Tentazioni in Cavigliano

Obwohl das Maggiatal und seine Seitentäler nicht die einfachsten Orte sind um erfolgreich ein Restaurant zu betreiben, gibt es in der Region auffallend viele gute Lokale. Seit dem letzten Herbst hat die Region mit seiner geballten Naturpracht gar sein erstes Restaurant mit Michelin Stern. Das besternte Tentazioni, zu Deutsch „Versuchung“, steht am Dorfeingang von Cavigliano, welches zwischen Ponte Brolla und Centovalli liegt. Dario Pancaldi und Andreas Schwab haben den kleinen Betrieb vor drei Jahren übernommen. Im Obergeschoss befinden sich fünf einfache aber chic eingerichtete Zimmer. Im Untergeschoss eine kleine Bar und das Restaurant mit den knapp 35 Plätzen.

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Es ist Mitte April und der heutige Tag bringt den ersten Regen seit 70 Tagen in den südlichsten Schweizer Kanton. Wir freuen uns für die Tessiner auch wenn das Dinner auf der Terrasse dadurch sprichwörtlich ins Wasser fällt. Wir betreten das Haus mit seiner violetten Fassade und nehmen die rote Gault-Millau Tafel mit den 13 Punkten stirnrunzelnd zur Kenntnis. Diese Differenz – 1 Stern und 13 Punkte – ist in der Schweiz einmalig. Schon jetzt ist klar, dass einer der beiden Guides eine veritable Fehleinschätzung gemacht hat. Wir hoffen natürlich, mit Blick auf unser bevorstehendes Abendessen, dass die Tester des Gault-Millau nachbessern müssen.

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Gastgeber Dario Pancaldi stellt sich gleich mit einem festen Händedruck und seinem Vornamen vor. Er ist ein lässiger, unkomplizierter und gut organisierter Gastgeber. Man fühlt sich hier vom ersten Moment an herzlich willkommen. Den Apéro dürfen wir wahlweise an der Bar oder im Restaurant geniessen. Wir bevorzugen den Tisch und betreten den überschaubaren Speiseraum der bis auf den letzten Platz besetzt ist.

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Zum bestellten Glas Proseco reicht man uns eine kleine Holzkiste mit einem Schieferplattendeckel. Darauf wird das Überraschungsmenü angepriesen. Auf Wunsch würde auch die Karte gereicht, falls ein Gast lieber à la carte bestellen möchte. Wir ordern das grosse Menü mit den korrespondierenden Weinen. Darios Begeisterung für das önologische Thema war von Beginn weg spürbar, weshalb wir ihm hier blind vertrauen.

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Man nimmt die Bestellung dankend entgegen und hebt den Deckel von der Holzkiste. Darunter kommen die ersten Häppchen zum Vorschein. Die feinen Randenchips mit Sauerrahm und der rassige Ziegenfrischkäse aus Onsernone mit Pumpernickel [5/10] sind dann auch ein erfrischender und naturbezogener Auftakt.

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Weiter geht es mit einem Picknick mit wundervollem Tessiner Speck und Salametti, sowie Thurgauer Seemerzler. Der würzige Rapssamen-Cracker passt sehr gut dazu. Uns gefällt nicht nur die Idee, sondern auch die sehr guten Produkte.

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Als Amuse Bouche [7/10] reicht man uns ein Hühnerei. Dieses ist mit rezentem Parmigiano, einem Wachtelei, knusprigen Brotwürfeln und grünem Spargel gefüllt. Ein sehr harmonisches und geschmacksvolles Häppchen.

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Die Brotauswahl vom lokalen Bäcker ist gut. Einzig eine schöne Alpen-Butter vermissen wir. Dafür gibt es Salz, Pfeffer und Olivenöl.

