Hôtel Victoria in Glion

Das Hotel Victoria thront majestätisch 285 Meter über Montreux. Der Blick auf den Genfersee ist atemberaubend. Die Gäste des charmanten “Relais & Chateaux” werden damit den ganzen Tag verwöhnt. Die einmalige Aussicht geniesst man beim Frühstück, am Nachmittag auf der Terrasse bei einem Glas Wein, während einem Spaziergang durch den gepflegten Park sowie am Abend, wenn man vom Zimmerbalkon den malerischen Sonnenuntergang beobachtet.

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Blick vom Zimmerbalkon

Das Victoria, seit über 40 Jahren im Besitz des Gastgeberpaares Toni und Barbara Mittermaier, hat aber weitaus mehr zu bieten als diese privilegierte Aussicht. So gleicht das charmante Haus, mit seinen über 500 Sammelobjekten, einem Museum. Überall wo man hinkommt kann man sich an wunderschönen Bildern, Statuen und Gegenständen – das meiste aus der Belle Epoque – erfreuen.

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Auf die “Relais & Chateau” Zugehörigkeit ist man sichtlich stolz

Auch die 42 Zimmer und 9 Suiten bieten Platz für Kunst. Die Bilder an den Wänden und die gut erhaltenen Möbel wirken sehr charmant. Sogar das leise Knarren der Badezimmertür passt hierhin. Die Zimmer selbst bieten einen guten Komfort. Der Mehrpreis für ein Zimmer mit Seesicht ist gut investiert und lohnt sich auf jeden Fall.

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Direktor Toni Mittermair ist gelernter Koch, weshalb es nicht überrascht, dass auch die Kulinarik hier einen wichtigen Stellenwert hat. Das gleichnamige Restaurant Victoria bietet klassisch saisonale Gerichte, welche von den Testern des Gault-Millau seit Jahren 15 Punkte attestiert bekommt.

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Das Hotel Victoria ist persönlich, gemütlich, äusserst ruhig und trotzdem in fünf Autominuten vom belebten Montreux aus erreichbar. Wer keinen extravaganten Luxus sucht, sondern ein gepflegtest Haus mit viel Liebe zum Detail, wird hier sehr glücklich werden.

Hôtel Victoria ****
Route de Caux 16
1823 Glion
Website

(Besucht im April 2013)

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Die 60 m² grosse Junior Suite

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Der gepflegte Park – in den Sommermonaten steht sogar ein Pool zur Verfügung

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Der Schreibtisch in der Junior Suite

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Die gemütliche Lobby

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Sitzgruppe in der Junior Suite

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Da Vittorio – St. Moritz in St. Moritz

In St. Moritz fliesst Champagner in Strömen und der Konsum von Edelprodukten wie Trüffel und Kaviar sind rekordverdächtig. Restaurants in der kulinarischen Spitzenliga findet man indes nur wenige. So leuchtet über der weltberühmten Destination, gerade einmal einer der 122 Schweizer Michelin Sterne. Für Gourmets umso erfreulicher, dass man pünktlich zum Saisonstart 12/13 im Hotel Carlton kulinarisch aufrüstete. Die Familie Cerea, Betreiberin des mit 3 Michelin Sternen ausgezeichneten Da Vittorio in Italien, eröffnete im Nobelhotel eine Dependance. Diese hat während den Wintermonaten Dezember bis März geöffnet.

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Bereits diese vier Monate stellen die Familie Cerea vor eine logistische Herausforderung. Ihr Restaurant in Brusaporto ist während dieser Zeit nämlich ebenfalls geöffnet. Da man in St. Moritz nicht nur mit dem Namen wirbt, sondern das Engagement auch personell sehr ernst nimmt, pendeln die einzelnen Familienmitglieder zwischen den zwei Standorten hin und her. Die Chance ist also gross, dass man auch einen der beiden bekannten Brüder Enrico oder Roberto hier antrifft.

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Wir sind gespannt wie sich das Restaurant in den ersten Monaten entwickelt hat und reservieren an einem Märzwochenende einen Tisch. Das Wetter ist wieder einmal viel besser als es die Wetterstationen zuvor prognostiziert hatten. Der Tag auf der Piste ist entsprechend lang und kräfteraubend. Anschliessend freuen wir uns auf ein tolles Abendessen im Da Vittorio – St. Moritz.

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Das Interieur wurde vom vorherigen Restaurant Tschinè übernommen. Für Anpassungen blieb keine Zeit, denn der Vertrag für das neue Gourmetrestaurant wurde erst kurz vor Saisonstart unterschrieben. Modifikationen sind aber auch nicht nötigen, denn die Einrichtung ist sehr hochwertig, stilvoll und deckt sich mit unserer Vorstellung von einem edlen italienischen Restaurant.

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Auf der eleganten, grossformatigen Menükarte finden wir neben dem Degustationsmenü auch einige à la carte Gerichte. Wie erwartet sind die Preise sehr hoch, gar höher als im Haupthaus in Italien. Wir entscheiden uns für das Menü (290 Franken) und erhalten als erstes hausgemachte Grissini auf den Tisch.

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Brot

Weiter geht es mit einer kleinen Brotauswahl, bei der uns das luftige Salzbrötchen sehr gut gefällt. Die anderen drei Sorten schmecken etwas ausdruckslos. Ein Aufstrich wird nicht angeboten.

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Das Menü startet mit einem Gruss aus der Küche:

Gamberetti et pomodoro [5/10]

Die frischen Crevetten sind beeindruckend. Wir wähnen uns in einem Restaurant irgendwo am Meer. Mit diesem Amuse demonstriert die Cerea-Crew eindrücklich die gute Beziehung zu den Mailänder Fischhändler. Eine solche Produktqualität ist eine Steilvorlage für jeden Koch. Diese hat man hier nicht konsequent genug genutzt. Die Kombination mit Tomate, Pesto und einer Art Polenta ist zwar fein, geschmacklich wirkt das Ergebnis aber eher unharmonisch.

