MEAT’s in Aarau

Mitte August öffnete das MEAT’s im Herzen von Aarau seine Türen. Der Name ist hier Programm. Täglich landet bestes Fleisch auf dem Grillrost des grossen Ofens. Dieser wurde extra aus den USA importiert und lässt sich auf unglaubliche 800 Grad erhitzen. Das Fleisch erhält dadurch eine schmackhafte Kruste und wird besonders saftig. Das MEAT’s ist aber nicht irgendein Steakhouse. Der Unterschied macht sich schon auf der Speisekarte bemerkbar. Neben den Klassikern findet man dort auch unerwartetes wie zum Beispiel gebackenes Markbein oder ein Duo von der Entenleber.

Für die interessante Karte ist Geschäftsführer Daniel Gehriger verantwortlich. Er war nicht nur viele Jahre Mitglied in der Schweizer Kochnationalmannschaft, sondern leitet auch verschiedene Gastrobetriebe. Die Gäste profitieren von seiner grossen Erfahrung und seiner Begeisterung für hochwertige Produkte. Entsprechend gibt es nicht nur perfekt gereiftes Fleisch, geliefert von ausgewählten Produzenten, sondern auch hochwertige Produkte als Vorspeise und Beilagen.

Wir waren gespannt ob das MEAT’s hält was es verspricht und besuchten das Restaurant vor ein paar Wochen. Wir bestellten kreuz und quer von der Karte. Das Ergebnis: Daumen hoch – das MEAT’s gehört klar zu den besten Lokalen in dieser Kategorie. Das Fleisch ist super. Die Grösse kann man uneingeschränkt wählen. Dabei bezahlt man jeweils einen Grundpreis für die ersten 200 Gramm und für jede weitere 100 Gramm einen kleinen Aufpreis. Zum perfekt gebratenen Fleisch, welches man auf Wunsch auch räuchert, serviert man uns wunderbare Saucen. Dazu ordern wir hauchdünne Pommes-Frites, saftige Maiskolben und „on top“ eine Languste. Auch die zuvor bestellten Vorspeisen überzeugten ausnahmslos. Hier im MEAT’s lohnt es sich sogar die Nachos zu bestellen.

Das Restaurant war an diesem Abend komplett voll. Dies ist auch der Verdienst des aufmerksamen Service unter der Leitung von Silvy Erler. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass die geplante Expansion tatsächlich umgesetzt wird und bereits im nächsten Jahr drei weitere Städte in den Genuss dieses tollen Konzepts kommen.

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Unser Fotoalbum:

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Geschäftsführer Daniel Gehriger mit Silvy Erler und Betriebsleiter Christian Fleischhauer (v.l.n.r.)


(Besucht im Oktober 2013)

10 Jahre Schauenstein

Heute vor 10 Jahren begrüsste Andreas Caminada in seinem Schloss Schauenstein die ersten Gäste. Während er mit einem Mitarbeiter in der kleinen Küche stand, kümmerte sich seine damalige Partnerin Sieglinde Zottmaier um den Service und die wenigen Zimmer im wunderschönen Schloss. Dass bald Gourmets von der ganzen Welt hierher pilgern werden, hat sich der damals 26-jährige zu diesem Zeitpunkt nicht zu träumen gewagt. Noch war alles ruhig im 350-Seelen-Dorf Fürstenau.

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Das Schloss Schauenstein umgeben von der Bündner Natur

Mit der Ruhe war es am 25. Januar 2004 vorbei. An diesem Sonntag erschien in der „SonntagsZeitung“ ein Bericht über dieses neue Restaurant im Domleschg. Karin Oehmigen verfasste den Artikel über das „Schlaraffenschloss“. Sie erinnert sich noch heute gerne zurück an den ersten Besuch auf Schauenstein: „Das Potential, die Aufbruchstimmung hat man sofort gespürt – und nicht nur in der Küche. Auch das Haus hatte eine tolle Aura und bot alle Voraussetzungen für ein kulinarisches Gesamtkunstwerk.“. Die erfahrene Food-Journalistin machte mit diesem Artikel den Geheimtipp öffentlich. Fortan reisten immer mehr Gäste nach Fürstenau, um an einem der wenigen Tische Caminadas kulinarische Kunstwerke zu geniessen. Auch die Tester des Gault-Millau wurden auf das schöne Schloss aufmerksam und attestierten dem Schlossherrn im darauffolgenden Herbst 15 Punkte und die Auszeichnung zur „Entdeckung des Jahres“. Einen Monat später folgte vom Michelin der erste Stern.

