The Hand and Flowers, Marlow (GB)

Das schöne Pub ‚The Hand and Flowers‘ steht im malerischen Dörfchen Marlow (lediglich zehn Minuten von The Fat Duck entfernt). Hier kocht Tom Kerridge so gut, dass es den Michelin Inspektoren einen Stern wert ist. Auf der Durchreise an die Ostküste haben wir hier halt gemacht und waren froh, dass wir einen Tisch reserviert hatten, denn das Pub war an diesem Mittag sehr gut besucht.

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Dabei haben die meisten Gäste nicht das preiswerte Mittagsmenü (3 Gänge für 18.50 £) geordert sondern von der interessanten à la carte Auswahl gebraucht gemacht. Dem taten wir gleich, obwohl alle Hauptgänge teurer waren als das ganze Mittagsmenü. Das ‚The Hand and Flowers‘ war auf unserer Reise durch Südengland das einzige Pub mit solch hohen Preisen. Im Vergleich: Normalerweise bezahlten wir ca. 14 £ für einen Hauptgang, hier ging der Preis bis 30 £.

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Das Restaurant war sehr gemütlich eingerichtet und sogar die Ausstattung der Toilette erinnerte eher an eines in einem 4 Sterne Hotel. Nur im Essbereich fühlte man sich ein bisschen wie eine Sardine in der Dose. Das lag an den vielen Tischen in dem kleinen Raum.

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Apéro [-/10]

Apropos Sardinen, zum Start wurden uns gleich ein paar dieser frittierten Fische in einer Zeitungstüte serviert. Die Meisten waren sehr fein aber ein paar Sardinen haben ihr letztes Bad nicht gut überstanden und waren trocken und mehlig. Die Cocktail Sauce passte überhaupt nicht zum Fisch und wir haben sie stehen gelassen. Dafür gab es das beste Brot das wir seit langem gegessen haben – super knusprig, sehr fein.

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Parfait of Duck and Foie Gras with Orange Chutney and Toasted Brioche [7/10]

„Lasst uns doch bitte in Ruhe diese Sardinen essen!“, hätte man am liebsten gefleht, denn wieder einmal, wie so oft auf unserer Englandreise, wurde uns die Vorspeise zu früh serviert und zwar lediglich 5 Minuten nachdem man uns den Apéro auf den Tisch stellte. In einem einfachen und günstigen Pub kein Problem, hier erwarte ich aber etwas mehr Professionalität beim Timing.

Das Leberparfait war sehr fein wenn auch geschmacklich etwas eindimensional. Der leichte Salzeinsatz passte zwar sehr gut, dafür war das Orangenchutney keine Bereicherung. Das dazu gereichte Brioche war frisch aber ging geschmacklich eher als Toast durch.

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Breast of Suffolk Chicken with Pistachio Crumble,Lovage Poached Celery, Soft Polenta and Summer Truffle [5/10]

Der Sommertrüffel wurde direkt am Tisch über das Huhn geraffelt. Jedoch war die Qualität des Pilzes zu schwach um ein Aroma zu erzeugen. Stattdessen schmeckte die versalzene Polenta nach Trüffel obwohl da kein Trüffel zu sehen war – Trüffelöl! Immerhin schmeckte dieses nicht ranzig wie es viele andere Öle dieser Art tun.

Die feine Sauce harmonierte mit dem butterzarten Poulet wunderbar. Das Fleisch überzeugte durch die knusprige Pistazien-Marinade – super lecker! Was der Sellerie darunter zu suchen hatten verstand ich nicht – in meinen Augen passte es Geschmacklich überhaupt nicht zusammen.

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Warm Pistachio Sponge Cake with Melon Sorbet and Marzipan [9/10]

Was für ein Desserttraum. Nicht nur Optisch eine Wucht sondern auch geschmacklich. Der grüne Cake mit Splittern die an Kryptonit aus den Superman-Filmen erinnert, war nach schön warm, saftig und unglaublich toll im Geschmack. Das fruchtige Melonen Sorbet konnte das aber noch locker in den Schatten stellen – wow, welch toller frischer Geschmack!

