Weingut Eichholz in Jenins

Mit einer Flasche Burgunder startete vor 20 Jahren die Erfolgsgeschichte von Irene Grünenfelder und ihrem Weingut Eichholz in Jenins. Der Pinot Noir begeisterte die damalige Primarlehrerin dermassen, dass sie sich entschloss selber Winzerin zu werden, mit dem Traum, eines Tages einen solchen Wein keltern zu können. Schliesslich fand sie im bündnerischen Jenins eine Parzelle wo sie Ihre ersten Reben eigenhändig in die Erde pflanzte.Weingut_Eichholz_Jenins_Irene_Gruenenfelder_1

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1995, nach nur zwei Jahren, brachte sie ihren ersten Pinot Noir auf den Markt. Der Wein, aus gerademal drei jährigen Reben, wurde damals von der ‚SonntagsZeitung‘ gelobt und gar als Sieger deren Blindverkostung abgedruckt. Einen besseren Start hätte sich die Winzerin wohl nicht vorstellen können. Aufmerksamkeit, Bewunderung und volle Auftragsbücher sind ihr seitdem garantiert.

Wir wollen mehr über die passionierte Winzerin erfahren und machen uns deshalb auf den Weg ins malerische Jenins. Vier Fahrminuten vom Dorfkern, ruhig und von Grün umgeben, erreichen wir das 4,5 Hektare grosse Weingut Eichholz.

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Noch in der Arbeit vertieft, begrüsst uns die renommierte Winzerin und bittet uns draussen, unter einer mit Reben überzogener Pergola, Platz zu nehmen. Kurze Zeit später hören wir von drinnen ein angenehmes Klirren. Irene Grünenfelder erscheint mit Weingläsern und einer Flasche ihres im Stahltank ausgebauten Pinot Blanc 2012. Frisch und fruchtig, ein, zu den damals sommerlichen Temperaturen perfekter Wein. Aber auch zu einem leichten Essen oder zum Apéro sorgenfrei einsetzbar. Ein schöner Einstieg in die Weinwelt Eichholz.

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Beim nächsten Exemplar handelt es sich um den raren Sauvignon Blanc 2012. Ausgebaut zu 50 Prozent in Barriques. Die Reben sind noch jung, doch schon jetzt zeigt sich ein grosses Potenzial. Der Barrique Ausbau ist in der Nase leicht spürbar und verleiht dem Wein von Anfang an Begeisterung. Im Gaumen dann mehrheitlich und sortentypisch grüne Aromen, also leicht grasig, und mit feinen Zitrusnoten. Zu einem Fischgericht, Meeresfrüchten oder einfach so zum Apéro eine empfehlenswerte Wahl. Den Sauvignon Blanc zu keltern ist eine gute Entscheidung – auch für die Kundschaft.

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Zu Römerzeiten diente das Gut als Pferdewechselstation. Heute verbirgt sich hinter der massiven Holztür die Weinproduktion – ein varitabler Schatz, den sich Irene Grünenfelder mit harter und konsequenter Arbeit aufgebaut hat.

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Im Degustationsraum finden wir ein altes Wasserloch, welches über 30 Meter in die Tiefe ragt. Irene Grünenfelder kümmerte sich nach der Übernahme des Weingutes auch darum und legte das damals zugeschüttete Loch mit viel Arbeit wieder frei. Eine tolle Atmosphäre, wenn man bedenkt wie viel Geschichte in diesem Raum liegt.

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Im unteren Stock befinden sich die Tanks und das Barriquelager. Hier ruhen und entwickeln sich die Pinots. Eine schmale, steile Treppe führt uns hinauf in einen umgebauten Raum, welcher als Arbeitsstätte und zukünftiger Ausstellungs- und Degustationsraum dient.

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Nach dem kleinen Rundgang nehmen wir nochmals unter der Pergola Platz und bekommen den Pinot Noir „Alte Reben“ 2011 präsentiert. Es handelt sich dabei um Trauben aus über 50 Jährigen Rebstöcken. Es ist ein kräftiger Wein mit fruchtigen Noten wie Pflaumen und Brombeeren, aber auch feine Röstaromen verleihen dem Wein Charakter. Das Keltern vollzieht Irene Grünenfelder wenn möglich ohne Filtration und Pumpen. Der Wein ist trinkreif, kann aber problemlos noch ein paar Jahre gelagert werden. Wir empfehlen den Pinot „Alte Reben“ zu einem Essen, aktuell passt er gut zu einer währschaften Metzgete.

