Park Weggis

Das „Park Weggis“ ist eines der schönsten Hotels in der Zentralschweiz. Seit 137 Jahren steht das Haus im schönen Dörfchen Weggis und firmierte lange unter dem Namen „Park Hotel Weggis“. In diesem Frühling strich man das mittlere Wort, gönnte sich ein edleres Logo und positionierte sich neu als Resort.

Das Haus und die Umgebung sind sehr gepflegt, das Personal sehr freundlich. Schon mit dem ersten Lächeln der Receptionistin fühlt man sich hier wie zu Hause. Dies ist auch der angenehmen Atmosphäre zu verdanken.

Das 5 Sterne Hotel Park Weggis. Die Fassade ist noch mit dem bisherigen Namen „Park Hotel Weggis“ beschriftet. Die fünf Buchstaben in der Mitte werden bald abmontiert.

.

Mit der gebuchten „Adara Suite“ wurden alle Erwartungen übertroffen. Das geräumige Zimmer ist wunderschön und die Ausstattung lässt keine Wünsche offen. Mit einem Knopfdruck schliessen sich die Vorhänge, Spielfilme geniesst man in Dolby Surround made by Bose, die Nespresso Maschine versorgt uns mit starkem Kaffee und dank dem kostenlosem Wireless Internet, kann man die Suite allen Daheimgebliebenen via Skype zeigen. Ein weiteres Highlight ist das grosszügige Bad mit der tollen Regendusche und der edlen Ausstattung.

Richtiggehend sprachlos machte uns der Weinschrank. Darin liegen Flaschen mit grossen Namen wie Opus One oder Ornellaia – selbstverständlich trinkreif tempariert.

Durch die Balkontür tritt man auf die grosse Terasse, welche man mit vier anderen Suiten teilt. Hier kann man gemütlich auf dem Liegestuhl Platz nehmen und den Blick über den Vierwaldstättersee schweifen lassen.

Unglaublich schön und geräumig: die Adara Suite

Das grossräumige Bad

Der Eingangsbereich mit Minibar, Nespressomaschine, Weinschrank und den passenden Gläsern

Auf dem gemütlichen Sofa geniesst man Spielfilme in Dolby Surround

Die Terrasse…

… mit Blick auf den Vierwaldstättersee

.

Das warme Wetter lockte uns an den See. Unser Ziel, die hoteleigene Liegewiese. Diese erreicht man bequem durch einen unterirdischen Hotelgang. Nachdem man aus dem Tunnel tritt, wird man von der Schönheit des Sees geblendet und man weiss wie sich Dorothy nach der Ankunft in Oz gefühlt haben muss.

Da das Seewasser doch noch etwas kühl war, zog es uns an die gemütliche Beach Bar Lounge. Hier gönnten wir uns ein kühles Glas Chardonnay. Am liebsten wären wir hier für immer sitzen geblieben – die Ruhe und der fantastische Blick über den See bleiben unvergesslich.

Oz…

Die hoteleigene Liegewiese

Es gibt jedoch noch mehr zu entdecken. Zum Beispiel der kleine aber liebevoll gepflegte Japanische Garten, mit den wunderschönen Bonsai Bäumen. Oder die sechs stilvollen Spa-Cottages die man für ein paar Stunden exklusiv mieten kann. Jeder dieser Séparés ist mit einer Sauna oder einem Dampfbad ausgerüstet. Zusätzlich verfügen alle über einen stilvollen Wirlpool und viele weitere Annehmlichkeiten. Diese separate Miete ist die einzige Möglichkeit um im „Park Weggis“ in den Genuss eines Sauna-Gangs zu kommen.

Anders beim Pool, dieser steht allen Hotelgästen das ganze Jahr über zur Verfügung. Der Pool ist so ausgerichtet, dass man von hier ebenfalls einen Blick auf den malerischen See hat. Wir haben das 30 Grad warme Wasser und die tolle Aussicht sehr genossen!

Die Bonsai-Bäume im Japanischen Garten

Kulinarisch hat das „Park Weggis“ natürlich ebenfalls einiges zu bieten:

‚Annex ‚ An der kulinarischen Spitze steht das Gourmetrestaurant in dem sich seit 2006 Renee Rischmeyer verantwortlich zeigt. Von Mittwoch bis Montag werden hier aufwendige Gerichte serviert. Den Eingang zieren Auszeichnungen von allen grossen Guides. Zum Beispiel 16 Gault-Millau Punkte sowie einen Michelin Stern. (Unser Bericht zum Annex folgt).

