La Vetta in Arosa

Das Tschuggen Grand Hotel gehört zu den besten Hotels der Alpen. Die wunderschöne Bergoase sucht ihresgleichen und mit dem einzigartigen Tschuggen-Express erreicht man die Pisten und Wanderwege schneller und bequemer, als in jedem anderen Hotel. Selbstverständlich dass ein Haus dieser Klasse seinen Gästen auch eine hochstehende Kulinarik anbietet. Mit dem La Vetta, zu Deutsch die Spitze, hat man seit drei Jahren gar das einzige Gourmetrestaurant mit Michelin Stern im Umkreis von einer Autostunde. Der Düsseldorfer Uwe Seegert erkochte den begehrten Macaron damals. Nachdem es ihn kurz darauf nach Schönried ins Ermitage zog, übernahm Tobias Jochim den Chefposten und verteidigte den Stern erfolgreich.

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Das stilvolle Interieur verdankt das La Vetta dem kreativen Innenarchitekten Carlo Rampazzi. Der Tessiner hat auch dem restlichen Hotel vor einigen Jahren eine neue Optik verpasst. Das Restaurant ist gemütlich und heimelig – auch wenn die Platzverhältnisse recht knapp sind. Wir erhalten einen Tisch in einer kleinen Nische. Von hier hat man nicht nur einen schönen Überblich auf das vollbesetzte Restaurant, sondern auch einen grosszügigen Abstand zum nächsten Tisch.

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Wie die anderen Gäste, verbrachten auch wir den ganzen Tag in der wunderschönen Aroser Natur und sind entsprechend hungrig. Zum Glück beginnt der Abend hier nicht wie üblich mit dem Überreichen der Speisekarte, sondern startet gleich mit der Brotauswahl um den Heisshunger zu stillen. Zu den erst auf Nachfrage annoncierten Brötchen, reicht man uns mit Kräutern verfeinertes Olivenöl, Butter und Salzflocken.

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Auf der anschliessend gereichten Speisekarte finden wir drei verschiedene 6 gängige Menüs. Der Gast hat die Wahl und darf aus den drei Speisefolgen frei kombinieren. Die Preise sind überraschend moderat. Mit 139 Franken für das grosse Menü zählt das La Vetta gar zu den günstigsten Sternerestaurants der Schweiz.

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Zum Apéro serviert man uns auf einem dunklen Speckstein eine geräucherte Bergkartoffel mit Aroser Sauerrahm und Osietra Kaviar sowie ein Kohlrabi-Tortellini mit gebeiztem schottischem Wildlachs [-/10] eine nette Einstimmung, die auch sehr gut zum prickelnden Champagner aus dem Hause Bollinger passt.

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Als Amuse Bouche folgt ein Gamsfilet mit Spitzkohl, Apfel und Belper Knolle [-/10]. Das Fleisch ist butterzart und wird von harmonischen Säurenoten begleitet.

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Anschliessend schickt die fünfköpfige Küchenbrigade den ersten Gang unseres Menüs:

Jakobsmuscheln – Avocado – Gurke – Miso-Grapefruit [5/10]

Die wunderbare Muschel wird nicht nur als hauchdünnes Carpaccio serviert, sondern auch als feines Tatar. Am meisten überzeugt uns die halbierte, heiss angebratene Variante. Sie hat diesen unverwechselbaren Duft, der uns geistig an die Küste der Normandie versetzt. Die süsse Miso und die cremigen Avocadotupfer runden das Gericht ab. Dazu serviert uns die Chef de Service, Assunta Amitrano, einen hervorragenden Sauvignon Blanc aus dem Hause Donatsch (unser Bericht über das Weingut).

 

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Emmentaler Milchkalb & Gänseleber – Rande konfiert & Eis [8/10]

Das Gericht ist nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich äusserst opulent. Im Mittelpunkt steht ein fein geschnittenes Tatar mit einer wunderbaren Dijon-Senf-Note. Darauf thront ein cremiger Gänseleber-Taler mit einem perfektem Schmelz. Komplettiert wird das Ganze durch die erdig-süsse Rande in verschiedenen Zubereitungsarten. Egal wie man mit der Gabel über den Teller streift, es stellt sich bei jedem Bissen ein absoluter Hochgenuss ein. Wir sind begeistert!

