Das wohl bekannteste unbekannte Restaurant in Luzern. Von verschiedenen Leuten wurde mir schon die Frage gestellt, ob ich bereits einmal im Grottino 13/13 war. Man esse super fein, es gäbe nur ein Menü und es sei so gut besucht, dass man es sich leisten kann das Restaurant am Samstag und Sonntag geschlossen zu haben. Dass das Restaurant keine Homepage hat macht das Ganze noch geheimnisvoller.
Wir hatten also einen Tisch reserviert (ein spontaner Besuch könnte vor der Türe enden, da das Grottino tatsächlich sehr gut besucht ist) und besuchten das Restaurant. Das Grottino ist wie eine kleine Oase in einem weniger schönen Teil von Luzern. Kaum hat man das Restaurant betreten ist man in einer anderen Welt: Es ist dunkel, der Raum wird nur durch Kerzen, dem Kaminfeuer und ein paar wenigen Lampen erhellt. Die Wände sind voll mit Dekorationsmaterial (verschiedene Holzgegenstände, Trauben, ein Bilde vom Che). Wir werden an einen zweier Holztisch geführt und nehmen auf den weniger bequemen Stühlen platz.
Das Einzige was man bestellen muss ist das Getränk, denn es gibt nur ein vier Gänger – keine Karte. Das Menü steht auf einer Schiefertafel und wird vom Servicepersonal auch nochmals vorgelesen. Auch der Wirt schaut vorbei und punktet mit seiner unkomplizierten und ironischen Art.
Schon beim Getränk spürt man die Begeisterung des Grottino-Teams. Im Mineralwasserkrug schwimmen nämlich nicht nur Eis sondern auch Minzenblätter und Kernen von Granatäpfeln. Ebenfalls wird Parmaschinken – gepfeffert – und Brot serviert. Wenig später gab es jedem Gast einen weissen Teller und pro Tisch eine Schüssel mit Salat. Jeder konnte soviel schöpfen wie er wollte. Der einfache Eisbergsalat mit Champignons und Rüebli war jedoch nicht das, was ich mir vorgestellt hatte.
Für den nächsten Gang gab es neue, heisse Teller. Auch hier kommt die Schüssel mit den Pennette Rigate auf den Tisch und jeder schöpft… soviel es hat. Denn nachdem es in der Salatschüssel eine riesen Portion hatte, wird es hier langsam eng. Die Pasta (gekauft) hatte einen guten Saucen-Mix. Zum einen eine rassige Tomatensauce und obendrauf noch eine feine Pesto. Mmmmh! Einfach, aber lecker!
Zum Hauptgang gab es wiederum heisse Teller und eine Schale auf den Tisch. Darin befanden sich 5 Tranchen gegartes, rosa Rindfleisch dazu kleine Bratkartoffeln, grüne Spargelstückchen und Pestosauce. Für den Hauptgang empfehle ich dem Restaurant-Team dringend einen Tellerservice oder viel kleinere Teller. Denn nachdem wir die Schüssel durch zwei geteilt hatten (nicht einfach bei 5 Fleischtranchen ;) sah das Gericht auf den grossen weissen Tellern mickrig und verloren aus. Die Kartoffeln und die Spargeln waren sehr fein – auch dank der Pestosauce, das Fleisch ok. Beim Abräumen hat man uns gefragt, ob wir genug gegessen haben. Da noch das Dessert bevor stand bejahten wir die Frage – im Nachhinein ein Fehler.
Denn das Dessert war wiederum sehr klein – serviert wurde es aber nicht in einer Schale sondern direkt auf dem grossen Teller. Das kleine Panna Cotta mit Himbeersauce war ebenfalls in Ordnung aber nicht aufregend und wird definitiv nicht im Gedächtnis haften bleiben.
Mit der Rechnung hatten wir dann auch erfahren, wie viel das Menü eigentlich kostet: 59 Franken pro Person. Eigentlich ein sehr fairer Preis für ein Viergang-Menü. Wenn man aber die einzelnen Gänge (und deren Menge) anschaut, sind 15 Franken pro Gang wiederum total überzogen. Vergleicht man dazu noch die Kochkunst, zum Beispiel mit einem 4 Gang Menü in der Braui (Brasserie) in Hochdorf, ist das Grottino-Menü tief im kulinarischen Schatten. In der Braui erhält man zudem nach jedem Gang neues Besteck und kann sich das Menü noch aus einer kleinen Auswahl zusammenstellen.
Wäre das Grottino in irgendeiner Lokalität, könnte ich das Restaurant ganz klar nicht weiterempfehlen. Da die Stimmung im Restaurant aber sehr schön ist, kann man gerne einen Blick riskieren. Wer aber gut essen gehen will, besucht besser ein anderes Lokal – was aber nicht heissen soll, dass man im Grottino 13/13 nicht gut isst. Es war einfach nur „ok“, für 59 Franken aber definitiv zu einfach.
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