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Neben Dario arbeitet im Service auch noch die charmante Nicole Dummermuth. Zwischendurch werden die beiden vom Küchenchef unterstützt. Andreas Schwab kommt dann an den Tisch, giesst eine Sauce auf und erzählt dann gleich noch etwas über die Zubereitung. Schwab stammt aus dem Berner Seeland und lebt seit 15 Jahren im Tessin. Bevor er sich mit Dario selbständig gemacht hat, arbeitete er mehrere Jahre für Ivo Adam im Seven.

Büffelmozzarella – Frühlingsgemüse, Aceto Tentazioni, Quinoa [7/10]

Der erste Gang ist ein Gemüseteller mit einer schönen Ansammlung von frischen Kräutern (alles aus dem eigenen Garten) und Gemüse, welches der lokale Gemüsebauer frühmorgens anlieferte. Mit ihm pflegt Schwab eine enge Beziehung. Die beiden tauschen sich regelmässig aus und proben auch den Anbau von alten Sorten. Die Zusammenarbeit scheint zu funktionieren. Alles schmeckt frisch und intensiv. Einzig für die Spargeln ist es jetzt offensichtlich noch zu früh. Das restliche Gemüse hat aber genügend Power um dies zu kompensieren. Das Quinoa darunter passt sehr gut dazu. Auch der crèmige Büffelmozzarella aus dem Jura steuert eine spanende Note bei. Abgerundet wird es von einem kalten Tomaten-Fond. Ein toller Auftakt ins Menü.

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Jakobsmuschel – Erbse, Mandel, Endivie, Minze [7/10]

Der Duft der hervorragenden Jakobsmuscheln aus der Bretagne ist verführerisch und lässt unsere Vorfreude auf die kommende Reise in den Nordwesten von Frankreich (zum Bericht), weiter steigen. Die Erbsensuppe ist intensiv und super abgeschmeckt. Sie hat viel Charakter und eine perfekt dosierte Minznote. Dazu gesellt sich eine leichte Bitterkeit von der Endivie.

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Weiter geht es mit einem kurzen Intermezzo in Form einer Blinddegustation. Dazu kredenzt man uns einen Wein in einem schwarzen Glas. Dario lässt uns zuerst probieren und diskutieren und löst dann, ohne belehrend zu sein, auf. Die Idee ist zwar nicht neu, das Aqua in Wolfsburg hat es vorgemacht, passt hier aber sehr gut rein und wird sympathisch umgesetzt.

Brüggli Lachsforelle – Kresse, geräucherter Ricotta [7/10]

Weiter geht es mit einer glasig gegarten, und etwas zu dezent gesalzenen Lachsforelle aus der Innerschweiz. Ebenfalls auf dem Teller ist ein wunderbarer Ricotta mit einer spannenden Rauchnote. Die Kressesuppe sorgt für einen angenehmen Kontrast.

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Gitzi – Mönchsbart, Gewürzschokolade [8/10]

Das nächste Gericht entpuppt sich als Highlight des Abends und ist eine Geschmacksbombe. Die Tortellini sind hauchdünn und mit geschmortem Gitzi gefüllt. Das intensive Fleisch ist eine absolute Wucht! Dazu serviert man einen wundervollen Jus mit einem Hauch von Schokolade. Letztere ist mit viel Fingerspitzengefühl eingesetzt und wirkt ergänzend und keinesfalls aufdringlich. Ein Teller den man gerne jeden Tag serviert bekommen würde.

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Variation vom Rind [7/10]

Zum Hauptgang gibt es drei verschieden Rindfleischsorten. Ein Holzen Rindsentrecôte mit einer würzigen Vallemaggia-Pfeffer-Marinade, ein saftiges Luma Bavette Steak und ein zart geschmorter Rindsschulterspitz, ebenfalls von Holzenfleisch aus der Innenschweiz. Alle drei Teile bieten einen unverfälschten Fleischgenuss. Abgerundet wird das ausgezeichnete Gericht mit feinem Bärlauch-Kartoffelpüree, Artischocken, Zwiebeln und einem exzellenten Jus.