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Das beste Pferd im Stall ist der Pinot Noir „Eichholz“. Dieser wird aus den besten Pinot-Trauben (Burgunderklone) aus der Lage Eichholz gekeltert. Der Ausbau erfolgt während 12 Monaten im kleinen Eichenfass. Das Bouqet ist gewaltig. Zuerst wunderbare Röstaromen, leicht rauchig, dann empfängt uns ein feiner, süsslicher Vanille Duft. Eher schwarzbeerig mit einem leichten, würzigen Touch. Trotz des kräftigen Auftakts und dem spürbaren Holzeinsatz, bewahrt er zum Glück seine Eleganz. Er wirkt keineswegs überladen. Im Gegenteil, wir finden, die Winzerin hat das Holz extrem gut im Griff!
Der Wein kann schon jetzt genossen werden, eine Lagerzeit von zehn Jahren scheint uns problemlos möglich.

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Es ist spannend und schön zu sehen, wie jemand mit Willenskraft und Ausdauer ein Weingut aus dem Boden „stampft“ welches heute zu den besten in der Schweizer Weinszene gehört. Die Produktion von ungefähr 25’000 Falschen ist begehrt und in der Regel schnell ausverkauft.

Es sei gut möglich, erzählt uns Irene Grünenfelder, dass ihr Sohn eines Tages auf dem Weingut arbeitet und das Werk weiterführt. Die Lehre als Winzer hat er bereits abgeschlossen und sammelt momentan Erfahrungen im Ausland. Da die Chefin aber noch jung und voller Tatendrang ist, darf die Stabsübergabe gerne noch etwas warten.

Weingut_Eichholz_Jenins_Irene_Gruenenfelder_16Verkostete Weine
Pinot Blanc 2012
Sauvignon Blanc 2012
Pinot Noir „Alte Reben“ 2011
Pinot Noir „Eichholz“ 2010

Das Highlight
Pinot Noir Eichholz 2010

Weingut Eichholz
Website

Einige Bezugsquellen
Jeggli Weine
Studer Vinothek
Weingallerie

Weingut Donatsch in Malans

An einem heissen Sommermorgen begeben wir uns auf den Weg in das mit knapp 2‘200 Einwohner, älteste Weinbaugebiet der Bündnerherrschaft, nach Malans. Umgeben von zahlreichen Reben, erreichen wir das beschauliche Dorf. Ein Wegweiser weist uns die Richtung zu einem der besten Schweizer Winzer. Schon bald prangt ein grosses Schild mit Barriques und dem zweifachen Pinot Noir Weltmeister Martin Donatsch an einer grauen Hausmauer – wir sind angekommen.

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Wir nehmen den Eingang zur Winzerstube Zum Ochsen, welche im Jahr 1926 erbaut wurde. Hier werden hungrige und durstige Gäste bewirtet. Zum heimeligen Restaurant gehört ebenfalls eine beeindruckende, begehbare Vinothek mit zahlreichen Spitzenweine, mehrheitlich aus Frankreich (Bordeaux und Burgund), zu sehr fairen Preisen.

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Martin Donatsch begrüsst uns mit einem breiten Lächeln, er freut sich offensichtlich uns seine Passion näher zu bringen. Er führt uns zu einer Treppe die uns hinunter in sein Reich führt. In der angenehm kühlen Umgebung angekommen, springt uns direkt eine beeindruckende Chateau Mouton Rotschild-Sammlung ins Auge. Die Vermutung, nicht nur bei einem Winzer, sondern bei einem absoluten Weinfreak zu sein, scheint bestätigt.

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Den ersten Stopp machen wir in einem alten Torkel. Hier erfahren wir interessantes über die Weinregion und die Geschichte des Weingutes. Die Donatschs haben schon in der Vergangenheit nicht auf neue Trends gewartet, sondern diese gleich selbst gesetzt. So pflanzte zum Beispiel Martins Vater Thomas Donatsch schon Chardonnay Reben an, als diese in der Region noch verboten waren. Er war auch einer der ersten Winzer in der Schweiz, der Barriques für den Ausbau einsetzte. Erhalten hat er diese von der prestigeträchtigen Domaine de la Romanée-Conti im Burgund, in welchem der Rebensaft aus der Lage La Tâche ausgebaut wurden.

