Nu Nu in Palm Cove (Australien)

Nach einer Woche im kargen Australischen Outback, sind wir an der tropischen Ostküste angekommen. Wir haben zwar auch die letzten Tage überraschend gut gegessen, freuen uns aber sehr auf ein mehrgängiges Menü im Restaurant ‚Nu Nu‘ – das zweite Restaurant welches wir bereits im Voraus gebucht haben.

Das Restaurant liegt in Palm Cove, 20 Autominuten nördlich von Cairns. An der 900 Meter langen Meerpromenade im kleinen Örtchen, steht ein Restaurant nach dem anderen. Die vielen eleganten Lokale wirken einladend und die meistens weiss gedeckten Tische lassen auf ein mehrheitlich eher wohlhabendes Klientel schliessen.

Wir finden „unser“ Restaurant erst beim zweiten Anlauf. Neben den anderen Lokalen wirkt das ‚Nu Nu‘ eher unscheinbar und wegen dem Zelteingang samt Reissverschluss nicht gerade einladend. Wären wir zufällig hier und wüssten nicht, dass hier Nick Holloway auf hohem Niveua kocht, hätten wir uns wohl für ein anderes Restaurant entschieden. Aber zum Glück gibt es auch im Guide Michelin freien Australien Restaurant-Führer die bei der Restaurant-Auswahl helfen.

Auch beim Betreten des Restaurants brechen wir nicht in Begeisterungsstürme aus. Der augenfällige Papierbaum ist zwar gekonnt ins Restaurant integriert und die vereinzelten Sofas wirken gemütlich, doch die kleinen weissen Plastiktischchen – welche für grössere Gruppen zusammengeschoben werden – versprühen eher den Charme einer Gartenparty. Dazu kommt, dass das ‚Nu Nu‘ die Restaurationsfläche mit drei weiteren, von einander unabhängigen, Restaurants teilt. Lediglich eine transparente Plastikwand trennt die drei Bereiche voneinander. Im Sommer werden die Wände abgebaut und man sitzt den ganzen Abend „draussen“ während die Meeresbriese durchs Haar weht. Jetzt im Australischen Winter, bei 26 Grad Tagestemperatur, wirkt das Ganze aber sehr ungewohnt.

Ganz hinten im Restaurant finden wir einen Tisch in einem modernen Setting. Gäste wurden dort aber nicht platziert.

Zum Glück sind wir nicht wegen der Atmosphäre hier, sondern des Essens wegen. Die Auswahl wird uns sogleich vom charmanten Servicemitarbeiter in einem schlichten Menü-Kärtchen vorgelegt. Darauf finden wir neben einer interessante à la carte Auswahl auch ein 5 und ein 8 gängiges Überraschungsmenü. Die ganze Tischgesellschaft muss dabei das gleich grosse Menü bestellen.

Da wir von der Küche möglichst viel sehen möchten, ordern wir das grosse Menü und erhalten gleich danach etwas zu knabern.

Brot

Dieses spezielle Brot, oder besser gesagt Fladenbrot, ist nicht mit Teig gefüllt sondern mit heisser Luft. Sobald man eine Ecken heraus reisst, fällt es in sich zusammen. Uns gefällt die Wärme und die erfischenden Aromen welche auf dem Teig thronen.

Zum Glück erhalten wir etwas später noch einen Zweiten welcher die lange Wartezeit (30 Minuten!) auf den ersten Gang überbrückt.

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„Geschmack aus dem Paradies“ & dünn geschnittenes lokales Palmherz, Melone, Limette, Kräuter und Chilli {7/10}

Der erste Gang wird auf zwei Tellern präsentiert. Auf dem Einen liegen dünne Streifen vom Palmherz und der Melone. Die Kombination stellt hohe Ansprüche an den Gaumen, denn die Aromen sind sehr subtil – vor allem um den Geschmack des Palmherzes zu erleben braucht es Konzentration – und ein leeres Weinglas.

Alles andere als subtil schmeckt der zweite Bestandteil von diesem Menüauftakt. Uns wird dieser als „Spaziergang durch Thailand“ annonciert. Wir legen das Blatt auf die Zunge und staunen. Bei jedem Bissen verändert sich der Goût im Mund gänzlich. So schmecken wir die Schärfe, die Süsse und sogar etwas fischiges. Im Abgang wird der Gaumen von etwas Curry und Zironengrass gekitzelt. Sehr überzeugend und extrem spannend.

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Eingelete Fische mit Safran, Orange Baby-Lauch {5/10}

Der nächste Teller führt uns ans Meer. Vor uns liegen diverse Meeresfrüchte. Ein netter Gang mit leichten Aromen und einer stimmungsvollen Präsentation.

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Knusprige Pazifische Austern mit handgerollten Grüntee Nudeln, Qualle, Sesam und Ingwer Caramel {6/10}

Ein weitereres sehr überzeugendes Gericht bei dem nicht nur die schön knusprigen Austern gefallen, sondern auch die al dente gekochten Nudeln. Lediglich das Grüntee-Aroma vermissen wir.

