La Passion in Eglisau

Das Romantikhotel Hirschen in Eglisau steht direkt am Rhein. Draussen auf der Terrasse des gemütlichen Hirschen-Bistros geniessen die Gäste, an diesem angenehm warmen Spätsommerabend, Klassiker wie das Wienerschnitzel oder Moules-frites und beobachten dabei den Sonnenuntergang, der sich malerisch auf der Wasseroberfläche spiegelt. Im Obergeschoss des Hirschen befindet sich das kleine Gourmetrestaurant La Passion. Hier kocht der 30-jährige Christian Kuchler. Der Kochberuf wurde ihm in die Wiege gelegt. Sein Vater Wolfgang besitzt in Wigoltingen die Taverne zum Schäfli, ebenfalls ein Spitzenrestaurant mit 18 Punkten im Gault-Millau und einem Stern im Guide Michelin.

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Schon als kleiner Junge stand Christian oft in Vaters Küche und hat sich vom Geschehen, den Aromen und Produkten begeistern lassen. Der Berufswunsch war entsprechend gesetzt und nach der erfolgreich abgeschlossenen Lehre ging es auf Wanderjahre bei den Grossen in Europa. So arbeitete er bei Harald Wohlfahrt in der Schwarzwaldstube, bei Didier de Courten in Sierre und, als einziger nicht-Franzose, in der Brigade von Alain Ducasse in Paris. Zurück in der Schweiz übernahm Kuchler in Diessenhofen seine erste Stelle als Küchenchef und wurde vom Gault-Millau gleich zur „Entdeckung des Jahres“ ernannt. Zwei Jahre später übernahm er die Küche im Hirschen.

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Das La Passion ist gemütlich und elegant eingerichtet. Auf dem schönen Holzboden stehen gerade mal sechs (!) Tische, welche Platz für maximal 20 Couverts bieten. Trotz der beschränkten Raumgrösse, hat man genügend Abstand zwischen den Tischen freigehalten, um eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Einzig die Party-Musik zur späten Stunde – von der Hochzeit im Nebensaal – mag den intimen Rahmen etwas trüben. Einen Tisch im Hirschen zu ergattern ist keine leichte Aufgabe. Seit der Auszeichnung zum „Gault-Millaus Aufsteiger des Jahrs 2014“ vor 15 Monaten ist das Restaurant fast immer ausgebucht. Wir haben entsprechend Wochen im Voraus zum Hörer gegriffen, um für heute Abend einer dieser begehrten Tische zu sichern. Eine frühzeitige Reservation wird auch für die nächsten Monate nötig sein, denn wer nochmals bei Christian Kuchler in Eglisau speisen will muss sich spurten – der Thurgauer übernimmt im Juli den elterlichen Betrieb in Wigoltingen.

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Wir werden von der charmanten Audrey Lewa in Empfang genommen. Die gebürtige Französin begleitet die Gäste als Chef de Service und Sommelière mit ihrem charmanten Akzent und dem grossen Fachwissen, durch den Abend. Ihre Servicekolleginnen halten sich dezent im Hintergrund. Zur ersten Erfrischung reicht man uns ein kleines Frottétuch mit vitalisierenden Ölen und erkundigt sich nach unseren Apéro-Wünschen.

Apéro-Häppchen [6/10]

Zum bestellten Sekt vom lokalen Produzenten, serviert man uns die ersten Häppchen. Hier in Eglisau gibt es dazu nicht einfach ein paar Kleinigkeiten, sondern man fährt eine regelrechte Armada auf. So wandert ein Töpfchen nach dem anderen auf unseren Tisch. Kaum ist alles aufgestellt probieren wir die warmen Eierschwämmli unter einem raffinierten Zwiebelschaum. Weiter geht es mit einer asiatisch anmutenden Jakobsmuschel an Soja-Reduktion, bevor wir uns anschliessend freudig dem aromatischen Saibling im Brunnenkresse-Sud widmen. Weniger gut gefällt uns die gehobelte Gänseleber. Sie geriet viel zu staubig und ist zudem zu kalt temperiert, wodurch die Foie gras im Mund nicht sofort schmilzt und das avisierte Geschmacksfeuerwerk ausbleibt. Darüber hinweg tröstet das himmlische, aber auch sehr fragile, Algen-Macaron mit Sauerrahm, Kartoffeln und edlem Osietra Kaviar. Der Höhepunkt ist die dunkle Ochsenschwanz-Essenz mit ihrer unglaublichen Power – wow, der grosse Aufwand für die Zubereitung hat sich gelohnt.