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Wir wechseln durch einen unterirdischen Gang die Strassenseite und betreten den Raum mit den in Fässern schlummernden Weine. Die Gläser und Flaschen, welche für die Degustation vorbereitet sind, stehen stolz auf einem alten, grossen Fass. Die jährliche Produktion des 4,5 Hektar grossen Gutes beläuft sich auf durchschnittlich 30’000 Flaschen. Für dieses Volumen müssen zusätzliche Trauben von ausgesuchten Parzellen, dazugekauft werden. Zirka die Hälfte der Menge ist Pinot Noir.

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75 Prozent der kompletten Produktion wird an die Schweizer Spitzengastronomie verkauft. Martin und Thomas sind selber passionierte Gourmets. Es gibt fast kein Sternerestaurant, dass die beiden noch nicht besucht haben. So ist es für die beiden auch wichtig, dass ihre Weine zum Essen passen und ein schönes Gericht bereichern.

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Wir sind sehr gespannt auf die Tropfen und greiffen zum ersten Glas. Der Auftakt macht der fruchtige Pinot Blanc (Weissburgunder), welcher nicht nur als Apéritif, sondern auch als Essbegleiter einen guten Partner abgibt.

Weiter geht es mit etwas nicht Alltäglichem. Das Weingut Donatsch ist mit 0,5 Hektaren der autochthonen Rebsorte, der Completer bepflanzt. Diese Traubensorte ist eine Schweizer Spezialität! Sie ist nur rar angebaut, in der Region Malans sind es gerade mal zwei Hektaren. Martin Donatsch will sich darum kümmern, dass sich diese fast verloren gegangene Sorte wieder bei uns wohlfühlt. Er entschied sich den typisch hohen Säuregehalt des Completers mit einer Restsüsse zu kombinieren (ähnlich wie beim Ausbau einer Spätlese). Die im Jahrgang 2011 enthaltenen 115 Oechsle erweisen sich als gute Kombination, die Säure wird dadurch sehr gut gebändigt. Die hohen 14,5 % Alkoholvolumen sind nicht markant spürbar, vielmehr besticht der Wein durch nussige Aromen und würde bestimmt hervorragend zu einem gereiften Sbrinz passen. Mit der Completer hat man hier noch viel vor. Geplant ist die Erweiterung der Bepflanzung, denn das Echo der Kundschaft sei äusserst positiv. Auch jenes aus dem Ausland. So hat auch bereits das 2 Sterne Restaurant Noma aus Kopenhangen in Malans angeklopft und um eine Belieferung gebeten. Eigentlich beliefert Donatsch nur Restaurants in der Schweiz, für das angesagte Noma will man aber eine Ausnahme machen. Wir sind gespannt wie sich der Wein entwickelt. Potenzial zu einem Klassiker zu werden ist vorhanden.

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Trotzdem, der Export wird nicht angestrebt. Die Hauptkundschaft soll weiterhin in der Schweiz sein und man will auch in Zukunft die treue Kundschaft in der Eidgenossenschaft zuerst bedienen.

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Eine weitere Sorte in Donatschs Portfolio ist der Chardonnay, neben Pinot Noir und Pinot Blanc die dritte Burgundertraube. Verkauft wird sie unter drei verschiedenen Labels; „Tradition“, „Passion“ und „Unique“. Wobei der Name „Tradition“ für den „einfachsten“ Chardonnay steht und der „Unique“ mit den besten Trauben ausgebaut wird. Bereits im Rebberg werden die qualitativ besten Trauben aussortiert, der davon gewonnene Ertrag ist in erster Linie Anwärter für das weisse Topprodukt. Eine weitere, letzte Selektion erfolgt im Fass, gerade mal die Menge von 2 Fässer (beim Pinot sind es 4-6 Fässer), (300 Flaschen pro Fass) erhalten schlussendlich den Zuspruch für den „Unique“ und bleiben bis zur Abfüllung in neuen Barriques. Jeder „Unique“-Jahrgang erhält einen prominenten Paten. Beim aktuellen Jahrgang 2011 ist dies die Rollstuhl-Athletin Edith Hunkeler.

