Restaurant Strauss – Winterthur

Nach einem anstrengenden Arbeitstag in Winterthur machte ich mich am Abend in der Stadt auf die Suche nach einem guten Restaurant um mich kulinarisch verwöhnen zu lassen. Gleich mehrere sympathische Restaurants buhlten um meinen Besuch. Anhand der interessanten Speisekarte entschied ich mich für das Restaurant Strauss mit dem gemütlichen Garten. Der nette Service reichte mir die unhandliche Speisekarte. Hätte ich gewusst was mich erwartet, hätte ich gleich das Menü bestellt. Ich entschied mich aber als Vorspeise für eine „Frühlings-Spargel-Sinfonie“ für günstige 22 Franken. Serviert wurde mir ein langer Teller mit vier verschiedenen Spargelkreationen – eine kulinarische Offenbarung! Zum einen gab es ein feines Spargelsüppchen, einen sehr leckeren Gratin und ein Spargel-Mousse mit Safrandeckel. Das Highlight dieses Quartetts war aber eindeutig die Spargel-Crème-Brûlée, einfach genial.

Im Hauptgang entschied ich mich für das „Maispoulardenbrüstchen im knusprigen Speckmantel gefüllt mit crèmiger Mousse aus Mascarpone und Bärlauch“ dazu gab es ein Weissweinrisotto mit gebratenen Spargeln und getrockneten Tomaten (44 Franken). Auch dieser Gang mundete sehr. Ich vermisste lediglich der „knackige“ Speck und die Poulardenbrust hätte ich mir weniger trocken gewünscht.

Ich konnte auf jeden Fall meine Seele baumeln lassen und habe mich nach dem Besuch richtig wohl gefühlt. Ich werde sehr gerne wieder kommen.

Übrigens, zu Hause habe ich gelesen, dass der Strauss 13 GaultMillau Punkte hat, die sind absolut berechtigt!

Grottino 13/13 – Luzern

Das wohl bekannteste unbekannte Restaurant in Luzern. Von verschiedenen Leuten wurde mir schon die Frage gestellt, ob ich bereits einmal im Grottino 13/13 war. Man esse super fein, es gäbe nur ein Menü und es sei so gut besucht, dass man es sich leisten kann das Restaurant am Samstag und Sonntag geschlossen zu haben. Dass das Restaurant keine Homepage hat macht das Ganze noch geheimnisvoller.

Wir hatten also einen Tisch reserviert (ein spontaner Besuch könnte vor der Türe enden, da das Grottino tatsächlich sehr gut besucht ist) und besuchten das Restaurant. Das Grottino ist wie eine kleine Oase in einem weniger schönen Teil von Luzern. Kaum hat man das Restaurant betreten ist man in einer anderen Welt: Es ist dunkel, der Raum wird nur durch Kerzen, dem Kaminfeuer und ein paar wenigen Lampen erhellt. Die Wände sind voll mit Dekorationsmaterial (verschiedene Holzgegenstände, Trauben, ein Bilde vom Che). Wir werden an einen zweier Holztisch geführt und nehmen auf den weniger bequemen Stühlen platz.

Das Einzige was man bestellen muss ist das Getränk, denn es gibt nur ein vier Gänger – keine Karte. Das Menü steht auf einer Schiefertafel und wird vom Servicepersonal auch nochmals vorgelesen. Auch der Wirt schaut vorbei und punktet mit seiner unkomplizierten und ironischen Art.

Schon beim Getränk spürt man die Begeisterung des Grottino-Teams. Im Mineralwasserkrug schwimmen nämlich nicht nur Eis sondern auch Minzenblätter und Kernen von Granatäpfeln. Ebenfalls wird Parmaschinken – gepfeffert – und Brot serviert. Wenig später gab es jedem Gast einen weissen Teller und pro Tisch eine Schüssel mit Salat. Jeder konnte soviel schöpfen wie er wollte. Der einfache Eisbergsalat mit Champignons und Rüebli war jedoch nicht das, was ich mir vorgestellt hatte.

Für den nächsten Gang gab es neue, heisse Teller. Auch hier kommt die Schüssel mit den Pennette Rigate auf den Tisch und jeder schöpft… soviel es hat. Denn nachdem es in der Salatschüssel eine riesen Portion hatte, wird es hier langsam eng. Die Pasta (gekauft) hatte einen guten Saucen-Mix. Zum einen eine rassige Tomatensauce und obendrauf noch eine feine Pesto. Mmmmh! Einfach, aber lecker!