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Nach diesem abwechslungsreichen Auftakt haben wir die Wahl, ob wir uns heute Abend weiterhin überraschen lassen möchten oder ob wir vorher lieber einen Blick ins Menü werfen. Wir bitten um die Karte. Darauf finden wir ein einzelnes Menü in sieben Gängen. Dieses lässt sich individuell kürzen. Weitere Gerichte in Form einer à la carte Auswahl stehen nicht zur Wahl. Der Grund liegt bei der Küchenkapazität. Die sieben-köpfige Brigade ist nämlich nicht nur für das La Passion zuständig, sondern schickt auch die Bistro-Speisen auf die vorher erwähnte Terrasse. Zudem ist man auch für die vielen Hochzeitsbankette verantwortlich.

Brot

Raffiniert, die noch warme Brotauswahl. Hier kommt nämlich gleich eine ganze Selektion auf den Tisch. Auf keinen Fall verpassen darf man das Laugen- und das Speckbrot. Stark auch die salzige Butter mit dem dezenten Raucharoma.

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Amuse Bouche: Variation vom Schweizer Kalb [7/10]

Kuchler ist ein Krampfer, einer der vom Tier möglichst viel verwertet. Glück für den Gast. So kommt man nämlich auch in den Genuss nicht alltäglicher Produkte, wie diesen wunderbaren Herzmilken im Bierteig mit Estragon. Auch das modern interpretierte Vitello Tonnato ist genial, uns gefällt der kräftige Geschmack so gut, dass wir die Teller blitzeblank zurückgeben. Abschliessend begeistert uns das würzige Tatar-Röllchen mit prominenter Zitrusnote. Ein eindrucksvoller Auftakt!

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Amuse Bouche: Raviolo vom Hummer [5/10]

Sehr gut auch der mit Hummerfleisch gefüllte Raviolo an einem Kaffir-Limetten-Sud. Einzig die Wassermelonenstückchen sind für unseren Geschmack zu überproportioniert und lenken unnötig stark vom eigentlichen Hauptakteur ab.

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Tomate Mozzarella 2014 [8/10]

Der erste Gang des Menüs ist der Tomate gewidmet. Das Nachtschattengewächs ist aktuell auf dem Saison-Höhepunkt und das schmeckt man auch. Wundervoll welch Power das Gemüse hat. Christian Kuchler hat die besten Sorten ausgesucht und zu einer ausgezeichneten Marriage vereint. Auf dem Tellerboden sorgt ein fantastischer Sugo für den richtigen Grundton. Dazu gesellt sich feinster Mozzarella. Als kleines Supplément reicht man uns daneben im Reagenzglas eine gut abgeschmeckte, kalte Tomatenessenz. Ein ausgezeichnetes Gericht!

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Ormalinger Schwein – Karotte – Ingwer  [7/10]

Vorbildlich wie man die Tiere auf dem Hofgut Farnsburg haltet. Die Schweine leben draussen in der Natur und verbringen so ein würdiges Masttier-Leben. Vorbildlich auch was die Küche des La Passion nach dem Ableben der Tiere mit diesen anstellt. So wird nicht nur einfach das beste Stück verarbeitet, sondern respektvoll das ganze Tier verwertet. Sogar die Schwarte bekommt ihren Auftritt und wird gekonnt ins Gericht eingebaut. Im Mittelpunkt steht aber ein zartes Nierstück und die wunderbar geschmorte Schulter. Dazu gibt es geschmacksvolle Rüebli. Die Krönung ist die grossartige Sauce. Das Talent für die Zubereitung für dieses tiefe und charaktervolle Elixier hat Christian offensichtlich von seinem Vater geerbt – dieser gehört zu Recht zu den Saucenmeistern des Landes.

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Räucherstör – Aal – Carabineros [-/10]

Das nächste Gericht wird uns auf einer Schiefertafel serviert. Alle Produkte sind von guter Qualität und die Kombination von Avocado, Essig und den Zitrusnoten ist fein. Wir haben jedoch Mühe mit den vielen Tupfern. Vor allem das Stör-Mousse wirkt etwas gar mastig. Hier fehlt es klar an Balance und die Fokussierung auf das Wesentliche.

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Steinbutt – Kräuter – Grünes Gemüse [9/10]

Hervorragend und klar fokussiert ist dann der Steinbutt. Mit diesem puristischen Gericht demonstriert Kuchler eindrücklich sein grosses Können. Der edle Fisch ist perfekt gegart, wunderbar saftig und traumhaft im Geschmack. Dazu gibt es frische Kräuter und eine fantastische Beurre blanc.

Als zusätzliches Highlight serviert man uns eine edle Schwertmuschel mit harmonischen Aromen nach Kardamom, Koriander, Knoblauch und Mayonnaise.

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Erfrischung

Als kleine Erfrischung vor dem Hauptgang gibt es ein Verjus-Sorbet mit grünem Apfel und Tröpfel.

