Gaggan und Nahm in Bangkok

Gaggan

Gaggan Anand stammt aus Indien und seine selbsternannte Mission ist es, der indische Küche zu Weltruhm zu verhelfen. Dabei denkt er nicht nur an die obligaten Currys, sondern an die grosse kulinarische Vielfältigkeit seines Landes. Diese serviert er seinen Gästen in einem progressiven Stil. Dafür war er auch einige Monate beim Avantgardisten Ferran Adrià. Dort erlernte er die Verfahren der molekularen Küche welche er noch heute in seinem Restaurant einsetzt. Spätestens seit der 2. Staffel der von Netflix produzierten Serie „Chefs Table“, ist Gaggan auch der breiten Masse der Essinteressierten bekannt. Sein Restaurant ist in einem ehemaligen Stadthaus untergebracht und liegt direkt im Zentrum von Bangkok. Einen Tisch zu bekommen ist eigentlich kein grosses Problem (aktuell sind diese „nur“ 14 Tage im Voraus ausgebucht), was bei einem Restaurant, das auf der Liste „Asias 50 best Restaurants“ ganz Oben steht, keine Selbstverständlichkeit ist. Die weitaus grössere Herausforderung ist die Kommunikation per E-Mail. Denn die elektronische Post wird mehrheitlich nicht beantwortet. Deshalb greift man, nach ein paar Versuchen, am besten zum Telefonhörer.

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Wir betreten das stark klimatisierte Restaurant kurz vor neun Uhr. Man reicht uns die überschaubare, aber eher hochpreisige Weinkarte sowie das kleine Kärtchen auf dem das Menü aufgedruckt ist. Es gibt jeden Abend ein fixes Menü mit circa 18 Gerichten welche zum Teil spezielle Namen wie „Magic Mushroom“, „I want my Curry!!!“ oder „Peach Snowball“ tragen. Letzterer – und zwei andere Gerichte – erhalten wir heute Abend aber nicht, da es eine Änderung im Menü gab, man die Karten aber noch nicht neu drucken konnte. Der Preis für das Menü liegt, inklusive Taxen und Service, bei circa 4700 Bath was umgerechnet 140 Franken ausmacht. Das Serviceteam ist elegant gekleidet und hat sehr viel Humor. Beinahe bei jeder Interaktion am Tisch – und davon gibt es viele – wird ein Witz gemacht. Dies kann mit der Zeit etwas ermüdend wirken, vor allem weil sich die Jokes an den Nebentischen 1:1 wiederholen.

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Zum Start gibt es vier Wellen in denen die ersten zehn „Gerichte“ als Fingerfood auf den Tisch kommen. Drei davon sind ausdruckslos (zum Beispiel die „Yogurt Explosion“ oder die „Edible Plastic Spiced Nuts“), vier weitere gut und der Rest sehr stark. Uns gefällt das typisch indische Aroma das bei fast jedem der Häppchen mehr oder minder das Geschmacksbild begleitet. Was auch auffällt ist das hochstehende Handwerk – fast alle Gerichte sind sehr präzise zubereitet und angerichtet.

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Auf die Häppchen folgen die acht Gerichte welche mit Messer und Gabel verspeist werden. Den Auftakt macht ein Stück „Kohle“ bei dem der Gast die vier Hauptzutaten erraten muss. Dies sei aber fast unmöglich, fügt der Herr mit der schwarzen Krawatte an. Aber eigentlich sollte sich, mit dem Einsatz von guten Produkten, ein Ratespiel erübrigen. Doch er sollte Recht behalten. Bei zwei Zutaten lagen wir richtig, beim nach Rauch schmeckenden Pulver wären wir aber niemals auf Zwiebeln gekommen. Dennoch das erste Gericht ist sehr süffig und fein. Das kann man vom darauffolgenden „Magic Mushroom“ nicht behaupten. Die nach Champignon schmeckende Komposition ist sehr diffus und in der Konsistenz unappetitlich –  ein Wohlgeschmack will nicht einsetzen. Viel besser dann aber die wundervollen Tomaten beim darauffolgenden Gang. Während wir diese genüsslich verzehren, bereitet ein Koch am Tisch eine Tomaten-Matcha vor, um diese anschliessen in unsere Schälchen zu leeren in der nun nur noch das Koriander-Öl schwimmt. Zusammen mit dem Tomaten-Matcha gibt das ein hervorragendes Supplement.

