Brenners Park-Restaurant in Baden-Baden (Deutschland)

Das Brenners Park-Hotel & Spa in Baden-Baden gehört zu den luxuriösesten Hotels in Deutschland. In der 140 jährigen Geschichte war hier Walt Disney genauso gerne Gast wie Richard Tauber, oder jüngst Barack Obama. Auch viel geschichtsträchtiges ereignete sich innerhalb der hohen Mauern. So fanden hier 1962 die Vorgespräche, zwischen Konrad Adenauer und Charles de Gaulle zum deutsch-französischen Freundschaftsvertrag, statt.

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Das Brenners ist nicht nur ein Vorzeigeobjekt der Hotellerie, sondern punktet auch bei der Kulinarik. Der ehemalige Küchenchef Andreas Krolik, kochte das Gourmetrestaurant Park Restaurant bis auf 2 Michelin Sterne. Im August 2012 entschied sich Krolik das Haus Richtung Frankfurt zu verlassen. Den talentierten Chef zu ersetzen war eine schwierige Aufgabe. Die Wahl fiel schliesslich auf den erst 32 jährigen Paul Stradner. Der gebürtige Steirer war Sous Chef beim 3-Sterne-Koch Jean-Georges Klein, als ihn das Jobangebot erreichte. Stradner packte die Chance, wechselte nach Baden-Baden, baute eine neue Brigade auf und verteidigte nach nur drei Monten einen der beiden Michelin Sterne.

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Dem jungen Österreicher eilt ein grossartiger Ruf voraus. Sein ehemaliger Chef bedauert es noch heute, dass ihn einer seiner talentiertesten Schützlinge verliess. Ein solches Lob aus dem Mund eines der besten Köche der Welt, machte uns neugierig und so reisen wir heute nach Baden-Baden welches 100 Autominuten von Basel entfernt liegt.

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Es ist beinahe dunkel als wir beim Hotel ankommen. Mit dem letzten Licht erspähen wir den grossen Park, der das ehrwürdige Haus umgibt. Der Page empfängt uns mit grosser Gastfreundschaft, so als wären wir hier Stammgäste. Auch der Empfang an der Réception ist wohltuend freundlich und so fühlen wir uns von Beginn weg sehr willkommen. Wir machen es uns erstmals in der wunderschönen Kaminhalle gemütlich. Hier geniessen wir neben dem lodernden Cheminée-Feuer unseren Apéritiv und lauschen den wohlklingenden Melodien des Pianisten.

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Pünktlich um halb sieben wechseln wir ins Park Restaurant. Dieses ist klassisch eingerichtet. Ölbilder zieren die roten Wände, das Licht ist warm und stimmig. Zehn Tische stehen im gemütlichen Restaurant in dessen Zentrum ein schönes Blumenbouquet platziert ist.

Die Speiseauswahl ist umfassend. Neben dem Degustationsmenü gibt es ein Vegi-Menü, ein Trüffel-Menü sowie interessante à la carte Gerichte. Die Entscheidung ist schwierig und so fragen wir nach der Möglichkeit, aus den verschiedenen Karten zu kombinieren. Dem Wunsch kommt man gerne nach und schon wenig später stehen die ersten Häppchen auf unserem Tisch:

Dreierlei vom Paprika [-/10]

Auf drei Löffeln wird eine nette Variation von der Peperoni serviert. Einmal sauer, dann salzig und zum Abschluss süss. Die Küchenbrigade demonstriert, dass sie neben den klassischen Zubereitungsarten auch die modernen Tricks beherrscht. Wir sind äusserst gespannt wie es weitergeht.

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Brot

Die zwei verschiedenen Brotsorten sind knusprig und fein. Dazu erhalten wir Butter, Salz, Olivenöl und stairisches Kürbiskernöl – hergestellt von Stradners Eltern.

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Mit Korianderkörnern und Fenchelsamen gebeizter Schottischer Wildlachs,  Tapioka-Gurken-Salat, Honig-Quark-Espuma und Leinsameneis [9/10]

Das erste Amuse Bouche ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch geschmacklich unglaublich toll. Die Produkte sind von sehr guter Qualität und die Aromen eindrücklich herausgearbeitet. Die Kombination zaubert ein exzellentes Geschmacksbild auf unsere Gaumen. Wir sind begeistert!

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Cocktail von Melonen und Parmaschinken

Die Neuinterpretation des beliebten Sommer-Klassikers ist gewagt experimentell. Geschmacklich funktioniert der Cocktail überraschend gut, wobei der Schinken noch etwas präsenter sein dürfte.

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Ceviche von der Gelbflossenmakrele mit Süsskartoffelcreme und Limettenvinaigrette [10/10]

Traumhaft der erste Gang des eigentlichen Menüs. Hervorragend die Kombination von der rohen Makrele und der genialen Süsskartoffelcrème. Dazu legt sich die Säure der Limette elegant, und perfekt balanciert über das Gericht. Das Geschmacksbild, welches Stradner hier auf den Teller zeichnet, ist grandios und somit eines der besten Gerichte seit langem.

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Creme von der Gänsestopfleber mit schwarzem Trüffel, Apfel und Feige [9/10]

Absolut begeisternd geht es weiter. Die Crème von der Gänseleber ist himmlisch. Wir nehmen davon etwas auf den Löffel, kombinieren mit den verschiedenen süssen Elementen, staunen wie die Trüffelnote immer wieder aufblitzt und wie sich die dezente Säure des Apfels pointiert bemerkbar macht. Absolut spannend wie sich das Ergebnis bei jedem neuen Bissen leicht verändert, ohne an Eleganz zu verlieren. Bei einer grösseren Portionierung der Leber – sie ist im Verhältnis zu den restlichen Komponenten etwas knapp bemessen – wäre hier gar die Höchstnote möglich gewesen.