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Käse

Einen Käsewagen gibt es hier im Tentazioni nicht. Dafür serviert man uns eine schöne Selektion von Tessiner Käse. Dazu gibt es ein Stück Storziflade und etwas Chutney.

Pertusio – Valle di Blenio (Kuh / 10 Monate)
Piora – Alpe Piora, Leventina (Kuh / 18 Monate)
Formagella Froda – Valle Maggia (Kuh / 2 Monate)
Bergum – Monte Carasso (Kuh-Schaf-Ziege / 8 Monate)
Blu di Capra – Sonvico (Ziege / 50 Tage)

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Pré Dessert: Zitrone – Sauerampfer, Szechuan Pfeffer  [7/10]

Applaus für den ersten Streich aus der süssen Küche. Alles schmeckt sehr erfrischend, angenehm zitronig und hat durch den Pfefferstaub einen spannenden Kontrast.

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Erdbeere – Pistazien, Joghurt, Melisse [5/10]

Das Hauptdessert ist ebenfalls schön komponiert, doch leider ist die Erdbeere als zentraler Akteur, noch nicht bereit für diese Aufgabe. Zwar waren die letzten Wochen im Süden sehr sonnig, doch es fehlt der Frucht offensichtlich an Geschmack. Die Kombination mit dem Joghurt, der Melisse und den Pistazien ist dafür sehr erfrischend und harmonisch. Im Sommer, wenn die Erdbeeren ihr Geschmacks-Bouquet voll entfalten können, wird dies bestimmt ein wundervolles Dessert sein. Bis dahin sollte man auf einen anderen süssen Abschluss setzen.

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Friandises [7/10]

Zum Kaffe serviert man uns noch sechs köstliche Petitessen die uns allesamt sehr gut gefallen. Vor allem die Torrone und das Tartufi haben es uns angetan.

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Fazit: Wir verbrachten im Tentazioni einen wundervollen Abend bei einem sehr abwechslungsreichen Menü. Die Produkte sind von hoher Qualität und stammen von passionierten Produzenten und, wenn immer möglich, sogar von lokalen Bauern. Sogar das Geschirr wird von einer Töpferin aus dem Nachbarsdorf hergestellt. Sie verwendet dafür ausschliesslich Materialien aus dem Tessin. Andreas Schwab setzt zwar auf Regionalität, aber nicht um jeden Preis. Wird er in der Schweiz nicht fündig, reicht seine Suche auch über die Landesgrenze hinaus. So kommt man bei ihm auch in den Genuss von Meeresfrüchten und Gänseleber. Seine Küche ist sehr geschmacksvoll und Produktorientiert. Wir mögen diese fokussierte Art und verzichten für frische Kräuter gerne auf Dekorationselemente wie Tüpfchen und Schäumchen. Trotz den geradlinig angerichteten Tellern spürt und schmeckt man, dass mit viel Ehrgeiz und Herzblut gekocht wird.

Diese Attribute gelten auch für den Service. Dario und seine Mitarbeiterin sind top motiviert und ausgezeichnete Gastgeber. Trotz dem ungezwungenen Ambiente wird man hier vorbildlich bedient. Das Tentazioni ist eine tolle Adresse. Wir freuen uns schon jetzt auf den nächsten Besuch und können einen Abstecher nach Cavigliano wärmstens empfehlen. In der Zwischenzeit tut der Gault-Millau gut daran, einen neuen Tester nach Cavigliano zu schicken – denn dort fehlen drei Punkte auf der Tafel.

tentazioni_cavigliano_andreas_schwab_22Die Küchenbrigade: Diana Kürsteiner, Andreas Schwab, Duska Mossi und Leonardo Bielsa (v.l.n.r.)

tentazioni_cavigliano_andreas_schwab_24Im Service: Nicole Dummermuth mit Gastgeber Dario Pancaldi

Menü: Das Überraschungsmenü wird vom Küchenchef ausgewählt und besteht aus den Gerichten die man auch auf der Karte findet. Das Menü kann in 3 (95 Franken) bis 7 Gängen (148 Franken) bestellt werden. Die à la carte Auswahl bietet Vorspeisen für ca. 30 Franken, Hauptgänge für ca. 55 Franken und Desserts für 18 Franken.