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Fazit: Lediglich die Lautstärke und die enge Bestuhlung liessen einem nicht vergessen, dass man das Mittagessen in einem Pub geniesst. Alles Andere war ein Level höher – von der Stoffserviette über die Toilette bis zur Präsentation der Speisen – und auch deren Preise. Das Essen sieht schon auf der Homepage extrem einladend aus. Geschmacklich konnte aber nur das Dessert mit der Optik mithalten. Die restlichen Speisen waren allesamt sehr fein – lösten aber keine Begeisterungsstürme aus. Nach „The Harwood Arms“ bereits das zweite Pub bei dem ich die Stern-Auszeichnung durch Michelin nicht nachvollziehen kann.

Zum weiterempfehlen? Es kommt drauf an was man sucht. Wenn man Ausschau hält nach einem Pub mit guter Preisleistung ist man hier an der falschen Adresse. Will man aber ein gutes Essen in einem sehr eleganten Pub geniessen ist man hier genau richtig – vorausgesetzt man ist auch bereit die zusätzlichen Scheine hinzublättern.

Hätte ich nochmals die Auswahl würde ich das Restaurant eher an einem Abend besuchen weil ich mir vorstelle, dass es dort etwas gemütlicher abläuft. An einem Mittag würde ich einem der vielen anderen, ebenso gelobten Pubs in dieser Region den Vorzug geben.

Menü: Am Mittag steht ein günstiges Menü mit 2- oder 3-Gängen zur Auswahl welches für 13.75 £ respektive 18.50 £ serviert wird. Ein Tasting Menü wird weder am Mittag noch Abend angeboten. Die à la carte Auswahl umfasst ca. acht Vorspeisen (zwischen 9.35 und 11.55 £) bei den Hauptgängen stehen nochmals so viele zur Auswahl (21.45 – 30.25 £) dazu kommen sieben Beilagen zu jeweils 4 £ – bei unserer Auswahl gab es keinen Bedarf an zusätzlichen Beilagen. Die sechs Desserts kosten jeweils 9.35 £. Das Essen dauerte 1:40 Stunden.

Wein: Die Weinkarte ist für ein Pub sehr gross und bietet auch einige hochpreisige Erzeugnisse an. Es gibt auch eine Auswahl von Weinen im Offenausschank.

Online: Eine vorbildliche Homepage. Schön und einfach gestaltet und mit allem Wissenswerte inklusive der aktuelle Speise- und Weinkarte. Auch ein paar Schöne Fotos von Speisen sind darauf zu finden.

Wertung: Gourmör / Michelin

The Harwood Arms, London (GB)

In London gibt es einige Pubs in denen man fernab von „Fish and Chips“ sehr gut essen kann. Das ‚The Harwood Arms‘ ist jedoch das Einzige in der acht Millionen Metropole welches mit einem Michelin Stern ausgezeichnet ist. Das Pub erreicht man am besten mit der U-Bahn (Fulham Broadway) und von dort mit einem kurzer Fussmarsch.

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Das Lokal ist im Besitz von zwei Köchen. Zum einen Brett Graham, Koch im zwei Sterne Restaurant The Ledbury und zum anderen von Mike Robinson der seit Jahren ausserhalb von London das Pub The Pot Kiln führt. Die Beiden betreuen das Pub nicht nur, sondern beliefern die Küchencrew auch mit besonderen Produkten. So ist Robinson passionierter Jäger und bringt die besten Fleischstücke ins ‚The Harwood Arms‘. Doch auch sonst verfügt das Restaurant über beste saisonale Zutaten aus der Umgebung oder zumindest aus England.

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Der Erfolg des ‚The Harwood Arms‘ gebührt aber zu einem Grossteil Stevey Williams der das Pub jahrelang als Küchenchef geleitet und auch einen Stern erkocht hat. Ende Februar hat er seinen Kochlöffel vorübergehend an den Nagel gehängt um die Welt zu bereisen. Den Kochherd hat er an Barry Fitzgereld übergeben der nun mit viel Einsatz versucht das Niveau zu halten.

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Das kleine Lokal ist sehr gut gebucht und deshalb ist eine Reservation unabdingbar. Dabei sollte man beachten, dass man pünktlich erscheint. Wegen grosser Nachfrage werden die Tische bei No-Shows weiter vergeben. Denn wie in vielen Londoner Restaurants üblich, werden die Tische auch hier mehrmals pro Abend vergeben.