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Taube – Portwein – Feige – Malz – Pistazien – Kohlrabi [6/10]

Nach dem geschmacklichen Power-Gang wirkt das nächste Gericht geradezu puristisch. In dessem Zentrum steht eine perfekt zubereitete Taube mit zwei wuchtigen Saucen mit viel Tiefgang und Geschmack. Abgerundet wird das Ganze mit etwas dünn aufgeschnittenem Kohlrabi und Pistaziencrumble. Uns gefällt sowohl das schmackhafte Gericht in seiner Einfachheit, als auch die Intelligenz der Küche, sich hier auf das Wesentliche zu fokussieren und die Geschmacksrezeptoren auf den nächsten Höhenflug einzustimmen.

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Simmentaler Rind I – Ochsenschwanz – Grünkohl – Beef-Jerky – Gerste gepufft – geschmorte Urkarotte [6/10]

Einen solchen Höhenflug stellt das Simmentaler Rind dar. Das edle Tier steht gleich in zwei Varianten auf der Karte – wir bestellten Beide. Den Auftakt macht der geschmorte Ochsenschwanz, an einem erneut richtig starken Jus. Der getrocknete Grünkohl dient nicht nur der Dekoration, sondern bereichert mit seinem eigenwilligen Aroma das Geschmacksbild. Für die knusprige Textur ist die gepuffte Gerste verantwortlich. Wie intensiv Rüebli schmecken können, werden in diesem tollen Gericht ebenfalls eindrücklich demonstriert.

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Simmentaler Rind II – Entrecôte – Mark – Erdnuss – Schwarztee – Süsskartoffel [-/10]

Auch der zweite Auftritt des hochwertigen Rinds überzeugt, auch wenn dieser mit der vorherige Komposition nicht mithalten kann. Dazu fehlt die Spannung. Vor allem die Süsskartoffel dominiert das Gericht zu stark. Applaus gibt es wiederum für die charaktervolle Sauce und das wunderbare Mark – eine Delikatesse, die es leider viel zu selten auf die Teller schafft.

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Die Gerichte sind perfekt portioniert. So bleibt auch noch Platz für den süssen Abschluss. Darauf eingestimmt werden wir durch ein pré Dessert von Staudensellerie Granité mit Grapefruit Espuma [-/10]. Dies ist eine gewagte aber sehr feine Kombination, welche die Brücke zwischen den salzigen und den süssen Gerichten mit Bravour schlägt.

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Dreierlei Blutorange – Zitronenthymiancréme – Cashewnussglace [7/10]

Die Cashewnuss-Glace ist schlicht eine Granate. Zusammen mit den caramelisierten Nüssen entsteht auf dem Teller eine wunderbar süsse Marriage. Dazu gesellt sich mit der Blutorange ein fruchtig-saurer Gegenpart. Ein würdiger Abschluss eines sehr überzeugenden Menüs.

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Friandises [8/10]

Zum anschliessenden Espresso serviert man uns eine schöne Auswahl an ausgezeichneten Friandises. Jede einzelne Petitesse überzeugt mit einem kräftigen Aroma.

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Das Service-Team: Milan Biri, Jennifer Wappler, Assunta Amitrano (Chef de Service), Mikela Sigrist, Jan-Andre Jans.

la_vetta_tschuggen_grand_hotel_tobias_jochim_20Die Küchenbrigade: Dirk Schied (Sous Chef), Moritz Braunwarth, Matthias Beutel,
Tobias Jochim (Chef / Executive Chef), Matthias Baumgartner

Fazit: Wer das schöne Arosa besucht, sollte sich einen Besuch im La Vetta auf jeden Fall einplanen. In stilvoller und ungezwungener Atmosphäre serviert die Küchencrew um Tobias Jochim sehr überzeugende Menüs. Gearbeitet wird mit hochwertigen Produkten und einem gelungenen Mix aus Tradition und Avantgarde. Das Ergebnis sind spannende Kombinationen, geschmacksvolle Teller und charaktervolle Saucen.