Kurze Zwischenbilanz: wir haben bis zum jetzigen Zeitpunkt mehr ausgezeichnete Gerichte bekommen, als in manchem Restaurant den ganzen Abend. Wir sind gespannt wie es weitergeht.

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Im Eisschnee pochiertes Bio-Eigelb, Hokkaido-Kürbispüree Parmesanschaum und Albatrüffel [8/10]

Spielte der Trüffel im vorherigen Gericht eine – wenn auch nicht unwichtige – Nebenrolle, rückt das edle Produkt nun in den Mittelpunkt. Dabei setzt man auf den geschmacksvollen Alba-Trüffel. Zusammen mit dem Ei, ein wunderbarer Klassiker. Nur dass dieser von Stradner modernisiert und aufgepeppt wird. Nicht nur der Kürbis bietet eine besondere Abwechslung, sondern auch der rezente Parmesan-Schaum. Wiederum ganz stark.

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Barbarie-Entenbrust mit Kürbis-Minz-Püree Couscous mit Raz el Hanout und Keulenkompott in Filoteig [8/10]

Schon beeindruckend mit welcher Abgeklärtheit das Menü abläuft. Dies gilt auch für das nächste Gericht. Entenfleisch erhalten wir leider viel zu oft übergart. Anders hier, die Brigade gibt sich keine Blösse und serviert uns das Federvieh absolut perfekt. Dazu zaubert man eine wunderbar elegante Minznote auf den Teller. Diese wirkt aber nicht aufgesetzt, sondern fügt sich perfekt in das Gericht ein. Auch das Couscous und die Frühlingsrolle-„Deluxe“ schmecken vorzüglich.

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Gebratener Rehrücken am Tisch tranchiert mit Wacholderjus Selleriepüree Karamellisiertem Rotkohl, eingelegte Birne und Johannisbeer-Gel [7/10]

Zuerst wird uns ein Stück Waldboden auf den Tisch gelegt. In einem Holzrahmen finden wir Moos, Beeren und gar eine leere Patronenhülse. Gleich danach präsentiert man uns stolz den Rehrücken und tranchiert ihn direkt vor unseren Augen – etwas das man heutzutage leider viel zu selten zelebriert.

Angerichtet wird das schöne Fleisch auf einem Plexiglas, welches direkt auf unseren Waldboden gelegt wird. Daraus resultiert ein stimmiges Bild. Auch der Geschmack überzeugt vollends. Der Rehrücken ist perfekt gegart, der tiefe Jus der ideale Begleiter. Dazu serviert man im separaten Schälchen Rotkraut und Spätzli.

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Vacherin Mont d’Or Schaum mit Kartoffel [6/10]

Den Käsewagen lassen wir an uns vorbeirollen und ordern stattdessen diese wunderbar cremige Alternative. Dies hat sich gelohnt, die Vacherin-Kreation ist unglaublich süffig und intensiv im Geschmack.

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Vanillecreme mit Pistazienbisquit-Brösel, pochierte Vanille Birne und Himbeersorbet [6/10]

Das überzeugende Pré-Dessert von Vanille, Birne und Himbeere lässt unsere Geschmacksnerven auf die süssen Komponenten aus der Pâtisserie einstimmen.

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Kreation von der Bio Kuvertüre Grand Cru Schokolade Ananas, Karamell und Maracujasorbet [9/10]

Ein hervorragendes Dessert, welches das bisherige, hohe Niveau perfekt aufgreift und weiter führt. Eine starke Kombination aus Schokolade und Caramel die von der Süsse und Säure der Früchte flankiert wird. Dazu spannende Texturen und raffiniert eingesetztes Popcorn. Ein Dessert das rundum glücklich macht.

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Petit Fours: Eispraline mit Maracujasorbet / Fruchtmousse mit Mascarponecreme / Macaron mit weissem Balsamico / Früchte Financier [9/10]

So sieht ein perfekter Menüabschluss aus: anstelle einer geschmacksneutralen Armada an Petitessen, serviert man uns diese kleine, aber perfekt abgeschmeckte Variation. Diese vier Häppchen schaffen es, uns zum Schluss noch einmal ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Anschliessend offeriert man uns noch eine schöne Auswahl an Pralinen.

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Stehend von links: Laurent Masse, Fabian Obergfell, Ruben Bankwitz, Canan Drebert, Paul Stradner. Unten von links: Adrian Jeschall und Frederic Kleff

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Fazit: Das Park Restaurant ist eine kulinarische Perle. Paul Stradners Küchenstil ist zeitgemäss aber stets geerdet. Er verzichtet gänzlich auf dekorative Pülverchen und Schäumchen – hier kommt nur auf den Teller was schmeckt und das Gericht weiterbringt. So ist dann auch jeder Teller äusserst geschmacksvoll, elegant und optisch gekonnt in Szene gesetzt. Uns haben Stradners Gerichte nachhaltig begeistert. Entsprechend sind wir überzeugt, dass man vom jungen Österreicher in Zukunft noch viel hören wird. Das servierte Menü war klar auf 2 Sterne-Niveau und wenn die Brigade so weiterkocht steht einem weiteren Macaron im nächsten Jahr nichts im Wege.

Dass der Abend nicht nur auf den Tellern begeisterte sondern auch in der Summe, ist dem tollen Service zu verdanken. Dieser ist sehr präsent, aufmerksam und, wie das ganze Personal im Haus, eindrücklich freundlich. Sommelier Karl-Heinz Schopf verdient zusätzlichen Applaus. Sein önologisches Wissen ist enorm und er lässt seine Gäste gerne daran partizipieren. Die servierten Weine waren immer passend und spannend. Eine solch exzellente Weinbegleitung wird leider viel zu selten serviert.