Zeit: Das Abendessen dauerte 4 Stunden.

Wein: Neben der gut sortierten Weinkarte zu fairen Preisen, bietet man auch eine gut aufs Menü abgestimmte Weinbegleitung an. Diese wird wenn immer möglich mit Weinen aus dem Tessin zusammengestellt. Die Weinbegleitung in 7 Gängen kostet 85 Franken und sah bei unserem Besuch wie folgt aus:

Carla 2014, Doral, D. Catenazzi, Corteglia
Crudèll 2010, Chardonnay, Riesling & Sylvaner, Pinot grigio, Sauvignon Blanc – Giudici della Ganna Malvaglia, F.lli Meroni Biasca, Mondò Sementina
Viognier 2010, Andrea e Roberto Ferrari, Stabio
Irti Colli 2012, Merlot Settemaggio, Sementina
Castello di Morcote 2010, Merlot, Tenuta Castello di Morcote, Vico Morcote
Tintoforte Vintage 2011, Tamborini, Lamonte
Teorema 2012, Uva Americana, La Minerva, Camorino

Online: Die Website ist übersichtlich und sehr informativ.

 

Wertung: Gourmör O7 / Michelin M1 / Gault-Millau GM13

Sonderauszeichnung: Hier fühlt man sich besonders wohl

(Besucht im April 2015)

Tour de France Teil I: Von Étretat nach Honfleur

Wären alle Länder dieser Welt in Monopoly-Felder eingeteilt, hätte Frankreich einen Platz im dunkelblauen Bereich auf sicher. Das Land bietet eine unglaubliche Vielfalt. Hohe Berge, fruchtbaren Boden und Anschluss an zwei Meere. Das macht sich auch bei der Kulinarik bemerkbar. Das Sprichwort, wie Gott in Frankreich leben, kommt ja schliesslich nicht von ungefähr. Deshalb war es längst überfällig einmal ein paar Wochen durch unser westliches Nachbarland zu reisen. Da die 670’000 km² für einen Trip zu gross sind, haben wir uns auf die Regionen der Normandie und Bretagne fokussiert. Von dort soll es dann runter in Richtung Bordeaux gehen von wo wir über Lyon zurück in die Schweiz fahren.

Nach langer Planung – unter anderem mussten wir uns bei den vielen besternten Lokalen für eine Auswahl entscheiden – ging es an einem heissen Sommertag endlich los. Die Vorstellung, bereits am Abend vor einem frischen Fisch zu sitzen, das Meer zu riechen und die mehr als 10 Grad kühlere Luft der Normandie zu spüren, lässt die 34 Grad warme Temperatur gleich viel erträglicher erscheinen.

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Die Route über Basel, Lyon und Paris ist überraschend verkehrsarm. Die Staumeldungen vom Gotthard quittierten wir mit einem Schmunzeln – sollen doch alle anderen nach Italien fahren („In Frankreich kann man nicht gut essen!“). Es ist kurz vor fünf Uhr nachmittags als wir Étretat erreichen. Die kleine Gemeinde liegt direkt am Meer und ist für die beeindruckenden Felsformationen bekannt, von der sie umrahmt ist. Der Blick auf die weissen Klippen ist schon vom Dorf her imposant. Es lohnt sich aber ein bis zwei Stunden zu investieren und den einfachen Wanderweg unter die Füsse zu nehmen. Dieser führt die Felswände hoch von wo man einen unvergesslichen Ausblick hat. Nach der kleinen Tour haben wir das Abendessen redlich verdient. So suchen wir ein Restaurant mit Terrasse, welches Moules-frittes serviert. Für etwas mehr als 10 Euro serviert man hier einen ganzen Topf voll von diesen köstlichen Muscheln. Man muss sich lediglich entscheiden wie man sie zubereitet haben möchte. Klassisch an Weissweinsauce oder lieber mit Curry und Pilzen?