‚Sparks‘ heisst das Zweitrestaurant welches ebenfalls von den Gastroführern ausgezeichnet ist (14 Gault-Millau Punkte / Eintrag im Guide Michelin). Hier kocht Florian Gilges Team jeden Tag leichte Schweizer Gerichte. Kalorienbewusste finden auf der Speisekarte detaillierte Nährwertangaben.

‚The Grape‘ ist nicht direkt beim Hotel, sondern im 800 Meter entfernten Weggis. Der Spaziergang, am Seeufer entlang, lohnt sich, denn hier werden amerikanische Spezialitäten angeboten. Jeden Monat hat ein anderer Bundesstaat seinen Auftritt auf der Speisekarte.

Die „LALIQUE Caviar Bar“ – auch ein Ort für Liebhaber von Zigarren und Malt Whiskys

Der Empfang im SPA Bereich in dem verschiedene Massagen und Behandlungen angeboten werden

Eine SPA-Cottages (Foto Park Weggis)

Der tolle, angenehm temperierte Pool

Wir verbrachten ein wunderschönes Wochenende in Weggis und werden garantiert zurückkehren. Nicht zuletzt wegen dem tollen Frühstück welches man auf der Terrasse mit Blick auf den See geniessen konnte. Einen Aufenthalt im „Park Weggis“ können wir wärmstens weiterempfehlen.

Park Weggis *****
6353 Weggis
52 Zimmer
Homepage

(Besucht im Juni 2012)

In der Vinothek lässt sich stilvoll tafeln. In den diversen Weinkeller des „Park Weggis“ lagern 2’600 Weinpositionen

Das Restaurant ‚Sparks‘. Hier gibt es jeden Morgen ein schönes Frühstücksbuffet

Der Blick vom Frühstückstisch – wie kann ein Tag schöner starten?

Werbeanzeigen

Sternensuche am Vierwaldstättersee

Acht Wochen ist es her, seit uns die Hiobsbotschaft aus Luzern erreicht hat (zur Meldung auf Facebook). Darin erfuhren wir, dass im einzigen Sterne-Restaurant der Leuchtenstadt überraschend das Konzept geändert wurde. Im betroffenen Restaurant ‚Jasper‚, sind die Zeiten von Foie Gras Variationen und aufwendigen Gourmet Menüs seit dem vorbei. Markus Iseli, der Direktor des 5 Sterne Hotel „Palace Luzern, zu dem das betroffene Restaurant gehört, verkündete, dass man einen „Schritt in die Gegenwart“ gemacht hätte und das Gästebedürfnis nach „entspanntem kulinarischem Vergnügen“ anstelle von „edelsten Zutaten auf höchstem Preisniveau“ angepasst habe. Spitzenköchin Kerstin Rischmeyer, vom Entscheid ebenfalls überrascht, musste ihren Arbeitsplatz räumen. An ihre Stelle trat Markus Weiss, welcher sich bis dahin für die Hotelküche verantwortlich zeigte. Unter gleichem Namen und mit dem neuen Konzept „Modern Dining“, serviert man nun am Vierwaldstättersee Rinds-Tatar, Salate und Pasta. Weshalb die teuersten Hauptgänge nach wie vor über 50 Franken kosten und man so für ein 4 Gang Menü fast gleich viel berappen muss wie bei der vorherigen Küche, bleibt wohl das Geheimnis von Herrn Iseli.

Wir „altmodischen“ Gourmets lassen uns den Appetit dadurch nicht verderben und gehen stattdessen auf Entdeckungsreise nach neuen Gourmetrestaurants am schönen Vierwaldstättersee. Mit dem im letzten Jahr frisch restaurierten Dampfschiff „Unterwalden“, haben wir uns auch gleich ein passendes Fortbewegungsmittel für diesen Ausflug ausgesucht. An einem stark bewölkten Tag stechen wir von Stansstaad aus in See. Den ersten Halt machen wir in Hergiswil im Seerestaurant ‚Belvédère‚.

Hier kocht der talentierte Fabian Inderbitzin. Vor fünf Jahren arbeitete der gebürtige Schwyzer auf der anderen Seite des Seeufers in Kastanienbaum, bevor er von Gault-Millau zur „Entdeckung des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Danach wurde er von den Verantwortlichen des Château Gütsch abgeworben und wirkte fortan als Küchenchef des wunderschönen Schlosses, hoch über Luzern. Dort besuchten wir Inderbitzin vor drei Jahren und genossen ein Menü, welches der tollen Aussicht auf Luzern in nichts nach stand. Damals sagten wir dem Koch innerhalb von wenigen Jahren einen Michelin Stern voraus. Das befristete Château Gütsch Abenteuer endete aber schon früh und nach einem Charity Projekt und der Eröffnung eines Slow-Food Standes in Luzern, stand die Verpflichtung in einem neuen Restaurant in Hergiswil an.