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Tipp: Wenn möglich sollte man sich gleich ein Zimmer gönnen und die Nacht im schönen Brenners Park verbringen. Es gibt viel zu entdecken – am Morgen wird ein grosszügiges Frühstück serviert.

Menü: Zur Auswahl stehen ein Degustationsmenü mit 5 (128 €) bis 7 Gängen (155 €), ein vegetarisches-Menü in 5 oder 6 Gängen (110, respektive 118 €) sowie eine schöne à la carte Auswahl wobei die Vorspeisen zwischen 25 – 45 € kosten, die Hauptgänge 45 – 60 € und die Desserts für ca. 19 € angeboten werden. Sporadisch wird ein zusätzliches Menü angeboten. Bei unserem Besuch war dies ein Trüffelmenü in 5 Gängen zu 245 €. Gerne lässt man die Gäste aus den verschiedenen Menüs kombinieren.

Zeit: Das Menü wurde uns in angenehmen 4 Stunden serviert. Anschliessend kann man sich zum Beispiel in die schöne Cigar Lounge setzen und ein Digestif geniessen.

Wein:  Neben der imposanten Weinbibel offeriert man auch gerne eine passende Begleitung. Wenden Sie sich vertrauensvoll an Sommelier Karl-Heinz Schopf.

Unsere Weinbegleitung wurde zu 73 € verrechnet:

Sauvignonblanc, Weingut Nägelsförst 2011
Weissburgunder, Weingut Knapp 2011
Gewürztraminer, Weingut Faller 2008
Chardonnay, Weingut Bercher 2008
Burgund Langedoc, Puech Noble Rouge 2008
Burgund, Beaune les Epenotte 2005
Muskateller, Dr. Heger 2011
Spätburgunder Beerenauslese, Winzergenossenschaft Sasbachwalden 2003

Online: Die Website ist sehr informativ. Die wunderschönen Gerichte dürfte man aber in den Vordergrund stellen.

Wertung: Gourmör O9 / Michelin M1 / Gault-Millau GM17

Sonderauszeichnung: Hier fühlt man sich besonders wohl   Schöne Zigarren-Lounge vorhanden

(Besucht im November 2013)

Cheval Blanc in Basel

Hier geht es zum neuen Artikel über das Cheval Blanc by Peter Knogl in Basel.

Vorgenommen haben wir es uns schon lange, Peter Knogl im wunderschönen Hotel „Les Trois Rois“ in Basel zu besuchen. Der Entscheid fiel aber sehr spontan und so müssen wir damit leben, dass die Tische in seinem Restaurant ‚Cheval Blanc‘ heute Abend bereits ausgebucht sind. Nach einigen Überlegungen und der Absicherung, dass man auch am Mittag das grosse Menü ordern kann, reservieren wir den Tisch für einen Lunch beim Gault-Millau „Koch des Jahres 2011“.

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Man is(s)t nicht jeden Tag in Basel und so gönnen wir uns ein schönes Doppelzimmer – ein guter Entscheid. Nach dem Check-in geht es mit grosser Vorfreude zu Tisch. Das mit 2 Michelin Sternen ausgezeichnete Gourmetrestaurant ist überraschend klein, gerade einmal sieben Tische, die meisten mit Blick auf den Rhein, stehen in dem eleganten Raum. Offensichtlich sind wir nicht die Einzigen die das Dîner dem Lunch vorziehen und so bleiben die meisten Tische heute Mittag leer.

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Der weiss gekleidete Maître Grégory Rohmer heisst uns willkommen. Er und sein Serviceteam sorgen dafür, dass wir uns trotz dem halbleeren Restaurant sehr wohl fühlen. Dabei agiert das Team, ganz nach französischen Schule, sehr formal, bleibt dabei aber frei von jeglicher Überheblichkeit.

Auf der gereichten Speisekarte finden wir neben einer sehr interessanten à la carte Selektion, auch das ‚Le Menu des Rois‘ in sechs Gängen. An diese Auswahl halten wir uns und warten gespannt auf den Start. Zuerst wird uns etwas Butter und eine kleine Brotauswahl aufgetragen. Während andere Restaurants schon hier erste Akzente setzen, bleibt die Auswahl hier geschmacklich eher zurückhaltend.

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Weiter geht es mit den ersten Häppchen:

Joghurt Krokant mit Kaviar / Rote Bete Macaron [9/10]

Das Joghurtkrokant schmilzt in unserem Mund und setzt ein crèmiger, leicht säuerlicher Geschmack frei. Dazu gesellt sich die jodige Note des Kaviars. Eine sehr elegante Kombination.

Das Randen-Wasabi-Macaron schmeckt genauso spannend wie es aussieht. Die Harmonie zwischen der erdig-süssen Rande und der perfekt dosierten Schärfe der Wasabicrème ist atemberaubend. Absolut verständlich, dass das auffällige Macaron beinahe seit zwei Jahren immer wieder in der Amuse-Auswahl vertreten ist.

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Gurke mit Escabechegemüse / Felsenauster mit Ponzugelee [8/10]

Weiter geht es mit einer kalten Gurkensuppe welche unsere Vorfreude auf den Sommer merklich steigert. Zur passenden Kontrastierung setzt Knogl etwas Meerrettich ein.

Für die tolle Auster ist vermutlich der langjährige Sous Chef Susumu Sasaki verantwortlich. Diese erinnert uns dank Soja und einer Miso-Essenz, an seine Japanischen Heimat.