Zum Hauptgang gab es wiederum heisse Teller und eine Schale auf den Tisch. Darin befanden sich 5 Tranchen gegartes, rosa Rindfleisch dazu kleine Bratkartoffeln, grüne Spargelstückchen und Pestosauce. Für den Hauptgang empfehle ich dem Restaurant-Team dringend einen Tellerservice oder viel kleinere Teller. Denn nachdem wir die Schüssel durch zwei geteilt hatten (nicht einfach bei 5 Fleischtranchen ;) sah das Gericht auf den grossen weissen Tellern mickrig und verloren aus. Die Kartoffeln und die Spargeln waren sehr fein – auch dank der Pestosauce, das Fleisch ok. Beim Abräumen hat man uns gefragt, ob wir genug gegessen haben. Da noch das Dessert bevor stand bejahten wir die Frage – im Nachhinein ein Fehler.

Denn das Dessert war wiederum sehr klein – serviert wurde es aber nicht in einer Schale sondern direkt auf dem grossen Teller. Das kleine Panna Cotta mit Himbeersauce war ebenfalls in Ordnung aber nicht aufregend und wird definitiv nicht im Gedächtnis haften bleiben.

Mit der Rechnung hatten wir dann auch erfahren, wie viel das Menü eigentlich kostet: 59 Franken pro Person. Eigentlich ein sehr fairer Preis für ein Viergang-Menü. Wenn man aber die einzelnen Gänge (und deren Menge) anschaut, sind 15 Franken pro Gang wiederum total überzogen. Vergleicht man dazu noch die Kochkunst, zum Beispiel mit einem 4 Gang Menü in der Braui (Brasserie) in Hochdorf, ist das Grottino-Menü tief im kulinarischen Schatten. In der Braui erhält man zudem nach jedem Gang neues Besteck und kann sich das Menü noch aus einer kleinen Auswahl zusammenstellen.

Wäre das Grottino in irgendeiner Lokalität, könnte ich das Restaurant ganz klar nicht weiterempfehlen. Da die Stimmung im Restaurant aber sehr schön ist, kann man gerne einen Blick riskieren. Wer aber gut essen gehen will, besucht besser ein anderes Lokal – was aber nicht heissen soll, dass man im Grottino 13/13 nicht gut isst. Es war einfach nur „ok“, für 59 Franken aber definitiv zu einfach.

Büner – Bern

Nachdem ich im letzten Jahr von meinem Besuch im Büner in Bern stark enttäuscht war, habe ich dem Restaurant diese Woche nochmals eine Chance gegeben. Auch diesmal besuchte ich das Lokal für ein Mittagessen. Auf der Karte stehen vier Zweigänger. Ich habe mich für die „Tranchen vom rosa gebratenen Schweinefilet an Pommery-Senfrahm Bratkartoffeln aus dem Ofenrohr und Frühlingsgemüse“ entschieden. Der Service hat mich freundlich (ein wenig zu freundlich) an den Tisch geführt. Die feine Lauchsuppe, die es als Vorspeise gab wurde prompt geliefert. Dazu gab es eine Butterrosette – leider zu kalt und frisches, knuspriges Brot. Nach der Suppe gab es leider eine zu lange Pause – 35 Minuten – bis der Hauptgang serviert wurde.

Das Highlight auf dem Hauptgang-Teller war klar die feine Sauce (!) – davon gab es leider viel zu wenig, nach zwei Tranchen Fleisch war die Sauce weg – auch wenn man absichtlich nur wenig davon nahm! Ebenfalls überzeugend war das Gemüse. Es gab Spargeln, Peperoni und Zuchetti. Leider war das Gemüse extrem heiss. Beim Fleisch hatte ich leider kein Glück. Am Tisch gegenüber war das Filet tatsächlich rosa, bei mir leider grau. Und so hatte mein Kiefer mehr zu tun als mir lieb war, schade. So etwas muss dem Koch auffallen und sonst muss man kein „rosa“ Fleisch versprechen. Ebenfalls auf der Schattenseite waren die Kartoffeln. Denn nur jede Dritte war geniessbar, die restlichen waren im Kern noch roh.

Schade, aber mit diesem Fleisch und den Kartoffeln kann man einfach nicht punkten, schon gar nicht wenn man für das Menü 29 Franken verlangt und das „13 GaultMillau Punkte“ stolz vor die Tür hängt.