The Elephant, Torquay (GB)

Die Stadt Torquay liegt in der Grafschaft Devon direkt an der Südenglischen Küste. Einen Steinwurf vom Hafen entfernt betreibt Simon Hulstone sein zweistöckiges Restaurant „The Elephant“. Im Erdgeschoss befindet sich eine einfache Brasserie und im Obergeschoss das Gourmetrestaurant ‚The Room‘. Darin stehen zwölf Tische wovon drei einen romantische Blick aufs Meer bieten.

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Das Restaurant ist sehr ruhig, gemütlich und schlicht eingerichtet. An den Wänden hängen Menüs von bekannten Restaurants in denen der Chef bereits selber speiste. Dabei beansprucht die klassische französische Küche den meisten Platz an der Wand – darunter drei Menüs von Paul Bocuse – aber auch die Avantgardisten aus Spanien sind vertreten. Und damit darf man gespannt sein wie sich die Besuche auf Hulstones Küchenstil ausgewirkt haben.

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Apropos Bocuse, der Chef Simon Hulstone vertrat 2009 England an der Bocuse d’Or in Lyon. Auch sonst hat er schon an vielen Kochturnieren teilgenommen und war bereits im Jugendalter an diversen Junioren-Kochwettkämpfen dabei.

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Die Servicemitarbeiterin war schüchtern und zurückhaltend – keine typischen Eigenschaften für einen solchen Job. Auf der gereichten Speisekarte fanden wir eine kleine à la carte Auswahl sowie ein 5 gängiges Tasting Menü mit einem optionalen Käsegang.

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Apéro [5/10]

Ein Amouse Bouche wurde leider nicht serviert. Immerhin gab es zum Start feine Oliven und Brot welches man entweder  mit der gesalzene Butter oder den geröstete Zwiebeln auf Schweineschmalz bestreichen konnte. Ein einfacher aber schöner Auftakt.

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Beets and Curds [8/10]

Was für eine tolle Präsentation, und das Beste daran, es schmeckte auch richtig super. Wunderbar dieser reine Geschmack von Randen in diversen Variationen. Zum einen war da dieser kleine Turm aus Randen mit dem Randen-Chips als Deckel, dann das Randenpuder und die Pürée-Tupfer. Das Highlight war dann aber ein winziges rotes Ravioli-Päckchen gefüllt mit Ziegenkäse.

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Ham Hock [9/10]

Welch wunderbare Erbsensuppe, einfach himmlisch! Dazu lagen karamellisierte Erbsen und gesalzene Pekannüsse im Teller welche tolle Akzente setzten. Auch der hauchdünne Tortellini mit der würzigen Fleischfüllung schmeckte vorzüglich. Rundum harmonisch – eine Wucht!

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Halibut [7/10]

Der Heilbutt war mit leichten Gewürzen und Blumen geschmückt. Diese unterstützten den perfekt gegarten Fisch ganz subtil. Auch die Süsse der goldenen Rosinen passte gut zum Heilbutt. Das Pastinaken-Mousse und der frittierte Lardo waren ebenfalls fein. Ein sehr überzeugender Gang wenn auch nicht mehr ganz so toll wie die beiden vorherigen Gerichte.

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Duck [8/10]

Eine Entenbrust die trotz des extrem intensiven Gewürzdeckels einen schönen Eigengeschmack hatte. Dazu gab es eine leicht scharfe Honigsauce. Der Sellerie-Püree war geschmacksintensiv und überzeugte genauso wie die Pilze und der Pack Choi. Die Lebkuchenkrümel hatten jedoch lediglich einen dekorativen Nutzen. Anders der Nüssli-Salat der zusätzlich gereicht wurde – der war absolut genial! Super frisch, eine tolle Soja-Sauce, frittierte Entenzungen (!) und für die Süsse Note: pochierte Birnenstückchen und Walnüsse.

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Cheese

Auf Wunsch konnte man das Menü um einen weiteren Gang erweitern und sich von dem kleinen Käsewagen bedienen lassen. Die Käse waren mehrheitlich aus Frankreich und aus dem britischen Königreich. Dazu gereicht wurden diverse Cracker sowie eine selbst gemachte Marmelade.

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Cheesecake [6/10]

Die Vanille-Schnitte war zwar in Ordnung, hatte aber leider gar nichts mit einem Cheesecake gemeinsam. Dafür kam der säuerliche Geschmack von der Passionsfrucht sehr gut zur Geltung. Die verschienen Zitrusfüchte waren sehr erfrischend und die Honigstückchen passten ebenfalls sehr gut dazu und bildeten wieder eine schöne Symbiose zwischen Süsse und Säure.

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Petit Fours [5/10]

Ein zu fades Macaron, ein feines Gelée und ein intensives Schokoladenpralinée bildeten den Abschluss eines sehr überzeugenden Menüs.

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Fazit: Optisch wie auch geschmacklich ein geniales Menü – klar das Beste in den zwei Wochen in denen wir auf der grossen Insel waren. Die wunderbaren Aromen und die präzise Zubereitung konnten mich richtig begeistern! Schade nur, dass das Menü so rasch wieder vorbei war. Ich hätte es begrüsst wenn das Tasting Menü noch um ein Amuse Bouche und ein Pré-Dessert erweitert worden wäre. Vor allem wäre ich auf  das Ergebnis des talentierten Chefs sehr gespannt gewesen.

Auch das eigentliche Restaurant hat mir gut gefallen, ich fand es ruhig und angenehm. Einzig der Service war schwach. Wortkarg, schüchtern und zurückhaltend – eigentlich müsste man ja begeistert sein solche Teller servieren zu dürfen!?

Auf jeden Fall kann ich ein Besuch im „The Elephant“ uneingeschränkt empfehlen, die 66 £ fürs Menü sind absolut gut investiert.

Menü: Die à la carte Auswahl ist sehr klein – vier Vor- und Hauptspeisen und drei Desserts. Diese haben fixe Preise: Zwei Gänge kosten 43.45 £, drei Gänge 54.45 £. Das Tasting Menü beinhaltet fünf Speisen dieser à la carte Auswahl und wird zusammen mit Kaffee und Petit Fours für 66 £, mit dem zusätzlichen Käseteller 75 £ (Preise jeweils inkl. 10% Service) serviert. Dauer des Menüs: kurze 2:20 Stunden.

Wein: Für zusätzliche 30.25 £ wird pro Gang ein Glas Wein serviert. Dies waren bei unserem Besuch: Rioja Blanco 2009 Montelciego, Rioja, Spain / Vouvray 2009 Domaine du Vaufuget, Loire, France / St Aubin 1er Cru 2008 ‚La Chanteniere‘ Gerard Thomas, Bourgogne, France / Pinot Noir 2008 Tindall Vineyard, Marlborough, New Zealand / Aleatico die Publia 2009 A Mano, Puglia, Italy / Noble Riesling 2009 Paul Cluver, Elgin, South Africa

Online: Auf der einfachen Homepage findet man das aktuelle Menü und ein paar Bilder von servierten Speisen. Dazu noch einige Informationen zum Chef.

Wertung: Gourmör / Michelin

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