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Knusprige Gemüsepraline mit Kräutercreme [7/10]

Beinahe entschuldigend kündigt man uns einen weiteren Gruss an. Von uns aus könnte das noch den ganzen Nachmittag so weitergehen, denn auch dieser Happen ist toll. Schönes Gemüse, eine knusprig süffige Ummantelung und darunter eine tolle Kräutermayonnaise mit leichtem Trüffelgeschmack.

Genüsslich lehnen wir uns in die bequemen Stühle. Der Start ist geglückt. Klare Aromen, spannende Kombinationen und eine ansprechende Präsentation – genau so lieben wir es.

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Komposition von Entenleber, Taschenkrebs, Jakobsmuschel und grünem Apfel [7/10]

Viele von Knogls Gerichten tauchen über Jahre immer wieder auf der Karte auf. Diese Kreation ist eine seiner Jüngsten und wird erst seit wenigen Wochen serviert.

Beim lesen des Menüs waren wir uns sicher, dass diese Komposition nur schwer funktionieren würde. Die Küchencrew demonstriert aber ihr Talent und zaubert mit den konträren Akteuren ein wunderschönes Geschmacksbild. Dabei beeindruckt, dass jedes Element seinen aromatischen Freiraum bekommt und alles sehr geschmacksintensiv ist.

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Seezungenfilet, Parmesankruste, Perigordtrüffel [9/10]

Die Seezunge wurde zuerst pochiert und anschliessen mit Parmesan gratiniert. Das Ergebnis: ein saftiger Fisch mit schönem Eigenaroma, ergänzt mit einem Hauch von Parmesan – traumhaft! Der himmlische Sud und der Périgord-Trüffel bieten dem saftigen Fisch eine elegante Bühne.

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Milchkalbsbries mit Erdnusskrokant und Artischockencrème [9/10]

Weiter geht es mit einer atemberaubenden Kalbsmilke. Wir lieben den charaktervollen Geschmack dieser Delikatesse. Wiederum ein Kompliment an die überragende Sauce – sie ist tief und stimmungsvoll. Die geschmacklichen Begleiter Estragon und Erdnuss bereichern das Gericht zusätzlich – letzteres auch dank einem neckischen Chip.

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Bresse-Taube, Salzzitrone und marokkanische Aromen  [9/10]

Zum Hauptgang dreht man nochmals auf und serviert uns eine exzellente Taube aus der Bresse. Nicht nur die zarte Brust, sondern auch die geniale Keule begeistert uns. Die dazu gereichte Sauce mit den marokkanischen Aromen ist schlicht eine Wucht – wenn man die Augen schliesst hat man regelrecht das Gefühl als würde man durch einen nordafrikanischen Gewürzmarkt schlendern. Wir sind schwer beeindruckt!

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Käse von Maître Antony aus Ferrette

Vom gut sortierten Wagen wählen wir eine Auswahl an gut gereiften Käse von Affineur Antony.

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Friandises [7/10]

Die Friandises sind liebevoll zubereitet, geschmacklich vielfältig und toll.

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Exotische Schokolade mit Yuzu [9/10]

Schokoladendesserts haben oft das Problem, dass sie gerade am Ende eines grossen Menüs viel zu schwer sind. Ganz anders dieses wunderschöne Exemplar hier. Der Schokoladengeschmack ist vollmundig ohne erdrückend zu wirken. Im Gegenteil, es schmeckt überraschend leicht und in der Textur spannend und facettenreich. Das erfrischende Yuzu-Eis passt perfekt dazu.

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Pralinen [6/10]

Zu guter Letzt dürfen wir zum Kaffee aus fünf verschiedenen sehr feinen Pralinen wählen.

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Fazit: Was für ein edles Mittagesmenü! Peter Knogls klassische Küche ist hervorragend. Er hat dabei stets den Geschmack im Fokus. Keine Selbstverständlichkeit, viele Köche verlieren vor lauter Schäumchen und Tüpferchen oft das Wichtigste aus den Augen. Knogl und seine Brigade haben von Beginn weg alles im Griff und bieten uns ein geniales Menü mit durchdachten Kombinationen, hochwertigen Produkten und meisterhaften Saucen. Dabei ist jeder Gang auf sehr hohem Niveau, Durchhänger gibt es keine.

Die drei Stunden vergingen wie im Flug – vielleicht etwas zu schnell. Wir wären jedenfalls am liebsten noch stundenlang in dem gemütlichen Restaurant sitzen geblieben und hätten uns von den tollen Gerichten, dem charmanten Service und der intelligenten Weinbegleitung von Sommelier Christoph Kokemoor beglücken lassen. Wir kommen definitiv wieder und versuchen das nächste Mal einen Tisch fürs Dînner zu ergattern – am besten an einem warmen Sommerabend, denn da wird draussen auf der schönen Terrasse aufgetragen.

Menü: à la carte stehen sechs Vorspeisen (48 – 58 Franken), fünf Hauptgänge (70 – 78 Franken) und fünf Desserts (18 – 27 Franken) zur Auswahl. Das ‚Le Menu des Rois‘ wird in sechs Gängen serviert (inklusive Käse) für 195 Franken. Dazu serviert man diverse Häppchen, Fraindises und Pralinen. Am Mittag steht zudem ein drei Gänge-Menü für 88 Franken zur Verfügung. Unser Mittagessen dauerte etwas kurze 2 Stunden und 45 Minuten.