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Spaghettini di tonno con bagna cauda e crumble di pistacchi [5/10]

Weiter geht es mit einem sehr feinen Tunfisch. Dieser ist von einer tollen piemontesischer Pistazien Sauce umgeben. Die Kombination zwischen dem subtilen Fisch und der charaktervollen Sauce harmoniert wenig – dem Fisch bleiben neben der wuchtigen Sauce keine Entfaltungsmöglichkeiten.

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Calamaretti spillo con spuma prezzemolo e olive taggiasche [-/10]

Die Calamaretti sind wunderbar, jedoch naturgemäss von subtilem Geschmack. Deshalb ist es für uns unverständlich, weshalb man sie mit diesem, wiederum sehr geschmacksintensiven, Espuma aus Petersilie und Oliven, kombiniert.

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Scampo al burro nocciola con crema die mandorle e roveja [-/10]

Das nächste Gericht enttäuscht. Der Scampo ist unangenehm pampig und wird von einem komplett geschmacksneutralen Pürée aus Mandeln und Knoblauch begleitet. Dies ist bereits das dritte Gericht in Folge, welches von einem eher schweren Purée dominiert wird und dabei vom Hauptakteur ablenkt anstatt ihn zu unterstreichen.

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Paccheri alla Vittorio [-/10]

Das Pasta Gericht gehört zu den Signature Dishes und wird am Tisch, mit gut gereiftem Parmesan, vollendet. Wir haben Glück, Roberto “Bobo” Cerea ist anwesend und gibt uns die Ehre, dieses Gericht für uns zuzubereiten. Das Ergebnis lässt sich sehen. Al dente gekochte Paccheri an einer feinen Tomatensauce. Der Parmesan sorgt für die passende Note. Etwas mehr Basilikum – auf unserem Teller gerade mal ein Blatt – würde das Gericht bestimmt um eine weitere Facette bereichern. Doch auch so ist es ein überzeugender Pastateller wie man ihn bei einem guten Italiener erwartet und auch meistens serviert bekommt.

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Rombo con meringa di baccalà e salsa miele e acciughe [-/10]

Zeit für den Hauptgang. Unter einem Baiser vom Kabeljau, finden wir einen gebackenen Steinbutt mit feinem Eigengeschmack. Während uns auf dem Teller der spannend gewürzte Salat sehr gut gefällt, vermissen wir beim Fisch die Harmonie und Eleganz. So wirkt diese Komposition wegen dem Baiser unausgewogen und schwer.

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Pré Dessert [6/10]

Die Erfrischung in Form von einem grünen Apfelsorbet, kommt gerade richtig. Uns gefällt die säurehaltige Frucht, in Kombination mit dem Caramel und der Schokolade, sehr gut.

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Luftschokolade, Haselnuss-Parfait, kalte Schokoladen Crème und Eiskaffee [8/10]

Genial dann das Hauptdessert. Die abwechslungsreichen Texturen, die Kombination aus Schokolade und Caramel, die leicht caramelisierten Nüsse und der frisch darüber geträufelte Espresso sind schlicht genial. Ein spannendes und sehr abwechslungsreiches Dessert.

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Friandises [5/10]

Zeitgleich mit dem letzten Dessert werden auch die Häppchen serviert. Die feinen Friandises, eine Kombination aus Italienischen Spezialitäten und modernen Kreationen, schliessen das Menü ab.

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Schokolade

Ganz zum Schluss dürfen wir aus den grossen Glasbehältern ein paar Schokoladenköstlichkeiten auswählen.

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Fazit: Es wäre blauäugig zu erwarten, dass man hier innerhalb von lediglich vier Monaten ein 3 Sterne Restaurant installieren konnte. Jedem Gast, der sich auch nur annähernd für die Spitzengastronomie interessiert, wird klar sein, dass es für eine solche Auszeichnung viel mehr Zeit braucht. Dementsprechend betraten wir das Restaurant mit hohen, aber erfüllbaren Erwartungen. Dass diese nicht alle erreicht wurden, liegt zum Grossteil an der fehlenden Raffinesse bei der Zubereitung der Speisen. Fast durchgehend waren die Gerichte schwer und wenig ausbalanciert. Begeisterung herrschte nur über die hohe Qualität der Meerestiere und die tollen Desserts.

Unser Besuch in St. Moritz hat gezeigt, dass man im Da Vittorio – St. Moritz auf dem richtigen Weg ist, dieser aber noch sehr lange ist. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich das Restaurant in der zweiten Saison entwickelt. Denn während man für die ersten vier Monate fast keine Vorbereitungszeit hatte, kann man für die nächste Periode detailliert planen und auf die gewonnenen Erkenntnisse aufbauen. Dank der hervorragenden Ausgangslage (Know-how, Produkte, Finanzen) steht dem Ableger in St. Moritz grundsätzlich nach oben alles offen – auch 3 Sterne.

Menü: Das Degustationsmenü in 6 Gängen, mit Amuse Bouche, Pré Dessert und Friandises wird mit 290 Franken verrechnet. À la carte kosten die acht Vorspeisen zwischen 40 – 160 Franken, die vier Hauptgerichte 75 – 120 Franken und eine handvoll Desserts zwischen 35 – 40 Franken.

Zeit: Die Abstände zwischen den einzelnen Gerichten sind recht kurz. Im Schnitt warteten wir lediglich 12 Minuten auf den nächsten Teller. Was bei einem umfangreichen Menü passt, endet hier etwas gar früh. Nach 2 Stunden und 15 Minuten war das Dîner bereits zu Ende.