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„SonntagsZeitung“ vom 25. Januar 2004 – „3 Gang-Mittagsmenü für 39 Franken – teuerste Suite 190 Franken“

Wie die Geschichte weiterging ist hinlänglich bekannt. Im Jahrestakt kamen zusätzliche Punkte und Sterne dazu, bis 2010 die Höchstwertungen mit 19 Punkte und 3 Sternen Tatsache waren. Mit erst 33 Jahren machte das Caminada zu einem der jüngsten 3-Sterne-Chefs aller Zeiten. Von nun an war Schauenstein fast jeden Mittag und Abend ausgebucht. Um einen Tisch zu erhalten muss man sich bis heute acht Monate lange gedulden.

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Das Design der Menükarte von 2003 bis 2009

Wir besuchten Restaurant Schauenstein zum ersten Mal im Dezember 2009. Damals fungierte Caminada im Guide Michelin als Hoffnungsträger für den 3. Stern. Was wir an diesem schneereichen Winterta, innerhalb den Schlossmauern erlebten war wegweisend. Nicht nur die unglaublich tolle Küchenleistung, sondern auch das einmalige Gesamterlebnis, mit viel Liebe zu jedem noch so kleinen Detail, machte uns sprachlos. Wir wurden zum Start nicht einfach an einen Tisch gesetzt, sondern in den gemütlichen Gemälderaum im oberen Stock geführt. Hier wurde der Auftakt richtiggehend zelebriert. Wir besprachen in aller Ruhe das Menü und die Weinbegleitung. Dazu servierte man uns atemberaubende Apérohäppchen, welche alleine schon die Anfahrt wert waren.

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Der Speiseraum (Foto: Sternefresser.de)

Nach diesen Petitessen ging es in den kleinen Speiseraum wo wir ein traumhaftes Menü genossen. Erst weit nach Mitternacht sassen wir im eleganten Fumoir und genossen bei Digestif und Zigarre die feinen Friandises. Wir waren überwältigt von diesem traumhaften Ort. Ein solch grandioses Gesamterlebnis haben wir seit Schauenstein nie wieder erlebt.

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Medienliebling Andreas Caminada, hier in der SI Style

Wir mussten also wieder zurück. Der zweite Abend, 18 Monate später, hat das Erlebte gar nochmals getoppt. Wiederum staunten wir über das perfekte Erlebnis das hier in Fürstenau geboten wird. Zudem hatte man mit Oliver Friedrich neu auch einen ganz starken Maître an der Front. Auch bei diesem Besuch war es eindrücklich wie stark man als Gast in die wunderbare Welt von Schauenstein eintaucht. Dank dem tollen Wetter des Spätsommers, konnten wir den Apéro diesmal auf der grossen Terrasse geniessen. Wir waren sprachlos als man uns fragte, ob einer von unserer Gruppe noch immer keine Foie Gras isst – dies hatte man sich beim letzten Besuch offensichtlich notiert. Auch kulinarisch setzte Caminada nochmals einen Zacken zu. Wir verliessen das Schloss nach einem sechsstündigen Aufenthalt überglücklich. Noch bevor wir im Auto sassen waren wir uns einig, dass wir schnellstmöglich wieder an diesen magischen Ort zurückkehren müssen.

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In der Zwischenzeit hat man Caminada immer öfters in den Medien gesehen. Er war sowohl gern gesehener Kolumnist in der SI Style als auch Gast in Sendungen wie Kurt Aeschbacher oder Happy Day. Dies nicht nur wegen seinem Äussern, sondern auch wegen seiner stets bescheidenen und sympathischen Art. Natürlich ging sein Erfolg auch an der Werbeindustrie nicht vorbei. Sein Konterfei ist sowohl bei V-Zug als auch bei Audi und Credit Suisse zu sehen.