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Poularde Bourbonnaise – Blumenkohl – Perigord Trüffel [7/10]

Im Hauptgang folgt eine Poularde aus Bourbonnaise – ein wunderbares Produkt. Auch hier gibt es wieder verschiedene Teile des Vogels. Zum Beispiel den geschmorten Unterschenkel, oder den konfierten Oberschenkel. Sogar den Kamm des Federviehs finden wir auf dem Teller. Dazu kredenzt man uns eine hervorragende Trüffel-Sauce, bei der mit dem edlen Pilz nicht gegeizt wurde. Ganz stark auch das separat gereichte Sablé.

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Käsewagen

Der Käsewagen vereint einige Highlights aus der ganzen Schweiz. Dazu serviert man köstliches Früchtebrot und verschiedene Dressings wie Kreuzkümmel und süsser Senf.

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Pré Dessert: Waldboden mit Cassis und Joghurt [7/10]

Stark das pré Dessert mit schön gereiften Beeren, einer harmonischen Joghurt-Crème und dem fruchtigen Cassis-Glace. Schöne Aromen, abwechslungsreiche Texturen und ein angenehmes Säure-Süsse-Spiel.

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Nougat, Calamansi, Passionsfruch [5/10]

Handwerklich überzeugend, macht die intensive Säure der Calamansi der Balance einen dicken Strich durch die Rechnung. Da hat das eigentlich wundervolle Nougat mit dem caramelisierten Sesam keine Chance.

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Friandises [6/10]

Abgeschlossen wird das Menü von einer kleinen aber sehr feinen Auswahl an Friandises.

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Fazit: Während sich die Teller vieler junger Talente erstaunlich stark ähneln, geht Christian Kuchler einen eigenen Weg. Er setzt weniger auf die kleinen optischen Finessen und investiert seine Energie lieber in die aufwendige, klassische Zubereitung seiner Gerichte. Uns gefällt diese Art. So waren wir vom Abend im La Passion sehr beeindruckt. Gerade bei den Saucen und den stark auf das Produkt fokussierten Gerichte, wie dem Steinbutt oder der Tomate, zeigte Kuchler sein grosses Talent. Dabei ist es erstaunlich auf welchem Niveau hier gekocht wird, wenn man bedenkt, dass aus derselben Küche auch das Bistro und die Hochzeitsbankette bedient werden müssen. So darf man äusserst gespannt auf Christian Kuchlers Rückkehr nach Wigoltingen sein. Dort hat er zwar das Betriebsrisiko zu tragen, dafür kann er sich voll und ganz auf seine Gourmetküche konzentrieren. Zudem hat er mit seinem Vater einen hervorragenden Koch an seiner Seite. Die Voraussetzungen sind also vorhanden, dass die Ostschweiz in den nächsten Jahren ihr erstes 2-Sterne-Restaurant bekommt.

In Eglisau muss man nach dem Wegzug von Christian Kuchler aber nicht traurig sein. Werner Dubno, Inhaber des Hirschen, hat einen würdigen Nachfolger gefunden. Ab Juli übernimmt Tobias Buholzer die Brigade des La Passion. Buholzer kochte bis im Mai des vergangenen Jahres im Münsterhof in Zürich und war dort ebenfalls mit einem Michelin Stern ausgezeichnet. Für die Gourmets ist die im Sommer stattfindende Rochade also ein Gewinn.

La_Passion_Hirschen_Eglisau_Christian_Kuchler_13Christian Kuchler (links) mit seinem Team

 

La_Passion_Hirschen_Eglisau_Christian_Kuchler_20Audrey Lewa

 

Zeit: Das Dinner dauerte vier Stunden.

Menü: Es wird ein Menü in sieben Gängen für stolze 195 Franken angeboten. Dieses kann man bis auf drei Gänge kürzen wodurch sich der Preis jeweils um 15 Franken reduziert.

Wein: Neben der Weinkarte wird auch eine passende Weinbegleitung für 81 Franken (bei 7 Gängen) angeboten. Hier unsere Begleitung:

2012, Soave Classico Costeggiola, Guerrieri Rizzardi, DOC, Veneto, Italien
2013, Séguret Rosé, Domaine de Cabasse, Côtes du Rhône Sud, Frankreich
2013, Cuvée Blanc, Weingut Neukom, AOC Zürich, Zürcher Unterland, Schweiz
2011, Chardonnay Cornell Formigar, Schreckbichl Colterenzio, DOC, Alto Adige, Italien
2012, Volnay 1er Cru Les Robardelles, Remoissenet, AC, Côte de Beaune, Frankreich
Portwein, Quinta de la Rosa, Vintage, DO, Douro, Portugal
2012, Nives Assemblage Doux, Weingut Zum Sternen, Aargau, Schweiz

Online: Die Website des La Passion ist in die Hotelwebsite integriert. Wir finden drauf einige Bilder, Informationen über die Gastgeber und das jeweilig aktuelle Menü.