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Danach geht es mit einem ausgezeichneten Lamm weiter. Dieses wurde Sous-vide gegart und danach noch scharf angebraten wodurch es nicht nur perfekt auf den Punkt zubereitet ist, sondern auch ein wundervolles Röstaroma hat. Das Fleisch ist butterzart und hat diesen angenehmen Lammgoût und eine himmlische indische Marinade. Das Kunstwerk daneben schmeckt nach Randen und Süsskartoffeln und harmoniert sehr gut mit dem Fleisch.

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Der Hauptgang wird in einem für Indien typischen Geschirr serviert. Darin nehmen die Arbeiter ihr Essen mit an den Arbeitsplatz. In einem Töpfchen gibt es das wundervolle Curry mit Fleischbällchen, in einem anderen den feinen Reis mit Fenchelsalmen und im dritten Gemüse. Dazu reicht man uns das fantastische Naan-Brot. Bei diesem Gericht serviert man den Gästen Zuschlag. Sollte also jemand zu diesem Zeitpunkt noch nicht satt sein, wäre er es spätestens jetzt. Wir sind satt, finden die Idee mit dem Nachschlag aber sehr gut.

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Das Dessert fällt dann leider komplett ab. Es ist viel zu kalt – es bleibt sogar an den Lippen kleben – die Aromen sind langweilig und man hat das Gefühl, als stünde hier einzig die Show im Vordergrund. Das Dessert wird nämlich am Tisch mit einem Löffel aufgeschlagen.

Der darauf folgende Mango-Glacé-Lolli ist gut. Richtig toll dann aber die Friandises – mit diesen Aromen wäre bestimmt auch ein gutes Hauptdessert möglich gewesen.

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Fazit: Wir verbrachten im Gaggan einen schönen Abend mit spannenden Aromen und einem beeindruckenden Handwerk. Gemütlich war es nur bedingt. Das Lokal ist zwar elegant eingerichtet, es war aber definitiv zu kalt und das Tempo der servierten Speisen am oberen Limit (wir waren nur etwas mehr als zwei Stunden im Restaurant). Kulinarisch konnten einige Gerichte begeistern, während unter den 18 Gerichten auch viel Belangloses aufgetischt wurde. Die Wippe zwischen Geschmack und Show kippte immer mal wieder von der einen auf die andere Seite. Trotzdem hat es uns in der Summe gefallen, weshalb wir das Gaggan allen Bangkok-Besuchern ans Herz legen können. Uns würde es hier aber noch besser gefallen wenn man die Klimaanlage ein paar Grad wärmer programmieren und man gleichzeitig das Menü straffen würde um den Fokus auf die geschmacklich überzeugenden Gerichte zu setzen. Zudem hätten wir uns bei einem solch vielfältigen Menü eine Getränkebegleitung (Tee, Bier, Wein) gewünscht.

Online: http://www.eatatgaggan.com/

Wertung: O7

 


Nahm

Das Restaurant Nahm ist im Hotel COMO Metropolitan in der Stadtmitte untergebracht. Der Eingang zum Restaurant ist eher unscheinbar. Das Restaurant selber ist etwas dunkel und viel zu kalt temperiert. Wir bemitleiden die vielen Damen in ihren dünnen Kleidchen. Wir werden an einen weiss gedeckten 6er Tisch geführt obwohl wir lediglich für fünf Personen reserviert haben. Der Servicemitarbeiter bemerkt den Fehler und räumt rasch Besteck und Geschirr weg. Der Stuhl bleibt verwaist zwischen uns stehen.

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Danach reicht man uns die Speisekarte welche recht herausfordernd ist. Am einfachsten wäre es à la carte zu bestellen. Da wir aber möglichst viele Eindrücke erhalten möchten, entscheiden wir uns fürs Menü (ca. 105.- Franken) welches zum Teilen in die Tischmitte wandert. Beim Menü muss man sich aber zuerst für ein paar Gerichte aus der Karte entscheiden. Pro Selektion (zum Beispiel Canapés, Salate, Relish und Curry) muss man sich aus den vielen Gerichten für je eines entscheiden. Bei den Desserts und den Suppen darf jeder am Tisch für sich etwas auswählen. Bei fünf Personen gar nicht so einfach die richtige Wahl zu finden, vor allem weil sich alles so spannend liest. Irgendwann haben wir es aber doch noch geschafft und freuen uns auf die Speisen die das Lokal auch schon auf den 1. Platz der „Asias 50 best Restaurants“ Liste brachten (wo heute das oben beschriebene Gaggan steht).