Die engagierte Chef de Service Assunta Amitrano, machte ebenfalls einen tollen Job. Sie war sehr präsent und unterstützte ihr internationales Serviceteam auch mal wenn es Probleme mit der deutschen Sprache gab. Auch die selektionierte Weinbegleitung verdient ein Lob. Jeder Tropfen war akkurat auf das zu begleitende Gericht abgestimmt. Amitrano hat Arosa in der Zwischenzeit leider verlassen. Es bleibt zu hoffen, dass man bis zum Start der Sommersaison einen geeigneten Nachfolger findet.

Menü: Zur Auswahl stehen drei verschiedene Menüs – eines davon komplett vegetarisch. Jeder Gast am Tisch kann zwischen diesen drei Speisefolgen frei kombinieren. 6 Gerichte mit Häppchen, Amuse, pré Dessert und Friandises werden zu sehr fairen 139 Franken serviert. 5 Gänge kosten 124 Franken, 4 Gänge 109 Franken, 3 Gänge 94 Franken und 2 Gerichte nach Wahl 79 Franken.

Zeit: Das grosse Menü wurde uns in knapp 3 Stunden serviert.

Weine: Die Weinauswahl ist umfangreich. Die angebotene Weinbegleitung intelligent zusammengestellt. Folgende Begleitung wurde mit 96 Franken verrechnet:

Sauvignon Blanc 2012, Weingut Donatsch, Schweiz
Louis Roederer Demi Sec, Frankreich
Pinot Noir 2010, Weingut A. Pelezzatti, Schweiz
PI CA DO 2010, Weingut Donatsch, Schweiz
S 88 2011, Weingut Stäger, Schweiz

Online: Das Restaurant hat zwar keine eigene Website, jedoch eine Kategorie auf der Hotelwebsite. Hier findet man neben den Öffnungszeiten auch das aktuelle Menü und die Weinkarte.

Wertung: Gourmör O6 / Michelin M1 / Gault-Millau GM15
Sonderauszeichnung:  Schöne Zigarren-Lounge vorhanden

(Besucht im Februar 2014)

Tschuggen Grand Hotel in Arosa

Exakt 365 Kurven trennen Arosa von der Bündner Hauptstadt Chur. In der kleinen Gemeinde auf 1’700 Meter angekommen, findet man ein fantastisches Naturparadies vor. Hier in Arosa befindet sich auch eines der besten Hotels der Schweiz. Dank der auffallenden Architektur gehört das Tschuggen Grand Hotel auch zu den bekanntesten Adressen. Der Anblick der imposanten Segel, welche in der Nacht in bunten Farben erstrahlen, ist unvergesslich schön. Das 5-Sterne-Haus liegt etwas oberhalb vom Aroser Dorfkern, wodurch die Gäste neben dem eindrücklichen Panorama auch die Ruhe geniessen.

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Wer schon mal in den Skiferien war, kennt das Problem mit dem vielen Gepäck und der sperrigen Ausrüstung. Umso schöner, wenn man im Tschuggen Grand Hotel vorfährt und einem das ganze Bagage abgenommen wird. Währenddessen setzen wir uns auf die bequemen Kaschmirsessel in der gemütlichen Bar und geniessen den hausgemachten Willkommens-Ice-Tee. Gleichzeitig studieren wir den Pistenplan. Seit dem kürzlichen Zusammenschluss mit der Lenzerheide, stehen den Wintersportler 225 Pistenkilometer zur Verfügung. Kräftige Sonnenstrahlen dringen in die grosse Bar und machen auf das Prachtwetter aufmerksam. So verschieben wir den Zimmerbezug auf später und machen uns stattdessen auf den Weg auf die Pisten.

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Hier kommt eines der grossen Highlights des Hauses zum Einsatz: der Tschuggen-Express. Eine Hoteleigene Bahn, welche die Gäste in weniger als drei Minuten von der kleinen Station hinter dem Hotel, direkt auf die Skipisten transportiert. Dadurch entfällt der zeitraubende Transfer oder der mühsame Fussmarsch zur Seilbahn. Wir sind absolut begeistert. Nirgends fährt man komfortabler und luxuriöser ins Skigebiet als hier. Während zur selben Zeit andere Wintersportler die kantigen Skies durch die Strassen buckeln, sitzen wir auf den bequemen Ledersesseln und geniessen auf der Fahrt das eindrückliche Panorama. Am Abend kann man entweder die kurze Abfahrt zum Hotel in Angriff nehmen oder mit der Hotelkarte den Tschuggen-Express bestellen.