Wein: Offensichtlich fragen hier nur die wenigsten Gäste nach einer Weinbegleitung. Entsprechend überfordert war dann auch der Sommelier mit unserem Wunsch. Ergebnis: der kredenzte Weisswein begleitete uns drei Gänge lang, der Rotwein stammte, etwas uninspiriert, aus dem Offenangebot von der Carlton-Bar.

Online: Die Website des Carlton ist toll. Auch die Unterseite für das Da Vittorio – St. Moritz ist sehr einladend und bietet viele Informationen.

Wertung: Gourmör O0

Sonderauszeichnung:   Fumoir vorhanden

(Besucht im März 2013)

The World’s 50 Best Restaurants 2013

Die alljährlich erscheinende Rangliste der “50 besten Restaurants der Welt” ist doch recht fragwürdig – zumindest der Name. Denn die Liste wiederspiegelt eher die angesagtesten Lokale und weniger die Besten. So müssen die 800 Jurymitglieder die ausgezeichneten Restaurants nicht alle zwingend besucht haben. Durch die mangelnde Repräsentativität werden zudem viele klassische Restaurants komplett ignoriert. Auch die starken Schwankungen (z.B. The Fat Duck das auf einen Schlag 20 Ränge verlor, nachdem es die Liste 2005 noch anführte) offenbaren die Schwächen dieser Liste.

Heute Abend wurde in London die neue Rangordnung vorgestellt. Nachdem drei Jahre lang das noma aus Kopenhagen die Liste anführte, wurde es in diesem Jahr vom spanischen Restaurant El Celler de Can Roca abgelöst (zum Glück haben wir bereits vor Wochen einen Tisch reserviert…). Doch es gab nicht nur glückliche Gesichter. Gerade bei der Verkündung der Plätze 30 – 50 gab es einige Köche die nur mit Müh und Not ein verkrampftes Lächeln in Richtung Kamera zeigten.

Unter den besten 50 befinden sich auch zwei Schweizer Köche. Daniel Humm vom Eleven Madison Park in New York auf dem 5. Platz, Andreas Caminada vom Schloss Schauenstein auf Platz 42.

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Hier ist die komplette Liste:

1. El Celler de Can Roca in Girona, Spanien
2. noma in Kopenhagen, Dänemark
3. Osteria Francescana in Modena, Italien
4. Mugaritz in San Sebastian, Spanien
5. Eleven Madison Park in New York, USA
6. D.O.M. in Sao Paulo, Brasilien
7. Dinner by Heston Blumenthal in London, England
8. Arzak in San Sebastian, Spanien
9. Steirereck in Wien, Österreich

10. Vendôme in Bergisch Gladbach, Deutschland
11. Per Se in New York, USA
12. Frantzén/Lindenberg in Stockholm, Schweden
13. The Ledbury in London, England
14. Astrid y Gaston in Lima, Peru
15. Alinea in Chicago, USA
16. l’Arpege in Paris, Frankreich
17.Pujol in Mexico City, Mexico
18. Le Chateaubriand in Paris, Frankreich
19. Le Bernardin in New York, USA
20. Narisawa in Tokyo, Japan

21. Attica in Melbourne, Australien
22. Nihonryori Ryugin in Tokyo, Japan
23. l’Astrence in Paris, Frankreich
24. l’Atelier Saint-Germain de Joël Robuchon in Paris, Frankreich
25. Hof Van Cleve in Kruishoutem, Belgien
26. Quique Dacosta in Denia, Spanien
27. Le Calandre in Rubano in Italien
28. Mirazur in Menton, Franrkeich
29. Daniel in New York, USA
30. Aqua in Wolfsburg, Deutschland

31. Biko in Mexico City, Mexico
32. Nahm in Bangkok, Thailand
33. The Fat Duck in Bray, England
34. Fäviken in Järpen, Schweden
35. Oud Sluis in Sluis, Niederlande
36. Amber in Hong Kong, China
37. Vila Joya in Albufeira, Portugal
38. Restaurant Andre in Singapur
39. 8 1/2 Otto e Mezzo Bombana in Hong Kong, China
40. Combal.Zero in Rivoli, Italien

41. Piazza Duomo in Alba, Italien
42. Schloss Schauenstein in Fürstenau, Schweiz
43. Mr & Mrs Bund in Shanghai, China
44. Asador Etxebarri in Atxondo, Spanien
45. Geranium in Kopenhagen, Dänemark
46. Mani in San Paulo, Brasilien
47. French Laundry in Yountville, USA
48. Quay in Sydney, Australien
49. Septime in Paris, Frankreich
50. Central in Lima, Peru

Carlton in St. Moritz

Die Dichte an 5 Sterne Hotels in St. Moritz ist beeindruckend. Das Carlton ist, gemessen an den Anzahl der Zimmer, das Kleinste unter ihnen. Das luxuriöse Hotel mit der hellgrünen Fassade, steht bereits seit 100 Jahren stolz über der berühmten Wintersportdestination. Erst vor sechs Jahren wurde es vollumfänglich renoviert und umgestaltet. Aus den 110 Zimmern entstanden 60 grosszügige Suiten mit 35 bis 386 m².

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Imposant, das Carlton in St. Moritz

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Das Auto parkiert man bequem vor dem Hoteleingang. Hier kümmern sich die zuvorkommenden Mitarbeiter um das Fahrzeug und Gepäck, während der Gast die Suite bezieht. Dort angekommen wartet bereits der Butler. Er zeigt das Zimmer und erkundigt sich um allfällige Wünsche. Dieser Buttlerservice steht den Gästen rund um die Uhr zur Verfügung und ist im Zimmerpreis inbegriffen.