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Venison Scotch Egg [8/10]

Das frittierte Ei ist ein Britischer Klassiker, ein Evergreen auf der „Bar Snacks“ Karte im ‚The Harwood Arms‘ und wird hier zu fairen 3 £ serviert. In der Mitte wartet ein noch leicht flüssiges Ei auf seinen Verzehr. Dies ist umwickelt mit  Schweine- und Wildfleisch, knusprig frittiertem Paniermehl und ein paar Flocken Salz auf dem Haupt. Das Vanison Scotch Egg ist ein Starter den man so schnell nicht vergisst. Zuerst beisst man sich durch eine dünne, knusprige Hülle bevor man zum fein gehackten Fleisch trifft und zum Schluss das flüssigen Ei schmeckt. Wunderbar! Wer im ‚The Harwood Arms‘ isst und vergisst diesen Snack zu bestellen hat definitiv etwas verpasst.

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Warm Salad Of Stuffed Suffolk Chicken Leg With Smoked Eel, Cauliflower, Toasted Hazelnuts And Pickled Onion Mayonnaise [7/10]

Ein toller Salat mit vielen gut harmonierenden Geschmackskomponenten. Vor allem die süssen Trauben, die gerösteten Haselnüssen und der gebratene Blumenkohl haben mich begeistert. Doch auch das frische Grün und das dünn geschnittene Fleisch überzeugten. Einzig die Grösse der Portion fand ich an der unteren Grenze, stand uns ja kein 5 Gänger bevor.

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Warm Salad Of Thinly Sliced Smoked Pork Belly With Soft-Noiled Pheasant Eggs, Green Beans, Crispy Pigs‘ Ears And Picallili [7/10]

Zum zweiten Mal Salat und Ei war von meiner Seite vielleicht unglücklich gewählt aber es hat sich trotzdem gelohnt. Wiederum einfache und schöne Aromen. Das Schweinefleisch war sehr fein. Auch der Salat aus Bohnen und Sellerie war frisch und schmeckte super. So einfach, so simpel – so gut! Auf dem zweiten Teller lagen noch frittierte Schweineohren welche man in einer rassigen und gut abgeschmeckten Senfsauce dippen konnte.

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Fillet Of Wild Black Bream With A Sourdough Crust, Asparagus, Jersey Royals, Mussel Fritters And Seaweed [5/10]

Begeistert von dem bisher Gebotenen habe ich mich für einen zweiten Hauptgang entschieden. Das Gericht konnte das voraus gegangene Niveau nicht halten. Der Fisch war zwar schön knusprig gebraten aber geriet etwas trocken. Der Eigengeschmack ging ebenfalls etwas verloren. Die Spargeln waren pur und frisch. Die Kapern passten gut. Das Beste auf dem Teller waren die Mushpotatos mit einem tollen Eigengeschmack.

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Sticky Toffee And Date Ice Cream With Caramelized Brown Bread And Lemon Curd [5/10]

Das Eis schmeckte fein und hatte einen schönen Schmelz. Das Dattelaroma konnte ich leider nicht ausmachen. Dafür war das karamelisierte dünne Brot sehr fein und schön im Biss. Dieses konnte man zudem mit der feinen Zitronen Sauce mischen.

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Bowl Of Warm Rhubarb Jam Doughnuts With Ginger Sugar And Sour Cream [5/10]

Der Koch schickte uns noch ein zweites Dessert. Wir nahmen dankend an und genossen eine andere Spezialität des Hauses: Die Doughnuts. Sehr frisch und noch leicht warm. Zudem waren sie schön gezuckert, sehr fein!

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Fazit: Das Pub kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen und werde bei meinem nächsten Besuch in London wieder ein Abstecher dahin machen. Das Essen ist auf überdurchschnittlichem Niveau und die Preise, vor allem beim jetzigen Kurs, extrem günstig. Über den verliehene Michelin Stern wundere ich mich trotzdem. Kenne ich doch einige Restaurants in der Schweiz in denen  genauso gut gekocht wird wie hier – wenn auch nicht zu solch günstigen Preisen. Hat da der Pub-Faktor einen Zusatzpunkt eingebracht?

Es ist noch wichtig zu erwähnen, dass dies kein Restaurant für ein romantisches Dinner ist. Die Einrichtung hat zwar extremen Charme aber die Lautstärke war sehr hoch.