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Kaum im Hotel angekommen entschleunigt sich die Zeit. Dank dem eleganten Ambiente und den stilvollen Pianoklängen, tauchen wir augenblicklich in die fantastische Tschuggen-Welt ein. Von einer freundlichen Receptionistin werden wir anschliessend in die eindrucksvolle Junior Suite begleitet. Wie auch das restliche Hotel, tragen die 130 Zimmer und Suiten die Handschrift des kreativen Innenarchitekten Carlo Rampazzi. Der Tessiner setzte bei der Einrichtung auf hochwertige Materialien und verleiht jedem Zimmer einen individuellen Touch.

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Den Tag startet man mit einem ausgiebigen Frühstück, welches im Grand Restaurant serviert wird. Ob beim Brot, Müesli oder Fleisch, die Qualität und Vielfalt begeistern. Auf Wunsch bietet man zudem verschiedene Eierspeisen an. Entsprechend gut gestärkt sind die Gäste für den langen Tag auf den Pisten oder auf den unendlichen Wanderwegen.

Am Abend hat man die Qual der Wahl. Das Hotel bietet seinen Gästen vier verschiedene Restaurants an:

Grand Restaurant – Im grossen Hauptrestaurant liegt jeden Abend ein anderes Menü aus. Im eleganten Ambiente (im Winter mit Jacketpflicht) werden zeitgemässe Speisen serviert.

La Vetta – Im Gourmetrestaurant wird jeden Abend ein hochwertiges Menü serviert. Das Lokal ist mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Unser Bericht folgt.

Bündnerstube – Im urchigen Lokal gibt es Bündner Spezialitäten wie Capuns und Pizokel. Auch feine Fondues und Raclette werden hier angeboten. Auf der, ins Restaurant integrierten Kegelbahn, kann man sein Geschick unter Beweis stellen.

La Collina – Hier wird am Mittag (im Sommer auch am Abend) Speisen mit „südlichem“ Touch serviert. Von der Terrasse hat man eine grandiose Aussicht auf die umliegenden Berge.

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Ob Gourmet Kreationen oder ein währschaftes Fondue, den Abend lässt man am besten bei einer schönen Zigarre in der Cigar Lounge oder einem Drink an der Tschuggen Bar ausklingen. Hier wählt man von der umfangreichen Barkarte und geniesst dazu die Live Musik. Hier werden auch rund um die Uhr kleine Snacks angeboten. Am Nachmittag kommt man zudem in den Genuss feiner Süssigkeiten aus der Pâtisserie.

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Ein weiteres Highlight des Tschuggen Grand Hotel ist die traumhafte Bergoase. Auf 5’000 Quadratmeter bietet man den Gästen Wellness vom allerfeinsten. Ob Saunawelt, Dampfbäder, Kneippzone, Relexbereich oder den grossen Pool, den Wünschen sind keine Grenzen gesetzt. Hier wird sogar die Erlebnisdusche, mit Sommergewitter und Schneeregen, ihrem Namen gerecht. Die vom Tessiner Mario Botta designte Wellnessoase ist atemberaubend schön. Das Wasser ist perfekt temperiert und vom Aussenpool geniesst man die letzten Sonnenstrahlen und den malerischen Blick auf die schneebedeckten Berge.

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Trotz der Weitläufigkeit und den 130 Zimmern, behält das Tschuggen Grand Hotel einen sehr persönlichen Touch. Einen grossen Anteil daran hat Direktor Leo Maissen. Der erst 34 jährige Bündner ist ein ausgezeichneter Gastgeber. Ohne aufdringlich zu sein, ist er stets präsent und begrüsst und verabschiedet die Gäste persönlich. Ihm und seinen Mitarbeitern ist es dann auch zu verdanken, dass wir uns hier wie zu Hause fühlten und das Haus ins Herz geschlossen haben.