Wein: Neben der umfangreichen Weinkarte kredenzt man den Gästen gerne ein paar Weine zur Menübegleitung. Sommelier Christoph Kokemoor demonstriert sein Talent und serviert eine ausgezeichnete Begleitung welche in unserem Fall pro Person mit 100 Frankren verrechnet wurde:

Autreau Premier Cru, Blanc de Blancs, Champillon
Sauvignon blanc, 2011 Hansreudi Adank, Grison
Pulinigy-Montrachet, Louis Carillon, Bourgogne
Sterpi, Timorasso, 2009 Walter Massa, Piemont
Saumur Champigny “Marginale” Domaine des Roches Nouvelle, Loire

Online: Dem ‚Cheval Blanc‘ spendiert man zwar keine eigenen Webauftritt, jedoch findet man auf der Hotelseite neben einer elektronischen Broschüre auch die aktuelle Speisekarte.

Tipp: Mit „ma cuisine passionnée“ hat Peter Knogl ein wunderschönes Kochbuch veröffentlicht. Stimmungsvolle Bilder, spannende Rezepte und interessante Geschichten – ein sehr empfehlenswertes Buch.
Erschienen im AT Verlag / ISBN: 978-3-03800-583-4 / 239 Seiten / Preis 98 CHF

Buch

Wertung: Gourmör  O9 / Michelin M2 / Gault-Millau GM18

Sonderauszeichnungen: krone_schwarz  . Schöne Zigarren-Lounge vorhanden

Aqua in Wolfsburg (Deutschland)

Zugegeben, etwas verrückt ist es schon, lediglich für einen Restaurantbesuch 18 Stunden im Zug zu sitzen – und das an einem Wochenende. Doch um in den Genuss der Kochkunst vieler hochdotierten Köche zu kommen, erfordert es eine längere Anreise. So auch wenn man Sven Elverfelds einen Besuch abstatten möchte. Der 44-jährige wirkt seit zehn Jahren in Wolfsburg und gilt als einer der besten Köche Deutschlands.

Die Fahrt ist abenteuerlich. Anders als bei unserer SBB, gehören Verspätungen bei der Deutschen Bahn, zum Alltag. So haben wir dann auch prompt unseren Anschlusszug verpasst und erreichten das Ziel mit einiger Verspätung. Schon vom Wolfsburger Bahnhof fällt der Blick auf die imposanten Schornsteine des Volkswagen Werks, dem wichtigsten Arbeitgeber in der Region. Seit 2000 findet man hier auch die Autostadt – eine der grössten deutschen Freizeitparks. Hier erfährt man viel über die Geschichte des Konzerns und des Automobils im Allgemeinen. Doch auch Kunst, Architektur und Kulinarik nehmen einen wichtigen Platz ein. So findet man hier nicht weniger als neun Restaurants, in denen mit viel Sorgfalt und ausschliesslich mit Bioprodukten, gearbeitet wird.

Am Genussabend „Natürlich Tafeln“ können wir uns davon selber überzeugen. Zusammen mit Lieferanten und Produzenten, demonstrierten die Restaurants ihr Können. Wir wünschen, dass ein solches Kulinarikangebot Schule macht. Einen Museeumbesuch mit hausgemachten Kürbis-Ravioli abzurunden macht definitiv mehr Spass, als wenn man sich von industriell gefertigten Produkten aus der Selbstbedienungsrestaurant ernähren muss.

Auf dem 25 Hektar grossen Gelände der Autostadt, befindet sich auch ein 5 Sterne Hotel der Amerikanischen Kette „The Ritz Carlton“. Darin ist das Restaurant ‚Aqua‘ beherbergt – der Grund unserer weiten Reise. Unser Taxifahrer mit auffälligem Schnurrbart, fährt an den eindrücklichen Autotürmen vorbei und kommt direkt vor dem Hoteleingang zum stehen. Dort werden wir vom Portier ins Innere des Hotels begleitet. Die Lobby ist einladend. Von hier hat man auch einen guten Blick auf den beheizten Hotelpool, welcher draussen auf dem Fluss schwimmt. Unsere Mägen knurren und so entscheiden wir uns gegen einen Apéro-Halt und gehen stattdessen mit grossen Schritten den langen Gang Richtung 3 Sterne Restaurant.

Dort werden wir freundlich begrüsst, von unseren Mänteln befreit und durch das stilvolle Restaurant begleitet. Unser Blick fällt auf die ungewohnt vielen Kinder, die an den Tischen sitzen. Den kleinen Geniessern serviert man hier neben dem Menü auch einfachere Pasta Gerichte – vorbildlich!

Unser Tisch ist sehr schön hergerichtet. Das Menükärtchen wird von einem Metallhalter stilvoll getragen. Aus den Musikboxen berieselt uns Ludovico Einaudi mit „Una Mattina“ – was er noch drei weitere Male an diesem Abend tun wird. Durch die grosse Fensterfront beobachten wir die Hauptprobe der VW „Santana“ Enthüllung, welche drei Tage später hier gefeiert wird.

Maître Jimmy Ledemazel stellt sich uns vor. Er und sein französischer Akzent sind uns von Beginn weg sympathisch. Er begleitet uns auch sehr professionell und freundlich durch den ganzen Abend.

Snack & Knusperrillos [8/10]

Noch während wir das helle und freundliche Restaurant betrachten und uns rasch wohl fühlen, serviert man uns ein paar Willkommenshäppchen. Diese stehen auf eigens für das ‚Aqua‘ designeten Plexiglashalter – sehr stilvoll.

Wir starten mit den „Knusperrillos“. Diese sind extrem frisch und dem Namen gerecht, angenehm knusprig. Wir staunen, wie viel Geschmack sich aus den kleinen Häppchen entfaltet. Am besten demonstriert uns dies die Frühlingsrolle – die asiatischen Aromen sind richtig toll und verbreiten sich im ganzen Mund!

