Oud Sluis in Sluis (Niederlande)

Als wir vor 16 Monaten unseren Tisch für den Dezember 2013 reservierten, ahnten wir nicht, dass wir zu den letzten Gästen des Oud Sluis gehören werden. Denn im Juni gab der 3-Sterne-Koch und Inhaber Sergio Herman überraschend bekannt, dass er sein renommiertes und über Monate ausgebuchtes Restaurant per heute, 23. Dezember 2013 schliessen werde.

Herman, aktuell der einzige Koch mit 20 Gault-Millau Punkten, widmet sich fortan neuen Herausforderungen. Im ersten Schritt wird er in Antwerpen ein neues Restaurant eröffnen. Das The Jane ist in einer wunderschönen Kapelle untergebracht. Nach der Schliessung des Oud Sluis wird ein Teil des Teams nach Antwerpen übersiedeln und das Restaurant für die Eröffnung im März fit machen. Der andere Teil der Brigade geht in den Norden nach Cadzand-Bad. Dort, direkt am Strand, befindet sich Hermans zweites Restaurant das Pure C. Mit der zusätzlichen Manpower will man hier die Küche weiter verfeinern. Dank talentierten Küchenchefs in beiden Lokalen, wird Herman in Zukunft zudem mehr Zeit haben um in seinem Labor neue Gerichte zu kreieren.

Wir erlebten in Sluis einen unvergesslichen Abend. Die hier herrschende Energie und Kreativität ist jederzeit förmlich spürbar. Jedem noch so kleinen Detail wird Rechnung getragen. Entsprechend wirkt alles wie aus einem Guss. Die Gerichte sind wunderschön und wer immer noch der Meinung ist, dass Kochen keine Kunst sei, wird hier endgültig eines Besseren belehrt. Herman demonstrierte auch auf eindrückliche Weise, dass avantgardistische Küche nicht nur toll aussieht, sondern auch genial schmecken kann. Es geht nicht darum, möglichst viele Geschmackskomponente auf einen Teller zu vereinen, sondern ein perfektes Geschmacksbild zu zeichnen. Dies gelingt dem 43-Jährigen bei jedem einzelnen Gericht. Es bleibt zu hoffen, dass Herman diese Energie und Kompromisslosigkeit nach Antwerpen mitnimmt und man auch dort in gleichen Sphären kochen wird.

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Herzmuscheln aus Zeeland // Miso, Joghurt und Rose

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Tintenfisch // Holunder und Romarin

Blutwurst, Foie Gras und Kürbis

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Sardinen // Brot, Romanesco und wilder Rucola

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Jakobsmuschel // Schweinebauch, Kaviar, Seeigel, Knollensellerie, Topinambur und Mandarine

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Zeeland-Auster // mit Dinkel, Kiefer, Gänseleber und Pilzen

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Natural spoons by Sergio Herman and Niels Datema // „Curry auf 5 Löffeln“
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Seezunge // Zeeland-Muscheln, frischer Käse, Weisskohl, Selleriesaft und Herbstkräuter

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Taube aus Steenvoorde // in Heu, BBQ

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Schokolade // Avola-Mandel, Sanddorn und grüne Algen

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Taman Negara

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Graffiti – The end

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Petit Fours

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(Besucht im Dezember 2013)

MEAT’s in Aarau

Mitte August öffnete das MEAT’s im Herzen von Aarau seine Türen. Der Name ist hier Programm. Täglich landet bestes Fleisch auf dem Grillrost des grossen Ofens. Dieser wurde extra aus den USA importiert und lässt sich auf unglaubliche 800 Grad erhitzen. Das Fleisch erhält dadurch eine schmackhafte Kruste und wird besonders saftig. Das MEAT’s ist aber nicht irgendein Steakhouse. Der Unterschied macht sich schon auf der Speisekarte bemerkbar. Neben den Klassikern findet man dort auch unerwartetes wie zum Beispiel gebackenes Markbein oder ein Duo von der Entenleber.

Für die interessante Karte ist Geschäftsführer Daniel Gehriger verantwortlich. Er war nicht nur viele Jahre Mitglied in der Schweizer Kochnationalmannschaft, sondern leitet auch verschiedene Gastrobetriebe. Die Gäste profitieren von seiner grossen Erfahrung und seiner Begeisterung für hochwertige Produkte. Entsprechend gibt es nicht nur perfekt gereiftes Fleisch, geliefert von ausgewählten Produzenten, sondern auch hochwertige Produkte als Vorspeise und Beilagen.

Wir waren gespannt ob das MEAT’s hält was es verspricht und besuchten das Restaurant vor ein paar Wochen. Wir bestellten kreuz und quer von der Karte. Das Ergebnis: Daumen hoch – das MEAT’s gehört klar zu den besten Lokalen in dieser Kategorie. Das Fleisch ist super. Die Grösse kann man uneingeschränkt wählen. Dabei bezahlt man jeweils einen Grundpreis für die ersten 200 Gramm und für jede weitere 100 Gramm einen kleinen Aufpreis. Zum perfekt gebratenen Fleisch, welches man auf Wunsch auch räuchert, serviert man uns wunderbare Saucen. Dazu ordern wir hauchdünne Pommes-Frites, saftige Maiskolben und „on top“ eine Languste. Auch die zuvor bestellten Vorspeisen überzeugten ausnahmslos. Hier im MEAT’s lohnt es sich sogar die Nachos zu bestellen.