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Red Emperor mit Ricotta Dumplings, Tomatenessenz, Fenchel, knuspriges Salbei und Zitrone {6/10}

Der mächte und knallrote „Red Emperor“-Fisch ist uns schon beim lokalen Fischhändler aufgefallen. Nun liegt ein solches Stück auf unserem Teller. Das Fleisch hat einen kräftigen Biss der von der Konsistenz an den Seeteufel erinnert. Nick Hollowaydas Brigade schafft es den hochwertigen Fisch unverfremdet in den Vordergrund zu stellen. Lediglich ein Salbeiblatt rundet das Aroma ab. Ebenfalls sehr lecker sind die feinen Ricotta Dumblings.

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Mit Orange und Honig gebratene Ente, gepresster Schenkel, Kichererbsen, Petersiliensalat und mit Rosen parfümierte Sauce {6/10}

Das Entenfleisch ist sehr charaktervoll, die süssen Komponenten, der passende Begleiter. Am besten gefällt uns, der zu einer Kugel gepresste Schenkel mit seinen originellen, orientalischen Gewürzen. Wiederum ein sehr stimmungsvolles Gericht!

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Lamm aus Victoria mit braunen Sprossenblättern, Kräuter Sauce, kandierter Serrano-Schinken, Knoblauch-Pudding, knuspriges Hirn und eingelegte Sardellen {6/10}

Das am Knochen servierte Lammfleisch ist zart und fein im Geschmack. Das Highlight auf dem Teller ist die Knoblauch-Crème – super in der Konsistenz, wohl dosiert im Aroma. Zu guter Letzt liegt noch etwas frittiertes auf dem Teller, bei dem wir uns nicht sicher sind um was es sich handelt. Ein Pilz? Als wir beim Kellner nachfragen antwortet er nüchtern mit „Brain“ – nun ja, schmecken tut es.

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Käse

Der Weichkäse (Herkunft leider nicht notiert) wird von Nüssen, Gurken und knusprig-buttrigem Brotscheiben begleitet. Das Ganze geht knapp in Ordnung, wirklich ambitioniert ist dieser Käseteller aber nicht.

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Soufflé von der gebratenen Banane mit Kokosnuss Zucker Caramel, Bananen-Twinkie und Kokosnuss Sorbet {6/10}

Das köstliches Soufflé fasziniert uns auf Anhieb. Auch an dem erfrischenden Sorbet von der Kokosnuss erfreuen wir uns. Das „Twinkie“ ist dagegen etwas gar mastig und passt deshalb nicht in dieses sonst eher leichte Menü. Trotzdem ein schöner Abschluss.

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Fazit: Die 30-minütige Wartezeit zum Menüauftakt war klar zu lange. Danach schickte die Küche aber in einem angenehmen Tempo, ein überzeugender Gang nach dem anderen. Durchhänger sucht man zum Glück vergebens.

Im Sommer ist das ‚Nu Nu‘ bestimmt ein charmantes Restaurant. Im Winter verspüht es eher den Charme eines edlen Festzelts. Dass wir hier trotzdem sofort wieder zurückkehren würden, liegt sowohl am netten Service als auch an dem wunderschönen, asiatisch angehauchten Menü. Die Speisen sind sehr fantasievoll und harmonisch. Man spürt bei jedem Gericht, dass die Küchencrew um Nick Holloway mit viel Motivation am Herd steht. Wer in Cairns oder nördlicher Umgebung Ferien macht, sollte einen Abstecher nach Palm Cove machen.

Menü: Neben dem Überraschungs-Tasting-Menü (welches aus à la carte Gerichten zusammengestellt wird) zu 135 $ (8 Gänge) respektive 95 $ (5 Gänge) werden auch einige Gerichte à la carte angeboten. Vorspeisen kosten ca. 27 $ / Hauptgänge zwischen 45 und 70 $ – zusätzliche Beilagen zwischen 4 – 14 $ – und die Desserts im Schnitt 19 $. Das Essen dauerte 3 3/4 Stunden und hatte – nach der anfänglich langen Wartezeit, ein angenehmes Tempo.

Wein: Neben der kleinen Weinkarte steht auch eine Weinbegleitung zur Auswahl. Die Begleitung zum 8 Gänge – Menü kostet 80 $, die mit 5 Gläser wird mit 60 $ verrechnet.

Online: Die Flash basierte Internetseite ist schön. Darauf findet man einige Bilder sowie das aktuelle Menü.

Wertung: Gourmör

(Besucht im Juli 2012)

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Guide Bleu – Schön aber verschwiegen

Der älteste Gastroführer der Schweiz, der Guide Bleu, stand die letzten Jahre im Schatten der beiden grossen roten Büchern Guide Michelin und Gault-Millau. Unter neuer Führung und mit einem überarbeiteten Konzept soll die alte Dame nun zu neuem Glanz finden. Das neue Kleid steht ihr ausserordentlich gut. Ein königsblaues Cover mit goldener Schrift umfasst die 480 Seiten. Im Gegensatz zu früher, als die Tester die Restaurants nur im Auftrag und gegen Bezahlung besuchten, werden die Lokale nun von der Redaktion selber selektiert.