 

Wertung: Gourmör O7 / Michelin M1 / Gault-Millau GM17

(Besucht im September 2014)

KunstHof in Uznach

Vor sechs Jahren haben Janine Hausmann und ihr Lebenspartner Christoph Köhli den KunstHof im sanktgallischen Uznacht übernommen. Der Anfang war nicht gerade einfach. Wegen einigen Missverständnissen zwischen den Inhabern, der Kunsthof AG und den vorherigen Pächtern waren viele Gäste in der Umgebung auf das Restaurant nicht gut zu sprechen und beobachteten die Ankunft der „Neuen“ mit Skepsis.

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Janine Hausmann und Christoph Köhli

Doch die beiden Gastronomen sind es sich von den vorherigen Stationen in der Spitzengastronomie und -Hotellerie gewohnt zu kämpfen und einen besonderen Einsatz zu geben. So ignorierten sie die äusseren Einflüsse und konzentrierten sich allein auf ihren Traum vom eigenen Restaurant. Es sprach sich dann schnell herum, dass die Neuen nicht nur ambitioniert kochen, sondern auch extrem begabt sind.

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Vor drei Jahren, an einem nebligen Novembermorgen, kam die Bestätigung von höchster Stelle: der KunstHof erhält einen Michelin Stern. Für die jungen Gastronomen geht ein Traum in Erfüllung. Zu diesem Zeitpunkt war das gemütliche Restaurant schon gut ausgelastet, der Stern gab aber noch einen zusätzlichen Schub. Nach einem Jahr folgte der 16. Punkt im Gault-Millau und man freute sich, dass man immer neue Gäste mit der kreativen Küche verwöhnen durfte.

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Dass mit Sohnemann Levin auch noch Nachwuchs auf die Welt kam, machte das Glück der kleinen Familie perfekt. Umso überraschender kam die Pressemitteilung inder das Duo bekannt gab, dass man den KunstHof per Ende 2013 verlassen wird. Nach der Geburt ihres Sohnes hätte man sich zwischen Familie und einem 13 Stunden Arbeitstag entscheiden müssen. Da es zudem keine Optionen gab den KunstHof mittelfristig zu kaufen, hat man sich schweren Herzens für diesen Schritt entschlossen.

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Die junge Familie zieht es in Richtung Solothurn, in die 16’000 Einwohner grosse Gemeinde Grenchen. Dort wird sie Ende März das neu gestaltete Chappeli übernehmen. Ein Restaurant mit 40 Plätzen und einem schönen Garten mitten in der Natur. Gleich daneben befindet sich ein kleiner Landwirtschaftsbetrieb. Gemäss Köhli der ideale Ort um sein Kind aufzuwachsen zu sehen. Doch auch die gastronomischen Ziele sind hoch gesteckt. Zwar werde er nicht mehr den gleichen Aufwand betreiben können wie hier in Uznach, doch die Gäste an der neuen Wirkungsstätte dürfen sich auf eine ehrliche und mit viel Passion zubereitete Küche freuen.

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Bevor die Segel im KunstHof gestrichen werden, wollen wir uns unbedingt ein Bild vom aktuellen Stand machen. Zum einen um den Gourmets in der Region Uznach die Chance zu geben, das Restaurant bis Ende Dezember noch einmal zu besuchen und um bei den Solothurnern die Vorfreude zu steigern.

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Noch während wir die überschaubare Karte studieren erreichen uns:

Fleischbällchen mit Rosmarin Crème Brûlée [6/10]

Die Richtung des heutigen Abends wird aufgezeigt. Ein herzhaftes Fleischbällchen mit einem süssen Twist. Bodenständig und trotzdem spannend.

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Brot

Das verschiedenen Brötchen sind nicht hausgemacht aber von sehr guter Qualität. Die dazu gereichte Butter ist sehr fein.

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Amuse-bouche [-/10]

Der Gruss aus der Küche läutet die Wildsaison ein. Diese wird bis Mitte November das kulinarische Angebot bestimmen.

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Terrine von der Entenleber [8/10]

Eine vorzeige Terrine. Nicht nur wegen dem wunderbaren Geschmack und dem perfekten Schmelz, sondern auch Dank der tollen Kombination mit dem geschmorten Ochsenschwanz. Perfekt zubereitet. Der dezente Einsatz vom Apfel und einem Hauch Vanille sowie dem feinen Brioche, runden das ausgezeichnete Gericht ab.