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Den Auftakt machen kleine Snacks mit dem Namen Canapés. Der Geschmack ist bei jedem sehr authentisch und auffallend anders als die vielen Speisen die wir in den letzten Wochen auf Koh Samui und in Bangkok gegessen haben. Auch die Suppen und die Hauptgänge sind intensiver, rauer und herausfordernder. Es macht Spass von den verschiedenen Töpfchen und Schälchen zu probieren und von der (nie zu starken) Schärfe herausgefordert zu werden.

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Beim Dessert entscheiden wir uns einstimmig für die Frucht. So kommen wir nochmals in den Genuss von Durian, welche wir gestern zum ersten Mal am Markt im Chinatown geniessen durften. Die auch als „Stinkfrucht“ bekannte Delikatesse schmeckt uns ausgesprochen gut und wir können nur empfehlen sie selber zu probieren.

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Fazit: Zwar war das Lokal auch hier viel zu kalt um als gemütlich bezeichnet zu werden, dennoch genossen wir die beste und facettenreichste thailändisch Küche auf unserer Reise und darüber hinaus. Unbedingt hingehen!

Online: http://www.comohotels.com/metropolitanbangkok/dining/nahm

Wertung: O6

 

(Besucht im Juli 2016)

The Capra in Saas Fee

Saas Fee ist ein bezaubernder Ort. Im Sommer kann man bei frischer Alpenluft die unzähligen Wanderwege entdecken und im Winter wartet ein grossartiges Skigebiet mit über 100 Pistenkilometer darauf entdeckt zu werden. Saas Fee ist umgeben von einer imposanten Bergwelt. Nirgendwo sonst in der Schweiz sieht man so viele 4’000er wie hier. Trotz der einmaligen Kulisse, ist Saas Fee immer etwas im Schatten des berühmteren Zermatt, welches gleich auf der anderen Seite des Alphubel liegt. Ein Faktor dafür ist die boomende Hotellerie welche in Zermatt Massstäbe setzt. In Saas Fee ist das Angebot überschaubar und im Luxussegment beinahe nicht existent. Die Freude war deshalb gross, als Investoren vor vier Jahren mit dem Umbau des alten „Sporthotels“ im Dorfkern begannen und das neue Haus unter dem Namen The Capra zur Saison 2015 als Boutique-Hotel eröffneten.

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Da es sich nur um ein Soft-Opening handelte, war es im ersten Jahr erstaunlich ruhig um das kleine Hotel mit den 14 exklusiven Suiten. Im letzten Jahr hat das Management den sympathischen Raphael Herzog als Hoteldirektor verpflichtet und The Capra im Winter 2015 offiziell eröffnet. Seitdem zählt das Haus zu den fixen Hotspots in den Bergen, von dem ganz Saas Fee profitiert.

Wir besuchen das The Capra an einem sonnigen Wochenende im März. Saas Fee ist autofrei – was dem Dorf mit seinen vielen schönen Chalets, zusätzlichen Charme verleiht. Wir parkieren das Auto im grossen Parkhaus beim Dorfeingang und werden nach einem kurzen Telefonat mit der Réception vom hoteleigenen Elektroauto abgeholt. Weiche Lammfelle sorgen für eine bequeme Fahrt zum Hotel. Dort werden wir bereits von Raphael Herzog und seinem Front-Desk-Team erwartet. Das Gepäck verschwindet in der Suite und wir werden zum Welcome-Drink begleitet. Wir haben uns noch selten, schon nach wenigen Augenblicken so zu Hause gefühlt wie hier. Man spürt schon vom ersten Kontakt an, dass es im kleinen Haus sehr persönlich zu und her geht. Trotzdem wird die Diskretion stets gewahrt.

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Den Welcome-Drink – wir wählen natürlich einen Weisswein aus dem Wallis – geniessen wir in der wunderschönen Lounge in der sich auch die Bar befindet. Im Cheminée lodert das Feuer, auf dem Tresen steht ein hausgemachter Kuchen und der junge Barkeeper mixt gerade ein paar Drinks für eine kleine Gästegruppe die soeben vom Skifahren zurück gekommen ist. Die Atmosphäre ist warm, gemütlich und familiär. Wir sind angekommen und geniessen den Aufenthalt vom ersten Moment an.