Gemäss Verlag sind 40 Tester unterwegs. Geleitet wird die Truppe von der ehemaligen Fletschhorn Köchin Irma Dütsch welche uns von den ersten Seiten mehrfach entgegen lächelt. Im Vorwort erklärt sie wie wichtig ihr „seriöse, korrekte und wertschätzende Gastrokritiken“ sind. Und so lesen sich die Bewertungen auch sehr wohlwollend – mahnende Worte findet man nur ganz selten. Dazu kommt, dass die Kritiken jeweils nur etwa 180 Wörter lang sind (zum Vergleich, dieser Artikel zählt 670 Wörter). Zu wenig um sich ein Bild von einem Restaurant zu machen. Das zeigt sich gut anhand des Beispiels des Restaurant Schauenstein. Das Erlebte wurde gerade einmal in 147 Wörter zusammengefasst. Da man dabei auch noch Worte über Caminadas Golf-Handicap verlor, fehlt es an kulinarischen Informationen. Gerade einmal ein Gericht (Jakobsmuscheln mit Randen) wird kurz erwähnt bevor man die letzten Wörter dem Weinkeller und den Hotelzimmern spendiert.

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Bewertet werden die Restaurants übrigens nicht mit Hauben, Sternen oder Pfannen sondern mit Punkten. 10 ist das Maximum („über Jahre herausragende Küche, innovative Kochkunst“), 1 Punkt das andere Ende der Skala, obwohl im Gegensatz zur Schulnote, dies immer noch eine „Gute, empfehlenswerte Küche“ bedeutet. Dabei wundern wir uns, weshalb im Buch verhältnismässig wenige Restaurants mit einem oder zwei Punkten aufgeführt sind. Eigentlich müsste die Anzahl der Restaurants mit jeder tieferen Note zunehmen – denn es bildet sich ja gegen oben eine Spitze und nicht umgekehrt.

Apropos Spitze: drei Köche haben sich in den Blauen Olymp gekocht und wurden mit der Höchstzahl 10 ausgezeichnet. Pro Landessprache gibt es einen Koch dem diese Ehre gebührt – weshalb dem so ist wird nirgends erklärt. In der Deutschschweiz gehen die 10 Punkte nach Gstaad zu Peter Wyss. Wyss kocht seit 35 Jahren mit einer grosse Brigade im Hotel Palace. Die Auszeichnung ist eine Überraschung, ist dem Gault-Millau Wyss Kochkunst „lediglich“ 16 Punkte wert, der Michelin führt das Restaurant in seinem Guide nicht einmal auf. Da wir noch nie im Palace essen waren, können wir uns natürlich kein eigenes Urteil bilden, doch ehrlich gesagt ist es schwierig sich vorzustellen, dass in diesem Hotelrestaurant besser gekocht wird als bei Philipp Rochat oder Andreas Caminada. Diese beiden haben es „nur“ auf 9.5 Punkte geschafft – in der gleichen Liga sind auch Die Fischerzunft von André Jaeger, das Denis Martin in Vevey und das Restaurant von Didier de Courten.

Ein grosses Lob gilt dem Guide für die vielen Neuentdeckungen. Die Tester haben nämlich ganze Arbeit geleistet und über 230 Restaurants ausfindig gemacht, welche noch nie in einem Guide erwähnt wurden. Solche Tipps sind für Gourmets natürlich Gold wert. Ebenfalls ein grosses Kompliment geht an die Fotografen. Die wunderschönen Bilder sind über das ganze Buch verteilt. Diese Food-Aufnahmen, aus Köchbüchern von dem selben Verlag, wirken sehr apetitanregend.

Fazit: Wir haben uns im Vorfeld sehr über diesen neuen Guide gefreut, belebt Konkurrenz ja bekanntlich den Markt. In der jetzigen Form ist der Guide Bleu aber keine Alternative zu den beiden roten Guides. Zum Michelin fehlt ihm die Reputation bei den Wertungen und im Gegensatz zum Gault-Millau fehlt es klar an Substanz und auch an der etwas kritischeren Grundhaltung. Das grösste Manko sind aber die viel zu kurzen Texte. Anhand der wenigen Zeilen fehlt es dem Leser schwer ein Restaurant auszuwählen. Da muss man bei der nächsten Ausgabe unbedingt den Hebel ansetzen. Und da wir schon am wünschen sind, bitte spendiert doch auch gleich eine Landkarte auf der alle getesteten Restaurants markiert sind – so entfällt das mühsame Suchen nach möglichen Ortschaften. Wenn das alles umgesetzt wird hat der Guide gute Chancen für die Zukunft. In der jetzigen Form ist er zwar der schönste aller Gastroführer doch leider auch äusserst schweigsam und dadurch wenig hilfreich.