Ein wahres Geschmacksfeuerwerk zünden die karamellisierten Kalamata Oliven – himmlisch diese Kombination. Damit sind auch die langweiligen Oliven von heute Mittag, auf der Pizza eines Wolfsburger Innenstadtlokals, vergessen.

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Nach diesen ersten Köstlichkeiten haben wir Zeit das Menü zu studieren. Es stehen zwei Menüabfolgen zur Auswahl. Im Menü „Visionen“ werden neue Kreation serviert, im Menü „Impressionen“ einige Klassiker. Da wir das erste Mal bei Elverfeld essen und das Impressionen Menü noch zwei Gänge umfangreicher ist, entscheiden wir uns für dieses.

Beim Bestellen werden wir auf zwei zusätzliche Optionen aufmerksam gemacht. Zum einen sei heute Morgen ein frischer Steinbutt geliefert worden, welchen man anstelle der Seezunge ins Menü integrieren kann, und beim Hauptgang bietet man uns eine Alternative vom Wagyu (Marmorierung 9+) anstelle des Weidekalbs an. Leider erwähnt man dabei nicht, dass ein solches Wagyu-„Upgrade“ mit 35 € verrechnet wird.

Bei Sommelier Marcel Runge ordern wir eine passende Weinbegleitung. Nach der gestrigen Weindegustation sind uns 9 Gläster aber doch zu viel. Damit wir trotzdem die Auswahl des Sommeliers erleben können, ordern wir die Begleitung in halben Deziliter – diesem Wunsch kommt man gerne nach.

Zuerst gibt es aber noch eine kleine Blinddegustation – ein Standardprozedere hier im ‚Aqua‘. Dafür kommen die schwarzen Gläser, welche schon zu Beginn auf dem Tisch stehen, zum Einsatz. Wahlweise ein Wein oder für Alkoholabstinenzler ein Saft, gilt es zu erraten. Ein Gag, der eine versteifte Gesellschaft vielleicht etwas aufzuheitern vermag – wir hätten darauf aber gut verzichten können. Vermutlich hat das Servicepersonal diese Szene schon zu oft durchgespielt – und das spürt man auch.

Brot

Drei hausgemachte Brotsorten werden als nächstes aufgetragen. Jedes Gebäck ist sehr fein – die Auswahl eher klein. Die Butter salzt man auf Wunsch direkt am Tisch – edel. Der grosse Auftritt der Butter währt nur kurz, denn ein anderes Produkt auf dem Tisch erhält unsere volle Aufmerksamkeit: der Aufstrich aus Macadamianusspüree! Die himmlischen Aromen von Curry und Kokos machen absolut süchtig!!

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Suppen-Shots / Löffel-Degustation [9/10]

Die Menüs im ‚Aqua‘ starten immer nach dem gleichen Schema. Dazu zählen neben den „Knusperrillos“ auch die „Suppen-Shots“ und die „Löffel-Degustationen“. Deren Inhalt wird selbstverständlich regelmässig geändert. Auf unseren Löffeln liegen zum einen eingelegte Sellerie, PX-Essig & Joghurt und auf dem anderen, Süsskartoffel, Apfel & Backerbse. Bei Letzterem gefällt uns die knusprige Textur – etwas, was wir am heutigen Abend noch ein paar Mal antreffen werden. Die Löffel sind gut, viel besser jedoch die Shots. Während wir bei der Kaltschale von Gurken die stimmige Säure der Yuzu schätzen, macht uns der „Vitello Tonnato “ beinahe sprachlos. Wir hätten niemals geglaubt, dass man dieses Geschmackserlebnis, in fast flüssiger Form, so gut hinbekommt.

Zu guter Letzt beissen wir in den Zwiebelchip mit krosser Schweineschwarte. à la Ratatouille, finden wir uns in der Kindheit wieder, wo wir bei der Grossmutter Bratwurst an herzhafter Zwiebelsauce geniessen. Ganz stark!

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An dieser Stelle würde das eigentliche Menü starten – denn neben den Häppchen gibt es im ‚Aqua‘ kein eigentliches Amuse Bouche. Beeindruckt von unserer langen Anreise (oder von unserer Kamera?), schickt uns Sven Elverfeld jedoch einen zusätzlichen Gruss. Dies in Form eines Gerichts aus dem Menü „Visionen“.

Gänseleber / Zwetschge, Fourme d’Ambert & Haselnuss [9/10]

Die Terrine ist genial – wunderbar aromatisch, perfekt im Schmelz. Uns begeistern auch die vielen kleinen Nebendarsteller auf dem Teller. Am meisten wird das schöne Grundprodukt von der Zwetschge und den karamellisierten Haselnüssen unterstrichen. Aber auch die leicht dosierte Erdnusssauce und die wuchtigen Blauschimmelkäse-Nuggets, bereichern den tollen Hauptakteur, ohne von dessen wunderschönem Eigengeschmack abzulenken. Wir sind happy über diesen zusätzlichen Einblick in Elverfelds Küche!

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Hering & würzige Holunderblütenmarinade / Essiggurke, Radieschen & Pumpernickelcreme [6/10]

Wie Sven Elverfeld uns später am Tisch verraten wird, ist dies eine Hommage an seine Heimat. Dort gilt Hering auf Pumpernickel mit Gurke zu den bekannten Speisen. Uns gefallen hier der feste Biss des Fisches sowie dessen liebliche Holunderblütenmarinade. Der Rest schmeckt so wie man es sich vorstellt. Für uns ein sehr kreatives Gericht, welches aber geschmacklich nicht begeistert.