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Der zweitbeste Rebensaft wird dann für die „Passion“-Linie verwendet. Der Ausbau erfolgt zu je einem Drittel im neuen Eichenfass, im einmalig verwendeten Fass und in zweijähigen Fässern. Martin Donatsch mag keine fetten, cremigen Chardonnays, dies wiederspiegelt er in seinen Kreationen. Sie glänzen mit Eleganz und Komplexität, das Holz ist gut eingebunden. Die Qualität der Trauben steht im Vordergrund und die Holznoten sind gute Nebendarsteller.

Beim letzten Weisswein der Runde handelt es sich um eine Assemblage aus Chardonnay und Sauvignon Blanc, den „Chardignon“. Dieser hebt sich klar von der anderen Weinstilistik ab. Das Bukett ist verspielt und exotisch. Kein Wein für die grosse Tafel, sondern etwas für unkomplizierte Momente. Laut Donatsch ein Wein der eher das jüngere Klientel anspricht.

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Wir wechseln zu Rot, dem Pinot Noir – der Burgundertraube schlechthin. Wie beim Chardonnay werden die Pinots unter den drei Labels angeboten, wobei auch hier der „Unique“ als Flagschiff gilt. Der Ausbau erfolgt ebenfalls im gleichen Stil. Zuerst erhalten wir ein Glas des „Passion“. Mit diesem Wein hat es Donatsch geschafft den „Prix Champion du Monde“ zweimal in Folge zu gewinnen. Sieger wird, wer mit drei Jahrgängen und einer konstant ausgezeichneten Qualität die Jury überzeugen kann. Donatsch konnte diese Auszeichnung als erster Schweizer überhaupt gleich zwei Mal gewinnen!

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Mit dem „Unique“ präsentiert er uns dann das Highlight der Runde. Eine wahrliche Bereicherung für den Schweizer Weinbau. Ein spitzen Pinot, der mit einem spannenden Bukett und einem langen Abgang zum Träumen einlädt. Für uns nochmals eine klare Steigerung zum „Passion“. Ein nicht ganz alltäglicher Pinot, halt irgendwie Donatsch-Style.

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Wir wechseln die Bühne und treten in einen natürlich kühlen Raum, in dem zahlreiche Flaschen vergangener Jahrgänge liegen. Martin Donatsch reicht uns seinen „Föhnbeerenauslese“ Pinot Gris. Dieser Dessertwein trumpft mit der, durch die späte Lese gewonnene Süsse. Der Wein schmeckt nach Aprikose und Honig und hat einen exotischen Touch. Bestimmt ein perfekter Begleiter zu verschiedene Foie Gras Gerichten.

Zu guter Letzt zeigt uns Martin Donatsch einmal mehr sein Können. Der Pinot Vintage, im Portwein ähnlichen Stil, gefällt durch seine süsslich, geschmacksintensiven Noten und einem spannenden, langen Abgang. Der mit Käse zu einem feinen Abendessen, aber auch jetzt bei unserem Besuch, einen tollen Schlusspunkt setzt.

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Die Weine von Donatsch sind durch und durch von hervorragender Qualität. Erfrischend der Pinot Blanc, spannend der Completer mit seiner Restsüsse, edel der Chardonnay „Passion“ sowie die beiden spitzen-Pinots „Passion“ und „Unique“. Wie Thomas Donatsch schön sagt: „Es bringt nichts, sich auf Weine zu konzentrieren wo man weiss, dass es Tausend bessere gibt, wir machen das, wo wir überzeugt sind zu den Besten zu gehören!“

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Thomas und Martin Donatsch

Verkostete Weine:
Pinot Blanc 2012
Chardonnay „Passion“ 2012
Cuvée Blanc „Chardignon“ 2012
Completer 2011
Pinot Noir „Passion“ 2011
Pinot Noir „Unique“ 2010
Pinot Gris „Föhnbeerenauslese“ 2011
Pinot Vintage 2011

Das Highlight:
Pinot Noir „Unique“ 2010

Bezugsquellen:
Ochsen Malans
Weinkeller Riegger AG