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Guide Bleu 2012/2013, die Wertungen:

10 Punkte

Hotel Gstaad Palace, Restaurant Le Grand in Gstaad
Le Cerf in Cossonay
Principe Leopoldo in Lugano

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9.5 Punkte

Denis Martin in Vevey
Die Fischerzunft in Schaffhausen
Didier de Courten in Sierre
Philipp Rochat in Crissier
Schauenstein in Fürstenau

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9 Punkte

Adelboden in Steinen
Bumanns Chesa Pirani in La Punt
Domaine de Châteauvieux in Satigny
Fletschhorn in Saas-Fee
Georges Wenger in Le Noirmont
L’Ermitage de Bernard Ravet in Vufflens
Le Pont de Brent in Brent
mesa in Zürich
Rico Zandonella’s Kunststuben in Küsnacht
Talvo by Delsass in Saas-Fee
Zum Wiesengrund in Uetikon am See

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8.5 Punkte

Anne-Sophie Pic (Beau-Rivage Palace) in Lausanne
Cheval Blanc (Les Trois Rois) in Basel
Chesery in Gstaad
Des Trois Tours in Fribourg-Bourguillon
La Bellezza in Ftan
Le Pérolles in Fribourg
Löwen in Thörigen
Locanda Barbarossa (Castello del Sole) in Ascona
Schöngrün in Bern
Stucki in Basel
The Restaurant (Dolder Grand) in Zürich

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8 Punkte

Äbtestube (Grand Resort) in Bad Ragaz
Auberge de Vouvry in Vouvry
Le Feu in Riedholz
Auberge de Floris in Anières
Auberge du Lion d’Or in Cologny
Cà d’Oro (Kempinski) in St. Moritz
Emmenhof in Burgdorf
Homann’s in Samnaun-Ravaisch
Juma (Le Vieux Manoir) in Murten-Meyriez
La Table d’Edgard (Lausanne-Palace) in Lausanne
La Terrasse (Victoria-Jungfrau) in Interlaken
Lampart’s in Hägendorf
Le Bocca in Saint-Blaise
Le Chat-Botté (Beau-Rivage) in Genf
Le Trianon (Kempinski) in Le Mont-Pèlerin
Relais Bristol in Genf
Rössli in Escholzmatt
Schlüssel in Mels
sein in Zürich
St. Pelagius in St. Pelagiberg
Taverne zum Schäfli in Wigoltingen
Vreni Giger’s Jägerhof in St. Gallen
Walserhof in Klosters
Zum Gupf in Rehetobel

Adelboden, Steinen

Das Restaurant ‚Adelboden‘ thront am Ende einer kurvenreichen Strasse ob Schwyz. Hier kocht seit 22 Jahren der gebürtige Schwyzer Franz Wiget. Der schöne Landgasthof wirkt einladend und sehr gepflegt. Bevor man das Restaurant betritt wird man von der tollen Aussicht magisch angezogen. Von hier oben überblickt man den Lauerzersee und die ihn umgebende Bergkette. Im Sommer kann man dieses Panorama während dem Essen von der Terrasse aus bewundern. Bei unserem Besuch im Herbst war es dazu aber viel zu kalt – aber schliesslich sind wir nicht wegen der schönen Aussicht hier hoch gefahren.

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Wir kamen wegen Franz Wigets Küche und den vielen Vorschusslorbeeren welche diese erntet. So schwärmen nicht nur viele seiner Berufskollegen in höchsten Tönen sondern auch die zwei roten Gourmet-Bibeln. Der Gault-Millau zeichnete Franz Wiget bereits als „Aufsteiger des Jahres 2008“ aus und krönte ihn im gleichen Jahr mit dem 18. Punkt. Der Guide Michelin zog ein Jahr später nach und überreichte dem ‚Adelboden‘ den zweiten Stern – Höchstwertung in der Zentralschweiz. In der aktuellen Gault-Millau Ausgabe gab es für Wiget eine weitere wichtige Auszeichnung, die zum „Koch des Jahres“ inklusive einem Audi A5 vom Titelsponsoren. Die Lokalpresse feierte die Auszeichnung und wir waren froh, dass wir in weiser Voraussicht bereits vor Wochen einen Tisch reserviert hatten.

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Doch nicht nur die klassisch französische Küche von Wiget ist weit herum bekannt sondern auch die Gastfreundschaft von seiner Ehefrau Ruth. Sie leitet ein gut ausgebildetes Team von liebevollen Mitarbeiterinnen. Beim Rekrutieren und anschliessendem Einarbeiten scheint sie dabei ein gutes Händchen zu haben, denn alle Damen waren sehr motiviert und freundlich.

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Bereits im Eingangsbereich fällt der Blick auf die schöne Einrichtung. Sehr rustikal aber immer wieder mit modernen Einflüssen; wie die sich automatisch öffnende Holztür welche ins Restaurant führt. Hinter dieser liegen zwei Stuben. Nach der sehr freundlichen Begrüssung wurden wir an unseren Tisch geführt. Dieser stand im kleineren der beiden Räume, in dem auch ein türkisener Kachelofen und zwei weitere weiss gedeckte Tische standen.