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Kaisergranat

Die Alternative zur Gänseleber: Ein wunderbarer Kaisergranat

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Kalte Consomée von der Ramato Tomate [7/10]

Die ersten kühlen Herbsttage schreien zwar nicht gerade nach kalten Suppen, doch wenn man eine Tomatenessenz so zubereitet, kann man uns damit auch im tiefsten Winter begeistern. Die Essenz ist fein und Dank den sonnengereiften Tomaten auch richtig intensiv. Das Highlight sind aber die kleine Tomatenscheiben im Teller. Diese schmecken dermassen wuchtig, dass wir damit, pünktlich zum Saisonende, die besten Tomaten des Jahres serviert bekamen.

Als wäre das nicht genug, erreicht uns in einem hauchdünnen Cornet ein wunderbares Tatar das wiederum mit getrockneten Tomaten verfeinert wurde. Die Kombination ist wunderbar süffig und wir würden am liebsten um Nachschlag bitten.

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Tortellini von Pia Mattmanns Ziegenfrischkäse [7/10]

Die Tortellini sind handwerklich perfekt. Auch geschmacklich überzeugt die köstliche Füllung vom Ziegenfrischkäse aus der Zentralschweiz. Dazu gesellen sich aromatische Pilze und einen tollen Jus. Alles schmeckt leicht, mild und wohlschmeckend.

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Bretonischer Sankt Petersfisch [6/10]

Dass Köhli auch mit Fisch umzugehen weiss, beweist er mit diesem edlen Petersfisch. Perfekt gegart, gut gewürzt dazu feine Gnocchetti und Gemüse. Die rassige Chili ist zwar gewagt, funktioniert hier aber gut.

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Geschmortes Gommiswalder Kalbsbäggli [7/10]

Das Dreierlei vom Kalb, mit einer herzhaften Sauce schliesst den ersten Teil eines wunderbaren Menüs ab.

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Auserlesene Käse von Jean Luc Hadey

Zur abwechslungsreichen Käseauswahl serviert man uns eines der besten Früchtebrote.

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Schokoladenfondant [7/10]

Schokoladendesserts haben oftmals das Problem, dass sie, gerade am Ende eines ausgiebigen Essens, zu mastig sind. Dieses hier ist anders – und zwar sehr elegant, wohlschmeckend und Dank der knusprigen Textur schön zum essen. Einzig die Banane dürfte ruhig noch etwas mutiger eingesetzt werden.

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Vanille Quarksouflée [6/10]

Alternativ zum Schokoladendessert serviert man den Gästen ein wunderbares Vanille Quarksouflée mit feinem Feigensorbet.

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Friandises [7/10]

Die Friandises verdienen nochmals unsere vollste Aufmerksamkeit. Sie sind äusserst geschmacksvoll, abwechslungsreich und frisch.

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Fazit: Uns war bereits nach den ersten drei Gerichten klar, weshalb der KunstHof rappelvoll war. Köhli und seine Küchenbrigade setzen alles auf die Karte „Geschmack“ und servieren mit einem soliden Handwerk wunderbare und zugängliche Gerichte.

An der Front hat Janine Hausmann und ihr kleines Team alles im Griff. Die Gäste werden mit viel Aufmerksamkeit und einer wunderbar natürlichen Art bedient.

Feinschmecker in der Region Grenchen dürfen sich freuen. Mit Janina Hausmann und Christoph Köhli kommen zwei Vollblut-Gastronomen in ihre Region. Wenn die beiden den Weg konsequent weitergehen und auch den Wurst-Käse Salat mit der gleichen Passion zubereiten, werden sie an der neuen Wirkungsstätte eine erfolgreiche Zeit haben. Wir wünschen viel Erfolg!

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Robin Nagel, Dustin Freund, Stefan Altorfer, Daniel Felber und Christoph Köhli (v.l.n.r.)

Tipp: Um nochmals in den Genuss dieser hochwertigen Küche zu kommen, muss man sich sputen. Der KunstHof hat nur noch bis Ende Jahr geöffnet. Anschliessend zieht das Team weiter. Die Nachfolge in Uznach ist noch nicht geregelt.

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Wertung: Gourmör O7 / Michelin M1 / Gault-Millau GM16

(Besucht im September 2013)

El Celler de Can Roca in Girona (Spanien)

Nun stehen wir also vor dem „besten Restaurant der Welt“, dem El Celler de Can Roca in Girona. Diese Auszeichnung ist für einen Gastronom Fluch und Segen zugleich. Segen weil man sich für die nächsten Monate und Jahre keine Sorgen um den Buchungsstand machen muss – Fluch weil die Erwartungen der weltweit angereisten Gäste unglaublich hoch sind.