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Seit 2010 gibt es für das Menü ein neues Design (Foto: Sternefresser.de)

Andreas Caminada ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern setzt weiterhin gut durchdachte Projekte um. Vor zwei Jahren eröffnete er vis à vis vom Schauenstein seine Remisa. Hier kann der Gast nach einer Wanderung etwas kleines Essen und sich am Abend in einer grösseren Gesellschaft von den Kreationen der Schauenstein-Küche verwöhnen lassen. Seit letztem Jahr ist Caminada, zusammen mit seinem langjährigen Kollegen Sandro Steinbruber, auch im Catering-Geschäft tätig. Dank acasa kann man Caminadas Küche auch bequem von zu Hause aus geniessen. Seit einem Jahr befindet sich auch ein eigenes Magazin in Caminadas Portfolio. „Caminada“ erscheint halbjährlich und bietet viele Hintergrundgeschichten und Rezepte. Trotz all den neuen Projekten ist es Andreas Caminada wichtig, dass sein Schauenstein stets im Fokus bleibt. So steht er dann auch jeden Tag selber am Herd und begrüsst seine weit angereisten Gäste persönlich am Tisch.

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Neues Projekt: ab sofort bietet Caminada pro Menü zwei Gerichte an, die von unten beleuchtet werden

Im letzten Mai feierte Caminada seinen 36. Geburtstag. In seinem noch jungen Leben hat der ehrgeizige Bünder das erreicht, was vielen Spitzenköchen das ganze Leben verwehrt bleibt: 3 Sterne, 19 Punkte, 2 Mal „Koch des Jahres“ und vor allem ein auf Monate hinaus ausgebuchtes Restaurant. Seit September ist auch sein Familienglück perfekt. Seine 2012 geheiratete Frau Sarah und er wurden Eltern von Sohn Finn Henry.

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Ein beliebtest Testimonial, Andreas Caminada wirbt für Audi

Wir sind gespannt wie das Abenteuer Schauenstein und Andreas Caminada weitergeht. Darf man bald direkt am Skigebiet Caminadas Kreationen geniessen oder wird seine Idee von einem Pop-Up Restaurant in einer Schweizer Stadt Wirklichkeit?

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Andreas Caminada präsentiert die erste Ausgabe von seinem Magazin „Caminada“

So oder so möchten wir die Gelegenheit nutzen um Andreas Caminada und seinen 36 Mitarbeitern Danke zu sagen. Liebes Schauenstein-Team, wir bedanken uns für eure eindrückliche Arbeit. Ihr habt uns nicht nur einen der schönsten Abende in unserem Leben beschert, sondern auch unsere Begeisterung für die Haute cuisine endgültig entfacht. Die Passion die innerhalb den hohen Schauenstein-Mauern herrscht ist absolut beeindruckend. Das Gesamterlebnis welches ihr euren Gästen bietet sucht weltweit seinesgleichen. Ihr habt auch viel für die Schweizer Spitzengastronomie gemacht. In den Medien wurde vermehrt von der harten Arbeit an der Spitze berichtet. Viele junge Köche bezeichnen euch als Vorbild und animieren sich so zu Höchstleistungen. Zudem strahlt euer Restaurant weit über die Landesgrenzen hinaus, wovon auch die restlichen Betriebe profitieren. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg und Spass und freuen uns auf weitere spannende Jahre!

Website von Andreas Caminada
Unsere Restaurantkritik über das Schauenstein

Brenners Park-Restaurant in Baden-Baden (Deutschland)

Das Brenners Park-Hotel & Spa in Baden-Baden gehört zu den luxuriösesten Hotels in Deutschland. In der 140 jährigen Geschichte war hier Walt Disney genauso gerne Gast wie Richard Tauber, oder jüngst Barack Obama. Auch viel geschichtsträchtiges ereignete sich innerhalb der hohen Mauern. So fanden hier 1962 die Vorgespräche, zwischen Konrad Adenauer und Charles de Gaulle zum deutsch-französischen Freundschaftsvertrag, statt.