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Während man oft in Restaurants sitzt, in denen die Tische schon fast indiskret nahe beisammen stehen, hätte man hier locker eine weitere Gruppe platzieren können. Frau Wiget erklärte uns aber, dass dies aus Kapazitätsgründen in der Küche nicht möglich sei und man der Qualität klar den Vortritt gäbe. In der grösseren Stube ist es etwas lauter, in unseren Augen aber auch etwas heimeliger – beim nächsten Besuch würden wir unseren Tisch dort reservieren.

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Auf dem schön gedeckten Tisch galt unsere erste Aufmerksamkeit dem schmalen Papierstreifen der neben der Serviette lag. Darauf fanden wir nicht wie erwartet das aktuelle Menü, sondern eine Auflistung von Produkte und Zutaten. Wir können nur vermuten, dass es sich dabei um die wichtigsten Lieferanten und deren wichtigsten Produkte handelte. Ganz sicher sind wir nicht, denn leider wurde uns dieses Papier nicht näher erläutert – eine kleine Serviceschwäche, welche noch ein paar Mal an diesem Abend zu Vorschein kommen sollte.

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Doch auch trotz diesen (unbedeutenden) Patzern glänzte das Service-Team an diesem Abend. Schon bei der Menü-Präsentation gewann die Mitarbeiterin all unsere Sympathie. Die junge Dame stellte uns das 6-gängige Abendmenü mündlich vor und machte dies mit einer charmanten Mischung aus grosser Begeisterung, Stolz und einer Prise Schüchternheit. Nach einer kurzen Bedenkzeit und dem Studieren der à la carte Auswahl nahm Ruth Wiget die Bestellung entgegen. Menüanpassungen waren dabei überhaupt kein Problem. Sehr gerne tauschte man einen Gang durch eine Alternative aus dem à la carte Angebot aus – unkompliziert und gästeorientiert!

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Wir orderten das Menü mit der Option nach dem Hauptgang zu entscheiden ob wir mit Käse oder Dessert (oder natürlich beidem) weiterfahren.

Danach wurde der Brotwagen aufgefahren. Zwei frisch gebackene, leicht warme Sorten wurden zurechtgeschnitten und uns zusammen mit zweierlei Butter (gesalzen / ungesalzen) serviert.

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Auster aus der Bretagne mit Schalotte [5/10]

Eine Auster würde man als allerletztes in einem Landgasthof im Herzen der Schweiz erwarten. Doch Wiget gab gleich den Takt vor und zeigte, dass er auch mit Meeresfrüchten umgehen kann. Die Muschel stammte aus der Bretagne und war von allerbester Produktequalität. Die Küche mischte noch fein gehackte Schalotten dazu und nahm dem Schalentier somit ein wenig den intensiven Eigengeschmack. Wir mögen Austern – vor allem in dieser Qualität, trotzdem würde es sich empfehlen bei einer solchen Spezialität die Gäste am Anfang zu fragen ob man diese überhaupt mag. Denn viele können mit den noch lebenden Muscheln wenig anfangen.

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Glasiertes Hackbällchen / Kurz angebratener Tuna mit Wasabi-Mayonnaise [9/10]

Auf der sicheren Seite war man bei den nächsten Häppchen. Der Tuna war perfekt zubereitet – nur einen kurzen Moment angebraten und dadurch innen wunderschön rosa. Begleitet wurde der Fisch von einem harmonischen Wasabi-Mayonnaise Tupfer, welcher pefekt zum Fisch passte und ihn wunderbar aufwertete – absolut genial!

Als Nächstes widmeten wir uns dem noch leicht warmen Hackbällchen, welches sehr intensiv im Geschmack war. Auch hier entwickelte sich im Gaumen ein wunderbares kräftiges Aroma – toll! Nachdem sich der harmonische Geschmack im Gaumen zu verflüchtigen begann, fragten wir uns weshalb man eigentlich so weit reisen muss um ein solch alltägliches Gericht einmal so vollkommen schmecken zu können.

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Blutwurst, Zwiebeln, Apfelchutney und Stunggi [8/10]

Als nächstes wurde ein Schweizer Herbstklassiker neu interpretiert. Die Blutwurst wurde bereits in der Küche von ihrer Haut gelöst und leicht angebraten. Geschmacklich war sie ein Traum. Zur Wurst gab es aromatische Röstzwiebeln und ein dezent eingesetztes Apfel Chutney. Der Kartoffelstock oder eben „Stunggi“ wie er hier oben genannt wird, passte als Einziges nicht in’s Bild. Auch Geschmacklich konnte er sich gegen die restlichen, doch eher deftigen Geschmackskomponenten, nicht behaupten. Hier hätte eine knusprige Rösti viel besser gepasst – auch thematisch.

Auch dieses Amuse Bouche war wegen der Blutwurst gewagt. Uns hat es jedenfalls so gut geschmeckt, dass wir uns noch nach Wochen nach mehr sehnten.