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Fazit: Das Tschuggen Grand Hotel ist ein hervorragendes Haus mit viel Stil und grosser Klasse. Ob im Sommer zum Wandern oder während der kalten Jahreszeit für den Wintersport – das Haus ist der ideale Ausgangspunkt für unvergessliche Abenteuer. Dank dem persönlichen Umgang, den wunderschönen Zimmern und der fantastischen Wellnessoase, ist man auch nicht traurig wenn das Wetter mal ein paar Tage nicht mitspielt. Es gibt garantiert etwas zu erleben und ganz viel zu geniessen. Und wer einmal die Vorzüge des Tschuggen-Express genossen hat, wird bei zukünftigen Seilbahnfahrten wehmütig an diesen silbernen Flitzer zurückdenken.

 

Tschuggen Grand Hotel *****
Sonnenbergstrasse 1
7050 Arosa
Website

(Besucht im Februar 2014)

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Heimberg in Zermatt

Nächste Woche ist es soweit, am 30. Mai eröffnet der renomierte Spitzenkoch Marcus G. Lindner im St. Gallischen Uznach sein eigenes Restaurant Der Kunsthof. Da der 18-Punkte Chef weiterhin die Gastronomie im Luxushotel The Alpina in Gstaad leitet, hat er den Küchenchefposten in Uznach seinem österreichischen Landsmann Christian Geisler übergeben. Lindner kennt den erst 29-Jährigen seit der gemeinsamen Zeit im Mesa in Zürich. Geisler war damals sein Sous-Chef. Zusammen kochten sie das Lokal an der Weinbergstrasse, bis an die Spitze der Zürcher Gastronomie. Nachdem es Lindner nach Gstaad zog, übernahm Geisler seinen ersten Chefposten im Heimberg in Zermatt.

Dort, am Fusse des Matterhorns hat er das chice Restaurant drei Saisons lang geleitet. Er und sein Team verwöhnten während den Wintermonaten die Gäste auf höchstem Niveau. 2012 wurde seine Küche von Michelin mit einem Stern ausgezeichnet. Wir haben das Team an einem der letzten Abenden in Zermatt besucht und können bereits vorweg nehmen, dass sich Gourmets im Unterland auf einen äusserst talentierten Chef freuen dürfen.

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Das Heimberg versteckt sich in einer kleinen Seitengasse. Hinter dem Eingang trifft man auf eine Bar, mit freiem Blick in die offene Küche. Dort wird gebrutzelt und mit grösster Konzentration angerichtet. Im oberen Stock wartet der gemütliche Speiseraum – ein wunderschönes Werk des Zermatter Innenarchitekten Heinz Julen, in welches wir uns augenblicklich verlieben. Genau so einmalig wie die Optik, ist auch das kulinarische Konzept. Hier im Heimberg gibt es nämlich keine Speisekarte. Der Gast startet mit einer Überraschungs-Vorspeise und entscheidet sich danach, ob er eine Zweite möchte, oder bereits den Hauptgang wünscht.

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Vorweg erhalten wir einen Baumstammabschnitt auf den Tisch. Darauf finden wir, neben essbarem „Sägemehl“, ein mit Spinat gefülltes Kissen, sowie geräucherten Fisch zwischen zwei hauchdünnen Plättchen. Der Auftakt ist vielversprechend. Die Häppchen sind nicht nur wunderbar frisch, sondern auch stark im Aroma. Wir spüren, dass heute ein grosser Abend werden könnte. Und tatsächlich, nach einem interessanten Amuse Bouche mit Rotkohl kontrastiertem Lamm, serviert man uns ein erstes grosses Highlight, in dessen Zentrum ein glasig gegarter Lachs mit seinem Rogen steht. Dazu serviert man Fenchel und molekular verarbeitete Tomaten, Basilikum und Crème fraiche. Es ist absolut beeindruckend, wie klar die Aromen herausgearbeitet sind und welch Symbiose dadurch auf dem Teller entsteht – ausgezeichnet.

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Die Frage des passionierten Maître Danny Neynaber, ob wir noch eine weitere Vorspeise wünschen, beantworten wir mit einem überzeugenden Ja. Dieses Prozedere wiederholen wir in den nächsten Stunden noch ein paar Mal und kommen so in den Genuss von Sot-l’y-laisse an herzhaftem Geflügelfond – in einer Petrischale servierten Wels, flankiert von Rhabarber und Joghurt – perfekt zubereitetes Kalb mit tollem Kürbis – sowie einer alpinen Version des Surf and Turf mit Zander und einem charaktervollen Schwein an delikaten Pfifferlingen.