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Die gemütliche Lobby

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Der Tessiner Carlo Rampazzi ist für das Interior Design zuständig

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Die Suiten sind individuell und sehr hochwertig eingerichtet. Unsere 75 m² grosse “Corner Junior Suite” besitzt ein geräumiges Bad, einen gemütlichen Wohnraum und ein grosszügiges Schlafzimmer. Der Komfort und Luxus sind absolut beeindruckend.

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Luxus auf 75 m²: die Corner Junior Suite

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Auf der ersten Etage finden wir die grosse Lobby mit Bar und den zwei stilvollen Cheminées. Hier gönnt man sich einen Drink, liesst die Zeitung oder relaxt in den bequemen Ledersesseln. Von hier hat man auch Zugang zu einer der schönsten Terrassen in St. Moritz. An den Wochenenden findet darauf jeden Mittag ein schönes Barbecue statt.

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Der kulinarische Willkommensgruss

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Schlemmen mit Aussicht – das Restaurant ‘Romanoff’

Restaurants:

‘Romanoff’ – Das Frühstück und Abendessen, beides im Preis inkludiert, geniessen die Carlton-Gäste im imposanten Restaurant ‘Romanoff’. Auch externe Gäste werden hier gerne willkommen geheissen und auf 14 Gault-Millau Punkteniveau verwöhnt. Das Restaurant ist übrigens der einzige Ort im Carlton an dem ein Dresscode (Jacket und Hemd) herrscht.

‘Da Vittoria – St. Moritz’ – ist das neue Gourmetrestaurant in St. Moritz und wird von der Familie Cerea aus Brusaporto betreut. Dort in Italien, kocht die Familie seit Jahren auf 3 Michelin Sterne Niveau. Hier unser Bericht zum ‘Da Vittoria – St. Moritz’.

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Traumhaft, die Carlton-Terrasse

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Auf einer Fläche von 1’200 m² steht den Gästen ein Spa-Center mit verschiedenen Saunen, Dampfbäder sowie einem Innen- und Aussenpool zur Verfügung. Der ideale Ort für die Erholungsphase nach einem anstrengenden Tag auf den Skipisten.

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Trotz der ruhigen und abgelegenen Lage, erreicht man das Zentrum von St. Moritz in wenigen Gehminuten. Bis zur Seilbahnstation ist es etwas weiter, weshalb man Gäste mit dem hauseigene Shuttle-Service chauffiert. Selbstverständlich wird man am Abend, nach der Talabfahrt, auch wieder im Dorf abgeholt und kann so die Kräfte für den Abend sparen.

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Das Carlton ist nicht nur wunderschön und äusserst luxuriös, sondern hat auch ausgezeichnete Mitarbeiter. Alle sind freundlich, gut gelaunt und stets zuvorkommend. Hoteldirektor Dominic Bachofen geht hier mit gutem Beispiel voran. Wie ein guter Freund kümmert er sich um seine anspruchsvollen Gäste.

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Das mit 14 Gault-Millau Punkten ausgezeichnete Restaurant ‘Romanoff’

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Man hat sich als Gast für das richtige Haus entschieden, wenn man trotz bestem Wetter, lieber im Hotel bleibt, anstatt die schneereichen Pisten zu geniessen. Dieses Gefühl hat man hier im Carlton. Dank den wenigen Zimmern erlebt man zudem eine sehr private und äusserst ruhige Atmosphäre. Auch im Spa, an der Bar oder im Frühstücksraum hat man immer genügend Platz und Diskretion. Das Carlton in St. Moritz ist eines der besten Hotels der Schweiz und hat uns nachhaltig beeindruckt. Es gibt da nur einen einzigen Wermutstropfen: das 5 Sterne Hotel ist lediglich von Dezember bis März geöffnet. Ein Grund, sich schon jetzt wieder auf den Winter zu freuen!

Carlton *****
Via Johannes Badrutt 11
7500 Sankt Moritz
Website

(Besucht im März 2013)

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Seit 1988 im Haus: Gilberto Valsesia

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Das Frühstücksbuffet

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Hochwertige Materialien auch im Lift

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Der perfekte Ort nach einem Tag auf den Skipisten

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Das geräumige Bad

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Der Aussenpool

MAD in Ischgl (Österreich)

Die österreichische Wintersportdestination Ischgl, ist eher für ihren ausgiebigen Aprés Ski, als für Spitzengastronomie bekannt. So findet man auf den Skipisten unzählige Lokale die Pizzas anbieten, bediente Restaurants mit Speisen, abseits von Elektroofen und Fritteuse sind aber rar. Auch am Abend unten im Dorf, verpflegen sich viele Partygänger vorzugsweise bei Burger King oder in einer der Döner Buden.

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Verständlich, dass viele Hoteliers deshalb lieber auf eine hippe Disco setzen, als dass sie ihr Geld in ein Gourmetrestaurant investieren. So ist es begrüssenswert, dass die Besitzerfamilie des 4 Sterne Hotel “Madlein” seit dieser Saison, neben dem angesagten Club “Pascha”, auch auf die Karte “Fine Dining” setzen. Dazu hat man Küchenchef Bruno Sojer verpflichtet.

Der gebürtige Österreicher absolvierte seine Ausbildung in Lech bevor es ihn für mehrere Jahre nach Deutschland zog. Zurück in der Heimat, ist er mit seiner 13 Mann starken Brigade, für das leibliche Wohl der bis zu 120 Halbpension Gäste zuständig. Sojer hat aber höhere Ambitionen und stellte bei der Vertragsunterzeichnung eine Bedingung: er will neben dem Halbpension-Angebot auch ein Gourmet-Konzept aufziehen – die Geburtsstunde des ‘MAD’.

