden wir überrascht, wie professionell aber dennoch locker und pointiert humorvoll, mit den Gästen umgegangen wird. Das erste Klischee vom verstaubten, steifen Restaurant können wir schon mal überzeugt von der imaginären “Pariser-Vorurteil-Liste” streichen. Jetzt kommt einer der vielen Sommeliers an unseren Tisch und erkundigt sich nach unseren Apéro Wünschen. Unsere Wahl fällt auf ein Glas Rosé Champagner aus dem Hause Bollinger – eine hervorragende Wahl.

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Um uns herum füllen sich die Tische sukzessive. Ein Blick auf die Herren zeigt, dass man sich hier ausnahmslos an den Dresscode hält, welcher ein Jackett verlangt – die Krawatte muss nur optional getragen werden.

Häppchen [9/10]

Nun werden die ersten Häppchen geschickt. Das, mit Erbsen grün gefärbte Mousse von der weissen Spargel, zeigt schon mal eindrücklich, auf was wir uns heute Abend freuen dürfen. Das Aroma ist kräftig, die Geschmäcker sind klar herausgearbeitet. Wir versinken förmlich in dem kleinen Porzellan.

Anschliessend widmen wir uns dem Gamba-Lolli. Einmal im Mund verbreitet sich im Gaumen ein betörender Duft nach den Weiten des Ozeans. Dazu gesellt sich die knusprige Textur, von dem mit Sepia gefärbten Puffreis.

Dank den Auster-Chips bleiben wir geschmacklich im Meer und staunen wiederum über den hervorragenden Geschmack und der extremen Frische. Dazu serviert Frechon ein wunderbares Mousse, sowie ein Haus von Petersilie, welche den Austerngeschmack gekonnt unterstreicht.

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Noch immer vom überzeugenden Auftakt begeistert, reicht man uns die Speisekarte in englischer Sprache. Wir blättern uns durch die etwas lieblos eingeklebten Seiten. Die einzelnen Speisen lesen sich äusserst spannend, weshalb wir am liebsten jedes Gericht bestellen würden. Dass dies nicht möglich ist liegt nicht nur am Volumen, sondern auch an den finanziellen Mitteln, denn die Preise sind (wie erwartet und in Paris üblich) sehr hoch. Schon alleine die Vorspeisen schlagen mit mindestens 80 € zu Buche. Zum Glück bietet man den Gästen mit dem Menü für 295 € eine gute Alternative an. Dieses vereint verschiedene Vorspeisen und Hauptgänge von der Karte, zu einer sieben-gängigen Abfolge. Darunter sind auch einige Gerichte, die auf der Karte mit einer Vogelfeder markiert sind. Hier handelt es sich um Eric Frechons Signature-Dishes.

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Brot

Nachdem wir das Menü bestellt haben, präsentiert man uns eine abwechslungsreiche und sehr überzeugende Brotauswahl. Dazu reicht man uns sowohl ungesalzene, als auch eine tolle, gesalzene Butter und einen atemberaubenden (!) Speck-Gugelhopf, welcher mit richtig viel Butter und Fleisch zubereitet wurde.

Bis jetzt war der Abend perfekt: Ein wunderschönes Restaurant, ein tolles Ambiente, ein hochstehender Service, ein schöner Tropfen im Glas und ausgezeichnete kulinarische Vorboten. Es darf gerne so weitergehen.

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Amuse Bouche: Eggplant, Sesam, Yoghurt, Gelée, Mint [8/10]

Das kleine, etwas unscheinbare Amuse Bouche entschleunigt uns etwas, indem es unsere volle sensorische Konzentration für sich beansprucht. Wir lassen uns darauf ein und werden von einem sehr harmonischen Zusammenspiel von lieblichen Aromen belohnt. In der Summe ein leiser, aber wichtiger Akkord, um unsere Gaumen für das Kommende zu justiert.

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Macaronis Farcis [10/10]

Imposant dann der erste Gang, welcher sich als absolutes Highlight entpuppt. Kaum ist die kleine Cloche angehoben, entfaltet sich am ganzen Tisch ein himmlischer Duft nach Trüffel. In der Tellermitte liegen drei Macaronis, gefüllt mit Trüffel, Artischocken und Entenleber. Das Ganze wurde mit Parmesan überbacken und mit einem der besten uns jemals servierten Jus serviert. Das Gericht ist süffig und so richtig zum reinknieen. Auch wenn wir uns den Lebergeschmack noch etwas markanter wünschen, bleibt das Gericht grossartig und wird von uns minutenlang zelebriert und ehrwürdig verspiesen.