Seit zwei Jahren steht er nun in der Küche des ‚Belvédère‚ und begeistert seine Gäste mit seiner zeitgemäss interpretierten, französischen Küche. Die Kritiker von Michelin sind ebenfalls beeindruckt und führen Inderbitzin seit der aktuellen Ausgabe als „Hoffnungsträger“ für einen der begehrten Sterne. Für uns bleibt heute nur Zeit für einen Espresso auf der schönen Terrasse. Doch bevor das nächste Schiff ablegt, reservieren wir noch schnell einen Tisch. Denn hierhin wollen wir unbedingt bald zurück kehren und neben der Aussicht, auch die Gerichte aus Fabian Inderbitzins Küche geniessen.

Zurück auf dem Schiff nehmen wir Kurs auf Luzern. Bei der Anfahrt fällt unser Blick wehmütig auf das „Palace„. Von hier aus sieht man auch das ‚Jasper‘. Heute müssen wir hier definitiv nicht von Bord. Es gibt in der 65’000 Seelenstadt zwar immer noch kulinarische Perlen (z.B. unsere Lieblingsbrasserie, das Bodu), doch beim aktuellen Abenteuer halten wir Ausschau nach Restaurants, welche in Zukunft die ganz besonderen kulinarischen Bedürfnisse befriedigen können.

Vierzig Minuten später sind wir an einem solchen Ort angekommen, in Weggis. Wir laufen vom Bootssteg 900 Meter dem Seeufer entlang. Dort steht eines der schönsten Hotels der Region – das 5 Sterne Haus „Park Weggis“ (bis vor kurzem firmierte es noch unter dem Namen „Park Hotel Weggis“). Das Hotel ist eine Wohlfühl-Oase mit sehr freundlichen Mitarbeitenden und gepflegter Infrastruktur. Hier fühlt man sich wohl und geborgen, ob zum Essen in einem der drei Restaurants, für eine Zigarre in der edlen Bar oder einfach bei einem starken Espresso, so wie wir heute.

In unseren Augen ist das Herzstück des „Park Weggis“ das Gourmet-Restaurant ‚Annex‚ mit wunderschönem Blick auf den See. Hier kocht Renee Rischmeyer und hält nun den einzigen Michelin Stern am Zentralschweizer See (den Stern für das ‚Jasper‘ haben wir geistig bereits gestrichen). Das ‚Annex‘ ist stilvoll eingerichtet und bereits beim Lesen der spannenden Speisekarte kriegen wir Hunger. Da in wenigen Minuten unser Dampfer ablegt und wir noch fast einen Kilometer zurück laufen müssen, bleibt uns hier ebenfalls nur eine Tischreservation. Im Juni werden wir aber nach Weggis zurückkehren und uns von der ‚Annex‘ Crew kulinarisch verwöhnen lassen. Auch darüber werden wir hier natürlich berichten.

Die nächste Station ist gleichzeitig auch unsere Letzte: Vitznau, ein wunderschöner Ort mit vielen Villen. Hier sorgte im letzten Jahr das Restaurant ‚Sens‚ für Schlagzeilen. Das noch junge Gourmet-Restaurant im „Vitznauer Hof“ hatte sich mit ihrem damaligen Koch Pascal Schmutz, ebenfalls eine junge „Gault-Millau Entdeckung“, eine kleine Medienfehde geliefert. Schmutz kocht nun im ‚Bam Bou‚ in Luzern und das ‚Sens‘ startete mit Fabrizio Piantanidas italienischen Küche in den zweiten Frühling.

Unser heutiges Ziel ist jedoch ein paar hundert Meter vom ‚Sens‘ entfernt und im Moment noch recht staubig. Hier auf dieser grossen Baustelle bekommt das Luxushotel „Park Hotel Vitznau„, dank grossem finanziellen Engagement, ein neues Kleid. Seit drei Jahren wird hier nach MINERGIE-Standard gebaut. Im Herbst 2012 soll das ehrwürdige 5 Sterne Haus wieder eröffnet werden. An uns Feinschmecker wurde auch gedacht, denn der Inhaber Peter Pühringer setzt klar auf die Karte Gourmet. Dafür hat er einen weiteren Shooting-Star, Nenad Mlinarevic, verpflichtet. Der 29-Jährige sorgte vor drei Jahren das erste mal für Furore, als er in Lömmenschwil in der ‚Neuen Blumenau‚ anheuerte und sich dort rasch in die Herzen der Gäste und Foodjournalisten kochte. Schon nach wenigen Monaten gab es den Michelin Stern und ebenfalls die Auszeichnung zur „Neuentdeckung des Jahres“ durch Gault-Millau.