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Nach einem wunderschönen Tag auf den prächtigen Skipisten, machen wir uns auf den Weg zum “Madlein”. Von aussen eher unauffällig, treffen wir Innen auf ein modern eingerichtetes Hotel. Überraschenderweise öffnet das Restaurant erst um halb acht, weshalb wir zur Überbrückung an der Hotelbar ein Glas Riesling aus der Wachau bestellen.

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Mit dem letzten Schluck öffnet sich hinter uns die Tür zum ‘MAD’. Vom aufgestellten Restaurantleiter Jakob Scharner werden wir begrüsst und durch das grosse Hotelrestaurant geführt. In der Mitte steht ein grosses Aquarium, in dem farbige Salzwasserfische schwimmen. Gegenüber wartet ein abwechslungsreiches Salatbuffet auf die Gäste der Halbpension. Das Gourmetmenü wird ganz hinten, in einem leicht vom restlichen Restaurant separierten Bereich, serviert. Die acht Tische hier sind gut beleuchtet, stehen aber sehr nahe beieinander – doch dies wird heute Abend keine Rolle spielen, da das Restaurant bis auf einen zweiten Tisch, leer bleibt.

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Auf der ersten Seite der Speisekarte finden wir das 10 Gänge Menü für 125 €. Dieses kann man uneingeschränkt kürzen und dabei frei wählen auf welche Gerichte man verzichtet. Auf den weiteren Seiten sind die à la carte Gerichte aufgelistet – zum Beispiel Geflügel, welches direkt am Tisch tranchiert wird. Wir sind wegen dem Menü gekommen und ordern es ohne Anpassungen.

Brot

Gleich zum Start serviert man uns eine grosszügige Brotauswahl. Wir sind von der abwechslungsreichen und sehr hochstehenden Variation sehr angetan. Jedes Gebäck schmeckt exzellent und lediglich der Blick auf das bevorstehende Menü kann unser Verlangen etwas zügeln.

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Häppchen: Wiener Schnitzel / Kalbsbeuschel / Kalbstafelspitz [-/10]

Ein imposantes Horn vom Tiroler Hochlandrind wird in die Tischmitte gestellt. Darauf finden wir österreichische Spezialitäten in Miniatur. Die Häppchen sind hübsch, geschmacklich aber eher zurückhaltend. Das Mini-Wienerschnitzel mit einer neckischen Sardine setzt als einziges Akzente.

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Amuse: Tatar von Carabiniero – Knäckebrot – Banane – Petersilie [-/10]

Mit einem sehr schön angerichteten Teller geht es weiter. Konzeptionell sehr spannend, scheitert diese Kombination jedoch an der viel zu dominanten Banane, die dem edlen Krustentier jedwede Entfaltungsmöglichkeit raubt. Das gut dosierte Petersilien-Eis vertröstet uns über die soeben verpasste Chance, ein erstes Highlight erleben zu können.

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Amuse: Carabiniero – Allerlei vom Blumenkohl – Schokoladengelée [-/10]

Auch beim zweiten Auftritt kann sich der Carabiniero nur bedingt in Szene setzen. Zwar schätzen wir die abwechslungsreiche Interpretation vom Blumenkohl, der Einsatz der Schokolade wirkt auf uns aber viel zu unharmonisch.

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Marinierte Gänseleber – Studentenfutter – Nüsse – Rumrosinen [5/10]

Viel besser dann der erste Gang des eigentlichen Menüs. Die Gänseleber-Pralinen sind sehr aromatisch und wunderbar im Schmelz. Dazu flankierende Geschmäcker von Nüssen, Studentenfutter in einem Raviolo und einem stimmigen Rumrosinen-Eis. Witzig, die täuschend echt aussehenden Nüsse bestehen in Wahrheit aus einem Gelée, aus dem dekonstruierten Original.

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Salat von der Schweineschnauze – Buttermilch – Gelée vom Zwiebelrostbraten – Imperial Kaviar [5/10]

Die Kombination ist gewagt, funktioniert aber überraschend gut. Die Balance zwischen dem Schwein, der Zwiebel und dem Kaviar ist gelungen. Von links nach rechts kombinieren wir uns durch und erleben eine wuchtig-animalische Reise.

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Hummer – Erbsenpüree – Musetto – Eisenkraut [7/10]

Der nächste Teller fällt zwar optisch von den vorherigen Gerichten ab, markiert aber den bis hierhin kulinarische Höhepunkt. Uns gefällt der tolle Zitronengras Geschmack, der sich sehr harmonisch mit den süssen Erbsen vereint und zu einem sehr stimmigen Geschmacksbild führt. Fein auch der gut gewürzte Hummer, obwohl dieses Gericht auch sehr gut ohne diesen funktionieren würde.

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Jakobsmuschel – Pastinake – Sot-l’y-laisse – Madeira – Enokipilze [5/10]

Weiter geht es mit hochwertigen Jakobsmuscheln in einem sehr feinen Madeira-Jus. Die Kombination ist sehr stimmig – die Präsentation sehr anmutend.

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St. Pierre – Osso Bucco – Creme von Gillardeau Auster – Gurke – Meerrettich [-/10]

Kaum ist der erste Tropfen dieser tollen und charaktervollen Sauce im Gaumen, beginnen unsere Augen zu leuchten. Leider leistete man sich bei der Zubereitung des St. Pierre einen Fehltritt – so ist der edle Fisch durchgegart und entsprechend zäh. Dasselbe Schicksal teilt auch das Fleisch. Schade um die gute Ausgangslage.

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Langostino – Gewürzananas – Sud von Langostino – Kaffeeöl [-/10]

Wir haben zwar schon hochwertigere Langostinos angetroffen, doch auch dieses Exemplar überzeugt. Die Kombination mit der Ananas sitzt. Auch der Sud ist grundsätzlich toll, wäre da nur nicht der viel zu penetrante Kaffeegeschmack, der uns jegliche Begeisterung raubt.