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Morilles Blondes [10/10]

Etwas schnell – nur gerade elf Minuten nachdem uns der vorherige Gang serviert wurde, erreichen uns die zweite Vorspeise. Zwei mächtige Morcheln liegen auf dem Teller. Diese sind mit geräuchertem Schinken und Kalbsmilken gefüllt. Der Geschmack dieser Kombination ist gewaltig – ein Hochgenuss erster Güte. Dazu gesellt sich wiederum eine meisterhafte Sauce, die mit Vin Jaune aus dem Jura verfeinert wurde. Für die moderne Präsentation (ein weiteres Vorurteil dass es zu streichen gilt) sorgt der grüner Sponge aus Brunnenkresse. Ein powervolles und absolut geniales Gericht.

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Merlan de ligne de Saint-Gilles Croix-de-vie [10/10]

Der Merlan ist in Frankreich ein weit verbreiteter, aber wenig angesehener Salzwasserfisch. Frechon hat den Fisch schon vor Jahren auf seine Karte genommen, um seinen Landsleuten zu demonstrieren, dass man auch aus dem “einfachen” Fisch etwas Grosses schaffen kann. Dazu hat er den Merlan schonend gegart und anschliessend auf etwas Spinat gebettet. Darüber gibt es ein himmlisches, hauchdünnes Mandelgebäck, welches nicht nur so aussieht, sondern auch verführerisch danach schmeckt. Abgerundet wird das Gericht von einem äusserst raffinierten Dressing von Curry und Péquillos – einer Chili Art. Die Dosierung der Schärfe ist dabei so perfekt, dass sie den Fisch elegant begleitet, aber in keiner Art und Weise von ihm ablenkt. Wiederum grossartig!

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Pigeon de Bresse [9/10]

Im Hauptgang serviert man uns eine Taube aus der Bresse, welche wie vom Chef empfohlen, medium-rare zubereitet ist. Wir probieren zuerst von der Sauce, die uns wiederum völlig in ihren Bann zieht. Das braune Elexier ist extrem vielschichtig und schon für sich alleine ein Highlight. Auch der wundervolle Vogel begeistern. Dieser ist perfekt gebraten und hat eine wunderbar knusprige Textur von Pinienkernen und einer angenehmen Süsse vom Honig, welche wiederum meisterhaft subtil ins Gericht eingeflochten ist. Für den würzigen Kontrast sorgt der Fenchel mit Kreuzkümmel.

Als separates Highlight, serviert man uns eine grossarte Frühlingsrolle mit Geschmortem von der Taube. Wunderbar knusprig, frisch und intensiv im Geschmack – sensationell.

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Käse

Vom gut sortierten Käsewagen, bestellen wir uns eine schöne Auswahl und erhalten dazu ein delikates Früchtebrot sowie getrocknete Früchte.

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Pré-Dessert [7/10]

Der Gruss vom Chefpâtissier Laurent Jeannin setzt ein erstes Ausrufezeichen. Ein cremiges Glace, auf einem fruchtigen Cassisspiegel.

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Citron de Menton [9/10]

Die französische Stadt Menton liegt zwischen Monaco und Italien und ist berühmt für ihre Zitronen. Jeannin zaubert daraus ein fulminantes Dessert, in der Form einer solchen Zitrusfrucht. Anders als der Anblick vermuten lässt, ist die Hülle nicht aus hartem Zucker, sondern hat dieselbe Konsistenz wie das Sorbet im Innern und ist dadurch perfekt zu essen. Das Sorbet ist schlicht fantastisch. Die enthaltenen kandierten Zitronenstücke setzen dem Ganzen die Krone auf. Ein konzeptionell simples Dessert, welches traumhaft intensiv schmeckt und wunderbar leicht ist.

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Chocolat du Perou [8/10]

Die Kakaobohne wird stilvoll serviert. Am Tisch wird der obere Deckel abgehoben und der Blick auf das eigentliche Schokoladendessert freigesetzt. Der Name ist hier Programm. Es ist ein charaktervolles, kräftiges Schokoladendessert mit verschiedenen Texturen. Für das Gegengewicht sorgen vereinzelte Zitronen-Gras-Intermezzos, welche geschickt in die Kakao-Bohne eingearbeitet wurden. Dies ist ein sehr geschmacksvolles, angenehm fruchtiges und wiederum wunderschön inszeniertes Dessert.