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Nach dem Apéro werden wir in unsere Signature Suite geführt. Das Zimmer hat einen abgetrenntes Wohnzimmer und ein grosszügiges Bad. Für die Einrichtung wurden hochwertige, zum Teil lokale, Materialien und moderne Designelemente miteinander kombiniert. Desweitern sorgt der Einsatz von viel Holz für eine ausgesprochen gemütliche Atmosphäre. Alle Suiten verfügen über eine Nespresso-Maschine sowie einen Balkon von dem man das eindrückliche Panorama geniessen kann.

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Bevor wir am Abend Saas Fee entdecken gehen, machen wir nochmals einen Halt in der Lounge und geniessen die gemütliche Atmosphäre, während wir durch die Fensterfronten die dicken Schneeflocken beobachten, welche Frau Holle gerade ins Wallis schickt. Die Aussicht auf frischen Pulverschnee lässt unsere Vorfreude auf den morgigen Skitag weiter steigen.

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Bevor es am nächsten Morgen auf die Pisten geht, stärken wir uns beim Frühstück. Ob Früchte, frische Müesli, lokalen Käse und Fleisch – das kleine Buffet bietet für alle etwas. Selbstverständlich können auch Eier in allen Variationen bestellt werden.

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Anschliessend machen wir uns parat um die die gut präparierten Skipisten zu entdecken. Bevor uns die Bahn auf 3’600 Meter über Meer bringt, geht es in den Skiraum. Anders als in den meisten anderen Hotels, befindet sich dieser nicht im Hotel, sondern bequem und exklusiv direkt bei den Skipisten. Mit dem Elektroauto werden wir die 800 Meter durchs Dorf chauffiert. Dort hält es direkt vor einem kleinen Holzhäusschen. Dieses ist diskret mit The Capra beschriftet und mit unserer Zimmerkarte gelangen wir ins warme Innern. Hier hat jeder Gast seinen Schrank in dem die Ski und Skischuhe verstaut und gewärmt werden. Hier kann man sich umziehen und muss dann bis zur Bergbahn nur noch ein paar Meter laufen.

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Am Abend, nach einem genialen Tag auf den Pisten, kommen wir nach der Abfahrt, wieder direkt vor unserem Skiraum zum Stehen. Was für ein Luxus, wenn man sich gleich umziehen und in die bequemen Schuhe steigen kann. Ein Telefon liegt bereit um den Chauffeur zu informieren, dass man uns wieder zurück ins Hotel fahren möchte. Um sich in der Zwischenzeit aufzuwärmen stehen Tee und eine Nespresso-Maschine bereit.

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Am Abend steht das Dinner im Hotelrestaurant La Locanda an. Für das Konzept zeichnet sich Oliver Glowig verantwortlich. Der gebürtige Deutsche führte in Rom einige Jahre ein Restaurant mit 2 Michelin Sternen. Glowig schreibt aber nicht nur die Rezepte für seine Dependance in Saas Fee, sondern ist auch regelmässig persönlich vor Ort um nach dem Rechten zu sehen. Auf seine Ragazzi in der Küche kann er sich aber verlassen. So servierten sie auch uns ein starkes Menü in sechs Gängen für 130 Franken. Den Testern des Gault-Millau war dies bereits zum Start 13 Punkte wert. Die Chancen stehen gut, dass bereits in diesem Herbst ein weiterer Punkt dazukommen wird. Der Service ist auch hier aufmerksam und ungezwungen.

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Am nächsten Tag meint es das Wetter nicht mehr so gut mit uns. Zum Glück hat es für solche Fälle im The Capra einen Wellness-Bereich. In der Sauna, im Dampfbad oder im Whirlpool kann man sich auch wundervoll nach einem Skitag erholen. Wem das SPA-Angebot zu klein ist darf sich freuen. Ab der Saison 16/17 rüstet The Capra auf. Ein zusätzliches Hotelgebäude wird gebaut um das Zimmerangebot zu erweitern. Dabei entsteht auch eine grosse SPA-Landschaft die jedes Wellness-Fan-Herz höher schlagen wird.

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The Capra ist ein wunderschönes Boutique-Hotel. Wir haben den Aufenthalt von der ersten Sekunde an genossen. Raphael Herzog und sein Team sind sehr zuvorkommende Gastgeber die ungezwungen und herzlich agieren. Man fühlt sich hier wie zu Hause. Durch die wenigen Zimmer kommt man auch in den Genuss von viel Ruhe und Platz. Ein grosses Highlight ist der exklusive Skiraum der direkt an der Skipiste steht – welch geniale Idee! Das erste Kapitel des The Capra ist geschrieben. Das Zweite liegt bereit. Wir sind auf den Abschluss des Umbaus sehr gespannt und überzeugt, dass The Capra noch stärker über Saas Fee hinaus strahlen wird.