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Iberico Schwein – Spare Rib – Kartoffelnudel – Saubohnen – Romanasalat [7/10]

Mit dem Spare Rib vom Iberischen Schwein, reisst die Küchenbrigade das Steuer wieder um und liefert ein tolles Gericht ab. Das Fleisch ist zart und aromatisch zugleich, dazu hat man eine tolle Barbecue Sauce zubereitet. Die spannenden Kartoffel-Nudeln runden das überzeugende Gericht ab.

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Gestockter Mais – Mini Gemüse – Hühnerhaut – Périgord Trüffel [6/10]

Der Trüffel-Geschmack ist traumhaft. Auch die restlichen Komponenten sind sehr stimmig. Das knusprige, leicht gesüsste Popcorn sorgt für eine krosse Textur.

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Taube – Bratapfel – Fichtensprossen – Süsskartoffel – Pain epicé [6/10]

Im Hauptgang serviert man uns eine perfekt zubereitete Taube, an einem sehr feinen Jus mit passenden Begleitkomponenten. Ein spannendes und schmackhaftes Gericht.

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Pré-Dessert: Sex on the beach [-/10]

Ein Damenkörper aus Fruchtgummi, ein Badetuch aus Marzipan, Sand aus Schokolade und blauer Wodka der das Meer symbolisiert. Die Idee ist witzig, das geschmackliche Ergebnis eher ernüchternd.

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Pré-Dessert: Gelierter Portwein – Tagliatelle – Pata Negra – Crème Anglaise [-/10]

Auch das zweite Pré-Dessert ist aufwendig zubereitet, schmeckt aber etwas gar wirr. Grundsätzlich ist es immer schwierig, wenn man nach dem Hauptgang und hier sogar nach dem ersten Pré-Dessert, nochmals Fleisch einbindet. Pluspunkte gibt’s für die Vanille-Tagliatelle und den Portwein-Gelée.

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Pflaumenstrudel – Mousse – Vanille – Sternanis [5/10]

Etwas unglücklich, dass man hier nach dem Hauptgericht und dem zweiten Pré-Dessert, bereits zum dritten Mal auf eine Zimt-Komponente setzt. Geschmacklich funktioniert das, vermutlich von Jonnie Boer aus ‘De Librije’ inspirierte Dessert, sehr gut. Mit Freude probieren wir uns durch die verschiedenen Elemente und erleben ein sehr stimmiges und abwechslungsreiches Dessert. Zudem staunen wir wiederum über den immensen Aufwand der hier betrieben wurde. So ist weder die Vanillestange, noch der Sternanis echt – diese bestehen wiederum aus einem Gelée, respektive Schokolade.

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Friandises: “Von der Wachtel” [5/10]

Die Kreativität und Ausdauer der Küchenbrigade kennt keine Grenzen. Während das Restaurant mit den Halbpension Gästen bereits seit über einer Stunde leer ist, denkt man im Gourmetbereich gar nicht ans Aufhören und schickt uns die Friandises.

Mit einem Augenzwinkern wird uns ein “Dreierlei von der Wachtel” annonciert. Ein Mango-Eis in Form eines Schenkels, ein “Wachtel-Ei” aus Aprikose und weissem Balsamico und ein tolles Piña Colada-Ei. Erfrischend, fruchtig und witzig inszeniert, so unser Urteil.

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Pralinés [6/10]

Als Grande Finale wird ein opulent bestückter Pralinenwagen vorgerollt. Darauf finden wir zehn verschiedene Pralinés, welche geschmacklich von Toblerone, Zwiebeln bis Fenchel reichen. Das Highlight auf dem Wagen ist das exzellente Trüffel-Eis.

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Fazit: Wir ziehen den Hut, noch selten haben wir ein solch arbeitsaufwändiges Menü serviert bekommen. Und das, während die Brigade nebenher 400 Teller für die Halbpension Gäste schicken musste. Beim einen oder anderen Gericht liess sich dieser Umstand dann auch nicht verbergen. Gerade verpasste Garpunkte oder Balanceprobleme bei den Geschmacksnoten, lassen sich darauf zurückführen. Hier könnte sich die Küche selber entlasten, indem sie das Menü etwas kürzen würde. Mit 18 Speisefolgen verlangt sie vom Gast sowieso ein sehr hohes Mass an Konzentration.

Uns hat das Essen auf jeden Fall Spass gemacht. Bruno Sojer provoziert mit seinen unorthodoxen Kombinationen. Dass man dabei nicht immer den Geschmack des Gastes trifft, liegt auf der Hand. Das Meiste hat überzeugt, einiges war richtig toll. Wir hoffen sehr, dass die acht Tische hier bald jeden Abend ausgebucht sind. Dadurch würde auch die Chance steigen, dass das ‘MAD’ bald in eine eigene Lokalität im Haus umziehen könnte. Die jetzige, ins Hotelrestaurant eingebundene Lösung, macht niemand so richtig glücklich.

Menü: Zur Auswahl steht ein 10 Gänge Menü für 125 €. Dieses kann man auf Wunsch auch kürzen. Auf der restlichen Karte findet man eine spannende à la carte Auswahl.
Das Menü dauerte 4 Stunden und 45 Minuten

Wein: Die oft gewagten Kombinationen gestalten die Auswahl eines passenden Weines nicht gerade einfach. Wir überliessen die Aufgabe dem Service, welcher uns für die Begleitung drei Weine und einen Rum kredenzte:

2008 Rully – Domaine Vincent Dureil-Janthial, Frankreich2010 Vermentino Colli di Luni – Lunae Bosoni, Ortonova, Ligurien, Italien
2007 Vega De Toro – Bodega Numanthia Termes, Valdefinjas, Toro
Ron Zacapa Centenario 23

Tipp: Das Menü wird von unzähligen zusätzlichen Gerichten begleitet. Deshalb empfiehlt es sich, beim Menü nur 7 – 8 Gerichte zu bestellen.