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Le Pavé d’Auge in Beuvron-en-Auge

Das nächste Ziel heisst Beuvron-en-Auge. Ein kleines Dörfchen mit malerischen Fachwerkhäusern. Hier im Le Pavé d’Hôtes haben wir für die nächsten Tage ein Zimmer reserviert. Das Gästehaus aus dem 18. Jahrhundert hat fünf individuell gestaltete Gästezimmer und gehört dem gleichen Besitzerpaar, welches im Dorfkern, rund 200 Meter vom Gästehaus entfernt, ein mit einem Michelin-Stern ausgezeichnetes Restaurant besitzt. Im Le Pavé d’Auge haben wir dann auch für den zweiten Abend einen Tisch reserviert. Hier kocht Jerôme Bansard und sein Team eine sehr traditionelle Küche. Die etwas ausdruckslosen Apéro-Häppchen geniessen wir auf der kleinen Terrasse. Der kühle Wind sorgt dann aber dafür, dass wir gleich danach um einem Tisch im Innern bitten . Das Restaurant befindet sich in einer ehemaligen Markthalle. Entsprechend hoch ist die Decke. Hier servierte man uns für 61 € ein drei gänge Menü. Sowohl die Vorspeise mit Kalbsmilken, Pfifferlingen und Muscheln als auch das Lamm mit Bohnen waren zwar etwas salzig, aber fein. Den Michelin-Stern, welcher die Inspektoren hier seit vielen Jahren vergeben, können wir indessen nicht bestätigen.

Wertung für Pavé d’Auge: O0

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Für den nächsten Tag haben wir uns eine Reiseführerin organisiert. Wir möchten nämlich die Kriegsschauplätze der Landung der Normandie besuchen. Das Thema ist hier auch nach 71 Jahren noch immer omnipräsent. In Sainte-Mère-Église machen wir den ersten Halt. Hier landeten am 6. Juni 1944 die US-Fallschirmjäger der 82. Luftlandedivision. Einer der Soldaten blieb dabei an einem der Ecktürme des Kirchturms hängen. Noch heute macht eine Puppe an der, im 13. Jahrhundert erbauten, gotischen Kirche an dieses Ereignis aufmerksam. Gleich gegenüber der Kirche steht das sehenswerte Dead Man’s Corner Airborne Museum. Hier wird die Geschichte der Fallschirmspringer eindrucksvoll thematisiert.

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Die Landungsstrände Utah, Omaha, Gold, Juno und Sword lassen erahnen, wie brutal diese Operation Overlord gewesen sein muss. 155’000 Soldaten, vorwiegend Amerikaner, Briten und Kanadier, stürmten die Strände. Der Besuch des Deutschen- und des US-Friedhofs visualisieren den Wahnsinn dieses Krieges. Jedes Grab trägt den Namen des gefallennen oder vermissten Soldaten.

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Honfleur ist ein weiteres Highlight auf unserer Reise. Das charmante Städtchen liegt an der Mündung der Seine in den Ärmelkanal. Die engen Gassen laden zum Verweilen ein. Im kleinen Hafen reihen sich die Restaurants aneinander. Alle bieten Spezialitäten aus dem Meer an. An schönen Tagen kann man die Terrassen benutzen und geniesst darauf wunderschöne Sommerabende.