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Wir haben uns zum Glück mit der besagten Liste lange genug auseinandergesetzt um zu wissen, dass wir heute Abend vielmehr im „angesagteste Restaurant“ der Welt speisen und nicht zwingend im Besten. Entsprechend erwarten wir nicht per se unser bestes Esserlebnis – auch wenn wir selbstverständlich nichts dagegen einzuwänden hätten.

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Unsere Reservation ist bereits zehn Monate alt. Damals, noch vor der bekanntgabe der Rangliste, war es wesentlich einfacher an einen Tisch zu kommen. Heute ist das Restaurant nach eigenen Angaben elf Monate im Voraus ausgebucht.

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Unser Auto parkieren wir direkt hinter dem grossen Anwesen. Auf der anderen Strassenseite sehen wir das ehemalige Restaurant. Da wirkten die drei Roca Brüder seit 1986, bevor man vor sechs Jahren in dieses neue, moderne Gebäude umzog. Die Biografie von Joan, Josep und dem jüngsten Bruder Jordi ist eine Erfolgsgeschichte. Im Zentrum steht der älteste Sohn Joan, der mit seiner Brigade seit 2009 mit 3 Michelin Sternen ausgezeichnet wird. Unterstütz wird er von Jordi, der seinen grossen Bruder als Pâtissier mit süssen Kreationen unterstützt. Bruder Josep kümmert sich indessen als Sommelier um die 2’800 Positionen umfassende Weinkarte.

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Vor dem Restauranteingang ist eine gemütliche Lounge eingerichtet. Hier würden wir jetzt wohl sitzen, hätten die dunklen Wolken nicht vor ein paar Stunden den ersten Regen seit Wochen nach Girona gebracht. Uns solls recht sein, harmonieren heisse Sommertage und Fine Dining sowieso nicht miteinander.

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Hinter der hölzernen Restauranttür treffen wir auf einen strahlend weissen Raum. Die Dame hinter dem Desk prüft unsere Reservation und begleitet uns dann in den Speiseraum. Dieser ist um eine dreieckige Verglasung gebaut in der hohe Bäume stehen. Die Architektur ist nicht zufällig. Denn vieles dreht sich hier um die Zahl Drei – drei Brüder, drei Weinkarten, drei Beine im Logo und auch die drei Steine, die auf jedem der sehr gut beleuchteten Tische, liegen. Das restliche Licht ist gedämpft. Unserer Meinung nach die perfekte Lichtwahl für ein Restaurant, in dem die Gerichte die Hauptrolle spielen.

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Die gereichte Speisekarte offenbart uns die zwei Möglichkeiten für heute Abend. Das Menu „Degustacio“ sowie das umfangreichere Menu „Festival“. Die Wahl fällt – man ist ja schliesslich nicht jeden Tag hier – auf das Grössere der beiden. Nun fährt ein Sommelier, es ist nicht der Chef Josep (dieser kümmert sich gerade um eine Gruppe Japaner, die im VIP-Bus angereist sind), einen kleinen Holzwagen an unseren Tisch. Darin finden wir jeweils ein Buch (!) für Weissweine, Rotweine und Champagner. Extrem umfangreich, wir würden gerne stundenlang darin blättern, doch dafür ist weder Zeit, noch genügend Platz auf unserem Tisch, denn in der Zwischenzeit steht darauf ein kleiner Olivenbaum…

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Caramelized Olive [5/10]

Ein Evergreen hier im Restaurant. Am Baum hängen grüne Oliven. Diese sind knusprig caramelisiert und offenbaren im Innern eine herzhafte Anchovie-Füllung. Ein netter Einstieg in den Abend.

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The World [6/10]

Weiter geht es mit einer kulinarischen Weltreise. Diese führt uns in sieben Länder, welche kürzlich von den Rocca-Brüdern bereist wurden. Beeindruckend, jedes der Häppchen ist geschmacklich eindeutig dem jeweiligen Land zuzuordnen.

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Crispy Shrimp // Carpano bombon // Zucchini’s omelette  [5/10]

Vier weitere Snacks werden serviert. Im Gegensatz zur vorherigen Weltreise, haben diese thematisch keinen Zusammenhang. Sehr gut gefällt uns der Zuccini-Ravioli, aber auch der knusprige Garnelen-Cracker überzeugt mit seiner puristischen Art. Die Kaktusblüte mit Zitrus-Gelée und die hauchdünnen Pralinen, mit der unangenehmen Füllung, sind da weniger erinnerungswürdig.

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Truffled bonbon // Truffled brioche [7/10]

Weiter geht es mit Kreationen vom Perigord- und Albatrüffel. Den Schwarzen gibt es als knuspriges Bonbon, den Weissen, verpackt in einem tollen Gebäck, als himmlische Füllung.