The Capra
Lomattenstr. 6
3906 Saas Fee
Website

(Besucht im März 2016)

 

the_capra_saas_fee_43Hoteldirektor Raphael Herzog

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Castello del Sole in Ascona

Als wir durch die grosszügig gestaltete Einfahrt rollen, ahnen wir noch nicht, dass wir in ein paar Minuten unser Kinnladen vor lauter staunen fast nicht mehr schliessen können. Doch zuerst fahren wir an hohen Hecken, bunten Blumen und einem plätschernden Brunnen vorbei und halten unser Auto direkt vor dem Eingang des Castello del Sole. Vom freundlichen Portier werden wir herzlich in Empfang genommen. Das Gepäck verschwindet wie von Geisterhand und wenig später tut es ihm auch unser Wagen gleich. Unsere Blicke fallen auf das Gebäude, welches von aussen eher an einen Herrschaftssitz in der Lombardei erinnert, als an ein Hotel. Doch im Innern befindet sich eines der besten Hotels.

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Das Check-in wird schnell und unkompliziert abgewickelt und da wir etwas gar früh angereist sind – und unser Zimmer noch nicht ganz fertig ist – werden wir in den „Garten“ gebeten um dort einen Willkommens-Drink zu geniessen. Kaum an der Réception vorbei, treten wir ins grüne Paradies. Und hier erleben wir diesen magischen Moment. Wir fühlen uns wie Dorothy Gale aus dem Filmklassiker «The Wizard of Oz» als sie das magische Land Oz voller Begeisterung betritt. Denn um uns herum erstreckt sich eine riesige Parkanlage auf 11,5 Hektaren! Ein wundervoller Ort! Überall findet man Sitzmöglichkeiten. Zum Beispiel zwischen den 1’000 Bäumen. Bücher liegen auch schon parat. Im grossen Park lässt sich auch sonst vieles entdecken. Unter anderem die kleine Eselfamilie die schon seit vielen Jahren im 5-Sterne-Hotel residiert. Gleich gegenüber befindet sich der Spielplatz und der Joggingweg. Auf der anderen Seite der Parkanlage befindet sich die Reis-Plantage. Diese gehört zum Landwirtschaftsbetrieb der Terreni alla Maggia SA welche ebenfalls den Hotelbesitzern gehört und von dem auch viele Produkte direkt in den Hotelrestaurants verarbeitet werden. Wo kommt man schon in den Genuss eines Risottos, dessen Reis vor Ort gewachsen ist? Apropos Reis: dieser wird trocken ausgebaut – also keine Angst vor lästigen Mücken. Mit dem Satz: „Ihre Suite wäre jetzt bereit“, werden wir aus dem Staunen-Modus gerissen um festzustellen, dass wir vor lauter Bewundern und Entdecken sogar den Welcome-Drink vergessen haben zu bestellen.

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Das Castello del Sole zählt 78 Zimmer und Suiten. Diese sind auf die unterschiedlichen Gästebedürfnisse zugeschnitten. Im Pavillon Locarno befinden sich die exklusiven Suiten. Von hier geniesst man eine einmalige Ruhe mit Blick in die wunderschöne Natur. Auch im Haupthaus gibt es Suiten, aber auch Doppelzimmer mit kleinen Balkons. In diesem Gebäude befinden sich auch die elf neuen Junior-Suiten die sehr modern eingerichtet sind. Unsere Suite befindet sich im Pavillon Ascona. Dieser Teil wurde vor zehn Jahren gebaut und bietet Platz für acht wunderschöne Suiten. Alle Suiten sind mit viel Liebe zum Detail eingerichtet. Luxuriöse Badezimmer, auserlesene Möbel und Stoffe, sowie die hohen Wohn- & Schlafräume tragen zum grossen Komfort bei. Natürlich kommt man auch hier, wie auch im Rest des Hotels, in den Genuss von absoluter Ruhe. Von den grossen Fensterfronten und dem Balkon hat man einen malerischen Blick in den weitläufigen Park.

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Einen Stock tiefer befindet sich die schöne Wellness-Oase. Auf 1’600 m² findet man hier diverse Saunen, einen Kneippweg, verschiedene Behandlungsräume und eine SPA-Suiten die man für ein paar Stunden exklusiv mieten kann. Im SPA-Programm findet man unzählige Behandlungen. Von klassischen Massagen über Beauty-Treatments bis zu speziellen Behandlungen wie die Vinoaqua-Therapie mit einem Peeling aus Traubenkernen von der Merlot-Traube. Selbstverständlich, dass auch diese vom eigenen Landwirtschaftsbetrieb stammen.