Das Restaurant war an diesem Abend komplett voll. Dies ist auch der Verdienst des aufmerksamen Service unter der Leitung von Silvy Erler. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass die geplante Expansion tatsächlich umgesetzt wird und bereits im nächsten Jahr drei weitere Städte in den Genuss dieses tollen Konzepts kommen.

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Unser Fotoalbum:

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Geschäftsführer Daniel Gehriger mit Silvy Erler und Betriebsleiter Christian Fleischhauer (v.l.n.r.)


(Besucht im Oktober 2013)

10 Jahre Schauenstein

Heute vor 10 Jahren begrüsste Andreas Caminada in seinem Schloss Schauenstein die ersten Gäste. Während er mit einem Mitarbeiter in der kleinen Küche stand, kümmerte sich seine damalige Partnerin Sieglinde Zottmaier um den Service und die wenigen Zimmer im wunderschönen Schloss. Dass bald Gourmets von der ganzen Welt hierher pilgern werden, hat sich der damals 26-jährige zu diesem Zeitpunkt nicht zu träumen gewagt. Noch war alles ruhig im 350-Seelen-Dorf Fürstenau.

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Das Schloss Schauenstein umgeben von der Bündner Natur

Mit der Ruhe war es am 25. Januar 2004 vorbei. An diesem Sonntag erschien in der „SonntagsZeitung“ ein Bericht über dieses neue Restaurant im Domleschg. Karin Oehmigen verfasste den Artikel über das „Schlaraffenschloss“. Sie erinnert sich noch heute gerne zurück an den ersten Besuch auf Schauenstein: „Das Potential, die Aufbruchstimmung hat man sofort gespürt – und nicht nur in der Küche. Auch das Haus hatte eine tolle Aura und bot alle Voraussetzungen für ein kulinarisches Gesamtkunstwerk.“. Die erfahrene Food-Journalistin machte mit diesem Artikel den Geheimtipp öffentlich. Fortan reisten immer mehr Gäste nach Fürstenau, um an einem der wenigen Tische Caminadas kulinarische Kunstwerke zu geniessen. Auch die Tester des Gault-Millau wurden auf das schöne Schloss aufmerksam und attestierten dem Schlossherrn im darauffolgenden Herbst 15 Punkte und die Auszeichnung zur „Entdeckung des Jahres“. Einen Monat später folgte vom Michelin der erste Stern.

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„SonntagsZeitung“ vom 25. Januar 2004 – „3 Gang-Mittagsmenü für 39 Franken – teuerste Suite 190 Franken“

Wie die Geschichte weiterging ist hinlänglich bekannt. Im Jahrestakt kamen zusätzliche Punkte und Sterne dazu, bis 2010 die Höchstwertungen mit 19 Punkte und 3 Sternen Tatsache waren. Mit erst 33 Jahren machte das Caminada zu einem der jüngsten 3-Sterne-Chefs aller Zeiten. Von nun an war Schauenstein fast jeden Mittag und Abend ausgebucht. Um einen Tisch zu erhalten muss man sich bis heute acht Monate lange gedulden.

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Das Design der Menükarte von 2003 bis 2009

Wir besuchten Restaurant Schauenstein zum ersten Mal im Dezember 2009. Damals fungierte Caminada im Guide Michelin als Hoffnungsträger für den 3. Stern. Was wir an diesem schneereichen Winterta, innerhalb den Schlossmauern erlebten war wegweisend. Nicht nur die unglaublich tolle Küchenleistung, sondern auch das einmalige Gesamterlebnis, mit viel Liebe zu jedem noch so kleinen Detail, machte uns sprachlos. Wir wurden zum Start nicht einfach an einen Tisch gesetzt, sondern in den gemütlichen Gemälderaum im oberen Stock geführt. Hier wurde der Auftakt richtiggehend zelebriert. Wir besprachen in aller Ruhe das Menü und die Weinbegleitung. Dazu servierte man uns atemberaubende Apérohäppchen, welche alleine schon die Anfahrt wert waren.

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Der Speiseraum (Foto: Sternefresser.de)

Nach diesen Petitessen ging es in den kleinen Speiseraum wo wir ein traumhaftes Menü genossen. Erst weit nach Mitternacht sassen wir im eleganten Fumoir und genossen bei Digestif und Zigarre die feinen Friandises. Wir waren überwältigt von diesem traumhaften Ort. Ein solch grandioses Gesamterlebnis haben wir seit Schauenstein nie wieder erlebt.