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Terrine von der Freiland Poularde mit Entenleber und Gemüse Vinaigrette / Entenlebersuppe / Brioche [8/10]

Die Optik dieses ersten Ganges war toll. Geschmacklich konnte uns die Poularde-Terrine aber nicht wirklich begeistert – zu fad, zu uninspiriert, zu langweilig. Die kleinen Würfel von der Entenleber-Terrinen überzeugten schon viel mehr, der Geschmack war sehr intensiv. Zur Leber passten die dezent eingesetzten süssen Akkorde, welche tupferhaft über dem knusprigen Gitternetz verteilt waren.

Dem Gericht die Einzigartigkeit und somit auch die hohen 8 Punkte verliehen haben aber die Akteure neben dem Tellerrand. Zum einen war das die absolut geniale Entenlebersuppe. Selten zuvor hatten wir ein so volles und tiefes Suppenaroma im Mund gehabt wie hier – einmalig. Und die zweite Begeisterungswelle löste das Brioche aus – das Beste uns jemals servierte. Denn es war sehr frisch, angenehm warm und mit reichlich Butter verfeinert! Da wirken die Brioche vom Tantris und The Hand & Flowers wie Pengasius neben Wolfsbarsch.

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Im Nussbutter gebratener Bodenseezander mit Quinoa, Kapern und Orangensalz [9/10]

Die Haut des Zanders war kross gebraten, das Fleisch war wunderbar saftig – perfektes Handwerk! Wir können ohne zu übertreiben behaupten, dass dies der beste Süsswasserfisch war der uns jemals aufgetischt wurde. Dazu kam eine überraschend sehr intensive Nussbutter, welche den Fisch wunderbar unterstrich und bereicherte. Das ursprünglich aus Südamerika stammende Quinoa kommt in der Spitzengastronomie immer öfters zum Einsatz und überzeugte in diesem Gericht ebenfalls – vor allem dank dem Einsatz von Kapern, welche der Beilage einen weiteren Kontrast verlieh. Ein rundum genialer Gang!

Nach dem letzten Bissen entdeckten wir auf dem Tisch noch das Orangensalz in einem silbernen Schälchen. Dieses blieb vom Service leider unerwähnt.

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Im Olivenöl gebratene Langustinos gespickt mit Rosmarin und mit Berghonig glasiertem Tarte Tatin mit Strauchtomaten [9/10]

Bei diesem Gang wurden gleich zwei Highlights miteinander serviert. Der Langustino war von allerbeser Qualität, was ihn durch einen festen Biss und sehr gutem Aroma auszeichnete. Der Rosmarin und die anderen frischen Kräuter (u.a. Dill) harmonierten perfekt mit dem Krustentier, ohne dessen Eigengeschmack zu überdecken.

Das zweite Highlight war ein ebenso perfektes (!!) wie wunderbar knuspriges Tarte Tatin von Strauchtomaten. Es war zwar schon anfangs Herbst, aber die Tomaten hatten ihr volles Aroma gespeichert und konnten es in diesem Gericht völlig entfalten. Übertreuffelt wurde das Ganze von Berghonig, welcher man ebenfalls rausschmeckte. Der ganze Teller war ein Hochgenuss und nah an der Höchstnote.

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Rehrücken von den Tiroler Bergen im Speckmantel mit Pfefferpreiselbeeren, Rotkraut und Sellerie / Lasagne [8/10]

Bereits bei der Menüvorstellung liess uns der Hinweis „Tirol“ beim Rehrücken ein verwundertes Stirnrunzeln ins Gesicht zaubern. Denn das Restaurant ‚Adelboden‘ ist bekannt für gutes Wild aus der Region. Vor allem dank den guten Beziehungen zu bekannten und treffsicheren Jägern. Der Patron klärte uns später auf, dass der Küche das heimische Wild kurzfristig ausgegangen sei. Weil es kurzfristig keinen Nachschub gab musste man auf das qualitativ gleichwertige Tiroler Reh ausweichen. Zum Glück wurden auch diese Kontakte gut gepflegt.

Nun, wenn der Rücken vom Tiroler Reh immer so zart wie Butter ist, werden wir in Zukunft nur noch solches essen. Aber wir sind überzeugt, dass dies eher der Adelbodener Küche zu verdanken war. Das normale Messer schnitt sich nämlich bereits beim geringsten Druck durch das wunderbar rosa Fleisch. Noch selten haben wir solch zartes Reh gegessen. Aber auch geschmacklich war dieses Stück beste Werbung fürs Wild – vor allem für diejenigen welche es nicht ganz so „wild“ mögen.

Dazu wurde uns eine intensive Holundersauce gereicht. Solche tiefe Saucen gibt es in den modernen Küchen (Schauenstein / The Fat Duck usw.) leider viel zu selten. Gerade bei kälteren Temperaturen gibt es nichts Schöneres als eine solch aromatische, kräftige Sauce. Zum Glück stellte man pro Gast auch gleich einen Sauciere auf den Tisch – wir machten davon gerne Gebrauch. Wer es etwas rassiger mochte, konnte zudem das rote Pfefferdressing welches auf dem Teller lag, mit dem Fleisch kombinieren.

Das was aussieht wie Kartoffelstock war in Wahrheit Selleriepüree, wie wir es im Frühling bereits in der Griggeler Stuba und im Sommer im The Elephant assen. Die Marroni und das Rotkraut waren ebenfalls fein.