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Räucheraal / Kürbis, Grüner Apfel & Kernöl [9/10]

Wir leisten der Aufforderung der freundlichen Servicemitarbeiterin Folge und beginnen oben links, mit der warmen Kürbissuppe mit Apfeleis. Dabei begeistert uns sowohl die geschmackliche Marriage, als auch das Temperaturspiel zwischen warm und kalt. Grossartig! Auch für den restlichen Teller gibt es dasselbe Prädikat. Uns gefällt wie harmonisch alles schmeckt, wie perfekt jedes noch so kleine Element zubereitet ist und wie gut jede noch so mögliche Kombination zwischen Aal, Apfel und Kürbis schmeckt.

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Seezunge „Murat“ / Artischocke, Kartoffel & braune Butter [8/10]

Beim nächsten Teller kommt zuerst der Geruchssinn auf seine Kosten. Der Geschmack nach geschmolzener Butter ist himmlisch. Der Gaumen freut sich dann über die wunderbaren Kartoffeln – einmal in Form eines tollen Kartoffelstocks sowie über die kleinen Kartoffelwürfelchen, welche nicht nur sehr gut schmecken, sondern auch über eine knusprige Textur verfügen. Auch die toll zubereitete Seezunge überzeugt. Das Petersilienpüree und die Zitronentupfer runden das stimmige Gericht ab.

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„Kommt jetzt nicht das Kaninchen?“, fragen wir den Sommelier überrascht, als er uns einen Wein für das Foie Gras Gericht kredenzt. Mit einem knappen aber bestimmten „Nein, die Leber“ müssen wir uns begnügen. Unser irritierter Gesichtsausdruck bleibt auch dem Maître nicht verborgen. Er erklärt uns die Menüänderung, welche man vorgenommen hat, weil nicht alle am Tisch die Entenleber orderten. So serviere man uns das Kaninchen erst im nächsten Gang. Für uns verständlich, trotzdem erwarten wir, dass man die Gäste über solche Anpassungen informiert.

Gebratene Entenleber & Paella Aromaten / Chimichurri, Joselito Schinken, Bomba-Reis [8/10]

Auf dieses Entenlebergericht freuen wir uns besonders. Und da wir gute Paella lieben, sind wir besonders gespannt auf diese Kreation. Die Geschmäcker des spanischen Nationalgerichts sind dann auch gleich klar auszumachen. Wie schon bei den bisherigen Gerichten fällt auch hier auf, wie toll die einzelnen Elemente abgeschmeckt sind. Im ‚Aqua‘ sehnt man sich keine Sekunde nach einer Salz- oder Pfeffermühle – und das ist uneingeschränkt positiv zu verstehen.

Die Leber und alles Drumherum ist spannend zu essen. Auch hier dominieren wohlwollende Aromen, ein schöner Schmelz und die knusprigen Elemente. Einzig den zu stark reduzierten Lebergeschmack gilt es zu bemängeln. Der Balanceakt zwischen den verschiedenen Aromen ist hier nicht uneingeschränkt gelungen.

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Kaninchen – Pot au feu „Erinnerungen an Kreta“ / Weisse Bohnen, Blattspinat, Feta, Oregano & Zitrone [6/10]

Mit diesem Gericht schaut Sven Elverfeld auf seine Zeit in Kreta zurück. Dort wurden ihm oft Eintöpfe serviert. Meistens hat man dazu Kaninchen geviertelt und mit verschiedenen Aromen eingekocht. Uns gefällt seine Edel-Variante. Das Kaninchen hat den perfekten Garpunkt, der Eintopf ist sehr stimmig gewürzt und überraschend vielfältig im Geschmack. Ein schönes Gericht, welches uns aber doch nicht veranlasst gleich einen Flug Richtung Griechenland zu buchen.

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Reis-Allerlei & Sot-l’y-laisse / Mimolette & Trüffel Magnatum Pico [7/10]

Sven Elverfeld schickt uns noch einen zweiten Gang vom „Visionen“- Menü. Was wir in der Tellermitte für Eigelb halten, ist flüssiger Mimolette, ein französischer Käse. Dabei schafft man eine sehr spannende Kombination mit dem wunderschönen Alba-Trüffel. Uns gefällt auch der perfekt zubereitete Wildreis. Einzig die Sot-l’y-laisse haben bei den dominanten Aromen eine etwas gar schwierige Aufgabe.

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Champagner Crèmsorbet / „Ruinart Rosé“ [7/10]

Der Klotz auf dem die Erfrischung serviert wird, besteht aus echtem Eis – eine sehr stilvolle Präsentation. Das darin liegende Champagner Crèmesorbet wird vor unseren Augen mit etwas Rosé von „Ruinart“ übergossen. Wir sind vom Aroma stark beeindruckt. Das Eis ist wunderbar crèmig und sehr erfrischend.

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Brust & Bries vom Weidekalb / Bete, Steckrübe, Linsen & Senf [7/10]

Der Hauptgang ist bodenständiger als die bisherigen Gerichte. Uns gefällt die Komposition gut, auch wenn wir auch hier nicht in Freudentaumel ausbrechen. Dafür sind die gestreiften Steckrüben zu belanglos. Auch der Kalbsbrust fehlt es an Ausdruck. Daumen hoch dann für das aromatische Bries und die tolle Senfsauce mit Linsen. Auch die Rande ist von beeindruckender Qualität!

Nach dem Hauptgang gibt es eine Erfrischung in Form eines warmen Lappen. Zwischenstand: ein tolles Menü, bei dem wir aber doch das eine oder andere grosse Highlight vermissen. Aber noch geht es weiter…

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Handkäs‘ mit Musik – geeist „Hommage an meine Heimat“ [-/10]

Beim Käsegang entschieden wir uns gegen die Auswahl vom Käsewagen und für eine kreative Komposition. Diese hessische Spezialität wird am Tisch finalisiert. Für uns ist das Ganze masslos übersalzen und überhaupt kein Genuss.