Menü: Es gibt nur eine à la carte Auswahl. Diese wechselt sporadisch oder wird um einzelne Gerichte ergänzt. Die sechs Vorspeisen kosten jeweils ca. 7.25 £, die sechs Hauptspeisen ca. 17 £ und die sechs Desserts jeweils ca. 7.50 £. Die Preise sind also sehr fair kalkuliert. Wie bereits oben erwähnt, sollte man aber unbedingt noch auf die Bar-Karte schauen, da hat es noch kleine Snacks für den Apéro und auch das erwähnte „Venison Scotch Egg“.

Wein: Die Weinkarte ist grösser als erwartet. Eine Auswahl ist auch im Offenausschank erhältlich.

Online: Die Homepage informiert über das Pub und deren Besitzer. Auch einige Fotos kann man anschauen. Leider ist weder die Speise- noch die Weinkarte aktuell.

Wertung: Gourmör / Michelin

amrein’S, Sursee

Romy und Beat Amrein haben sich im letzten Jahr mit dem eigenen Restaurant in Sursee einen Traum erfüllt. Davor wirteten die beiden im Nachbardorf St. Erhard im Mostkrug. Sich nur ein paar Kilometer weiter niederzulassen hatte den Vorteil, dass man sich die vielen Stammgäste und den guten Ruf nicht von neu auf erarbeiten musste. Und so war das Restaurant bei unserem Besuch, ein Jahr nach der Eröffnung, auch komplett ausgebucht. An einigen Tischen wurden am späten Abend sogar noch neue Gäste platziert die ein Glas Wein oder ein Dessert genossen.

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Das ist auch das Konzept des amrein’S. Das Restaurant hat den ganzen Tag geöffnet. Ob zum Frühstück, auf ein Glas Wein mit Häppchen oder eben zum Mittag- und Abendessen die Gäste sind jederzeit willkommen. Das Restaurant ist modern und stilvoll eingerichtet und äusserst unkompliziert. Einzig die etwas hohe Lautstärke gibt Grund zur Kritik.

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Auch Weinliebhaber kommen auf ihre Kosten. Erzeugnisse aus ganz Europa stehen auf der Karte. Die Weine können auch über die Gasse gekauft werden. Auch diverse Gewürze und Pasten kann man im kleinen Shop erwerben.

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Wir kamen aber des Essens wegen. Auf der Speisekarte findet man eine schöne Auswahl an à la carte Gerichten für jeden Geschmack. Dazu gibt es jeden Monat ein anderes 5 Gang Menü – wovon ein Gang jeweils ein Käseteller ist. Wir wählten dieses Menü und wurden gleich mit einem Highlight beglückt: dem Brot. Denn neben einem normalen Ruchbrot lag auch noch ein Speckbrot im Korb. Dieses war einfach phänomenal! Der Rand war eine Mischung aus Brot und Kuchen mit intensivem Speckaroma, wow!!

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Fritierte Calamares [5/10]

Der Gruss aus der Küche glich optisch den Calamares die man von vielen Buffets oder auch vom Fast-Food Bereich her kennt. Geschmacklich hatten sie aber mit dieser Massenware überhaupt nichts gemein. Der Tintenfisch war schön zart, der Frittiergeschmack war frisch. Ein schöner Einstieg.

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Gebratener Bärenkrebs, Tatar vom Schenkoner Rind, grüne Spargeln, Honig-Vinaigrette, Brunnenkresse [6/10]

Surf & Turf à la Amrein. Die Spargeln waren zwar unerwartet kalt aber dafür richtig schön knackig. Der Spargelgeschmack war intensiv und die Honig-Vinaigrette passte vorzüglich dazu. Das Tatar war schlicht genial! Wunderbar feingeschnitten, super abgeschmeckt. Mein erstes Tatar das nicht scharf war aber trotzdem Charakter hatte! Leider war das Pendant, der Bärenkrebs, nicht von gleicher Qualität. Das Krustentier war an vielen Stellen mehlig und weich in der Konsistenz. Der Grapefruitschnitz passte geschmacklich überhaupt nicht auf den Teller.

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Gebratenes Zanderfilet auf Gartenerbsen, Vangole, Artischocken, Frühlingsspinat [5/10]

Was für ein feiner Geruch nach Fisch und frischem Dill – wunderbar. Auch die verschiedenen Komponente passten gut zusammen. Vor allem die Muscheln, die feinen Erbsen und das zarte Artischockenherz. Der Zander war fein und saftig, lediglich die Kruste hätte ich mir knuspriger gewünscht. Eigentlich ein weiterer sehr überzeugender Gang wenn da nur jemand nicht so fest ins Salzglas gegriffen hätte, sehr schade!