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Friandises [10/10]

Die Friandises werden in einem futuristischen Wagen präsentiert. Dieser erinnert eher an ein avantgardistisches spanisches Restaurant, als ein klassisch französisches. Dass wir in Paris im Epicure sitzen, offenbart sich alsbald wir die erste Süssigkeit probieren. Es sind Marshmallows. Normalerweise gibt es nichts Weiteres dazu zu sagen, denn wirklich gut schmecken die nie. Hier zaubert uns die Pâtisserie-Equipe, dank einem richtig guten Birnenaroma, aber nochmals ein Lächeln auf die Lippen. Getoppt wird das von den besten uns jemals servierten Caramels, sowie tollem Nougat. Das Highlight sind aber die Macarons. Wir lieben die bunten Winzlinge seit Jahren und haben deshalb schon etliche Varianten probiert. Aber so gute, so frische, so geschmacksvolle wie hier, haben wir bis anhin noch nie gegessen. Unvergesslich!

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Fazit: Das Epicure gehört zur absoluten Spitzenliga. Das Restaurant ist geschmacksvoll eingerichtet, es herrscht eine wundervolle Atmosphäre und die Küche schickt einen brillanten Gang nach dem Anderen. Wir haben uns gefühlt wie im Schlaraffenland und hätten am liebsten für immer weiter gegessen. Dies ist nicht nur den hervorragenden Gerichten zu verdanken, sondern auch an der Abwechslung in Frechons Küche. Noch selten, dass uns ein solch facettenreiches Menü serviert wurde bei dem jeder Gang auf andere Weise begeisterte.

Ein grosses Kompliment geht auch an das hervorragende Serviceteam. Dieses war äusserst aufmerksam und zuvorkommend. Dabei hatte es immer Platz für einen kleinen Witz oder einen lockeren Spruch. Kein Anzeichen von Hochnäsigkeit oder irgendwelchen Allüren. Im Gegenteil, das Epicure bietet seinen Gästen sowohl kulinarisch als auch vom Service ein sensationelles Gesamterlebnis. Dem Epicure ist es dann auch zu verdanken, dass wir – kaum zu Hause angekommen – gleich die nächste Möglichkeit suchten um nach Paris zu reisen, denn das Fernweh war so gross wie noch nie.

Menü: Das Menü in sieben Gängen wird für 295 € angeboten. Dazu gibt es im Voraus Häppchen, ein Amuse Bouche sowie ein Pré Dessert und Friandises. Alternativ gibt es auch eine schöne à la carte Auswahl. Die Vorspeisen und Hauptgänge kosten im schnitt 80 -100 €

Zeit: Der Hochgenuss – vom ersten Häppchen bis zum letzten Macaron dauerte 4 Stunden.

Weine: Die Weinkarte ist riesig. Auf Wunsch serviert man auch eine Weinbegleitung. Diese hat keinen fixen Preis,sondern wird je nach Wein anders verrechnet. Wir haben knapp 90 € bezahlt.

Riesling, Cuvée François Alphonse, Domaine Kientzler 2008
Bordeaux, “S” de Suduiraut 2010
Clos Nicrosi, Côteaux du Cap Corse 2010
Côtes du Marmandais, “Le Vignoble d’Elian”, Elian Da Ros 2008
Porto Tawny 10 ans, Niepoort
Vin de Paille, Domaine Berthet Bondet 2008

Online: Das Epicure hat zwar keine eigene Website, jedoch bietet die Hotelseite die wichtigsten Informationen. Zudem hat Eric Frechon einen eigenen Webauftritt.

Bewertung: Gourmör O10 / Michelin M3

Sonderauszeichnung:  Top-Service, hier kann man die Seele so richtig baumeln lassen

(Besucht im April 2014)

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Le Bristol in Paris

Paris ist eine fantastische Stadt mit unzähligen Sehenswürdigkeiten und einem einmaligen kulinarischen Angebot. Um den Charme der französischen Hauptstadt mit all ihren Facetten zu erleben, empfiehlt es sich in einem der geschichtsträchtigen Hotels zu logieren. Das Le Bristol im 8ten Arrondissement ist eine solche Adresse. Das luxuriöse Haus befindet sich nur wenige Meter vom Élysée-Palast entfernt und öffnete 1925 seine Pforten. In den letzten 90 Jahren hat sich innerhalb der Mauern zwar einiges verändert, der Glanz blieb aber über all die Jahrzehnte erhalten.

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Die 152 Zimmer und Suiten sind luxuriös eingerichtet. Unser schönes Deluxe-Zimmer befindet sich auf der ersten Etage. Hier verfügen alle Zimmer über einen kleinen Balkon, von dem man einen Blick auf den idyllischen Hotelgarten geniesst. Die gemütliche Grünanlage ist dann auch eines der Highlights des wunderschönen Hotels. An warmen Tagen verwöhnt man hier draussen die Gäste mit Getränken, kleinen Snacks und den wundervollen Werken aus der Pâtisserie.