Online: Der Online-Auftritt ist eher dürftig. Hier hätte man grosses Potential um das ‘MAD’ besser zu präsentieren und dadurch neue Gäste anzulocken.

Wertung: O5

(Besucht im März 2013)

Gewinnspiel: 5 Kochbücher von Peter Knogl zu gewinnen

Passend zu unserem Bericht über das Cheval Blanc, verlosen wir, in Zusammenarbeit mit dem AT-Verlag, fünf Kochbücher “ma cuisine passionnée” von Peter Knogl im Wert von je 98 Franken.

Teilnehmen kann man auf unserer Facebook-Seite, indem man den Beitrag mit “gefällt mir” markiert. Alternativ kann man uns auch eine E-Mail mit dem Betreff “Gewinnspiel” schicken. Teilnehmen könnt ihr bis am 5. April 2013.

Die glücklichen Gewinner heissen Stephanie Zahner, Sonja Hurschler, Dominik Cimetti, Christian Schmid und Michael Loser.

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Peter Knogl – ma cuisine passionnée
240 Seiten – AT Verlag
Fotos: Andreas Thumm
IBAN 978-3-03800-583-4

Cheval Blanc in Basel

Vorgenommen haben wir es uns schon lange, Peter Knogl im wunderschönen Hotel “Les Trois Rois” in Basel zu besuchen. Der Entscheid fiel aber sehr spontan und so müssen wir damit leben, dass die Tische in seinem Restaurant ‘Cheval Blanc’ heute Abend bereits ausgebucht sind. Nach einigen Überlegungen und der Absicherung, dass man auch am Mittag das grosse Menü ordern kann, reservieren wir den Tisch für einen Lunch beim Gault-Millau “Koch des Jahres 2011″.

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Man is(s)t nicht jeden Tag in Basel und so gönnen wir uns ein schönes Doppelzimmer – ein guter Entscheid. Nach dem Check-in geht es mit grosser Vorfreude zu Tisch. Das mit 2 Michelin Sternen ausgezeichnete Gourmetrestaurant ist überraschend klein, gerade einmal sieben Tische, die meisten mit Blick auf den Rhein, stehen in dem eleganten Raum. Offensichtlich sind wir nicht die Einzigen die das Dîner dem Lunch vorziehen und so bleiben die meisten Tische heute Mittag leer.

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Der weiss gekleidete Maître Grégory Rohmer heisst uns willkommen. Er und sein Serviceteam sorgen dafür, dass wir uns trotz dem halbleeren Restaurant sehr wohl fühlen. Dabei agiert das Team, ganz nach französischen Schule, sehr formal, bleibt dabei aber frei von jeglicher Überheblichkeit.

Auf der gereichten Speisekarte finden wir neben einer sehr interessanten à la carte Selektion, auch das ‘Le Menu des Rois’ in sechs Gängen. An diese Auswahl halten wir uns und warten gespannt auf den Start. Zuerst wird uns etwas Butter und eine kleine Brotauswahl aufgetragen. Während andere Restaurants schon hier erste Akzente setzen, bleibt die Auswahl hier geschmacklich eher zurückhaltend.

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Weiter geht es mit den ersten Häppchen:

Joghurt Krokant mit Kaviar / Rote Bete Macaron [9/10]

Das Joghurtkrokant schmilzt in unserem Mund und setzt ein crèmiger, leicht säuerlicher Geschmack frei. Dazu gesellt sich die jodige Note des Kaviars. Eine sehr elegante Kombination.

Das Randen-Wasabi-Macaron schmeckt genauso spannend wie es aussieht. Die Harmonie zwischen der erdig-süssen Rande und der perfekt dosierten Schärfe der Wasabicrème ist atemberaubend. Absolut verständlich, dass das auffällige Macaron beinahe seit zwei Jahren immer wieder in der Amuse-Auswahl vertreten ist.

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Gurke mit Escabechegemüse / Felsenauster mit Ponzugelee [8/10]

Weiter geht es mit einer kalten Gurkensuppe welche unsere Vorfreude auf den Sommer merklich steigert. Zur passenden Kontrastierung setzt Knogl etwas Meerrettich ein.

Für die tolle Auster ist vermutlich der langjährige Sous Chef Susumu Sasaki verantwortlich. Diese erinnert uns dank Soja und einer Miso-Essenz, an seine Japanischen Heimat.

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Knusprige Gemüsepraline mit Kräutercreme [7/10]

Beinahe entschuldigend kündigt man uns einen weiteren Gruss an. Von uns aus könnte das noch den ganzen Nachmittag so weitergehen, denn auch dieser Happen ist toll. Schönes Gemüse, eine knusprig süffige Ummantelung und darunter eine tolle Kräutermayonnaise mit leichtem Trüffelgeschmack.

Genüsslich lehnen wir uns in die bequemen Stühle. Der Start ist geglückt. Klare Aromen, spannende Kombinationen und eine ansprechende Präsentation – genau so lieben wir es.

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Komposition von Entenleber, Taschenkrebs, Jakobsmuschel und grünem Apfel [7/10]

Viele von Knogls Gerichten tauchen über Jahre immer wieder auf der Karte auf. Diese Kreation ist eine seiner Jüngsten und wird erst seit wenigen Wochen serviert.

Beim lesen des Menüs waren wir uns sicher, dass diese Komposition nur schwer funktionieren würde. Die Küchencrew demonstriert aber ihr Talent und zaubert mit den konträren Akteuren ein wunderschönes Geschmacksbild. Dabei beeindruckt, dass jedes Element seinen aromatischen Freiraum bekommt und alles sehr geschmacksintensiv ist.