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Der SPA-Besuch ist für morgen geplant weshalb wir zurück in den grossen Park gehen. Dabei gehen wir auch an den Tennisplätzen und dem Pool vorbei. Dieser ist zur Hälfte gedeckt damit er auch an den wenigen Regentagen benutzt werden kann. Inmitten der Parkanlage befindet sich auch das Ristorante Parco Saleggi. Hier wird das Mittagessen serviert. Die Gäste wählen vom umfangreichen Buffet, bestellen eine frische Pizza oder entscheiden sich für das täglich wechselnde Fisch- und Fleisch-Menü.

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Nach dem idyllischen Lunch im Freien geht es weiter durch den Park. An dessem Ende finden wir den 300 Meter langen Privatstrand. Hier hat man kürzlich eine neue Lounge eingerichtet. Diese ergänzt das ebenfalls kürzlich eingeweihte Restaurant in dem Drinks und Snacks zubereitet werden. Die braungebrannten und gut gelaunten Ragazzi in ihren lässigen Shorts servieren die Drinks natürlich direkt an die Liegestühle. Hier, mit Blick auf den Lago Maggiore, lassen sich die heissen Sommertage besonders intensiv geniessen.

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Für das Abendessen stehen zwei Restaurants zur Verfügung:

Ristorante Tre Stagioni – Das Hauptrestaurant des Hotels bietet Platz für 150 Personen. Bei diskreten Piano-Klängen wird den Hotelgästen ein mehrgängiges Menü serviert. Immer freitags gibt es ein Fischbuffet.

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Locanda Barbarossa – Seit 29 (!) Jahren steht hier der Luzerner Othmar Schlegel am Herd. Er ist nicht nur für das Gourmetrestaurant, sondern für die komplette Kulinarik des 5-Sterne-Hotels verantwortlich. Die „Locanda“ ist aber sein Vorzeigelokal für das er 18 Gault-Millau-Punkte und einen Michelin-Stern erkocht hat. Die 29. Saison in Ascona wird leider auch seine letzte sein. Schlegel geht im Oktober in die wohlverdiente Pension. Seine Gäste werden ihn vermissen. Vor allem die grossen Pièces die er immer zubereitet hat und welche vom freundlichen Service-Team unter der Leitung von Sergio Bassi stilvoll am Tisch tranchiert wurden. Aber auch seine Signature-Dishes wie die wundervollen Risotti oder den ‚Casareccia-Teigwaren mit Kernbohnen und Hummer‘ wird man schmerzlich nachtrauern.

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Ob Locanda Barbarossa oder Tre Stagioni, den Abend sollte man unbedingt im Innenhof einläuten. Hier  in der Lounge Cortile Barbarossa geniesst man bei einer wundervoll mediterranen Stimmung den Apéro. Mit der orientalisch eingerichteten Bassa Selim gibt es auch eine Indoor-Bar. Chef über die Drinks und Cocktails ist der langjährige Chef de bar Erwin Zeitlmeier.

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Das Frühstück wird im Tre Stagioni serviert. Bei schönem Wetter wird natürlich auf der grossen Terrasse aufgedeckt. So geniesst man schon am frühen Morgen die ersten Sonnenstrahlen die sich durch die hohen Bäume drängen. Das Zmorge-Angebot ist sehr umfangreich. Auf keinen Fall sollte man die hausgemachten Joghurt mit Honig verpassen.

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Fazit: Obwohl man keine zwei Autostunden von Luzern entfernt ist, hat man das Gefühl, als befinde man sich hier mitten in Italien. Zu verdanken hat man dies nicht nur dem mediterranen Wetter, sondern auch dem südländischen Flair welches das Hotel ausstrahlt. Einziger Unterschied zum südlichen Nachbarland, hier im Castello del Sole kommen die Gäste in den Genuss von der Schweizer Perfektion und hohen Servicequalitäten. 150 freundliche und top ausgebildete Mitarbeiter sorgen für unvergessliche Ferien. An vorderster Front stehen Simon V. und Gabriela Jenny die sich aufmerksam und diskret um die Gäste kümmern und diesen Ort zu etwas ganz Besonderem machen.

 

Castello del Sole
Via Muraccio 142
6612 Ascona
Website

(Besucht im Mai 2016)

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