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Das Frühstück geniesst man wahlweise im Restaurant Epicure oder im Le Jardin Français. Ein Buffet kennt man hier nicht. Jeder Gast wählt komfortabel von der Karte und stellt sich so seinen individuellen Start in den Tag zusammen. So wandern hausgemachte Croissants, frisch gepresste Säfte und wunderbare Eierspeisen auf den weiss gedeckten Tisch. Serviert werden die Köstlichkeiten von einem hervorragenden Service-Team.

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Die Kulinarik wird im Le Bristol auch am Mittag und Abend ganz gross geschrieben. Das Restaurant bietet den Gästen gleich zwei verschiedene Sterne-Restaurants und ist dadurch gar das einzige Hotel in Paris, das unter seinem Dach 4 Michelin-Sterne vereint.

Epicure – Das Restaurant von Éric Frechon gehört zu den besten Adressen auf der Welt. Der Michelin zeichnet das luxuriöse Restaurant seit 2009 mit 3 Michelin Sternen aus. Zu unserem ausführlichen Bericht.

114 Faubourg – In der Brasserie “deluxe” hat der junge Küchenchef Eric Desbordes das Kommando. Er und sein Team servieren in unkomplizierter Atmosphäre ausgezeichnete Gerichte. Das Restaurant mit zwei Etagen, wird seit zwei Jahren mit einem Michelin Stern ausgezeichnet.

Le Jardin Français – Ob bei schönem Wetter draussen im Garten oder an kühlen Tagen im unkomplizierten Restaurant drinnen. Hier serviert man den Gästen rund um die Uhr Klassiker für den kleinen und grossen Hunger. Zum Dessert gibt es die süssen Kreationen vom Team aus der Pâtisserie.

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Ob vor oder nach dem Essen – auf keinen Fall verpassen darf man die Le Bar du Bristol. Schon alleine die Innengestaltung von Pierre-Yves Rochon ist ein Besuch wert. Hier wurde das Traditionelle stilvoll mit der Moderne verknüpft. Hinter dem Tresen mixt der junge Barman Maxime Hoerth und sein passioniertes Team wunderbare Cocktails – einen pré-Drink gibt es inklusive. Ein weiterer Höhepunkt des Le Bristol ist der schöne Hotelpool. Dieser befindet sich auf der 6. Etage und ist dem Deck eines luxuriösen Segelboots der 20er Jahren nachempfunden. Das Wasser ist konstant 28 Grad warm und von den Liegestühlen, kann man sogar den Eiffelturm und das Sacré Cœur in der Ferne erspähen.

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Das Le Bristol ist wunderschön und sehr gepflegt. Jedem noch so kleinen Detail wird grosse Beachtung geschenkt. Überall wo man hinkommt trifft man zudem auf perfekt ausgebildete und top engagierte Mitarbeiter, die dem Gast mehr bieten als er erwartet. Noch selten erlebten wir eine solche Gastfreundschaft. Wir hatten vom ersten Moment an das Gefühl, als wären wir seit vielen Jahren Stammgäste. Die Mischung aus Professionalität, hoher Aufmerksamkeit und der spürbaren Begeisterung jedes einzelnen Mitarbeiters gibt dem Haus eine wunderbare Aura und machen aus dem Hotel eine erstklassige Adresse.

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Auch Woody Allen ist dem zauberhaften Charme des Le Bristol erliegen. Und so drehte der umtriebige Regisseur für seinen 41. Film “Midnight in Paris” einige Szenen im luxuriösen Hotel. Nicht in den Oscar prämierten Streifen schaffte es der vierbeinige Dauergast Fa-raon. Der weisse Birma-Kater wohnt seit vier Jahren im Hotel und erntet von den Gästen viel Zuneigung. Da seit ein paar Wochen auch noch die samtige Katzendame Kléopatre im 5-Sterne-Hotel eingezogen ist, darf man gar hoffen, dass irgendwann süsser Nachwuchs durch die Marmorgänge tapsen.

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Fazit: Das Hotel gehört zur absoluten Spitzenklasse. Es ist ein Haus mit Klasse, Tradition und hervorragenden Mitarbeitern. Wir können einen Besuch im Le Bristol wärmstens empfehlen. Uns hat Paris schon aus früheren Besuchen fasziniert, seit der Kombination mit dem wundervollen Hotel, haben wir uns in die Metropole unsterblich verliebt.