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Seezungenfilet, Parmesankruste, Perigordtrüffel [8/10]

Die Seezunge wurde zuerst pochiert und anschliessen mit Parmesan gratiniert. Das Ergebnis: ein saftiger Fisch mit schönem Eigenaroma, ergänzt mit einem Hauch von Parmesan – traumhaft! Der himmlische Sud und der Périgord-Trüffel bieten dem saftigen Fisch eine elegante Bühne.

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Milchkalbsbries mit Erdnusskrokant und Artischockencrème [8/10]

Weiter geht es mit einer atemberaubenden Kalbsmilke. Wir lieben den charaktervollen Geschmack dieser Delikatesse. Wiederum ein Kompliment an die überragende Sauce – sie ist tief und stimmungsvoll. Die geschmacklichen Begleiter Estragon und Erdnuss bereichern das Gericht zusätzlich – letzteres auch dank einem neckischen Chip.

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Bresse-Taube, Salzzitrone und marokkanische Aromen  [9/10]

Zum Hauptgang dreht man nochmals auf und serviert uns eine exzellente Taube aus der Bresse. Nicht nur die zarte Brust, sondern auch die geniale Keule begeistert uns. Die dazu gereichte Sauce mit den marokkanischen Aromen ist schlicht eine Wucht – wenn man die Augen schliesst hat man regelrecht das Gefühl als würde man durch einen nordafrikanischen Gewürzmarkt schlendern. Wir sind schwer beeindruckt!

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Käse von Maître Antony aus Ferrette

Vom gut sortierten Wagen wählen wir eine Auswahl an gut gereiften Käse von Affineur Antony.

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Friandises [7/10]

Die Friandises sind liebevoll zubereitet, geschmacklich vielfältig und toll.

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Exotische Schokolade mit Yuzu [8/10]

Schokoladendesserts haben oft das Problem, dass sie gerade am Ende eines grossen Menüs viel zu schwer sind. Ganz anders dieses wunderschöne Exemplar hier. Der Schokoladengeschmack ist vollmundig ohne erdrückend zu wirken. Im Gegenteil, es schmeckt überraschend leicht und in der Textur spannend und facettenreich. Das erfrischende Yuzu-Eis passt perfekt dazu.

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Pralinen [6/10]

Zu guter Letzt dürfen wir zum Kaffee aus fünf verschiedenen sehr feinen Pralinen wählen.

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Fazit: Was für ein edles Mittagesmenü! Peter Knogls klassische Küche ist hervorragend. Er hat dabei stets den Geschmack im Fokus. Keine Selbstverständlichkeit, viele Köche verlieren vor lauter Schäumchen und Tüpferchen oft das Wichtigste aus den Augen. Knogl und seine Brigade haben von Beginn weg alles im Griff und bieten uns ein geniales Menü mit durchdachten Kombinationen, hochwertigen Produkten und meisterhaften Saucen. Dabei ist jeder Gang auf sehr hohem Niveau, Durchhänger gibt es keine.

Die drei Stunden vergingen wie im Flug – vielleicht etwas zu schnell. Wir wären jedenfalls am liebsten noch stundenlang in dem gemütlichen Restaurant sitzen geblieben und hätten uns von den tollen Gerichten, dem charmanten Service und der intelligenten Weinbegleitung von Sommelier Christoph Kokemoor beglücken lassen. Wir kommen definitiv wieder und versuchen das nächste Mal einen Tisch fürs Dînner zu ergattern – am besten an einem warmen Sommerabend, denn da wird draussen auf der schönen Terrasse aufgetragen.

Menü: à la carte stehen sechs Vorspeisen (48 – 58 Franken), fünf Hauptgänge (70 – 78 Franken) und fünf Desserts (18 – 27 Franken) zur Auswahl. Das ‘Le Menu des Rois’ wird in sechs Gängen serviert (inklusive Käse) für 195 Franken. Dazu serviert man diverse Häppchen, Fraindises und Pralinen. Am Mittag steht zudem ein drei Gänge-Menü für 88 Franken zur Verfügung. Unser Mittagessen dauerte etwas kurze 2 Stunden und 45 Minuten.

Wein: Neben der umfangreichen Weinkarte kredenzt man den Gästen gerne ein paar Weine zur Menübegleitung. Sommelier Christoph Kokemoor demonstriert sein Talent und serviert eine ausgezeichnete Begleitung welche in unserem Fall pro Person mit 100 Frankren verrechnet wurde:

Autreau Premier Cru, Blanc de Blancs, Champillon
Sauvignon blanc, 2011 Hansreudi Adank, Grison
Pulinigy-Montrachet, Louis Carillon, Bourgogne
Sterpi, Timorasso, 2009 Walter Massa, Piemont
Saumur Champigny “Marginale” Domaine des Roches Nouvelle, Loire

Online: Dem ‘Cheval Blanc’ spendiert man zwar keine eigenen Webauftritt, jedoch findet man auf der Hotelseite neben einer elektronischen Broschüre auch die aktuelle Speisekarte.

Tipp: Mit “ma cuisine passionnée” hat Peter Knogl ein wunderschönes Kochbuch veröffentlicht. Stimmungsvolle Bilder, spannende Rezepte und interessante Geschichten – ein sehr empfehlenswertes Buch.
Erschienen im AT Verlag / ISBN: 978-3-03800-583-4 / 239 Seiten / Preis 98 CHF

Buch

Wertung: Gourmör  O8 / Michelin M2 / Gault-Millau GM18

Sonderauszeichnungen: krone_schwarz  . Schöne Zigarren-Lounge vorhanden