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Dazu freuten wir uns über den zusätzlich gereichten Kartoffelgratin, bis wir realisierten, dass es sich um eine Lasagne handelte. Uns erschloss es sich nicht weshalb ein italienischer Klassiker ein solches Wild-Gericht begleitete. Erst bei der Verabschiedung fragten wir den Chef nach dem Grund und er erklärte uns, dass er es nicht mag wenn ein Koch nur die edelsten Stücke vom Tier verwendet. Er sei überzeugt, dass andere Teile mindestens so gut schmecken. Deshalb erhält bei ihm ein jeweils „anderes“ Stück ebenfalls seinen Auftritt. So hat er aus dem Reh-Gehackten diese Lasagne gezaubert. Auch hier wäre es von Vorteil wenn man dies dem Gast beim servieren der Lasagne erklären würde.

Auf jeden Fall genossen wir die toll abgeschmeckte (Thymian!) Lasagne auch ohne dieses Hintergrundwissen mit Genuss.

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Ausgesuchte Alp- und Rohmilchkäse vom Wagen mit unserer Dörrbirnentarte

Endlich wieder einmal ein grosszügig und gut sortierter Käsewagen. Die Auswahl bot für alle etwas. Besonders begeistern konnte uns der ausgezeichnete Jahrgangssprienz – ein Hochgenuss. Zum Käse wurde uns noch Kümel, in Honig eingelegte Baumnüsse sowie eine feine Dörrbirnentarte gereicht.

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Friandises und Petits four [7/10]

Überraschend wurden uns die Friandises vor dem Dessert aufgetischt. Und zwar weil unsere Begleitung einen Espresso bestellte, während wir noch mit dem Käse beschäftigt waren. Wir hätten es begrüsst wenn man uns kurz gefragt hätte, ob man das Gebäck bereits servieren soll oder ob wir damit bis zum Schluss warten möchten.

Die Friandises waren sorgfältig zusammen gestellt. Unter den zehn Häppchen hatte es ein paar tolle Highlights (Schoko-Kirsche / Butterbiscuit) aber auch ein paar unspektakuläre Süssigkeiten (Roulade / Rüebli-Kuchen).

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Chartreuse Parfait mit Himbeeren, Kräutern und weisser Schokolade [6/10]

Wir freuten uns auf einen würdigen Abschluss von diesem tollen Abend. Das Chartreuse-Dessert (Likör bestehend aus 130 verschiedenen Kräutern und Gewürzen) konnte aber nicht wirklich begeistern. Wir mögen zwar solch herbe Desserts genau so gut wie Süsse, aber ein Menüabschluss muss richtig begeistern – benötigt Kontraste, Texturen usw. all dies fehlte hier. Stattdessen stand auf dem Teller ein feines aber schlichtes Halbgefrorenes mit einer dünnen Schicht aus weisser Schokolade und zwei Himbeeren. Mehr begeistern konnte uns der fruchtige Himbeerdrink und die feine Haselnuss im auffälligen Karamelmantel.

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Die Portionierung der einzelnen Gänge war grosszügig. Zudem konnte man das feine Brot und vor allem das geniale Brioche nicht stehen lassen. Deshalb waren wir nun richtig satt. Das war auch der Grund weshalb wir keine Freudensprünge machten als uns nochmals ein Gang serviert wurde:

Kleine Schokoladen Variationen und Pralinen hergestellt aus Grand Cru Couverture Felchlin Schweiz [-/10]

Es hatte schlicht keinen Platz mehr. Aber die Pflicht als Blogger beinhaltet halt auch, dass man alles was auf den Tisch kommt probiert und so assen wir auch die dreierlei Schokolade (einmal mit Orange, einmal pur). Geschmacklich war das Ganze nicht mehr als ’nett‘ und deshalb am Ende eines solchen Menüs eher deplatziert. Aber vor allem war die Schokolade schlicht zu mastig. Wenn man an dieser Stelle einen schönen Fruchtsaft serviert hätte, wäre es einfacher gewesen uns nochmals zu begeistern.

Für die Schnapsfüllung der ebenfalls gereichten Pralinen ist Franz Wigets Bruder zuständig. In seiner eigenen Brennerei entstehen zum Beispiel der  Kräuterschnaps und der Kirsch der hier zum Einsatz kam. Begeistern konnten aber auch die beide Pralinen nicht. Das Aroma war dafür zu flüchtig. Wir waren uns nicht sicher ob es am vollen Bauch lag und liessen uns zur Sicherheit ein paar Kugeln mit nach Hause geben. Am nächsten Tag konnten wir unseren Eindruck vom Vorabend aber nur bestätigen.

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Fazit: Was hier auf den Bildern vielleicht eher unspäktakulär aussieht, schmeckte in Nasen und Gaumen absolut spitze. Franz Wiget und sein Team zauberten auf extrem hohen Niveau ohne Firlefanz und bestätigten uns die 2 Michelin Sterne und die 18 Gault-Millau Punkte. Vor allem begeisterte uns, dass der Chef nicht nur wie erwartet mit Fleisch umgehen kann, sondern uns auch mit Fischgerichten zu begeistern vermochte. Das Team beherrscht das Handwerk und bereitet die Speisen mit grosser Sorgfalt zu.