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Brot

Nach den Snacks wird uns eine umfangreiche Brotauswahl angeboten. Das Brioche ist besonders gut, aber auch das Rotwein-Brot ist ein Genuss. Durch das eher hohe Tempo des bevorstehenden Menüs, werden wir aber nicht gross zum Brotessen kommen.

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Vegetable stock with sprotus, flowers, leaves und fruits [-/10]

Das erste Gericht aus dem eigentlichen Menü lässt und etwas besorgt zurück. Die zu Gelée verarbeitete Gemüsebouillon geriet zu salzig und das wenige Gemüse auf dem Teller ist geschmacklich total langweilig. Hier fehlt es offensichtlich an Intensität und Qualität.

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Elderflower infusion, cherries with Amaretto, gingered cherris and smoked eel [7/10]

Das zweite Gericht ist nicht nur optisch viel ansprechender, sondern auch geschmacklich um Längen besser. Eine sehr erfrischende, runde Kombination, mit fruchtig-bitteren Elementen. Herausragend der geräucherte Aal, welcher sich überraschend gut ins Gericht einfügt und diesem den letzten Kick gibt.

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White asparagus and truffle viennetta [6/10]

Uns erinnert die Präsentation zwar eher an einen Käse als an das „Viennetta“ (ein Eisprodukt von Unilever) aber egal, Hauptsache der Geschmack stimmt – und das tut er ohne Zweifel. Das Spargelaroma ist äusserst intensiv – so wie man es leider nur ganz selten schmeckt.

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Charcoal-grilles cheeks of sardine with green sauce [-/10]

Die gut zubereiteten Sardinen liegen in einer dickflüssigen Kräutersauce. Dem Gericht fehlt jegliche Raffinesse und ist dann auch gleich wieder vergessen. Wir würden dieser Teller dann auch eher in einer kleinen spanischen Taverne erwarten, als hier im 3 Sterne Restaurant.

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Salad of Sea Anemone, Razor-Clam, Royal Cucumber and Seaweed in escabèche [8/10]

Eben noch puristisch, wird es nun um einiges komplexer. Mit einer überdimensionalen Pinzette verkosten wir verschiedene, dünn aufgeschnittene Häppchen aus dem Meer. Unten im Schälchen stossen wir auf eine ausgezeichnete Sauce, welche mit den Meeresfrüchten hervorragend korrespondiert und dem Gericht einen asiatischen Touch verleiht. Alles ist äusserst geschmacksvoll und harmonisch.

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A whole Prawn [5/10]

Bereits bei den Snacks hatte die Garnele eine kurze Vorstellung, jetzt kommt ihr grosser Auftritt. Die zwei Schwänze sind roh und köstlich im Aroma. Dazu reicht man einen Sponge aus Plankton. Die Beine und der Kopf der Garnele sind knusprig frittiert und können deshalb ebenfalls verzehrt werden – eine witzige, aber geschmacksneutrale Erfahrung.

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Amontillado-steamed langoustine, bisque velouté and Jerez caramel [7/10]

Der Kaisergranat wird vor unseren Augen mit etwas Sherry geräuchert. Das Krustentier ist wiederum von hervorragender Qualität, die Kombination mit dem Likörwein ist sehr gelungen. Ausgezeichnet ist auch die wunderbare Consommé.

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Grilled sole with black and white garlic, parsley juice and lemon [5/10]

Die Seezunge ist perfekt zubereitet und verfügt über ein köstliches Eigenaroma. Daneben hat es eine diagonale Zeichnung von Petersilie und zweierlei Knoblauch. Die Kombination würde bestimmt sehr gut mit dem Fisch harmonieren, doch leider ist sie geschmacklich so dezimiert, dass man davon fast gar nichts schmeckt. Schade um das Potential.

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Cod with miso and hazelnutz [7/10]

Auch der Kabeljau ist von sehr guter Qualität und gekonnt zubereitet. Dazu serviert man uns eine tolle Miso, mit wunderbarem Haselnussgeschmack. Der Pfefferschaum ist gewagt und hat Potential zu irritieren – uns hat er gefallen, besonders weil er der ansonsten sehr harmonischen Komposition Ecken und Kanten verleiht.

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Charcoal-grilles lamb breast fillet and sweetbreads with eggplant, coffee and liquorice [8/10]

Ein wunderbarer Holzkohleduft zieht durchs Restaurant. Wir erhalten einen kleinen Rost an den Tisch. Darauf wird etwas Lammfleisch fertig gegart. Dieses hat eine krosse Haut und einen tollen Geschmack. Auch die Kombination von der Aubergine und der Lamm-Milke ist eine Offenbahrung. Als Krönung wird dazu eine Sauce mit Tiefe und Charakter gereicht.