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Rücken vom Emmentaler Kalb, Morcheln, Bärlauch-Kartoffeln, Frühlingsgemüse [9/10]

Bis der Hauptgang serviert wurde dauerte es über 30 Minuten (auch zwischen dem vorherigen Gang mussten wir so lange warten). Da die vorherigen Portionen schon recht opulent waren, hatten wir immerhin keinen grossen Hunger mehr. Umso verblüffter waren wir als uns dieser reich bepackte Teller serviert wurde.

Zum Glück war das Servierte sensationell! Wunderbares, zartes Fleisch welches schön saftig war. Dazu zwei umwerfende Saucen. Zum einen eine Morchelsauce, mit ganzen Morcheln bestückt, sowie eine dunkle Weinsauce die schlicht eine Wucht war! Aromatisch und tief – eine Geschmacksbombe sondergleichen. Die leicht gestampften Kartoffeln mit kleinen Bärlauchstreifen waren fein. Zudem gab es noch wunderschönes Frühlingsgemüse (tolle Frühlingszwiebeln, knackiges Baby-Rüebli, feine Kefen) welches ebenfalls perfekt zubereitet war!! Zu guter letzt thronte ein aromatisches, getrocknetes Bärlauchblatt auf der Spitze. Ein geschmackliches Kunstwerk, so muss ein Hauptgang schmecken!

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Käseauswahl vom Luzern Markt

Einen Käsewagen gibt es nicht. Die Käseauswahl war aber abwechslungsreich und in Ordnung. Ein süsser Senf und vor allem mehr von diesem feinen Birnenweggen wären toll gewesen.

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Rhabarberküchlein mit Erdbeeren, Weisses Schoggimousse, Schoggihüppe [-/10]

Man muss diese Erdbeeren nur in den Mund nehmen und schmeckt gleich, dass deren Saison noch nicht gekommen ist. Schade, dass man so etwas  in einem solch ambitionierten Restaurant überhaupt auftischt. Das weisse Schoggimousse hatte ebenfalls zu wenig Geschmack. Das Küchlein mit Rhabarber roch wunderbar, hatte aber im Gaumen nicht den gleich feinen Geschmack. Das Küchlein war auch zu wenig knusprig.

Dass das amrein’S Team auch tolle Deserts machen kann hat der Schoggikuchen bewiesen der meine Freundin anstelle des Menü-Deserts bestellt hat. Der Kuchen mit flüssigem Kern war nämlich richtig genial!

Übrigens, ich hätte es geschätzt wenn man zum Dessert noch ein Glas Dessertwein angeboten hätte.

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Zum Kaffe wurde noch ein Zitronengugelhöpfli aufgetragen. Wunderbar frisch und saftig, mhhh!

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Fazit: Zuerst ein grosses Kompliment an die junge, freundliche Dame die uns bedient hat. Locker, engagiert und zuvorkommend, so muss es sein. Das amrein’S ist ein unkompliziertes aber kulinarisch ambitioniertes Restaurant für Jedermann. Wir haben uns sofort wohl gefühlt. Auch kulinarisch wird viel mehr geboten als das Alltägliche, und dann zu solch fairen Preisen (Menü). Also eine klare Weiterempfehlung!

Um das Genusserlebnis weiter abzurunden würde ich es begrüssen wenn zum Monatsmenü eine schöne Weinempfehlung angeboten würde. Uns hat man zwar spontan etwas aus dem wenigen Offenangebot offeriert aber die Weine waren nicht auf demselben Niveau wie das Essen. Zudem müssten die Wartezeiten zwischen den Gängen (bis zu 38 Minuten) ein wenig verkürzt werden.

Online: Auf der schönen Homepage findet man viele Informationen zum Restaurant. Auch die aktuelle Speise- und Weinkarte ist online. Zudem gibt es auch ein regelmässig erscheinendes PDF-Magazin zum herunterladen.

Rechnung: 5 Gang Menü Fr. 87.- / 4 Gänge Fr. 75.- / 3 Gänge Fr. 65.-

Wertung: Gourmör / Gault-Millau