Uns gefiel auch der Landgasthof der mit viel Liebe eingerichtet ist. Fast jeden Tag gibt es frische Blumen und die einzelnen Tische stehen mit angenehmen Abstand zueinander. Trotz viel Liebe zum Detail gibt es keinen aufgesetzten Luxus. So sieht auch die Toiletteneinrichtung nicht viel anders aus als in der Beiz um die Ecke. Und damit beweist man auch wieder einmal, dass die Sterne und Punkte nicht für luxuriöse Einrichtung vergeben werden, sondern für Können und vor allem viel Fleiss.

Apropos „wie um die Ecke“, das trifft beim Service überhaupt nicht zu. Denn man muss weit reisen um ein solches Team zu finden. Ruth Wiget ist sehr kompetent und eine hervorragende Gastgeberin. Kein Hauch von aufgesetzter Freundlichkeit, hier kommt alles aus tiefstem Herzen. Man will den Gast verwöhnen. Wir spürten dies und fühlten uns ausgesprochen wohl. Ebenfalls schön und schon fast ungewohnt ist die Tatsache, dass der ganze Service Mundart, ja sogar zum Grossteil den lokalen Dialekt spricht. Zudem sind alle sehr gut ausgebildet und ebenfalls mit viel Begeisterung am Werk.

Ein paar Verbesserungsvorschläge haben wir aber auch. Zum einen wäre da die Lasagne die ohne Konzeptvorstellung serviert wurde. In solchen Momenten kann man den Gast mit dem nötigen Hintergrundwissen zusätzlich begeistern. Auch den Part mit der Weinbegleitung gehört verbessert. Bei einem Menü mit Leber, Fisch und Wild haben wir keine Lust uns auf eine oder zwei Flaschen zu beschränken. Wir möchten zu jedem Gang den passenden Wein trinken. Als auf dem Menü die Weinbegleitung fehlte, fragten wir beim Service nach. Da bekamen wir zur Antwort, dass es dies grundsätzlich nicht gäbe, man aber schon etwas anbieten würde. Nun was jetzt, wir wollten ja schliesslich keine Umstände machen. Zum Glück korrigierte Frau Wiget umgehend in dem sie uns am Tisch versicherte, dass man uns sehr gerne eine passende Begleitung vorschlagen wird. Dass wir dabei nur zu zweit alle Gänge begleitet haben wollten und eine Person nur bei jedem zweiten Gang ein Glas geniessen wollte, war dabei überhaupt kein Problem.

Wir erlebten einen wunderschönen Abend im ‚Adelboden‘ und genossen grossartige Speisen und einen sehr angenehmen Service. Wir können das Restaurant uneingeschränkt weiterempfehlen!

Menü: Der Besuch dauerte 5 Stunden. Das 6 Gang Menü inkl. Käse zu 175 Franken kann man auch auf 5 (162.-), 4 (149.-) oder 3 Gänge (125.-) kürzen. Daneben steht eine übersichtliche à la carte Auswahl zur Verfügung. Darauf findet man Vorspeisen ab 32 Franken („Herbstgarten“ oder „Ravioli mit Ochsenschwanzfüllung“) sowie zwei Fisch und vier Fleischhauptgänge (72.- bis 82.-). Bei den Desserts stehen fünf verschiedene zur Auswahl welche jeweils 20.- oder 25.- Franken kosten.

Wein: Eine Weinbegleitung steht nicht auf der umfangreichen Weinkarte. Auf Nachfrage stellte man uns aber gerne eine zusammen. Frau Wiget hatte ein gutes Händchen und servierte uns passende aber auch überraschende Weine (Rotwein zum Langustino). Anbei unsere Weinbegleitung:

2008 Gentil blanc Colombey, Didier Joris, Chamoson (Fr. 15.50 / 1 dl)
2007 Chardonnay Löwengang, Alois Lageder, Margreid (Fr. 19.- / 1 dl)
2009 Pinot noir, Müller Benz, Tössegg (Fr. 11.- / 1 dl)
2010 Humagne, Philippe Darioli, Martini (48.- / 3/8 dl)
10 Years old Tawny, Niepoort (Fr. 15.- / 1 dl)
2008 MR, Telmo Rodriguez, Malaga (Fr. 17.- / 1 dl)

Online: Pünktlich zur „Koch des Jahres“ Auszeichnung hat man sich auch eine neue Homepage gegönnt. Diese ist knapp aber informativ. Leider fehlen sowohl die aktuellen Menükarten als auch die Weinkarte. Gäste E-Mails hat man bis jetzt nicht beantwortet. Da ist es nur konsequent, dass man diese auf der neuen Homepage gar nicht mehr aufgeführt hat.

Wertung: Gourmör/ Michelin / Gault-Millau

Sonderauszeichnung:

(Besucht im Oktober 2011)