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Pigeon parfait and onion, curry-caramelized walnuts, juniper, orange peel and herbs [9/10]

Mit dem Hauptgang – der von der Portionsgrösse nicht als solcher zu erkennen ist – wird dann das Highlight das heutigen Abends serviert. Eine unglaublich harmonische, elegant-geschmacksintensive Kombination mit einer wilden Taube im Mittelpunkt, welche auf einem exzellenten Parfait thront. Hervorragend!

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Sourdough ice cream with cocoa pulb, fried lychee and sherry cvinegar macaró [6/10]

Auf dem Bild nicht zu erkennen, bewegt sich das kleine Dessert vor uns rhytmisch auf und ab. Das süsse Häppchen ist wunderbar knusprig und erfrischend. Wegen den vielen Vorschusslorbeeren für Pâtissier Jordi, erhoffen wir uns aber bei den weiteren Süssigkeiten doch noch eine markante Steigerung.

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A fragrance adapted: Shalimar by Guerlain [7/10]

Unsere Hoffnungen wurden erhöhrt. Das zweite Dessert, bei der ein Parfum nachgekocht wurde, ist um ein vielfaches eindrücklicher. Wir freuen uns dann auch wie abwechslungsreich das Ganze schmeckt und staunen am Ende, als dieses tatsächlich als „Shalimar“ von „Guerlain“ erkennbar ist. Überpüfen lässt sich das, in dem man am parfümierten Kartonhut riecht.

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Chai cream with blood orange, vanille, mango and roses Viola [5/10]

Das dritte Dessert ist dann wieder weniger komplex. Uns gefallen die klaren Aromen, obwohl wir uns einen fulminanteren Abschluss erhofft haben.

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Friandises [6/10]

Der Wagen mit den Friandises wird an unseren Tisch gerollt. Da die Beleuchtung darauf nicht besonders gut ist, überlassen wir die Auswahl der Petitessen der freundlichen Servicemitarbeiterin. Die süssen Häppchen sind frisch und abwechslungsreich im Geschmack. Unvergessliche Kreationen sind aber nicht dabei.

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Jordi und Joan Roca

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Fazit: Die Roca Brüder servierten uns vier Stunden lang köstliche Kreationen. Bis auf ein paar wenige Durchhänger, war das „Menü Festival“ auf sehr hohem Niveau und beinhaltete hochwertige Produkte. Trotzdem, die Frage ob dies nun das beste Essen unseres Lebens war, lässt sich eindeutiger verneinen als erhofft. Denn dafür fehlten die Spitzengerichte, Speisen an die man sich noch Monate später erinnert.

Doch auch wenn dies kein Menü für die Ewigkeit war, genossen wir einen wunderbaren Abend in einem gemütlichen Restaurant mit gutem Service und einer abwechslungsreichen Küche. Wer in der Gegend ist und Glück hat einen Tisch zu bekommen, sollte das Abenteuer El Celler de Can Roca unbedingt eingehen. Eine eigene Reise nach Girona lohnt sich indessen nicht – da gibt es auf dem Weg dahin bessere Adressen.

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Menü: Ein à la carte Angebot gibt es nicht. Dafür zwei Menüs. Das Menü Degustacio für 140 € sowie das umfangreichere Menu Festival für 175 €.

Zeit: Das Menü wurde in gemütlichen 4 Stunden serviert

Wein: Neben einer riesigen Auswahl an Flaschenweinen bietet man auch eine Weinbegleitung an.  Diese kostet 85 €, respektive 55 € beim kleinen Menü.

Unsere Weinbegleitung:

Albert i Noya Cave El Celler Brut D.O. Cava
Blanc 5.7 12 D.O. Conca de Barberà
Marcel Lapierre 11 A.O.C. Morgon
Joh. Jos. Prüm Kabinet 09 V.D.P. Mosel-Saar-Ruwer
Cobero 12 Vi de Taula de Liebana
Domaine Valette 08 Magnum A.O.C. Viré-Clessé
Viña Tondonia Blanc 98 D.O.Ca. Rioja
Pedra de Guix 10 D.O.Qa. Priorat
Josep Pardet Estinguells 09 Magnum D.O. Costers Del Segre
Pedro Balda Cosecha 10 D.O.Ca. Rioja
Idus 09 D.O. Qa. Priorat
Ariyanas 07 Naturalment Dolç D.O. Malaga
Càligo Esencia Vi de boira
Dolç Mataró D.O. Alella

Online: Die Website ist schön gestaltet. Leider fehlen Informationen zum aktuellen Menü und dem Preis.

Wertung: Gourmör O7 / Michelin M3

Besucht im Juli 2013