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SaQuaNa in Honfleur

Wir gehen an den kleinen Lokalen vorbei, denn für heute Abend haben wir eine Reservation im zweifach besternten SaQuaNa. Das kleine Lokal liegt in einer Seitenstrasse. Der Name ist eine Abkürzung aus den französischen Worten für Geschmack, Qualität und Natur. Inhaber und Küchenchef Alexandre Bourdas besitzt das kleine Lokal seit fast zehn Jahren. Zuvor lebte und arbeitete der gebürtige Franzose viele Jahre in Asian. Von dort stammt nicht nur sein heutiger Sous-Chef, sondern auch der Einfluss in seiner Küche. Das Menü – die einzige Option – wechselt fast jeden Tag und wird für attraktive 120 Euro angeboten. Der Abend beginnt mit spannenden Apérohäppchen. Danach gibt es ein Gebäck aus Bourdas Heimat Averon. Es besteht aus Ei, Trüffel und Zucker und schmeckt himmlisch. Darauf folgt ein saftiger Kabeljau in einem wunderbaren Kokosnuss-Sud. Abgeschmeckt ist der delikate Fisch mit erfrischender Limette und Koriander. Der Pollack mit Himbeeren wirkt konzeptionell etwas wirr. Ganz stark dafür der gedämpfte Seebrass unter grünen Tomaten. Das Gericht ist mit Szechuanpfeffer verfeinert. Dieser gibt dem Gericht eine ganz besondere Note. Etwas abgeschreckt werden wir vom Steinbutt der etwas zu stark gebraten ist. Doch von Sekunde zu Sekunde begeistert uns die markante Knoblauchnote mehr. Beim letzten Bissen wünschten wir uns am liebsten Nachschlag. Aber vor uns liegt noch ein feines aber etwas zu kaltes Rind mit frischen Mandeln und Erbsen. Abgeschlossen wird das Menü von zwei kleinen Desserts und tollen Friandises. Das SaQuaNa ist eine ausgezeichnete Adresse und unbedingt einen Besuch wert.

Wertung für SaQuaNaO7
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Zum zweiten Teil…

Villa Orselina in Locarno-Orselina

Die Strasse nach Orselina, einem kleinen Ort oberhalb von Locarno, ist steil und kurvig. Unser Ziel ist die Villa Orselina – das jüngste 5-Sterne-Hotel im Tessin. Der Hoteleingang ist unauffällig. Von hier draussen käme man niemals auf die Idee, dass sich hinter der Tür  eine wundervolle Oase verbirgt. Kaum setzt man dann aber den ersten Schritt in die lichtdurchflutete Lobby wird klar, dass man hier an einem ganz besonderen Ort ist. Die mediterrane Einrichtung ist hell und unaufdringlich. Und da wäre noch die atemberaubende Aussicht auf den Lago Maggiore der uns sprachlos macht. Die Rezeptionistin scheint sich bereits an die Reaktion gewöhnt zu haben. So lässt sie uns zuerst in Ruhe das Panorama bestaunen ehe sie sich um den Check-in kümmert.

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Das Haus hat nur gerade 28 individuell gestaltete Zimmer und Suiten. Die Betreuung der Gäste ist entsprechend persönlich. Wir wohnen die nächsten Tage in einer hellen und grosszügig eingerichteten Panorama Suite. Im grossen Wohnzimmer gibt es nicht nur eine Sitzecke, sondern auch eine kleine Küche mit Bar. Dort wartet auch als Willkommens-Apéro eine Flasche Prosecco, knusprige Grissini und frische Früchte. Das Badezimmer ist geräumig und mit schönen Materialien eingerichtet. An der Decke befinden sich unzählige kleine Lämpchen die am Abend wie ein Sternenhimmel leuchten. Das Highlight der Suite ist aber der kleine Balkon mit dem fantastischen Blick auf den See. Da alle Zimmer nach Süden ausgerichtet sind, gibt es das traumhafte Panorama überall inklusive.

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Die Schilder, mit den Kinderzeichnungen, vor jeder Tür, sind das letzte Überbleibsel von der Zeit als das Haus noch ein einfaches Familienhotel war. Erst vor drei Jahren wurde das Hotel grosszügig umgebaut und neu im Luxussegment positioniert. Einen entsprechend frischen Eindruck macht das Hotel dann auch. Ganz schön ist zum Beispiel die helle Bibliothek. Hier kann man auch eine Partie Schach spielen. Für alle die sich lieber sportlich betätigen möchten, stehen ein Fitnessraum und ein Tennisplatz zur Verfügung. „Il dolce far niente“ soll schliesslich auch verdient sein.