Le Bristol *****
112 Rue du Faubourg Saint-Honoré
75008 Paris
Website

(Besucht im April 2014)

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Weingut Tanner Maienfeld

Das knapp 2’600 Einwohner zählende Maienfeld gehört zur Bünder Herrschaft und ist die Gemeinde mit der grössten Rebfläche im ganzen Kanton. Entsprechend finden hier Weinliebhaber eine Vielzahl von interessanten Winzern. Das Weingut der Familie Tanner ist Teil davon. Schon in der 6. Generation wird dort neben dem Ackerbau auch Wein erzeugt. Der junge Familienvater Martin Tanner hat das Ruder vor vier Jahren übernommen und ist mit vollem Elan und Tatendrang an der Weiterführung des Betriebs und an der Weiterentwicklung seiner Weine. Wir besuchten Martin während dem Wii-kend in Maienfeld. Dieses wird alljährlich während den Sommermonaten durchgeführt und bietet die Möglichkeit die Weinkeller im Dorf zu besuchen und die verschiedenen Tropfen kennenzulernen.

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Der Name Tanner ist in der Szene noch eher unbekannt, bietet aber eine Vielzahl interessanter Weine. Zur Kundschaft gehören 60 bis 70 Prozent Privatpersonen, die restlichen Flaschen gehen an Händler und an die Gastronomie.

Noch bevor wir den Betrieb genauer anschauen, degustieren wir den ersten Tropfen. Der zur Probe eingeschenkte Rosé gefällt uns auf Anhieb sehr gut. Er zeigt sich sehr fruchtig, trinkfreudig und empfiehlt sich als idealer Wein für einen Apéro an einem warmen Sommerabend. Ein gutes Beispiel weshalb der Rosé immer beliebter wird und die reflexartige Abwehrhaltung vieler Weintrinker völlig unbegründet ist.

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Nach der ersten Kostprobe geht es ins Untergeschoss. Hier im Heiligtum von Martin Tanner stehen die Tanks und Barriques in denen die Rot- und Weissweine gekeltert werden. Passend zur Bündner Herrschaft, stellt die Pinot Noir Traube mit zirka 80 Prozent den Hauptanteil im Tanner-Portfolio. Angeboten wird der klassische, im Stahltank ausgebaute Pinot Noir und eine Variante “Barrique” bei dem der Wein zu einem Drittel für 12 Monate im neuen Eichenfass ausgebaut wird. Mit dem Sélection Badrus hat Martin zudem einen Wein mit einer speziellen Geschichte im Angebot. Dieser wird in einem fast 300 Jährigen, 1’000 Liter grossen Eichenfass ausgebaut. Der Eichenbaum, von dem das Fass stammt, wuchs auf derselben Parzelle auf der heute die Pinot Noir Trauben für den Badrus gelesen werden.

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Spannend ist auch der Cabernet Dorsa. Eine Züchtung aus den Rebsorten Blaufränkisch und Dornfelder, welche ebenfalls im Barrique ausgebaut wird und wovon es jährlich cirka 1’600 Liter gibt. Martin Tanner erzählt uns, dass er mit dieser Sorte noch experimentiere und geschmacklich nicht ganz da sei, wo er hin will. Wir finden den Wein schon jetzt sehr überzeugend und interessant. Mit seinem aromareichen und intensiven Geschmack passt er auch hervorragen zur aktuellen Grillsaison. Ein Kauftipp für alle die offen für Neues sind.

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Bei den Weissweinen konzentriert sich das Weingut auf die Rebsorten Riesling x Sylvaner, sowie Pinot Blanc. Der Riesling x Sylvaner überzeugt durch seine frischen Zitrusnoten und gibt einen wunderbaren Apéritifwein. Die Produktion beträgt 400 bis 500 Liter pro Jahr, das sind knapp 650 Flaschen. Gefallen haben wir auch am Pinot Blanc gefunden. Mit einer leichten Restsüsse schmeichelt er unsere Gaumen und wir stellen uns passend dazu einen leicht gegarten Süsswasserfisch vor.

Nach der spannenden Reise durch die Weine von Martin Tanner sind wir überzeugt in Zukunft öfters dem Etikett mit der goldenen Tanne zu begegnen. Die Weine sind auf einem guten Niveau und können zu einem fairen Preis erstanden werden.

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Verkostete Weine
Rosé
Riesling x Sylvaner
Pinot Blanc
Pinot Noir
Pinot Noir Sélection Badrus
Pinot Noir Barrique
Cabernet Dorsa

Das Highlight
Cabernet Dorsa

Bezugsquelle
Tanner Weine

(Besucht im Oktober 2013)