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Medienliebling Andreas Caminada, hier in der SI Style

Wir mussten also wieder zurück. Der zweite Abend, 18 Monate später, hat das Erlebte gar nochmals getoppt. Wiederum staunten wir über das perfekte Erlebnis das hier in Fürstenau geboten wird. Zudem hatte man mit Oliver Friedrich neu auch einen ganz starken Maître an der Front. Auch bei diesem Besuch war es eindrücklich wie stark man als Gast in die wunderbare Welt von Schauenstein eintaucht. Dank dem tollen Wetter des Spätsommers, konnten wir den Apéro diesmal auf der grossen Terrasse geniessen. Wir waren sprachlos als man uns fragte, ob einer von unserer Gruppe noch immer keine Foie Gras isst – dies hatte man sich beim letzten Besuch offensichtlich notiert. Auch kulinarisch setzte Caminada nochmals einen Zacken zu. Wir verliessen das Schloss nach einem sechsstündigen Aufenthalt überglücklich. Noch bevor wir im Auto sassen waren wir uns einig, dass wir schnellstmöglich wieder an diesen magischen Ort zurückkehren müssen.

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In der Zwischenzeit hat man Caminada immer öfters in den Medien gesehen. Er war sowohl gern gesehener Kolumnist in der SI Style als auch Gast in Sendungen wie Kurt Aeschbacher oder Happy Day. Dies nicht nur wegen seinem Äussern, sondern auch wegen seiner stets bescheidenen und sympathischen Art. Natürlich ging sein Erfolg auch an der Werbeindustrie nicht vorbei. Sein Konterfei ist sowohl bei V-Zug als auch bei Audi und Credit Suisse zu sehen.

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Seit 2010 gibt es für das Menü ein neues Design (Foto: Sternefresser.de)

Andreas Caminada ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus, sondern setzt weiterhin gut durchdachte Projekte um. Vor zwei Jahren eröffnete er vis à vis vom Schauenstein seine Remisa. Hier kann der Gast nach einer Wanderung etwas kleines Essen und sich am Abend in einer grösseren Gesellschaft von den Kreationen der Schauenstein-Küche verwöhnen lassen. Seit letztem Jahr ist Caminada, zusammen mit seinem langjährigen Kollegen Sandro Steinbruber, auch im Catering-Geschäft tätig. Dank acasa kann man Caminadas Küche auch bequem von zu Hause aus geniessen. Seit einem Jahr befindet sich auch ein eigenes Magazin in Caminadas Portfolio. „Caminada“ erscheint halbjährlich und bietet viele Hintergrundgeschichten und Rezepte. Trotz all den neuen Projekten ist es Andreas Caminada wichtig, dass sein Schauenstein stets im Fokus bleibt. So steht er dann auch jeden Tag selber am Herd und begrüsst seine weit angereisten Gäste persönlich am Tisch.

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Neues Projekt: ab sofort bietet Caminada pro Menü zwei Gerichte an, die von unten beleuchtet werden

Im letzten Mai feierte Caminada seinen 36. Geburtstag. In seinem noch jungen Leben hat der ehrgeizige Bünder das erreicht, was vielen Spitzenköchen das ganze Leben verwehrt bleibt: 3 Sterne, 19 Punkte, 2 Mal „Koch des Jahres“ und vor allem ein auf Monate hinaus ausgebuchtes Restaurant. Seit September ist auch sein Familienglück perfekt. Seine 2012 geheiratete Frau Sarah und er wurden Eltern von Sohn Finn Henry.

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Ein beliebtest Testimonial, Andreas Caminada wirbt für Audi

Wir sind gespannt wie das Abenteuer Schauenstein und Andreas Caminada weitergeht. Darf man bald direkt am Skigebiet Caminadas Kreationen geniessen oder wird seine Idee von einem Pop-Up Restaurant in einer Schweizer Stadt Wirklichkeit?

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Andreas Caminada präsentiert die erste Ausgabe von seinem Magazin „Caminada“

So oder so möchten wir die Gelegenheit nutzen um Andreas Caminada und seinen 36 Mitarbeitern Danke zu sagen. Liebes Schauenstein-Team, wir bedanken uns für eure eindrückliche Arbeit. Ihr habt uns nicht nur einen der schönsten Abende in unserem Leben beschert, sondern auch unsere Begeisterung für die Haute cuisine endgültig entfacht. Die Passion die innerhalb den hohen Schauenstein-Mauern herrscht ist absolut beeindruckend. Das Gesamterlebnis welches ihr euren Gästen bietet sucht weltweit seinesgleichen. Ihr habt auch viel für die Schweizer Spitzengastronomie gemacht. In den Medien wurde vermehrt von der harten Arbeit an der Spitze berichtet. Viele junge Köche bezeichnen euch als Vorbild und animieren sich so zu Höchstleistungen. Zudem strahlt euer Restaurant weit über die Landesgrenzen hinaus, wovon auch die restlichen Betriebe profitieren. Wir wünschen weiterhin viel Erfolg und Spass und freuen uns auf weitere spannende Jahre!

Website von Andreas Caminada
Unsere Restaurantkritik über das Schauenstein