Mlinarevics Erfolg kommt nicht von ungefähr; seine Ausbildung absolvierte er im Waldhaus Dolder, danach kochte er bei Hans-Peter Hussong im ‚Wiesengrund‘, im ‚Talvo‘ (damals noch unter Roland Jöhri) und später bei Andreas Caminada im ‚Schloss Schauenstein‚. Seine Ferien verbrachte er nicht am Strand, sondern absolvierte Praktika bei René Redzepi im ‚Noma‘ in Kopenhagen oder jüngst bei Joachim Wissler im ‚Vendôme‚. Nun hat er in Vitznau eine neue, sehr grosse Herausforderung angetreten. Es gilt das Gourmet Restaurant des „Park Hotels“ zum Erfolg zu führen. Für den jungen Koch geht damit ein Traum in Erfüllung. So ist es nur ganz wenigen vorbehalten, ein Restaurant in einem 5 Sterne Haus von Grund auf mit zu gestalten.

Da es in Vitznau im Moment zu laut und schmutzig ist, sitzt der junge Koch im Partnerhotel in Wien. Im „Palais Couborg„, ebenfalls im Besitz der Pühringer Gruppe, konnte man jüngst den Erhalt von zwei Michelin Sternen feiern. Nenad Mlinarevic freut sich für das Team vor Ort. Er selber ist aber fast den ganzen Tag im Büro und plant das neue Restaurant in Vitznau. Er und sein Team in der Schweiz, erarbeiten nicht nur das Konzept sondern entscheiden zusammen über Details wie Geschirr, Besteck, sowie die Namensfindung. Uns hat man den Namen bereits verraten; ‚Focus‘ wird das Gourmetrestaurant im „Park Hotel Vitznau“ heissen. Der Name ist Programm, Mlinarevics Küche ist nicht experimentell sonder fokussiert sich auf Kombinationen die man kennt und mag. Beim Restaurantdesign wird die Natur im Vordergrund stehen und Weinfreunde dürfen sich auf eine imposante Karte freuen.

Wie Mlinarevic uns im Interview weiter verriet, geniesst er im Moment als Bürolist die attraktiven Arbeitszeiten und die freien Wochenenden. Er sei aber kein Büromensch und freue sich deshalb riesig auf den Start im Herbst; mit ihm auch sein Team. Fünf Kollegen werden ihn am Herd unterstützen –  doppelt so viele wie bei seiner letzten Arbeitsstelle in der Ostschweiz. Dies ermögliche ihm, nun auch vermehrt nach neuen Kreationen zu forschen und eine noch höhere Qualität zu gewährleisten. Da hilft ihm sicher auch, dass das Restaurant nur an fünf Abenden pro Woche geöffnet sein wird und nur für maximal 40 Gäste Platz bietet.

Der junge Koch fliegt nächste Woche zurück in die Schweiz. Nach ein paar geschäftlichen Terminen geht es dann weiter in die USA. Dort besucht er drei der besten Restaurants in Nordamerika – wohl auch zur Weiterbildung. Ab August gilt es dann ernst. Denn ab diesem Zeitpunkt entstehen die ersten Gerichte und das Konzept wird finalisiert.

Wir wünschen dem jungen Koch und seiner Brigade viel Erfolg und werden, sobald die erste Telefonleitung in Betrieb ist, hier ebenfalls einen Tisch reservieren und Euch über das neue Hotel und das ‚Focus‘ berichten.

Übrigens: Auch auf die Hotelküche dürfen wir uns freuen. Denn für diese hat man einen weiteren Sternekoch verpflichtet. Der junge Christian Nickel wechselt im Sommer vom Restaurant ‚Rigiblick‚ in Zürich nach Vitznau.

Zurück auf dem Schiff gönnen wir uns ein Glas Chardonnay und schauen über den glitzernden See. Die heutige Reise hat uns für die kulinarische Zukunft sehr zuversichtlich gestimmt. Wir wissen nun, dass wir am Vierwaldstättersee auch weiterhin kulinarische Höhenflüge erleben dürfen und uns nicht mit „modernem Food“ à la Ceasar Salad begnügen müssen.