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Buttermilch & Johannisbeeren / Lakritz & Fenchel [10/10]

Was für ein Dessert! Sowohl konzeptionell als auch geschmacklich ganz grosse Klasse! Dazu hat Pâtissier Eric Räty die ausschliesslich süssen Pfade verlassen und die Nachspeise unorthodox mit Gemüse kombiniert. Dabei findet er eine perfekte Balance zwischen den beiden konträren Geschmacksrichtungen und hat ein innovatives, gar wegweisendes Dessert kreiert. Des Weiteren ist dieses Dessert überraschend leicht und sehr erfischend. Wir sind sprachlos!

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Süsses Finale [8/10]

Zum Schluss werden sowohl die klassischen, als auch die progressiven Schleckmäuler glücklich. Für Letztere ist die spannende Rotkohlsuppe mit Joghurtsorbet, Granatapfel und schwarzem Sesam. Für die Klassiker das fluffige Kokosespuma mit Zuckermais und Fingerlimes. Beides ist in jeweiliger Art eine ganz tolle Kreation. Der Quitten-Cupcake & Frischkäsemousse ist extrem aufwendig und filigran zubereitet, aber geschmacklich nicht ganz so spannend.

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Pralinen [9/10]

Zum Kaffee wird nochmals ein Wagen vorgerollt. Darauf zählen wir 20 verschiedene Pralinen mit spannend klingenden Namen. Wir wählen deren fünf und erfreuen uns an den schönen Kombinationen, den starken Aromen und der hohen Handwerkskunst! Ein wunderbarer Abschluss!

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Fazit: Wir erlebten in Wolfsburg einen grossartigen Abend. Wir spürten bei jedem Gericht den immensen Aufwand, der dahinter steckt. Alles war perfekt abgeschmeckt und vieles spannend kombiniert. Auch der Präsentation und der präzisen Taktung der Speisefolgen werden hier eine grosse Bedeutung beigemessen. Sven Elverfeld und sein Team haben von Beginn an alles im Griff.

Was wir jedoch vermissten waren die ganz grossen Highlights. Die Gerichte, die ein 3 Sterne Restaurant ausmachen. Bis auf das Dessert wurden uns keine solchen Kreationen serviert. Auch in anderen, mit Höchstwertungen ausgezeichneten Restaurants reiht sich nicht ein Höhepunkt an den anderen, doch drei, vier Gerichte sollten schon dabei sein, um einen Besuch unvergesslicht zu machen. Im ‚Aqua‘ waren diese Momente leider stark limitiert. Für uns etwas erstaunlich, da das Rüstzeug zu kulinarischen Höheflügen klar vorhanden war. Fehlt es an Mut für die letzte geschmackliche Konsequenz?

Der Service unter Maître Jimmy Ledemazel machte einen sehr guten Job. Trotz der noblen Atmosphäre schaffen er und sein Team eine sehr angenehme Stimmung. Nur schade, dass wir zum Schluss noch wegen der Rechnung reklamieren mussten. Denn die Weinbegleitung mit halben Dezi wurde uns zum vollen Preis von 175 € verrechnet. Nach unserem Hinweis mussten wir geschlagene 10 Minuten warten, bis Sommelier Marcel Runge wieder an unserem Tisch erschien und wortlos dieselbe Rechnung wieder neben uns auf den Tisch legte. Erst als wir uns untereinander fragend anschauten, kam er nochmals zurück und wies auf die korrigierte Quittung hinter dem ersten Beleg hin. Solche Szenen sind unnötig.

In der schönen Hotelbar mit Zigarrenlounge hakten wir das Malheur ab und liessen die Gedanken wieder um die tollen Gerichte des Abends kreisen. Der Ausflug nach Wolfsburg hat sich für uns gelohnt. Wir genossen hier eines der besten Menüs 2012.

Menü: Es stehen zwei Menüs zur Verfügung: „Visionen“, eine Retroperspektive in vier (135 €) bis sieben Gängen (175 €) oder das Menü „Impressionen“ in sechs (160 €) bis neun Gängen (205 €). Dazu reicht man zwei Wellen mit Häppchen und Friandises sowie Pralinen. Wir wurden 5 Stunden kulinarisch verwöhnt.

Wein: Neben einer beeindruckenden Weinauswahl, wird auch eine passende Weinbegleitung angeboten. Diese hat mit 175 € (für 8 Gläser in 9 Gängen) einen stolzen Preis. Folgende Weine wurden uns kredenzt:

2009 Weissburgunder Scheiben, Leht, Wagram
2011 Silvaner Sehnsucht, Horst Sauer, Franken
2010 Pedra de Guix, Terrior al Limit, Priorat
2010 Sequillo, Eden Sadie, Swartland
2010 Botani, Jorge Ordonez, Malaga
2006 Campo alla Sughera, Bolgheri
2011 Rotapfel, Schneider, Frankfurt
2005 Château de Rayne Vigneau, Sauternes

Online: The Ritz Carlton ist stolz auf sein kulinarisches Aushängeschild und spendiert dem ‚Aqua‘ einen eigenen Webauftritt. Auf der schön gestalteten Website findet man neben den aktuellen Menüs auch Fotos und Informationen über das Restaurant und Team.

Wertung: Gourmör O9 / Michelin M3 / Gault-Millau GM19

Sonderauszeichnung: Hier findet ihr eine Cigarren-Lounge

(Besucht im Oktober 2012)