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Das Brenners ist nicht nur ein Vorzeigeobjekt der Hotellerie, sondern punktet auch bei der Kulinarik. Der ehemalige Küchenchef Andreas Krolik, kochte das Gourmetrestaurant Park Restaurant bis auf 2 Michelin Sterne. Im August 2012 entschied sich Krolik das Haus Richtung Frankfurt zu verlassen. Den talentierten Chef zu ersetzen war eine schwierige Aufgabe. Die Wahl fiel schliesslich auf den erst 32 jährigen Paul Stradner. Der gebürtige Steirer war Sous Chef beim 3-Sterne-Koch Jean-Georges Klein, als ihn das Jobangebot erreichte. Stradner packte die Chance, wechselte nach Baden-Baden, baute eine neue Brigade auf und verteidigte nach nur drei Monten einen der beiden Michelin Sterne.

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Dem jungen Österreicher eilt ein grossartiger Ruf voraus. Sein ehemaliger Chef bedauert es noch heute, dass ihn einer seiner talentiertesten Schützlinge verliess. Ein solches Lob aus dem Mund eines der besten Köche der Welt, machte uns neugierig und so reisen wir heute nach Baden-Baden welches 100 Autominuten von Basel entfernt liegt.

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Es ist beinahe dunkel als wir beim Hotel ankommen. Mit dem letzten Licht erspähen wir den grossen Park, der das ehrwürdige Haus umgibt. Der Page empfängt uns mit grosser Gastfreundschaft, so als wären wir hier Stammgäste. Auch der Empfang an der Réception ist wohltuend freundlich und so fühlen wir uns von Beginn weg sehr willkommen. Wir machen es uns erstmals in der wunderschönen Kaminhalle gemütlich. Hier geniessen wir neben dem lodernden Cheminée-Feuer unseren Apéritiv und lauschen den wohlklingenden Melodien des Pianisten.

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Pünktlich um halb sieben wechseln wir ins Park Restaurant. Dieses ist klassisch eingerichtet. Ölbilder zieren die roten Wände, das Licht ist warm und stimmig. Zehn Tische stehen im gemütlichen Restaurant in dessen Zentrum ein schönes Blumenbouquet platziert ist.

Die Speiseauswahl ist umfassend. Neben dem Degustationsmenü gibt es ein Vegi-Menü, ein Trüffel-Menü sowie interessante à la carte Gerichte. Die Entscheidung ist schwierig und so fragen wir nach der Möglichkeit, aus den verschiedenen Karten zu kombinieren. Dem Wunsch kommt man gerne nach und schon wenig später stehen die ersten Häppchen auf unserem Tisch:

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Auf drei Löffeln wird eine nette Variation von der Peperoni serviert. Einmal sauer, dann salzig und zum Abschluss süss. Die Küchenbrigade demonstriert, dass sie neben den klassischen Zubereitungsarten auch die modernen Tricks beherrscht. Wir sind äusserst gespannt wie es weitergeht.

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Brot

Die zwei verschiedenen Brotsorten sind knusprig und fein. Dazu erhalten wir Butter, Salz, Olivenöl und stairisches Kürbiskernöl – hergestellt von Stradners Eltern.

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Mit Korianderkörnern und Fenchelsamen gebeizter Schottischer Wildlachs,  Tapioka-Gurken-Salat, Honig-Quark-Espuma und Leinsameneis [9/10]

Das erste Amuse Bouche ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch geschmacklich unglaublich toll. Die Produkte sind von sehr guter Qualität und die Aromen eindrücklich herausgearbeitet. Die Kombination zaubert ein exzellentes Geschmacksbild auf unsere Gaumen. Wir sind begeistert!

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Cocktail von Melonen und Parmaschinken

Die Neuinterpretation des beliebten Sommer-Klassikers ist gewagt experimentell. Geschmacklich funktioniert der Cocktail überraschend gut, wobei der Schinken noch etwas präsenter sein dürfte.

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Ceviche von der Gelbflossenmakrele mit Süsskartoffelcreme und Limettenvinaigrette [10/10]

Traumhaft der erste Gang des eigentlichen Menüs. Hervorragend die Kombination von der rohen Makrele und der genialen Süsskartoffelcrème. Dazu legt sich die Säure der Limette elegant, und perfekt balanciert über das Gericht. Das Geschmacksbild, welches Stradner hier auf den Teller zeichnet, ist grandios und somit eines der besten Gerichte seit langem.