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Einer der schönsten Orte der Villa Orselina ist zweifelsfrei der grosse Aussenpool. Das Wasser ist angenehm temperiert, weshalb es bereits im April möglich ist seine Längen zu schwimmen. Danach kann man sich auf die bequemen Liegestühlen setzen und sich von den warmen Sonnenstrahlen trocknen lassen. Natürlich geniesst man auch von hier den Blick auf den blauen See. Wer Lust auf einen Apéro oder eine hausgemachte Glacé hat, bestellt sich einen Snack und Drinks direkt an den Pool. Alternativ kann man dies auch im Schatten unter der Pergola geniessen.

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Das Tessin ist mit viel Sonne gesegnet. Trotzdem gibt es auch hier im südlichsten Kanton verregnete Tage. Gut, dass man deshalb auch auf einen kleineren Innenpool zurückgreifen kann. Zudem stehen Saunen und Dampfbäder bereit. In der Villa Orselina spielt das Wellbeing sowieso eine zentrale Rolle. Deshalb hat man auch einen einladenden SPA eingerichtet. Hier werden verschiedene Behandlungen angeboten. Das reicht von der hawaiianischen Lomi Lomi Massage, geht über ein Alpen Ritual für zwei Personen bis zum Ozean Package mit Meersalzpeeling und Algen-Aromatherapiebad.

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Hier in der Villa Orselina spielt auch die Kulinarik eine sehr wichtige Rolle. Im Hotelrestaurant mit dem schlichten Namen Il Ristorante wird eine moderne aber authentische italienische Küche zelebriert. Küchenchef Antonio Fallini ist weit gereist und sehr talentiert. Auf der Karte findet man zum Beispiel mediterrane Gerichte mit hausgemachten Pasta. Begeistert waren wir auch vom wundervollen Risotto mit den frischen Minzen. Aber auch Fisch und Fleisch kann die Equipe vorbildlich zubereiten. Der Pâtissier sorgt dann zum Abschluss mit seinen starken Desserts für ein würdiges Finale. Die Preise sind sehr fair. Das Menü in fünf Gängen gibt es für 95 Franken – inklusive der wundervollen Aussicht die man von der Terrasse geniesst. Kein Wunder wird das luftige Lokal auch von den Einheimischen gerne besucht.

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Den Abend lässt man am besten in der schönen Bar ausklingen. Hier mixt man Drinks oder serviert eine schöne Flasche aus dem grossen Weinkeller. Ein Fumoir fehlt zwar, wird jedoch nicht vermisst. Die Bar hat nämlich auch ein paar Tische die draussen stehen. Von hier hat man nicht nur einen Blick auf das beleuchtete Locarno, sondern geniesst auch die lauen Sommernächte.

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Fazit: Die Villa Orselina ist ein wundervolles Hotel. Il dolce far niente wird hier auf die Spitze getrieben. Die Ruhe, die grandiose Aussicht und die wunderschöne Parkanlage sind einmalig und vermitteln ein Gefühl, als wäre man am Mittelmeer. Ob im Pool, in der Bibliothek, an der Bar oder auf dem Tennisplatz, hier oben gibt es so viel zu tun, dass man eigentlich während dem ganzen Aufenthalt keinen Fuss aus dem Hotel setzen muss. Wer dann doch mal nach Locarno will, nimmt einfach die nahe gelegene Zahnradbahn oder den hoteleigenen Renault Twizy. Spätestens zum Znacht sollte man aber wieder zurück sein, denn die mit 15 Gault-Millau ausgezeichnete Küche darf man auf keinen Fall verpassen.

Villa Orselina
via Santuario 10
6644 Orselina
Website

(Besucht im April 2015)

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