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Bei der fünften Frage entscheiden wir uns für den Hauptgang. Das eindrucksvolle Rind, begleitet mit köstlichem Bärlauch und den ersten Spargeln, beendet das Menü mit einem Paukenschlag. Wiederum werden wir von satten Aromen und einem perfekt zubereiteten Gericht verwöhnt. Auf die kleine Käseselektion folgt als pré Dessert ein Snowball mit Tanne, Holunder und Zitrone. Dieser hat zwar einen interessanten Goût, ist aber in der Summe viel zu eisig und kalt um geniessbar zu sein. Entschädigt werden wir dann aber vom eigentlichen Dessert mit feinstem Nougat, welches von Himbeeren begleitet wird. Dafür hat Geisler nochmals in die alchemistische Trickkiste gegriffen. Das Ergebnis, ein ausgezeichnetes Dessert mit wunderbarem Geschmack, welches trotz moderner Zubereitungsmethoden, ohne Effekthasscherei auskommt.

heimberg_zermatt_christian_geisler_20Die Küchenbrigade: Ingo Pappenberg, Simon Fraundorfer, Mitja Birlo (Sous-Chef), Christian Geisler (Chef), Ilion Schenker, Nelson Rodrigues, Herminio Teles

 

Fazit: Christian Geisler ist ein ausgezeichneter Koch mit vielen Ideen und einer eigenen Handschrift. Seine Küche ist präzis und stark auf den Geschmack fokussiert. Da er fast die komplette Crew vom Heimberg in den Kunsthof zügelt, darf sich Uznach auf ein grossartiges Restaurant freuen. Schade nur, dass der Chef an der Front, Danny Neynaber den Weg nicht mitgeht. Er wechselte in die Rüsterei nach Zürich. Er ist ein hervorragender Gastgeber und mit viel Elan und Begeisterung am Werk. Zum Glück hat man aber auch hier einen Ersatz gefunden. Christian Magner, ehemaliger Sommelier im Mesa, übernimmt den wichtigen Posten in Uznach. Wir sind äusserst gespannt auf den Start des Kunsthof und wünschen allen Beteiligten viel Erfolg. Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, dass man auch im wunderschönen Heimberg einen geeigneten Nachfolger findet – das einmalige Ambiente hätte dies auf jeden Fall verdient.

Website Der Kunsthof in Uznach
Website Heimberg in Zermatt

Wertung: Gourmör O8 / Michelin M1 / Gault-Millau GM16
Sonderauszeichnungen: Hier fühlt man sich besonders wohl    Fumoir vorhanden

(Besucht im März 2014)

 

heimberg_zermatt_christian_geisler_5Airbread – Spinat / Rauchfisch – Grissini

heimberg_zermatt_christian_geisler_6Lammfilet / Rotkohl / Meerrettich

 

heimberg_zermatt_christian_geisler_8Lachs / Fenchel / Basilikum / Crème fraiche

 

heimberg_zermatt_christian_geisler_9Sot-l`y-laisse / Gelbe Rübe / Schnittlauch

 

heimberg_zermatt_christian_geisler_10Wels / Topinambur / Rhabarber / Joghurt

 

heimberg_zermatt_christian_geisler_11Kalb / Kürbis / Lattich

heimberg_zermatt_christian_geisler_12Zander/ Schwein/ Pfifferling

 

heimberg_zermatt_christian_geisler_13Rind/ Bärlauch/ Spargel

heimberg_zermatt_christian_geisler_14Käse Auswahl

 

heimberg_zermatt_christian_geisler_15Snowball (Tanne, Holunder, Zitrone)

heimberg_zermatt_christian_geisler_16Nougat/ Himbeere/ Essig

heimberg_zermatt_christian_geisler_17Friandises

heimberg_zermatt_christian_geisler_18 Apfel / Rucola

heimberg_zermatt_christian_geisler_19 Danny Neynaber, Arvid Polivka, Patrick Just, Karina Zirm, Stefanie Fischer, Evelyn Weiss (von oben links nach unten rechts)