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Creme von der Gänsestopfleber mit schwarzem Trüffel, Apfel und Feige [9/10]

Absolut begeisternd geht es weiter. Die Crème von der Gänseleber ist himmlisch. Wir nehmen davon etwas auf den Löffel, kombinieren mit den verschiedenen süssen Elementen, staunen wie die Trüffelnote immer wieder aufblitzt und wie sich die dezente Säure des Apfels pointiert bemerkbar macht. Absolut spannend wie sich das Ergebnis bei jedem neuen Bissen leicht verändert, ohne an Eleganz zu verlieren. Bei einer grösseren Portionierung der Leber – sie ist im Verhältnis zu den restlichen Komponenten etwas knapp bemessen – wäre hier gar die Höchstnote möglich gewesen.

Kurze Zwischenbilanz: wir haben bis zum jetzigen Zeitpunkt mehr ausgezeichnete Gerichte bekommen, als in manchem Restaurant den ganzen Abend. Wir sind gespannt wie es weitergeht.

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Im Eisschnee pochiertes Bio-Eigelb, Hokkaido-Kürbispüree Parmesanschaum und Albatrüffel [8/10]

Spielte der Trüffel im vorherigen Gericht eine – wenn auch nicht unwichtige – Nebenrolle, rückt das edle Produkt nun in den Mittelpunkt. Dabei setzt man auf den geschmacksvollen Alba-Trüffel. Zusammen mit dem Ei, ein wunderbarer Klassiker. Nur dass dieser von Stradner modernisiert und aufgepeppt wird. Nicht nur der Kürbis bietet eine besondere Abwechslung, sondern auch der rezente Parmesan-Schaum. Wiederum ganz stark.

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Barbarie-Entenbrust mit Kürbis-Minz-Püree Couscous mit Raz el Hanout und Keulenkompott in Filoteig [8/10]

Schon beeindruckend mit welcher Abgeklärtheit das Menü abläuft. Dies gilt auch für das nächste Gericht. Entenfleisch erhalten wir leider viel zu oft übergart. Anders hier, die Brigade gibt sich keine Blösse und serviert uns das Federvieh absolut perfekt. Dazu zaubert man eine wunderbar elegante Minznote auf den Teller. Diese wirkt aber nicht aufgesetzt, sondern fügt sich perfekt in das Gericht ein. Auch das Couscous und die Frühlingsrolle-„Deluxe“ schmecken vorzüglich.

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Gebratener Rehrücken am Tisch tranchiert mit Wacholderjus Selleriepüree Karamellisiertem Rotkohl, eingelegte Birne und Johannisbeer-Gel [7/10]

Zuerst wird uns ein Stück Waldboden auf den Tisch gelegt. In einem Holzrahmen finden wir Moos, Beeren und gar eine leere Patronenhülse. Gleich danach präsentiert man uns stolz den Rehrücken und tranchiert ihn direkt vor unseren Augen – etwas das man heutzutage leider viel zu selten zelebriert.

Angerichtet wird das schöne Fleisch auf einem Plexiglas, welches direkt auf unseren Waldboden gelegt wird. Daraus resultiert ein stimmiges Bild. Auch der Geschmack überzeugt vollends. Der Rehrücken ist perfekt gegart, der tiefe Jus der ideale Begleiter. Dazu serviert man im separaten Schälchen Rotkraut und Spätzli.

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Vacherin Mont d’Or Schaum mit Kartoffel [6/10]

Den Käsewagen lassen wir an uns vorbeirollen und ordern stattdessen diese wunderbar cremige Alternative. Dies hat sich gelohnt, die Vacherin-Kreation ist unglaublich süffig und intensiv im Geschmack.

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Vanillecreme mit Pistazienbisquit-Brösel, pochierte Vanille Birne und Himbeersorbet [6/10]

Das überzeugende Pré-Dessert von Vanille, Birne und Himbeere lässt unsere Geschmacksnerven auf die süssen Komponenten aus der Pâtisserie einstimmen.

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Kreation von der Bio Kuvertüre Grand Cru Schokolade Ananas, Karamell und Maracujasorbet [9/10]

Ein hervorragendes Dessert, welches das bisherige, hohe Niveau perfekt aufgreift und weiter führt. Eine starke Kombination aus Schokolade und Caramel die von der Süsse und Säure der Früchte flankiert wird. Dazu spannende Texturen und raffiniert eingesetztes Popcorn. Ein Dessert das rundum glücklich macht.

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Petit Fours: Eispraline mit Maracujasorbet / Fruchtmousse mit Mascarponecreme / Macaron mit weissem Balsamico / Früchte Financier [9/10]

So sieht ein perfekter Menüabschluss aus: anstelle einer geschmacksneutralen Armada an Petitessen, serviert man uns diese kleine, aber perfekt abgeschmeckte Variation. Diese vier Häppchen schaffen es, uns zum Schluss noch einmal ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Anschliessend offeriert man uns noch eine schöne Auswahl an Pralinen.

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Stehend von links: Laurent Masse, Fabian Obergfell, Ruben Bankwitz, Canan Drebert, Paul Stradner. Unten von links: Adrian Jeschall und Frederic Kleff

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Fazit: Das Park Restaurant ist eine kulinarische Perle. Paul Stradners Küchenstil ist zeitgemäss aber stets geerdet. Er verzichtet gänzlich auf dekorative Pülverchen und Schäumchen – hier kommt nur auf den Teller was schmeckt und das Gericht weiterbringt. So ist dann auch jeder Teller äusserst geschmacksvoll, elegant und optisch gekonnt in Szene gesetzt. Uns haben Stradners Gerichte nachhaltig begeistert. Entsprechend sind wir überzeugt, dass man vom jungen Österreicher in Zukunft noch viel hören wird. Das servierte Menü war klar auf 2 Sterne-Niveau und wenn die Brigade so weiterkocht steht einem weiteren Macaron im nächsten Jahr nichts im Wege.

Dass der Abend nicht nur auf den Tellern begeisterte sondern auch in der Summe, ist dem tollen Service zu verdanken. Dieser ist sehr präsent, aufmerksam und, wie das ganze Personal im Haus, eindrücklich freundlich. Sommelier Karl-Heinz Schopf verdient zusätzlichen Applaus. Sein önologisches Wissen ist enorm und er lässt seine Gäste gerne daran partizipieren. Die servierten Weine waren immer passend und spannend. Eine solch exzellente Weinbegleitung wird leider viel zu selten serviert.

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Tipp: Wenn möglich sollte man sich gleich ein Zimmer gönnen und die Nacht im schönen Brenners Park verbringen. Es gibt viel zu entdecken – am Morgen wird ein grosszügiges Frühstück serviert.

Menü: Zur Auswahl stehen ein Degustationsmenü mit 5 (128 €) bis 7 Gängen (155 €), ein vegetarisches-Menü in 5 oder 6 Gängen (110, respektive 118 €) sowie eine schöne à la carte Auswahl wobei die Vorspeisen zwischen 25 – 45 € kosten, die Hauptgänge 45 – 60 € und die Desserts für ca. 19 € angeboten werden. Sporadisch wird ein zusätzliches Menü angeboten. Bei unserem Besuch war dies ein Trüffelmenü in 5 Gängen zu 245 €. Gerne lässt man die Gäste aus den verschiedenen Menüs kombinieren.

Zeit: Das Menü wurde uns in angenehmen 4 Stunden serviert. Anschliessend kann man sich zum Beispiel in die schöne Cigar Lounge setzen und ein Digestif geniessen.

Wein:  Neben der imposanten Weinbibel offeriert man auch gerne eine passende Begleitung. Wenden Sie sich vertrauensvoll an Sommelier Karl-Heinz Schopf.

Unsere Weinbegleitung wurde zu 73 € verrechnet:

Sauvignonblanc, Weingut Nägelsförst 2011
Weissburgunder, Weingut Knapp 2011
Gewürztraminer, Weingut Faller 2008
Chardonnay, Weingut Bercher 2008
Burgund Langedoc, Puech Noble Rouge 2008
Burgund, Beaune les Epenotte 2005
Muskateller, Dr. Heger 2011
Spätburgunder Beerenauslese, Winzergenossenschaft Sasbachwalden 2003

Online: Die Website ist sehr informativ. Die wunderschönen Gerichte dürfte man aber in den Vordergrund stellen.

Wertung: Gourmör O9 / Michelin M1 / Gault-Millau GM17

Sonderauszeichnung: Hier fühlt man sich besonders wohl   Schöne Zigarren-Lounge vorhanden

(Besucht im November 2013)